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Die Krönung des Papstes auf dem "Kot-Stuhl"

Darstellung des päpstlichen Krönungszeremoniells unter besonderer Berücksichtigung der sedes stercatoria und ihrer Deutungsmöglichkeiten im Horizont der Legende um die Päpstin Johanna

Title: Die Krönung des Papstes auf dem "Kot-Stuhl"

Term Paper (Advanced seminar) , 2011 , 23 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Daniel Meyer (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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„Alles, was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und alles, was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel gelöst sein.“

Mit diesen Worten (Mt 16,19) übergab Jesus die Schlüssel des Himmelsreiches an Petrus – den Obersten seiner Jünger. Jesus, der sich selbst weltlicher Macht entsagte1, wird bei dieser Übergabe v.a. die geistige Führungsrolle sowie die theologische Entscheidungshoheit Petri im Sinn gehabt haben. Die Nachfolger des Apostels, die ihr Amt in Sukzession zu ihm verstanden, taten dies mit Sicherheit auch. Doch im Vergleich zur Biografie Petri, der vornehmlich in römischen Provinzen agierte, lehrte und der sein Martyrium in Rom fand, waren die nach ihm kommenden Päpste fest in die römische Welt eingebunden und erkoren deren Hauptstadt sogar zu ihrem Machtzentrum. Unter Berücksichtigung dieser chiastisch anmutenden Verschiebung stellt sich die Frage, ob der einstige Anspruch – zu binden und zu lösen – den Rahmen der geistlichen Vollmacht überstieg und wie ggf. der neue Anspruch präsentiert wurde.

Die nachfolgende Arbeit versucht unter Betrachtung des päpstlichen
Krönungszeremoniells auf diese Frage eine Antwort zu finden. Zu Beginn der Arbeit werden, v.a. zur terminologischen Operationalisierung, die Papstwahl sowie die daran anknüpfenden Krönungsriten überblicksartig dargestellt. Aufbauend darauf werden die einzelnen Riten mittels entsprechender Quellen beschrieben und hinsichtlich ihrer Intention analysiert, wobei das Hauptaugenmerk auf der sedes stercatoria liegt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Binden und Lösen

2. Zwischen geistlicher Führung und weltlicher Macht – Die Krönung des Papstes und sein Sitz auf dem „Kot-Stuhl“

2.1. Papstwahl und Stationen der Krönung

2.2. Die Krönungszeremonie in den Darstellungen des Liber Pontificalis und des Liber censuum

2.2.1. Valentin I. im Liber Pontificalis

2.2.2. Paschalis II. und Honorius II. im Liber Pontificalis

2.2.3. Krönungszeremoniell nach dem Liber censuum

2.2.4. Die Krönung Pius II.

2.3. Die Deutung der sedes stercatoria

2.3.1. Geschlechterprüfung seit der Päpstin Johanna

2.3.2. Biblische Deutung

3. Krönungszeremoniell und sedes stercatoria – Versuch eines Fazits

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das päpstliche Krönungszeremoniell des Mittelalters, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der historischen und symbolischen Bedeutung der sedes stercatoria liegt. Ziel der Analyse ist es, das Spannungsfeld zwischen geistlichem Führungsanspruch und weltlichem Machtgehabe zu ergründen und die verbreitete Legende einer geschlechtsspezifischen Prüfung des Papstes kritisch in den Kontext der zeitgenössischen Ideologie und Quellenlage einzuordnen.

  • Evolution des päpstlichen Krönungszeremoniells und seiner rituellen Etappen
  • Analyse zentraler Quellen wie dem Liber Pontificalis und dem Liber censuum
  • Funktion und Deutung der sedes stercatoria als Instrument der Demutsbekundung
  • Widerlegung der Geschlechterprüfung als Instrument zur Legendenbildung um Päpstin Johanna
  • Bedeutung biblischer Symbolik für den päpstlichen Herrschaftsanspruch

Auszug aus dem Buch

Die Deutung der sedes stercatoria

Die Betrachtung des päpstlichen Krönungszeremoniells zeigt einerseits, dass die dargestellte Prozedur über die Jahrhunderte hinweg zu einer konstitutiven Größe wurde und andererseits wird deutlich, dass mittels des Zeremoniells der geistliche sowie der weltliche Machtanspruch des Papstes nicht nur indirekt angesprochen, sondern dezidiert zur Schau gestellt werden sollten. Berücksichtigt man dies, stellt sich die Frage, warum der Papst noch bis ins 15. Jahrhundert auf dem „Kot-Stuhl“ Platz nehmen musste und welche Funktion sich dahinter verbarg.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Binden und Lösen: Das Kapitel führt in die biblische Grundlage des päpstlichen Amtsverständnisses ein und skizziert die Fragestellung nach dem Machtanspruch in der Nachfolge Petri.

2. Zwischen geistlicher Führung und weltlicher Macht – Die Krönung des Papstes und sein Sitz auf dem „Kot-Stuhl“: Dieser Hauptteil analysiert die historischen Krönungsstationen und die spezifische rituelle Verwendung der sedes stercatoria anhand verschiedener Quellenschriften.

2.1. Papstwahl und Stationen der Krönung: Hier werden die historischen Ursprünge der Papstwahl und die sukzessive Etablierung des rituellen Krönungsablaufs erläutert.

2.2. Die Krönungszeremonie in den Darstellungen des Liber Pontificalis und des Liber censuum: Eine detaillierte Untersuchung der in den genannten Quellen überlieferten Riten, inklusive der Insignienvergabe.

2.2.1. Valentin I. im Liber Pontificalis: Analyse des speziellen Krönungsberichts für Papst Valentin I. und dessen ritueller Bedeutung.

2.2.2. Paschalis II. und Honorius II. im Liber Pontificalis: Untersuchung der rituellen Details und der Symbolik der verschiedenen Stühle bei der Inthronisation dieser Päpste.

2.2.3. Krönungszeremoniell nach dem Liber censuum: Beschreibung der detaillierten Vorgaben des Zeremonienbuchs für den Krönungsprozess.

2.2.4. Die Krönung Pius II.: Fallbeispiel für die praktische Umsetzung und Tradierung des Zeremoniells bis ins 15. Jahrhundert.

2.3. Die Deutung der sedes stercatoria: Untersuchung der verschiedenen Interpretationsansätze des umstrittenen „Kot-Stuhls“.

2.3.1. Geschlechterprüfung seit der Päpstin Johanna: Kritische Auseinandersetzung mit der Legende einer Geschlechterkontrolle und deren Entstehungskontext.

2.3.2. Biblische Deutung: Analyse der biblischen Wurzeln der Demutsrituale und ihrer Bedeutung für das Selbstverständnis des Papstes.

3. Krönungszeremoniell und sedes stercatoria – Versuch eines Fazits: Zusammenfassende Bewertung der Machtansprüche des Papsttums und Einordnung des rituellen Sitzens in den historischen Kontext.

Schlüsselwörter

Päpstliches Krönungszeremoniell, sedes stercatoria, Kot-Stuhl, Päpstin Johanna, Liber Pontificalis, Liber censuum, Machtanspruch, Demutsgeste, Investitur, Papstwahl, Mittelalter, Geschlechterprüfung, Biblische Exegese, Insignien, Lateranpalast.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das mittelalterliche päpstliche Krönungszeremoniell und beleuchtet insbesondere die historische Funktion und Symbolik der sogenannten sedes stercatoria.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das päpstliche Amtsverständnis, die Inszenierung geistlicher und weltlicher Macht, der Umgang mit Quellen sowie die Einordnung ritueller Praktiken in den Kontext mittelalterlicher Legenden.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie das Krönungszeremoniell den Machtanspruch des Papstes manifestierte und welche Rolle die umstrittene sedes stercatoria dabei einnahm.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine quellenkritische historische Untersuchung, die auf der Analyse zeitgenössischer Viten und offizieller Zeremonienbücher basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Stationen der Krönung, vergleicht Quellen wie den Liber Pontificalis und den Liber censuum und dekonstruiert Mythen rund um den Stuhl.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Krönungszeremoniell, Machtanspruch, sedes stercatoria, Papsttum und Legendenbildung geprägt.

Warum wurde die sedes stercatoria laut der Arbeit nicht zur Geschlechterprüfung genutzt?

Die Arbeit belegt durch quellenkritische Analysen, dass die Legende der Geschlechterprüfung als spätere Deutung des Volkswitzes entstand, während der Ritus tatsächlich der Demonstration christlicher Demut diente.

Welche Bedeutung kommt der biblischen Symbolik im Kontext des Kot-Stuhls zu?

Biblische Bezüge, etwa zum Gebet der Hanna, verdeutlichen, dass der Papst sich aus dem „Staub“ erhoben sah, um als Stellvertreter Christi imago Christi zu fungieren, was den Stuhl eher zu einem Ort der Demut als der Entwürdigung macht.

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Details

Title
Die Krönung des Papstes auf dem "Kot-Stuhl"
Subtitle
Darstellung des päpstlichen Krönungszeremoniells unter besonderer Berücksichtigung der sedes stercatoria und ihrer Deutungsmöglichkeiten im Horizont der Legende um die Päpstin Johanna
College
http://www.uni-jena.de/  (Historisches Institut)
Course
Die Päpstin Johanna - eine (fast) unendliche Geschichte
Grade
2,3
Author
Daniel Meyer (Author)
Publication Year
2011
Pages
23
Catalog Number
V184940
ISBN (eBook)
9783656097815
ISBN (Book)
9783656097655
Language
German
Tags
Päpstin Johanna sedes stercatoria Kot Stuhl Krönung Papsttum Legende Kot-Stuhl Zeremoniell Mittelalter Frau Mann Liber pontificalis Liber censuum Geschlechtsprüfung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Meyer (Author), 2011, Die Krönung des Papstes auf dem "Kot-Stuhl" , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184940
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