Thema dieser Arbeit ist das 1871 erbaute Niederwalddenkmal in Rüdesheim, einem kleinen Ort am Rhein zwischen Koblenz und Mainz. Es ist im Zuge des deutsch-französischen Krieges von 1870-1871 und der anschließenden Reichsgründung entstanden.
In dieser Hausarbeit werden aufgrund des begrenzten Umfangs zunächst einmal in aller Kürze die historischen Vorgänge geschildert, die die Errichtung des Denkmals unmittelbar beeinflußt bzw. gefördert haben. Weiterhin wird versucht, die Grundidee der Erbauer kurz aufzuzeigen. Es folgt ein Abriß durch die Frühgeschichte des Denkmals, beginnend mit der Bauplanung. über die Bauphase bis hin zu der Einweihungszeremonie im Jahre 1883. Dem schließt sich eine möglichst genaue Beschreibung und Interpretation der einzelnen Elemente des Denkmals an. Dies wird Grundlage sein für ein exaktes Gesamtbild, daß, auf den zwei Begriffsdefinitionen des Denkmals und des Nationaldenkmals aufbauend, klären soll, ob sich die zeitgenössische Wahrnehmung mit dem Anspruch der Erbauer gleicht. Also ob man tatsächlich von einem national-integrierenden Symbol sprechen kann oder inwiefern man die Bedeutung das Denkmal in der Vermittlung von Nationalidee und Nationalbewußtsein revidieren muß.
Weiterhin wird analysiert, worin die besondere Rolle des Niederwalddenkmals für die Geschichtsvermittlung besteht. Ein kurzes Resümee faßt die wichtigsten Erkenntnisse zusammen.
Die historischen Ereignisse der Weimarer Republik, der Rheinbesetzung sowie auch die des Dritten Reiches sind zur Klärung der Ausgangsfrage nicht von entscheidender Bedeutung und werden daher ausgeklammert.
Inhaltsverzeichnis (Table of Contents)
- Einleitung
- Vorüberlegungen
- Der Denkmalsbegriff
- Das Nationaldenkmal
- Das Niederwalddenkmal
- Vorgeschichte
- Von der Idee bis zur Einweihung
- Elemente des Niederwalddenkmals
- Figurengruppe Rhein & Mosel
- Die „Wacht am Rhein“
- Kolossalfiguren „Krieg“ und „Frieden“
- Das Hauptrelief
- Seitenreliefs „Abschied“ und „Heimkehr“
- Wappen und Kränze
- Die Inschriftstafeln
- Die Figur der Germania
- Die Rolle des Denkmals in der Geschichtsvermittlung
- Analysen und Betrachtungen
- Resümee
Zielsetzung und Themenschwerpunkte (Objectives and Key Themes)
Diese Hausarbeit befasst sich mit dem Niederwalddenkmal in Rüdesheim am Rhein, das 1871 als Zeichen der deutschen Einheit errichtet wurde. Die Arbeit untersucht die historischen Hintergründe der Denkmalserrichtung, die Architektur und Symbolik des Denkmals sowie dessen Rolle in der Geschichtsvermittlung und die Frage, ob es als "Nationaldenkmal" im eigentlichen Sinne betrachtet werden kann.
- Analyse des Denkmals im Kontext des deutsch-französischen Krieges und der Reichsgründung
- Interpretation der symbolischen Bedeutung der einzelnen Elemente des Denkmals
- Bewertung des Denkmals als nationales Symbol im 19. Jahrhundert
- Analyse der Rolle des Denkmals in der Konstruktion einer deutschen nationalen Geschichte
- Diskussion der inklusiven und exklusiven Aspekte des Denkmals
Zusammenfassung der Kapitel (Chapter Summaries)
- Kapitel 1: Einleitung: Diese Einleitung stellt das Thema der Hausarbeit – das Niederwalddenkmal – vor und skizziert den Fokus der Arbeit auf die historischen und symbolischen Aspekte des Denkmals sowie seine Rolle in der Geschichtsvermittlung.
- Kapitel 2: Vorüberlegungen: Dieses Kapitel beleuchtet den Denkmalsbegriff im Allgemeinen und den Begriff des Nationaldenkmals im Speziellen. Es setzt sich mit verschiedenen Definitionen und Typen von Denkmälern im 19. Jahrhundert auseinander und diskutiert die Bedeutung des Denkmals als Mittel der politischen Einflussnahme und der Gestaltung der öffentlichen Meinung.
- Kapitel 3: Das Niederwalddenkmal: Dieses Kapitel bietet eine umfassende Analyse des Niederwalddenkmals. Es beleuchtet die Vorgeschichte und die Entstehung des Denkmals, von der ersten Idee über die Planung bis zur Einweihung. Der Schwerpunkt liegt auf der detaillierten Beschreibung und Interpretation der einzelnen Elemente des Denkmals, wie z. B. der Figurengruppe "Rhein & Mosel", den Seitenreliefs "Abschied" und "Heimkehr", den Wappen und Kränzen sowie der Germania-Figur.
- Kapitel 4: Die Rolle des Denkmals in der Geschichtsvermittlung: Dieses Kapitel analysiert das Niederwalddenkmal in seiner Gesamtheit. Es werden Fragen nach der zeitgenössischen und aktuellen Kritik am Denkmal sowie nach seiner Rolle in der Vermittlung von Geschichte und Nationalität behandelt. Es wird untersucht, inwieweit das Denkmal dem Anspruch als Nationaldenkmal gerecht wird und wie es zur Konstruktion einer nationalen Identität im Kaiserreich beiträgt.
Schlüsselwörter (Keywords)
Die wichtigsten Schlüsselwörter dieser Arbeit sind: Niederwalddenkmal, Nationaldenkmal, deutsche Einheit, deutsch-französischer Krieg, Reichsgründung, Germania, Geschichte, Geschichtsvermittlung, nationale Identität, liberal, inklusiv, exklusiv, Symbolismus, Architektur, Skulptur, politische Symbolik.
Häufig gestellte Fragen
Wann wurde das Niederwalddenkmal errichtet?
Das Denkmal wurde 1871 nach dem Deutsch-Französischen Krieg und der anschließenden Reichsgründung erbaut und 1883 eingeweiht.
Was symbolisiert die Figur der Germania?
Die Germania ist die Hauptfigur des Denkmals und fungiert als Personifikation der deutschen Nation und der wiedergewonnenen Einheit.
Was ist die „Wacht am Rhein“?
Es handelt sich um ein patriotisches Lied, dessen Text auf dem Denkmal verewigt ist und die Verteidigungsbereitschaft der Nation symbolisiert.
Welche Rolle spielt das Denkmal in der Geschichtsvermittlung?
Die Arbeit analysiert, wie das Denkmal zur Konstruktion einer nationalen Identität im Kaiserreich beitrug und welche inklusiven sowie exklusiven Botschaften es vermittelte.
Kann man beim Niederwalddenkmal von einem „Nationaldenkmal“ sprechen?
Die Arbeit untersucht kritisch, ob die zeitgenössische Wahrnehmung dem Anspruch der Erbauer als national-integrierendes Symbol entsprach.
- Quote paper
- Heiko Suhr (Author), 2005, Das Niederwalddenkmal und seine Rolle in der Geschichtsvermittlung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184961