Betriebswirtschaftslehre, als angewandte Wissenschaft, ist ein Teilgebiet der Wirtschaftswissenschaft und gehört damit ebenfalls zu den Sozialwissenschaften. Das Interesse der BWL beruht, wie das der Volkswirtschaftslehre, auf der naturgegebenen Knappheit der Ressourcen. Dies erfordert einen ökonomischen Umgang mit Gütern und zwingt die Menschen zu wirtschaften. Als anwendungsorientierte Wissenschaft hat die Betriebswirtschaftlehre die Aufgabe, betriebliche Entscheidungsprozesse zu analysieren und zu systematisieren. Ziele sind dabei nicht nur die Beschreibung und Erklärung, sondern auch die konkrete Unterstützung der Entscheidungsprozesse in Unternehmungen. Die Allgemeine Betriebswirtschaftlehre legt funktions- und branchenübergreifende Zusammenhänge dar.
Der Begriff Sozialwirtschaft befasst sich im Wesentlichen mit Leistungen zum Nutzen der Gesellschaft. Im Zentrum stehen soziale Probleme, insbesondere in der Erbringung von Humandienstleistungen. Das Sachziel der Sozialwirtschaft besteht in der direkten Produktion von individueller und gemeinschaftlicher Wohlfahrt. Das sozialwirtschaftliche Handeln hat damit sowohl ökonomische als auch soziale Aspekte. Dieses Handeln, seine Funktion und Organisation sind Gegenstand der Sozialwirtschaftslehre.
Die Sozialwirtschaft wird als Sektor wirtschaftlicher Betätigung zwischen dem privaten Sektor des Wirtschaftens (Markt) und dem öffentlichen Sektor (Staat) angesiedelt. Ein dritter Sektor (Non-Profit-Sektor) findet auch hier eine gebräuchliche Zuordnung.
Es gibt eine Betriebswirtschaftlehre in der Sozialwirtschaftslehre.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung und Motivation
2 Vorstellung des Unternehmens: Rostocker Stadtmission e.V.
2.1 Die Rostocker Stadtmission als lernende Organisation
2.2 Ein sonderpädagogisches Angebot der RSM- der Sprachheilkindergarten
3 Begriffliche Grundlagen
3.1 Definition Integration
3.2 Definition Inklusion und Abgrenzung zur Integration
4 Praxisfeld
4.1 Analyse des Ist-Zustandes
4.1.1 Effekte der Besonderung im Praxisfeld der Rostocker Stadtmission
4.1.2 Rechtsgrundlage der Arbeit der sonderpädagogischen Einrichtung
4.1.3 Systemanalyse
4.2 UN-Konvention
4.3 Forschungsergebnisse für Inklusionsarbeit
5 Methodologie der Veränderung
5.1 Der Auftrag für Veränderungsmanagement innerhalb der RSM
5.2 Charta des Managements von Veränderung
5.3 Projektarchitektur
6 Veränderungsmanagement im System des Unternehmens
6.1 Innovationsmanagement der Kooperationspartner
6.2 Rechtsgrundlagen und Finanzierungsgrundlagen
6.3 Handlungsleitende Prinzipien für die zukünftige Förderung der Kinder mit einem speziellen Förderbedarf
6.4 Gesichtspunkte für die Elternarbeit
6.5 Zuweisung der zukünftigen Kinder
6.6 Schulung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
7 Umgang mit Widerständen
8 Strategische Planung
9 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Diplomarbeit zielt darauf ab, ein praxisnahes Veränderungsmanagement für die Rostocker Stadtmission (RSM) zu entwerfen, um den Transformationsprozess von einem exklusiven sonderpädagogischen Angebot hin zu einer inklusiven, regionalisierten Sprachheilkindergarten-Struktur zu begleiten und dabei methodische Handlungsansätze für die Organisationsentwicklung zu liefern.
- Transformation sozialwirtschaftlicher Einrichtungen
- Prozessmodellierung von Inklusion
- Change Management im sozialen Sektor
- Partizipative Organisationsentwicklung
- Finanzierungs- und Qualitätsmanagement in Kitas
Auszug aus dem Buch
3.2 Definition Inklusion und Abgrenzung zur Integration
Der Begriff der Inklusion stammt aus dem angloamerikanischen Sprachraum. Überwiegend wird er mit „Nicht-Aussonderung“ oder „unmittelbare Zugehörigkeit“ übersetzt oder in Verbindung gebracht. In den USA wurde die kritische Sicht auf den Begriff der Integration mit dem Konzept der Inklusion verbunden.
Was ist das Neue daran? Zunächst einmal ist es für die Theorie der Integrationspädagogik nichts Neues. Jedoch kann die integrative Praxis für ihre kritische Selbstreflexion wichtige Anregungen enthalten. Inklusion will die Veränderung bestehender Strukturen und Auffassungen dahingehend, dass die Unterschiedlichkeit von Menschen zur Normalität wird. Alfred SANDER resümiert, Inklusion bezeichnet ein optimiertes und erweitertes Verständnis von Integration.
Es geht unter der Leitidee der Inklusion nicht etwa um eine bloße Eingliederung behinderter Menschen in die Gesellschaft (Integration als „In-put“), auch nicht um eine Normalisierung durch eine Anpassung behinderter Menschen an normale Lebensstandards nichtbehinderter Menschen, sondern um die Umgestaltung der Umwelt im Sinne einer inklusiven Gesellschaft, die die Bürgerrechte aller ihrer BürgerInnen respektiert und zu realisieren hilft. Inklusion zieht Reformen auf allen Ebenen nach sich (Pädagogik, Elternarbeit, Träger, Verwaltung, Politik, Gesellschaft).
Nachfolgende Gegenüberstellung integrativer und inklusiver Praxis führt qualitative Unterschiede vor Augen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung und Motivation: Die Arbeit führt in die betriebswirtschaftliche Sichtweise auf soziale Unternehmen ein und begründet die Notwendigkeit eines Veränderungsmanagements für die Rostocker Stadtmission.
2 Vorstellung des Unternehmens: Rostocker Stadtmission e.V.: Das Kapitel skizziert die RSM als lernende Organisation und stellt deren sonderpädagogische Angebote sowie das Leitbild vor.
3 Begriffliche Grundlagen: Hier werden die theoretischen Begrifflichkeiten von Integration und Inklusion voneinander abgegrenzt.
4 Praxisfeld: Es folgt eine Analyse des Ist-Zustandes der Einrichtung, die Einbindung in rechtliche Rahmenbedingungen sowie eine Auswertung aktueller Forschungsergebnisse.
5 Methodologie der Veränderung: Dieses Kapitel erörtert den konkreten Auftrag des Managements und definiert die Architektur des Veränderungsprojektes.
6 Veränderungsmanagement im System des Unternehmens: Detaillierte Betrachtung der operativen Umsetzung, von Finanzierungsfragen bis hin zu Personalschulungen.
7 Umgang mit Widerständen: Analyse möglicher Barrieren in Veränderungsprozessen und Entwicklung von Strategien zur Minimierung von Widerständen.
8 Strategische Planung: Zusammenfassung der nächsten Schritte für die Regionalisierung der Sprachheilkindergarten-Angebote.
9 Fazit und Ausblick: Eine abschließende Reflektion der Ergebnisse sowie ein Ausblick auf die zukünftige politische und gesetzliche Entwicklung.
Schlüsselwörter
Veränderungsmanagement, Inklusion, Integration, Sprachheilkindergarten, Rostocker Stadtmission, Organisationsentwicklung, Sozialwirtschaft, Veränderungsprozess, Pädagogik, Leitbild, Regionalisierung, Qualitätsmanagement, Frühförderung, Teilhabe, Prozesssteuerung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit untersucht die strategische Transformation einer sonderpädagogischen Einrichtung der Rostocker Stadtmission e.V. im Kontext von Inklusionsbestrebungen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit verknüpft betriebswirtschaftliche Methoden des Veränderungsmanagements mit pädagogischen Anforderungen der Inklusion in Kindertageseinrichtungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erstellung einer Arbeitsgrundlage und eines methodischen Vorgehensmodells für den Prozess der Regionalisierung und Inklusion innerhalb der RSM.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Systemanalyse, eine Ist-Zustandsanalyse der Einrichtung sowie auf eine theoretische Auseinandersetzung mit Change-Management-Modellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Analyse des Ist-Zustandes, die Methodologie der Veränderung, die finanzielle Planung sowie der Umgang mit Widerständen thematisiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Veränderungsmanagement, Inklusion, Integration, Organisationsentwicklung, Sozialwirtschaft und Partizipation sind die Kernbegriffe.
Welche Rolle spielt die UN-Konvention in der Arbeit?
Die UN-Behindertenrechtskonvention dient als normativer Rahmen, der den Weg von der reinen Integration hin zu einer umfassenden Inklusion gesellschaftlich und fachlich begründet.
Warum ist das Finanzmanagement für die Regionalisierung wichtig?
Da die Umstrukturierung von Gruppen und Betreuungsschlüsseln direkte Auswirkungen auf die Personalkosten und die Refinanzierung durch Kostenträger hat, ist eine präzise Budgetplanung für den Projekterfolg essenziell.
Wie geht die RSM mit Widerständen im Veränderungsprozess um?
Durch die Anwendung einer partizipativen Projektarchitektur und die Einbeziehung der Betroffenen in den Diskurs soll Widerstand als notwendige Rückmeldung verstanden und konstruktiv bearbeitet werden.
- Citar trabajo
- Mandy Kokoschek (Autor), 2011, Veränderungsmanagement in der Sozialwirtschaft dargestellt an einem sonderpädagogischen Angebot, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184969