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Ciceros Umgang mit der griechischen Vorlage des Panaitios in 'de officiis'

Title: Ciceros Umgang mit der griechischen Vorlage des Panaitios in 'de officiis'

Seminar Paper , 2010 , 18 Pages , Grade: 2

Autor:in: Anonym (Author)

Latin
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Summary Excerpt Details

Cicero beginnt das Proömium in seinem Werk de officiis mit einem Appell an seinen Sohn Marcus: […] Marce fili, […] idem tibi censeo faciendum […] (I,1). Obwohl dieser bereits seit einem Jahr bei dem griechischen Philosophen Kratippos unterrichtet werde (I,1), um Bildung in der Philosophie zu erfahren, könne er dennoch das oratoris proprium nur aus den Reden seines Vaters erlernen. Das Wissen um Philosophie sei daher nur ein unterstützendes Mittel, wenn man eine Rede abfassen wolle. Zudem fordert Cicero seinen Sohn auf, sich aus den Lerninhalten ein eigenes Urteil zu bilden (de rebus ipsis utere tuo iudicio, I,1) und nicht nur seine Bücher über die Reden, sondern auch seine philosophischen Schriften zu lesen (Quam ob rem magnopere te hortor, mi Cicero, ut non solum orationes meas, sed hos etiam de philosophia libros […] studiose legas, I,1). Für sein derzeitiges Lebensalter und sein eigenes Ansehen scheine es ihm jedoch am passendsten, über die Problematik des pflichtgemäßen Handelns, de officiis (I,4), zu schreiben ([…] ab eo ordiri volui, quod aetati tuae esset aptissimum et auctoritate meae, I,4). Er führt weiter aus, dass das officium, das pflichtgemäße Handeln, über das er in seinem Werk diskutieren wolle, gemäß der Meinung der Stoiker zu bestimmen sei. Er werde jedoch nach eigenem Ermessen diejenigen Punkte herausfiltern, die ihm selbst zweckmäßig erscheinen (I,6). Dabei werde er sich hauptsächlich auf den griechischen Philosophen Panaitios stützen, der bereits eine Schrift über die Pflicht verfasst habe. In seinem Werk de officiis verwendet der skeptische Akademiker Cicero also die Vorlage des Panaitios von Rhodos. Dennoch kritisiert er dessen Herangehensweise an die Thematik, korrigiert und widerlegt oftmals große Teilbereiche. Es erscheint daher sehr interessant, die beiden Werke miteinander zu vergleichen und zu untersuchen, auf welche Weise Cicero mit der griechischen Vorlage bei seiner Arbeit umgegangen ist. An einigen Textstellen schreibt Cicero selbst, dass er auf Panaitios Bezug nimmt. Es ist darüber hinaus jedoch notwendig, aus dem Text von Cicero herauszuarbeiten, wann er ggf. Punkte aus seiner Vorlage abgewandelt hat und ebenso, aus welchen Gründen. Diese Arbeit wird daher von den Annahmen Lefèvres, welche Textstellen von Cicero übernommen worden sind, und welche nicht, ausgehen.

Excerpt


Gliederung

1. Einleitung

2. Ciceros Umgang mit der griechischen Vorlage des Panaitios in de officiis

2.1 Panaitios von Rhodos

2.2 Cicero im Allgemeinen über griechische Philosophie in de officiis

2.3 Ciceros Verarbeitung der griechischen Vorlage des Panaitios

2.3.1 Das Fehlen der Definition

2.3.2 Drei Überlegungen bei einer Entscheidungsfindung

2.3.3 Allgemeine Beobachtungen zur unterschiedlichen Behandlung der Tugenden

2.4 Unterschiedliche Intentionen bei Cicero und Panaitios

2.4.1 Unterschiede in der Methodik

2.4.2 Der Vorzug der vita activa gegenüber der vita contemplativa bei Cicero

2.4.3 Einführung griechischen Gedankenguts in das römische

3. Schluss

4. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den kritischen Umgang Ciceros mit der verlorenen Schrift Περì του καθήκοντος des griechischen Philosophen Panaitios von Rhodos in seinem Werk de officiis. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Cicero die griechische Vorlage adaptiert, inhaltlich modifiziert und an seine eigenen Vorstellungen eines politisch engagierten Römers anpasst, um zentrale Fragen der Pflichtenlehre neu zu kontextualisieren.

  • Rekonstruktion der Rezeption griechischer Philosophie durch Cicero.
  • Analyse der methodischen Kritik Ciceros an Panaitios (Definition und Entscheidungsfindung).
  • Vergleich der ethischen Gewichtung: vita activa versus vita contemplativa.
  • Untersuchung der Transformation griechischer Ethik in einen römisch-politischen Rahmen.
  • Beleuchtung der Unterschiede in der philosophischen Intention zwischen Theorie (Panaitios) und Praxis (Cicero).

Auszug aus dem Buch

2.3.1 Das Fehlen der Definition

Bereits in I,7 kritisiert Cicero, sein Vorbild Panaitios habe die Definition des pflichtgemäßen Handels übergangen, obwohl jede wissenschaftliche Erörterung von der Begriffsbestimmung des zu behandelnden Themas ausgehen müsse: Placet igitur […], ante definire, quid sit officium, quod a Panaetio praetermissum esse miror (I,7). In der Forschung werden unterschiedliche Gründe dafür diskutiert, was Panaitios dazu bewogen haben könnte, zu Beginn keine Erläuterung für das καθηκον abzugeben. Dyck ist zum Beispiel der Ansicht, der „term was too familiar to require definition“, jedoch könnte es auch Panaitios Absicht gewesen sein, den Begriff durch die nachstehende ausführliche Erörterung an sich zu erklären.

Cicero holt im Folgenden selbst die Bestimmung des officium nach: Omnis de officio duplex est quaestio (I,7). Es gäbe einerseits den theoretischen Teil mit dem Bezug auf das höchste Gut, dem finis bonorum. Cicero wolle sich jedoch mit dem Bereich der Praxis (praecepta) beschäftigen, da dieser sich mehr auf die institutio vitae communis bezöge. Hierzu gehörten die Überlegungen, ob alle pflichtgemäßen Handlungen vollkommen seien ([…] omniane officia perfecta sint […], I,7), ob die eine Handlung evtl. größere Bedeutung habe als die andere und weitere Fragen dieser Art ([…] num quod officium aliud alio maius sit et quae sunt generis eiusdem, I,7).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Werk de officiis ein, beleuchtet Ciceros Appell an seinen Sohn und formuliert die Problemstellung bezüglich der verloren gegangenen Vorlage des Panaitios.

2. Ciceros Umgang mit der griechischen Vorlage des Panaitios in de officiis: Dieses Hauptkapitel bietet eine detaillierte Analyse der philosophischen Abhängigkeit Ciceros von Panaitios sowie der signifikanten Abweichungen in Methode und Inhalt.

2.1 Panaitios von Rhodos: Dieses Kapitel skizziert das Leben, den Werdegang und die philosophische Positionierung des Stoikers Panaitios von Rhodos innerhalb der Stoa.

2.2 Cicero im Allgemeinen über griechische Philosophie in de officiis: Der Fokus liegt hier auf Ciceros proömiumsartigen Äußerungen zur Bedeutung griechischer Philosophie für die römische Redekunst und den Lebenswandel.

2.3 Ciceros Verarbeitung der griechischen Vorlage des Panaitios: Hier wird untersucht, wie Cicero konkret mit der verlorenen Vorlage umgeht und wo er inhaltliche Korrekturen an den stoischen Ausführungen vornimmt.

2.3.1 Das Fehlen der Definition: Analyse von Ciceros Kritik an der fehlenden Begriffsbestimmung des Pflichtbegriffs durch Panaitios und seine eigene Systematisierung.

2.3.2 Drei Überlegungen bei einer Entscheidungsfindung: Untersuchung der stoischen Entscheidungslogik und Ciceros Ergänzungen zur Klärung von Interessenkollisionen zwischen Nutzen und Ehrenhaftigkeit.

2.3.3 Allgemeine Beobachtungen zur unterschiedlichen Behandlung der Tugenden: Diskussion der unterschiedlichen Gewichtung und Problematisierung der Kardinaltugenden im Vergleich der beiden Autoren.

2.4 Unterschiedliche Intentionen bei Cicero und Panaitios: Dieses Unterkapitel kontrastiert die philosophische Zielsetzung des Panaitios mit der politischen und juristischen Intention Ciceros.

2.4.1 Unterschiede in der Methodik: Gegenüberstellung der deduktiven Vorgehensweise Ciceros mit dem empirisch-induktiven Ansatz des Panaitios.

2.4.2 Der Vorzug der vita activa gegenüber der vita contemplativa bei Cicero: Erörterung von Ciceros Präferenz für das politisch aktive Leben als Grundlage seiner ethischen Überlegungen.

2.4.3 Einführung griechischen Gedankenguts in das römische: Analyse der Transformation griechisch-ethischer Konzepte in den Kontext römischer politischer Normen und Institutionen.

3. Schluss: Zusammenfassung der Ergebnisse, wonach Cicero Panaitios primär als philosophischen Impulsgeber nutzte, um eigene politische Ziele zu verfolgen.

4. Literaturverzeichnis: Auflistung der in der Arbeit verwendeten wissenschaftlichen Fachliteratur.

Schlüsselwörter

Cicero, Panaitios, de officiis, Stoa, Pflichtenlehre, Kardinaltugenden, vita activa, vita contemplativa, griechische Philosophie, römische Politik, Ethik, καθηκον, officium, Philosophiegeschichte, Antike.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Cicero das Werk de officiis verfasste, indem er sich an die heute verlorene Schrift des griechischen Philosophen Panaitios anlehnte, dessen Gedanken jedoch kritisch hinterfragte und anpasste.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind der Einfluss der griechischen Stoa auf Cicero, der Vergleich zwischen theoretischer Ethik und römischer Praxis sowie die methodischen Unterschiede zwischen Panaitios und Cicero.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuarbeiten, an welchen Stellen Cicero die Vorlage des Panaitios übernommen, korrigiert oder erweitert hat, um daraus eigene politische und gesellschaftliche Normen abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Textanalyse, bei der Ciceros de officiis hinsichtlich Aufbau, Argumentation und Intention mit den erhaltenen Fragmenten und dem überlieferten Denken des Panaitios abgeglichen wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden sowohl die biografischen Hintergründe des Panaitios als auch die spezifische Kritik Ciceros an dessen Definitionen, seine Modifikation der stoischen Tugendlehre und die Intention eines politisch aktiven Lebens behandelt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Ciceros de officiis, Stoa, Pflichtenlehre, Kardinaltugenden, vita activa und die Rezeption griechischer Philosophie charakterisiert.

Warum kritisierte Cicero seinen griechischen Vorläufer Panaitios?

Cicero kritisierte vor allem das Fehlen einer präzisen Begriffsdefinition zu Beginn des Werkes sowie die Unvollständigkeit der Überlegungen zur praktischen Entscheidungsfindung in ethischen Konfliktfällen.

Wie unterscheidet sich Ciceros Zielsetzung von der des Panaitios?

Während Panaitios ein rein philosophisch-ethisches Werk verfasste, argumentierte Cicero als Politiker, der griechische Philosophie nutzte, um römische Bräuche zu korrigieren und Werte für die römische Institutionenwelt zu etablieren.

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Details

Title
Ciceros Umgang mit der griechischen Vorlage des Panaitios in 'de officiis'
College
LMU Munich  (Lateinische Philologie)
Course
Seminar
Grade
2
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2010
Pages
18
Catalog Number
V184910
ISBN (eBook)
9783656099529
ISBN (Book)
9783656099741
Language
German
Tags
Cicero de officiis Panaitios Griechen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2010, Ciceros Umgang mit der griechischen Vorlage des Panaitios in 'de officiis', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184910
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