Das jüngste Werk von Karl-Heinz Ignatz Kerscher ist ein kleines Lexikon der Postmodernen Pädagogik, Erziehung und Bildung. In Stichwörtern von Buchstaben A bis Z enthält dieser Text ein Kompendium postmoderner Aspekte, Konzepte und Perspektiven erziehungswissenschaftlicher Theorien und pädagogischer Praxisbereiche. Mit mehr als 75 Stichwörtern von ADHS über Bewegte Schule und Friedenspädagogik bis hin zum Transhumanismus und zur Zukunftsorientierung reicht die Spannbreite der erörterten Themen. Somit ist ein Mosaik der Pädagogik in postmoderner Epoche entstanden, das problemorientierte und interdisziplinäre Informationen anbietet und zur Diskussion und Weiterentwicklung anregt. Wer einen aspektreichen Überblick über Aufgaben, Ansatzpunkte und Möglichkeiten der Postmodernen Pädagogik sucht, der dürfte im vorgelegten Wörterbuch einen Fundus an erziehungswissenschaftlich relevanter Thematik vorfinden.
Eine Auswahl der Stichworte: ADORNOs Bildungsanregungen, Biophile Erziehung, Erlebnispädagogik, Fächerübergreifende Pädagogik, FREINET-Pädagogik, FREIREs Bildungskampagnen, FROMMs Bildungsimpulse, Gesundheits-Pädagogik, Globale Bildungsziele, Handlungsorientierter Unterricht, Hochbegabung, Indigo-Kinder, Internet, Kreativität, Männliche Sozialisation, Mediation, Menschenrechtserziehung, MONTESSORI-Pädagogik, Moralische Bildung, Multiple Intelligenz, Naturwissenschaftlicher Unterricht, Negative Erziehung, Positive Erziehung, Postmoderne Epoche, Projektmethode, Religionsunterricht, Sexualpädagogik, STEINER-Pädagogik, Summerhill-Pädagogik, Tierschutz-Erziehung, Transhumanismus, Umweltschutz-Erziehung, Weibliche Sozialisation.
Inhaltsverzeichnis
1. ADHS - moderne Zappelphilippe
2. ADORNOs Bildungsanregungen
2.1 Der autoritätshörige Charakter
3. Die postmoderne Gesellschaft
3.1 Suche nach Sündenbock
4. Erziehung zur Mündigkeit
4.1 Bildung als Entbarbarisierung
4.2 Bedeutung der Atmosphäre
4.3 Bedeutung der frühen Kindheit
4.4 Bedeutung der Mündigkeit
5. Alphabetisierungskampagnen
6. Angstfrei Lernen
7. Armut und Pädagogik
7.1 Relative und absolute Armut
7.1.1 Absolute Armut
7.1.2 Relative Armut
7.2 Armut in Deutschland
7.3 Was führt zur Armut in Deutschland?
7.4 Schutz vor Armut in Deutschland
7.5 Risikofaktoren
7.6 Soziale Belastungs- oder Risikofaktoren
7.7 Elterliche Reaktionen auf finanzielle Knappheit
7.8 Selbstbild und Wohlbefinden
7.9 Folgen für die kognitiv-intellektuelle Entwicklung
7.10 Alleinerziehend-Kinderarmut in Deutschland
8. Bewegte Schule
8.1 Ziele der Bewegten Schule
8.2 Beispiele für eine Bewegte Schule
9. Biophile Erziehung
9.1 Merkmale Biophiler Orientierung
10. BOURDIEUs Bildungsimpulse
11. Charakterstörungen
11.1 als Resultat negativer Erziehung
12. CHOMSKYs Globalisierungskritik
12.1 Neoliberale Wirtschaft und Demokratie
12.2 Die Folgen des Neoliberalismus
12.3 Globale Perspektiven
13. Computer
14. Cyber-Kultur
15. DeMAUSE
16. DeMEO
17. Dialogische Bildung
18. Drogenmissbrauch
18.1 Legale und illegale Drogen
18.2 Merkmale und Auswirkungen legaler Drogen
18.3 Merkmale und Auswirkungen illegaler Drogen
18.4 Geschichtliche Aspekte der Drogen
18.5 Was ist Sucht?
18.6 Phasen einer Suchtentwicklung
18.7 Drogenaffinität bei Jugendlichen
18.8 Präventionsarten
18.9 Suchtprävention in der Schule
19. Entbarbarisierung
20. Erlebnispädagogik
20.1 Erlebnistherapie nach HAHN
20.2 Salemer Gesetze
20.3 von 1945 bis heute Erlebnispädagogik
20.4 Grundlagen der modernen Erlebnispädagogik
21. Essstörungen
22. Fächerübergreifende Bildungsaufgaben
23. FREINETs Pädagogik
23.1 Grundprinzipien der FREINET- Pädagogik
23.2 Institutionen der Freinet- Pädagogik
23.3 Ateliers
23.4 Klassenkorrespondenz
23.5 Klassenrat
23.6 Die Verantwortlichen
23.7 Wandzeitung
23.8 Wochenplan
23.9 Methoden
23.10 Murmelgruppen
23.11 Stummes Schreibgespräch
23.12 Gedankenspeicher
23.13 Wunsch-/Fragenbuch
23.14 Die Schuldruckerei
24. Friedenspädagogik
24.1 Bilanz des Ersten Weltkrieges
24.2 Bilanz des Zweiten Weltkrieges
24.3 Zukünftige Kriege
24.4 DARWIN und KROPOTKIN
24.5 LORENZ und FROMM
24.6 Zur Psychoanalyse von Krieg und Frieden
24.7 Kulturanthropologische Vergleichsstudie
25. FROMMs Bildungsimpulse
26. Genussfähigkeit
26.1 Erziehung zur Genussfähigkeit
27. Gesundheitserziehung
27.1 Die Ottawa- Charta der Welt-Gesundheits-Organisation (WHO)
28. Gewaltlosigkeit
29. GILLIGAN
30. Globale Bildungsziele
31. Globalisierung
31.1 Allgemeine statistische Daten zu MNU
31.2 Strategien Multinationaler Unternehmen
31.3 Folgen der Strategiepolitik von MNU
32. Handlungsorientierter Unterricht
32.1 Ziele des Handlungsorientierten Unterrichts
33. Hochbegabung
33.1 Entwicklungsgang von Hochbegabten
33.2 Merkmale hoch begabter Kinder
34. Indigo-Kinder
34.1 ADS/ADHS-Sichtweise versus Indigo-Perspektive
35. Interdisziplinäre Bildung
35.1 Zum Beispiel: Interdisziplinäre Kriminalitätsforschung
36. Internet
36.1 Pädagogik der Medienkompetenz
36.2 Postmoderne Pädagogik für die Cyber-Generation
36.3 Der Kulturraum Internet
36.4 Postmoderne Pädagogik für die Techno-Kultur
37. Jugendgewalt
38. Kindheitssicht im Wandel
39. Kohlberg
40. Konfliktlösung
41. Kontinuum-Konzept
42. KORCZAKs Rechte des Kindes
42.1 Grundpfeiler der KORCZAKschen Pädagogik
43. Kreativität und Innovativität
43.1 Aspekte der Kreativität
44. Kreativitätsmethoden
45. Krisenpädagogik
46. Kulturanthropologische Vergleichsstudien
47. Kunsterziehungsbewegung
48. Landerziehungsheim-Bewegung
49. Lichtschulheim Lüneburger Land
50. Liedloff
51. Männliche Sozialisation
51.1 Zur Bedeutung der Mutter in der Kleinkindzeit
51.2 Die Rolle des Vaters
52. Mediation
52.1 Phase 1: Einleitung
52.2 Phase 2: Klärung der Sichtweisen
52.3 Phase 3: Konflikterhellung und Vertiefung
52.4 Phase 4: Gemeinsamer Entwurf von Lösungen
52.5 Phase 5: Einigung und Vereinbarung
53. Medienkompetenz
54. Menschenrechts-Erziehung
55. Menschlichkeits-Erziehung
56. Mobbing
56.1 Soziale Erziehung durch Anti-Mobbing-Pädagogik
57. MONTESSORI - Pädagogik
58. Moralische Bildung
58.1 Fürsorgliche Moralentwicklung
59. Motivationpädagogik
60. Multikulturelle Pädagogik
61. Multiple Intelligenzen
62. Naturwissenschaftlicher Unterricht
63. Negative Erziehung im Abendland
64. NEILLs repressionsarme Erziehung
65. Offener Unterricht
65.1 Merkmale des Offenen Unterrichts
66. Partizipation
67. Perspektivwechsel in der Pädagogik
68. Positive Erziehung
69. Positives Denken in der Erziehung
70. Postmoderne Bildungsmöglichkeiten
70.1 Postmoderne Bildungsziele
71. Projektmethode
72. Rechte der Kinder
73. Rechtsextremismus
74. Religionsunterricht
75. Responsibilitätserziehung
76. Risikogesellschaft
77. ROBINSON, Ken
78. SAHARASIA
79. Salutogenese
80. Sexualpädagogik
81. Somatosensorische Deprivation
82. STEINERs Waldorfpädagogik
83. Summerhill-Pädagogik
84. Tierschutz-Erziehung
85. Traditionelle Pädagogik
86. Transhumanismus
87. Umweltpädagogik
88. Waldorfpädagogik
89. Weibliche Sozialisation
90. Zukunftsorientierung der Bildung
Zielsetzung & Themen
Dieses Werk dient als umfassendes Wörterbuch zur Theorie und Praxis postmoderner Erziehungs- und Bildungsansätze. Ziel ist es, Pädagogen und Interessierten Orientierung in einer von Individualisierung, Globalisierung und technologischem Wandel geprägten Bildungslandschaft zu bieten.
- Kritische Analyse traditioneller Erziehungskonzepte im Kontext der Moderne.
- Darstellung alternativer Schulformen und pädagogischer Ansätze wie der Erlebnispädagogik oder Montessori-Pädagogik.
- Untersuchung der Auswirkungen gesellschaftlicher Risiken wie Armut, Mobbing und Drogenmissbrauch auf Heranwachsende.
- Diskussion aktueller bildungspolitischer Anforderungen wie Medienkompetenz und globale Verantwortungsübernahme.
Auszug aus dem Buch
Die Rolle des Vaters
Väter sind schon im Kleinkindalter wichtig für Jungen. Ein Vater kann vom ersten Tag an seinem Kind Wärme, Liebe und Befriedigung geben. Ein Baby kann sehr früh zwischen Vater und Mutter unterscheiden.
Nach SCHNACK und NEUTZLING soll ein Vater am Anfang nicht so sein wollen wie die Mutter, sondern er soll einfach nur dazu beitragen, der Mutter und dem Kind eine glückliche Anfangszeit zu ermöglichen. Wenn ein Junge auch zarten und liebevollen Körperkontakt von dem Vater erfährt, fällt ihm der Ablöseprozess von der Mutter leichter. Wenn ein Baby die Mutter negativ erlebt, z.B. wenn sie weggeht, wird der Vater von dem Kind besonders gebraucht. Der Vater kann hier also helfen, die Beziehung zur Mutter zu lockern.
Der Vater zeigt dem Sohn ein „Modell“, dass man einer Frau, der Mutter, sehr nah sein kann, obwohl man eine eigene Identität und Autonomie besitzt. Wenn ein Vater zu Hause im Haushalt mithilft, wird auch aus dem Sohn kein Pascha werden. Im Gegenzug aber , wenn ein Vater sich zu Hause nur bedienen lässt, wird auch der Sohn nicht lernen, ein eigenes Leben zu führen.
Wenn der Vater sich mit der Mutter streitet, wieder verträgt und mit ihr zusammen Entscheidungen trifft, dann wird der Sohn auch als Erwachsener nicht der Meinung sein, dass man „Weiber“ klein halten muss, um zu bestehen, und er sieht, dass das Bemühen um Selbstständigkeit, nichts mit einem Geschlechterkampf zu tun hat.
Zusammenfassung der Kapitel
ADHS - moderne Zappelphilippe: Das Kapitel erläutert Symptome, Ursachen und Therapiemöglichkeiten des Aufmerksamkeits-Defizit-Syndroms bei Kindern.
Die postmoderne Gesellschaft: Hier wird der Einfluss von Modernisierungsprozessen auf die Vereinsamung und Individualisierung des Menschen diskutiert.
Bewegte Schule: Vorstellung eines Konzepts, das durch Bewegung im Unterricht gesundheitliche Belastungen der Sitzschule mindern soll.
Biophile Erziehung: Diskussion eines erziehungswissenschaftlichen Ansatzes, der die Lebensliebe und Entfaltung produktiver Eigenkräfte fördert.
Armut und Pädagogik: Analyse der Ursachen von Kinderarmut in Deutschland sowie deren Auswirkungen auf die psychische und kognitive Entwicklung.
Schlüsselwörter
Postmoderne Pädagogik, Erlebnispädagogik, ADHS, Armut, Globalisierung, Medienkompetenz, Moralische Bildung, Soziale Erziehung, Identität, Werteerziehung, Kindheit, Schule, Erziehung zur Mündigkeit, Inklusion, Kulturkritik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Wörterbuch grundsätzlich?
Das Buch dient als umfassendes Nachschlagewerk für theoretische und praktische Ansätze postmoderner Erziehung und Bildung, um aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen zu begegnen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Themenpalette reicht von schulischer Erziehung (z. B. Bewegte Schule) über gesellschaftspolitische Analysen (z. B. Globalisierung, Armut) bis hin zu psychologischen Aspekten der Sozialisation.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Vermittlung von Wegen, wie eine „Biophile Erziehung“ und Bildung zur Mündigkeit unter den Bedingungen einer sich stark wandelnden, postmodernen Gesellschaft gelingen kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?
Die Arbeit stützt sich primär auf kulturkritische, psychoanalytische und sozialwissenschaftliche Ansätze, ergänzt durch reformpädagogische Erkenntnisse und empirische Studien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beleuchtet spezifische pädagogische Handlungsfelder wie Suchtprävention, Erlebnispädagogik, Umgang mit Hochbegabung sowie moderne Herausforderungen wie Medienkonsum und Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.
Welche Keywords charakterisieren das Werk?
Begriffe wie Postmoderne Pädagogik, Biophilie, Medienkompetenz, Identität und soziale Integration stehen im Zentrum der Arbeit.
Wie bewertet der Autor den Einfluss der Medien auf Kinder?
Der Autor sieht in modernen Medien sowohl ein Risiko für die Vereinsamung und Suchtgefährdung als auch eine Chance für neue interaktive Lernformen, die jedoch aktiv begleitet werden müssen.
Welche Rolle spielt die Familie in der modernen Erziehung?
Die Familie bleibt ein zentraler Mediator, leidet jedoch oft unter den Anforderungen der Leistungsgesellschaft, was eine stärkere Unterstützung durch professionelle pädagogische Institutionen notwendig macht.
- Citation du texte
- Professor Dr. phil. Karl-Heinz Ignatz Kerscher (Auteur), 2011, Postmoderne Pädagogik von A bis Z - Wörterbuch zur Theorie und Praxis postmoderner Erziehung und Bildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184928