Inhaltsverzeichnis
1. Einführung in die Thematik 3
2. Sozialisation und Gesundheit 4
2.1 Definition von Gesundheit und Krankheit 4
2.2 Das Modell der Sozialisationstheorie nach Hurrelmann 6
2.3 Belastungsfaktoren und Bewältigungsstrategien 7
2.4 Krankheitsursachen und Risikofaktoren in den Kriegsjahren 10
3. Gesundheitsverhalten und Einflussfaktoren 11
3.1 Die Schlüsselrolle des Gesundheitsverhaltens 11
3.2 Einflussfaktoren der Familienstrukturen 14
3.3 Das Leben der Kriegskinder im Erwachsenenalter 17
3.4 Das Leben der Kriegskinder im Alter 19
4. Fazit und Ausblick 23
5. Quellenverzeichnis 26
Die Gesundheit ist für die Menschen ein zentrales Thema in ihrem Leben.
...
In der folgenden Hausarbeit werden die psychischen und sozialen Belastungen der Kinder während des Zweiten Weltkrieges näher betrachtet hinsichtlich der Fragestellung, inwieweit können Erlebnisse aus der damaligen Zeit noch Einfluss üben auf die heutige Einstellung zum Umgang mit Gesundheit. Die Menschen, um die es im folgenden geht, sind heute im Rentenalter, ein Teil der Betroffenen sind in Alten- und Senioreneinrichtungen oder werden von Ambulanten Pflegediensten oder Angehörigen versorgt und teilweise gepflegt.
Die Arbeit in den Altenpflegeeinrichtungen wird seit ein paar Jahren mit dem Umstand konfrontiert, dass sie zunehmend Menschen versorgen, die oft eine besonders schwere und einschneidende Kindheit aufgrund der Kriegsgeschehen erlebt haben und dadurch sicher auch eine Sozialisation unter schwierigen Bedingungen erfuhren. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den jeweiligen Einrichtungen sind oftmals recht jung, sie haben von den Kriegsjahren durch den Unterricht in der Schule gehört, teilweise auch aus persönlichen Berichten der eigenen Großeltern erfahren. Die Bedeutung dieser schwierigen Zeit und die Auswirkungen auf das Verhalten dieser Menschen, kann oft nur erahnt werden und es finden sich noch wenig Untersuchungen zu diesem Thema, auf die man für die tägliche Arbeit zurückgreifen bzw. sie integrieren könnte. Die Thematik wird aber noch einige Jahre aktuell bleiben und wird dann später einmünden in die Auswirkungen auf die Kinder, die die Aufbauphase erlebt haben und geprägt wurden von der elterlichen Kriegsgeneration.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung in die Thematik
2. Sozialisation und Gesundheit
2.1 Definition von Gesundheit und Krankheit
2.2 Das Modell der Sozialisationstheorie nach Hurrelmann
2.3 Belastungsfaktoren und Bewältigungsstrategien
2.4 Krankheitsursachen und Risikofaktoren in den Kriegsjahren
3. Gesundheitsverhalten und Einflussfaktoren
3.1 Die Schlüsselrolle des Gesundheitsverhaltens
3.2 Einflussfaktoren der Familienstrukturen
3.3 Das Leben der Kriegskinder im Erwachsenenalter
3.4 Das Leben der Kriegskinder im Alter
4. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die langfristigen psychosozialen und gesundheitlichen Auswirkungen von Kriegskindheitserlebnissen während des Zweiten Weltkriegs auf das Gesundheitsverhalten dieser Generation im hohen Alter, um Pflegefachkräfte für die spezifischen Bedürfnisse dieser Personengruppe zu sensibilisieren.
- Sozialisationstheoretische Grundlagen nach Klaus Hurrelmann
- Psychosoziale Belastungsfaktoren der Kriegsgeneration
- Verdrängung und Bewältigungsstrategien als Risikofaktoren
- Auswirkungen der frühen Sozialisation auf das heutige Gesundheitsverhalten
- Herausforderungen in der pflegerischen Versorgung älterer Kriegskinder
Auszug aus dem Buch
3.4 Das Leben der Kriegskinder im Alter
Mit dem Austritt aus der aktiven Berufszeit scheint es ein zunehmendes Erinnern an die Geschehnisse von damals zu geben. Hinzu kommt, dass die Kriegskinder von einst durch die Medien immer wieder mit Kriegsereignissen aus aller Welt konfrontiert werden, es werden Live-Berichterstattungen gezeigt mit zerstörten Häusern, verwundeten Menschen und chaotischen Versorgungssituationen. Es findet eine intensiver Auseinandersetzung mit der Vergangenheit statt. Es ist unklar, wie die Menschen in ihrer Altersphase mit der psychischen Last zurechtkommen und wie sie sich der Außenwelt mitteilen werden. Auf der einen Seite besteht die Auseinandersetzung mit dem erfahrenen Leid, auf der anderen Seite steht die Prägung des Schweigens dem gegenüber.
Kriegserlebnisse führten häufig zu Kontrollverlusten, man fühlte sich ohnmächtig und der Situation ausgeliefert. Misstrauen und Distanz zu neuen Situationen und allem Unbekannten sind die Folge. Der Mensch ist jedoch bestrebt, ein Gefühl von Sicherheit zum Überleben zu bekommen, so dass für die damaligen Kriegskinder hinsichtlich ihrer Lebensführung eine sehr starke Kontrolle auszuüben die einzige Alternative darstellte, um im Leben weiter zurecht zu kommen. Strukturen, Übersichtlichkeit und Kontinuität verbunden mit Klarheit, Disziplin und hierarchischer Ordnung sollen Stabilität garantieren. Bekannt sind die Äußerungen "Ich bleibe lieber bei dem was mir vertraut ist und was ich kenne.", "Schuster bleib bei deinem Leisten.", "Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht." Hieraus lässt sich gut ablesen, dass Neuerungen nicht gewünscht sind, dass Altbewährtes bestehen bleiben soll, Vermeidung und Abwehrverhalten stehen im Vordergrund.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung in die Thematik: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Sozialisation für die Gesundheit ein und skizziert die Fragestellung bezüglich der Auswirkungen von Kriegserlebnissen auf das heutige Gesundheitsverhalten älterer Menschen.
2. Sozialisation und Gesundheit: Das Kapitel definiert grundlegende Begriffe und erläutert anhand der Theorie von Hurrelmann, wie äußere Einflüsse und Belastungen die Persönlichkeitsentwicklung sowie die Bewältigungsstrategien von Kindern prägen.
3. Gesundheitsverhalten und Einflussfaktoren: Hier werden die strukturellen Gegebenheiten der Kriegs- und Nachkriegszeit sowie deren Langzeitfolgen für das Verhalten, die Familienstrukturen und das spätere Leben der Kriegskinder im Alter detailliert analysiert.
4. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass die Aufarbeitung von Kriegstraumata für die heutige Gesundheitsversorgung essenziell ist und fordert eine gezielte Schulung des Fachpersonals im Umgang mit dieser Generation.
Schlüsselwörter
Sozialisation, Kriegskinder, Gesundheitsverhalten, Zweiter Weltkrieg, Psychosoziale Belastung, Traumata, Bewältigungsstrategien, Familienstrukturen, Altenpflege, Lebensgeschichte, Verdrängung, Gesundheitssoziologie, Altersdepression, Kriegsfolgen, Identitätsentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie die Kindheitssozialisation während des Zweiten Weltkriegs das heutige Gesundheitsverhalten und den Umgang mit dem Älterwerden der betroffenen Generation beeinflusst.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf Sozialisationstheorien, den psychischen Folgen von Kriegstraumata, dem Einfluss von Familienstrukturen und den Herausforderungen in der modernen Altenpflege.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein besseres Verständnis für das Verhalten und die Bedürfnisse älterer Kriegskinder in Pflegeeinrichtungen zu schaffen, um eine adäquate psychosoziale Unterstützung zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich aktueller sozialwissenschaftlicher Theorien mit empirischen Befunden aus Dissertationen und Interviews zur Kriegskindheit.
Was wird im Hauptteil der Untersuchung thematisiert?
Der Hauptteil beleuchtet die Definition von Sozialisation, die Bedeutung von Belastungsfaktoren im Krieg sowie die daraus resultierenden, oft verdrängten Handlungsmuster, die sich heute als Gesundheitsrisiken oder Vermeidungsverhalten manifestieren.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Sozialisation, Kriegskinder, Gesundheitsverhalten, posttraumatische Belastung und die Bedeutung der frühkindlichen Prägung für den gesamten Lebenslauf.
Warum ist das Thema für die heutige Pflege relevant?
Da viele Pflegebedürftige heute aus der Generation der Kriegskinder stammen, müssen Pflegekräfte deren spezifische, oft durch Kriegserlebnisse geprägte Abwehrmechanismen und Ängste verstehen, um eine qualitativ hochwertige Versorgung zu gewährleisten.
Welche Rolle spielt die "Verdrängung" laut der Autorin?
Verdrängung wird als zentrale Bewältigungsstrategie der Kriegsgeneration identifiziert, die zwar das Überleben sicherte, aber im Alter, wenn die Kraft zur Aufrechterhaltung dieser Fassade schwindet, oft in psychische Belastungen oder ein problematisches Gesundheitsverhalten umschlägt.
- Arbeit zitieren
- Ellen Haberland (Autor:in), 2011, Das Sozialisationskonzept von K. Hurrelmann. Zur Bedeutung der Sozialisation für die Gesundheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184947