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Zwischen Manipulation und politischer Partizipation

Die Rolle des Volkes im pompejanischen Wahlkampf

Titel: Zwischen Manipulation und politischer Partizipation

Hausarbeit , 2011 , 16 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Anne Klein (Autor:in)

Geschichte - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

1. Einleitung

„[Die] ganze Stadt scheint nicht anderes im Kopf zu haben als Wahlen. Das ist ja schlim-mer als in Rom.“ Aquarius (Wassermeister)

Im Rahmen meines Geschichtsstudiums beschäftigte ich mich im Sommersemester 2011 mit der antiken Stadt Pompeji. Infolgedessen entstand innerhalb meines Proseminars, welches den Titel „Ein Moment für die Ewigkeit: Der konservierte Alltag von Pompeji und Herculaneum“ trägt, eine wissenschaftliche Arbeit. Diese soll sich mit der Rolle des Volkes im pompejanischen Wahlkampf beschäftigen.
Pompeji war eine kleine antike Hafenstadt im heutigen Italien, welche nur rund 800 Jahre existierte. Über die Einwohnerzahlen lassen sich in der Literatur nur Schätzungen finden. Der Historiker Michael Grant spricht von rund 25 000 Einwohnern2, Ludwig Curtius ver-mutet anhand der Sitzplätze der beiden Theater eine etwas geringere Zahl und spricht von weniger als 20 000.3 Auch wenn diese Größe nicht unbeachtlich für eine Stadt der Antike und Pompeji aufgrund der guten geografischen Lage wirtschaftlich gut entwickelt war, so blieb diese für die Römische Republik verhältnismäßig unbedeutend. Nichtsdesto-trotz weist Pompeji einige Besonderheiten auf, welche für die Geschichtswissenschaft von enormer Wichtigkeit sind.4
Die Forschung beschäftigt sich seit rund 300 Jahrhunderten mit der Geschichte der anti-ken Stadt, welche 79 vor unserer Zeitrechnung (v.u.Z.) an den Folgen eines Vulkanaus-bruchs des Vesuvs unterging. Mit dem Vulkanausbruch kam Pompeji zum Stillstand und wurde von heißer Lava meterhoch bedeckt. Erst im 18. Jahrhundert wurden die ersten, wenn auch noch sehr unorganisierten Ausgrabungen begonnen und Pompejis Schätze stückweise freigelegt. Seitdem begeistert Pompeji auch rund zwei Jahrtausende nach sei-nem Untergang nicht nur Historikern, sondern auch Archäologen, Künstler und Autoren.5 Dabei kamen nicht nur zahlreiche Schätze zum Vorschein, sondern fand man auch an den Wänden der Häuser Schriftzüge mit politischem Inhalt, welche Aufschluss über das Wahl-verhalten der Bevölkerung Pompeji geben...

Leseprobe


Gliederung

1. Einleitung

2. Kurze Einführung zur politischen Struktur Pompejis

3. Wahlfieber in der antiken Stadt

3.1. Wahlprogramme der Kandidaten

3.2. Beeinflussung der Wähler

3.3. Unterstützung eines Kandidaten

4. Die Persönlichkeitswahl – Eine Frage der Ehre

5. Fazit: Manipulation vs. Partizipation?

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen gezielter Manipulation durch die politische Elite und aktiver politischer Partizipation des Volkes im Kontext der Wahlen in der antiken Stadt Pompeji, um zu klären, inwiefern die Bürgerschaft tatsächlichen Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse nehmen konnte.

  • Politische Strukturen und Wahlsystem in Pompeji
  • Strategien der Wählerbeeinflussung durch Unterhaltung und soziale Zuwendungen
  • Die Rolle der Persönlichkeitswahl und des Charakters der Kandidaten
  • Partizipation durch Wahlplakate und zivilgesellschaftliches Engagement
  • Vergleich zur politischen Situation im antiken Rom

Auszug aus dem Buch

3.1. Wahlprogramme der Kandidaten

Der Wahlkampf in Pompeji war eine Herausforderung für die Kandidaten, denn selbst Marcus Tullius Cicero soll gesagt haben, dass es für einen Politiker schwieriger gewesen sei, pompejanischer Dekurio zu werden, als Senator in Rom. Nach unserem heutigen Verständnis von Politik sind Politiker fast ausschließlich in Parteien eingebunden. Aufgrund einer Parteizugehörigkeit erhält der Wähler bis zu einem gewissen Grad Einsicht in die politische Richtung und die geplanten Ziele eines Kandidaten, das wiederrum die Wahlentscheidung vereinfachen kann. Im antiken Pompeji fehlte hingegen diese Institution. Die Kandidaten kämpften ohne den institutionellen Rückhalt und mussten die Wähler durch ihr Handeln überzeugen. Hierbei lässt sich in der Antike im Vergleich zur heutigen Zeit ein weiterer enormer Unterschied finden, denn die Kandidaten Pompejis verzichteten auf politische Wahlprogramme. Stattdessen gaben sie vage Versprechungen, legte sich bezüglich ihrer politischen Richtlinien nicht fest und hielten sich alle möglichen Optionen offen. Grund für dieses Verhalten war die Strategie, nach der kein Wähler durch spezifische Aussagen brüskiert werden sollte. Aufgrund offener und inhaltsleerer Wahlprogramme erhöhten sich die Chancen für den Kandidaten gewählt zu werden. Denn jede Festlegung führte dazu, dass die Wähler sich in Befürworter und Gegner aufspalteten. Genau dieses Problem sollte umgangen werden, um die größtmöglichen Wahlchancen zu erreichen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Forschungsthema der politischen Partizipation und Manipulation in Pompeji ein und erläutert die Relevanz der Stadt für die historische Forschung.

2. Kurze Einführung zur politischen Struktur Pompejis: Dieses Kapitel beschreibt die administrativen Grundlagen, das Wahlrecht und die Aufgaben der verschiedenen politischen Ämter wie Duumviri und Aedilen.

3. Wahlfieber in der antiken Stadt: Hier wird der Wahlkampf analysiert, wobei besonders das Fehlen expliziter Wahlprogramme und die verschiedenen Methoden der Wählerbeeinflussung durch soziale Anreize beleuchtet werden.

4. Die Persönlichkeitswahl – Eine Frage der Ehre: Das Kapitel untersucht, warum die Charakterstärke und die soziale Reputation der Kandidaten gegenüber politischen Inhalten dominierten.

5. Fazit: Manipulation vs. Partizipation?: Abschließend werden die zentralen Thesen zusammengeführt und die Frage beantwortet, inwiefern die pompejanische Bevölkerung trotz manipulativer Strukturen aktiv am politischen Leben teilhaben konnte.

Schlüsselwörter

Pompeji, Wahlkampf, politische Partizipation, Manipulation, Antike, Wahlplakate, Stadtrat, Duumviri, Persönlichkeitswahl, Dignitas, Bürgerrecht, Wähler, Volksnähe, Amtszeit, Geschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Mechanismen des Wahlkampfes im antiken Pompeji und untersucht, ob die Bevölkerung eine echte politische Mitbestimmung ausübte oder lediglich durch populistische Maßnahmen manipuliert wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die politische Struktur Pompejis, die Wahlstrategien der Kandidaten, die Rolle der Gladiatorenspiele als Instrument der Beeinflussung sowie die Bedeutung von Wahlplakaten für die Partizipation.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, ob das Volk in Pompeji tatsächlichen Einfluss auf die Wahlergebnisse nahm oder ob die Elite lediglich den Anschein von Mitwirkung erzeugte, um ihre eigene Legitimation zu stärken.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung relevanter Fachliteratur sowie archäologischen Funden wie den pompejanischen Wahlinschriften basiert.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Struktur der Stadt, die Bedeutung von Wahlprogrammen (bzw. deren Fehlen), Strategien zur Wählerbeeinflussung und die Analyse der Persönlichkeitswahl.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind neben dem Ortsnamen Pompeji vor allem Wahlplakate, Persönlichkeitswahl, Dignitas, Partizipation, Manipulation, Duumviri und die historische Einordnung in die Antike.

Warum wurde in Pompeji meist eine „Persönlichkeitswahl“ durchgeführt?

Da es keine Parteiprogramme gab, entschied nicht eine politische Richtung, sondern die individuelle Reputation, Ehre und vermeintliche Charakterstärke des Kandidaten über Sieg oder Niederlage.

Welche Funktion hatten die antiken „Wahlplakate“?

Diese an Hauswänden angebrachten Inschriften dienten als direkte Wahlempfehlungen der Bürger und belegen die aktive Teilnahme verschiedener Gesellschaftsschichten am Wahlkampf.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zwischen Manipulation und politischer Partizipation
Untertitel
Die Rolle des Volkes im pompejanischen Wahlkampf
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Note
2,3
Autor
Anne Klein (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
16
Katalognummer
V184866
ISBN (eBook)
9783656100676
ISBN (Buch)
9783656100348
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Antike Pompeji Wahlen Politik Wandbemalungen Wahlkampf
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anne Klein (Autor:in), 2011, Zwischen Manipulation und politischer Partizipation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184866
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Leseprobe aus  16  Seiten
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