Die Rolle der Nichtregierungsorganisationen im UN-System

Wirkungsmöglichkeiten in der Entwicklungszusammenarbeit


Diplomarbeit, 1997

126 Seiten, Note: 1.3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis.

1. Einleitung
1.1. Die Nichtregierungsorganisationen / Begriffsdefinition.
1.2. Problemstellung und ZielsetzungS
1.3. Eingrenzung
1.4. Stand der ForschungS
1.5. Gang der Untersuchung
1.6. Methode

2. Organisationssoziologie der NROs

3. Politiktheorien im Wandel
3.1. Der Abschied von Steuerungs- und Politiktheorien.
3.2. Die Netzwerkgesellschaft
3.3. Die Rolle von NROs als politische Akteure
3.3.1. Das politische System und NROs
3.3.2. NROs und internationale Politik.

4. Die Rolle der Nichtregierungsorganisationen im VN-System
4.1. Ein Überblick über die Geschichte der Internationalen NROs bis 1945
4.2. Der Artikel 71 der Charta der Vereinten NationenS
4.3. Welche Vorteile bringt die Mitarbeit der NROs dem VN-System?S

5. Nichtregierungsorganisationen und Entwicklungszusammenarbeit.
5.1. Die speziellen Probleme der Vereinten Nationen auf dem Felde der Entwicklungszusammenarbeit
5.2. Typologisierung entwicklungsbezogener NROsS
5.3. Der Staat und die NROs in der Entwicklungszusammenarbeit.
5.3.1. Die komparativen Vorteile der NROs in der Entwicklungszusammenarbeit.
5.3.2. Die Probleme im Verhältnis zwischen Süd-Regierungen und NROs
5.3.3. Die nicht ersetzbaren Funktionen des StaatesS
5.4. Das Verhältnis von Nord- und Süd-NROs
5.5. Formelle und informelle Einflußmöglichkeiten der NROs im System der Vereinten Nationen.
5.6. NRO-Netzwerke.

6. Grenzen und Probleme der NROs
6.1. Spezielle Grenzen und Probleme der NROs im VN-System
6.2. Die Probleme der Evaluierung der NRO-Projekte
Exkurs: Die Haltung der Bundesregierung zur stärkeren Einbeziehung der NROs in die Arbeit der Vereinten Nationen.

7. Die Beteiligung von NROs an der UNCED 1992 in Rio.
7.1. Die Beteiligung der NROs in der Vorbereitungsphase der UNCED
7.2. Die Beteiligung der NROs an der HauptkonferenzS
7.2.1. Das Global Forum der NROs.
7.2.2. NROs im UNCED-Folgeprozeß
7.3. Ziele, Versäumnisse und Ergebnisse der UNCED.
7.4. Welchen Stellenwert haben Weltkonferenzen der Vereinten Nationen?.

8. Zusammenfassung und abschließende Bewertung

Literaturverzeichnis

Anlagenverzeichnis

Anlagen HIER NICHT ENTHALTEN (Das beigefügte Anlagenverzeichnis enthält alle Verweise auf die ursprünglich enthaltenen Anlagen.)

Abkürzungsverzeichnis:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Nach der Epochenzäsur 1989, die das Ende des Ost-West-Konfliktes bedeutete, dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der neuen Rolle der Vereinten Nationen im Rahmen des zweiten Golfkrieges war die Frage nach einer „Neuen Weltordnung“ in aller Munde. Das Zusammentreffen der vielfältigen Dimensionen von Krise und von Transformationsprozessen hat seit Anfang des laufenden Jahrzehnts zu dem verbreiteten Bewußtsein geführt, daß wir uns in einem Prozeß umfassenden weltgesellschaftlichen Umbruchs befinden, der von seinen Ausmaßen her durchaus mit der Periode zwischen 1914 und 1945 vergleichbar ist. Zweifellos belasten diese Umbruchprozesse die bestehenden globalen Ordnungsstrukturen[1] erheblich, wenn sie sie nicht sogar überfordern.[2] Das Scheitern des realsozialistischen Modells begünstigte seit 1989 Globalisierungsprozesse.[3] Die Komplexität der globalen Problemzusammenhänge wie die eskalierende soziale Ungleichheit, die Zunahme des Migrationsdruckes, die immer deutlicher werdenden ökologischen Grenzen des Wirtschaftswachstums und die Gefährdung von Demokratie und Menschenrechten im Gefolge nationalistischer und fundamentalistischer Politikangebote läßt nationalstaatliche Gestaltungsdefizite immer deutlicher zutage treten. Die Regierungen besitzen nicht mehr das selbstverständliche und unangreifbare Monopol der Gestaltung aller Aspekte der internationalen Beziehungen. Dies fördert zugleich die Aufmerksamkeit für die an Bedeutung gewinnende internationale Politik. Man kann eine anwachsende Regelungsdichte und institutionelle Ausdifferenzierung der internationalen Politik genauso beobachten, wie ein zunehmendes Gewicht von Nichtregierungsorganisationen (NRO) in der internationalen Politik.[4] Bisher beruhte die Weltpolitik auf einer „Weltkultur der Nationalstaaten“. Die Welt wurde als Staatenwelt begriffen und handelte als solche. In den letzten Jahrzehnten sind aber wichtige andere Akteure entstanden, deren Aktivitäten weitreichende und von der Staatenwelt nur noch begrenzt steuer- und kontrollierbare Auswirkungen haben:

- die mächtige „Wirtschaftswelt“ von global operierenden transnationalen Unternehmen;
- die zunehmend global vernetzte „Medienwelt“, die über die Telekommunikation viele Bemühungen um die Bewahrung kultureller Identitäten zu überrollen droht;
- eine zunehmend international vernetzte, aber noch schwach entwickelte „Zivilgesellschaft“[5] (Gesellschaftswelt nach Czempiel), die sich in Nichtregierungsorganisationen organisiert und sich von der lokalen bis zur globalen Ebene in die Politik einmischt.[6]

Auch internationale Organisationen wie die Vereinten Nationen müssen sich mit diesem Wandel auseinandersetzen. Die Reform der Vereinten Nationen muß die Realitäten des Wandels widerspiegeln, darunter auch die neuen Möglichkeiten der Zivilgesellschaft, zur Weltpolitik beizutragen.[7] Die globalen Konfliktdimensionen sind in den tradierten, problemspezifisch ausgerichteten internationalen Organisationen wie der Europäischen Union, dem Internationalen Währungsfond, der Weltbank, den Vereinten Nationen etc. mit ihren veralteten Politikprozessen kaum noch zu bearbeiten. Die sich überall abzeichnenden Reformdiskussionen innerhalb der großen Organisationen deuten auf diesen Zusammenhang hin. Die Suche nach alternativen Politikkonzepten und Steuerungsmechanismen sowie nach neuen Akteuren und Handlungsstrategien ist eröffnet.[8]

1.1. Die Nichtregierungsorganisationen/Begriffsdefinition

Die tragenden Bestandteile der „Neuen Weltordnung“ sind die globale Durchsetzung neoliberaler Ordnungsprinzipien im wirtschaftlichen Bereich und die Herbeiführung stabiler, rechtstaatlich-demokratischer Verhältnisse in der Politik. Letzteres soll durch nationale Oppositionsbewegungen ebenso erreicht werden, wie durch externe Einflußnahme vom weichen „Politikdialog“ bis hin zu friedenssichernden und militärischen Interventionen. Der Staat tritt zurück (vor allem in den meisten Dritte Welt-Staaten) und reduziert seine Funktionen auf einen Kern von Ordnungs- und Daseinsfürsorgeaufgaben (durch den Druck knapper finanzieller Ressourcen). Parallel zu dieser „Entstaatlichung“ findet eine Aufwertung internationaler Organisationen und des privaten Sektors statt, sowohl des privaten Unternehmertums als auch der Nichtregierungsorganisationen.[9] Für die Bezeichnung von nichtstaatlichen Institutionsformen gibt es eine Vielzahl von Begriffen. Sozialwissenschaftliche Versuche, den Begriff der Nichtregierungsorganisationen (national oder internationalen Bezugs) anhand inhaltlicher Kataloge (Ziele, Mitglieder, Struktur, Vorstand, Finanzen, Unabhängigkeit, Aktivitäten) oder Mindestvoraussetzungen für „Transnationalität“ zu definieren, sind an der Vielfältigkeit der Erscheinungen gescheitert.[10] Sowohl in der akademischen als auch in der populärwissenschaftlichen Literatur hat sich der Begriff Nichtregierungsorganisation durchgesetzt, obwohl auch diese Terminologie umstritten ist. Dieser Begriff richtet sich nach dem in den Vereinten Nationen gebräuchlichen Begriff der Non-governmental Organization (NGO).[11] Es gibt keine einheitliche Definition für Nichtregierungsorganisationen, aber es gibt ein paar akzeptierte grundlegende Merkmale. Eine Nichtregierungsorganisation ist eine nicht profitorientierte Organisation, dessen Mitglieder Bürger oder Bürgervereinigungen aus einem Land oder mehreren Ländern sind und dessen Aktivitäten vom Willen der Mitglieder in bezug auf die Bedürfnisse der Gesellschaft oder Gesellschaften abhängen, mit denen die Nichtregierungsorganisation kooperiert.[12] Mangels einer verbindlichen Definition des Begriffes Nichtregierungsorganisationen in der Charta oder im allgemeinen Völkerrecht legten die Vereinten Nationen für sich auf dem Resolutionswege fest, welche Organisation als Nichtregierungsorganisation anzusehen ist. Die ECOSOC Resolution 1996/31 legt in Ziffer 12[13] fest, daß alle Organisationen, die einen repräsentativen Charakter besitzen, ihren Mitgliedern einen demokratischen und transparenten Willenbildungsprozeß garantieren und nicht durch eine Regierungsinstitution oder einen zwischenstaatlichen Vertrag zustande gekommen sind, als Nichtregierungsorganisationen behandelt werden. Dies gilt für nationale, subregionale, regionale oder internationale Organisationen.[14] Diese „Definition“ einer NRO soll hier im weiteren als Arbeitsdefinition zugrunde liegen. Auf das Verhältnis von Nichtregierungsorganisationen und Vereinten Nationen wird im dritten Kapitel grundlegend eingegangen.

Den Nichtregierungsorganisationen kommt in doppelter Hinsicht ein Bedeutungszuwachs zu. Zum einen dienen sie in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit verstärkt als Durchführungsorganisationen für soziale und wirtschaftliche Projekte, zum anderen sind sie Ausdruck einer sich entfaltenden pluralistischen Zivilgesellschaft, welche zur Herausbildung demokratischer Institutionen und Umgangsformen führt und ein höheres Maß an Beteiligung seitens Bevölkerung an politischen Entscheidungs- und Ressourcenverteilungsprozessen gewährleistet. Die NROs werden auch auf internationaler Ebene immer aktiver und wollen dort ihre Beteiligung an der Regelung globaler Fragen wie den weltweiten Auswirkungen der Umweltzerstörung und der Demokratisierung der Entscheidungsebene der Vereinten Nationen sowie internationalen Finanz- und Wirtschaftsorganisationen einklagen.[15]

Mit Ausnahme der Situation in Ostasien war Anfang der achtziger Jahre überall im „Süden“ der Versuch gescheitert, mit Hilfe starker Regierungen, strenger Planung und kräftiger Kapitalspritzen aus dem Ausland, die Industrialisierung und den sozialen Fortschritt der traditionellen Rohstoffexportländer voranzutreiben. Aufgrund ineffizienter Staatsunternehmen, Korruption und schlecht organisierten Bürokratien schafften es die jahrzehntelang unterstützten Regierungen des Südens nicht, die Gelder zum Nutzen der armen Bevölkerungsmassen einzusetzen und breitenwirksame gesellschaftliche Entwicklungsprozesse zu initiieren. Der Staat als Motor der Entwicklung und Leiter von Großprojekten versagte. Mit der Schuldenkrise 1982 war dieses Modell etatistischer Modernisierung endgültig gescheitert. Der Markt sprang ein und übernahm die Führung. Hoch verschuldet und verarmt, privatisierten die Regierungen des „Südens“ öffentliche Betriebe, strichen Subventionen und Sozialausgaben in erheblichem Maße und entließen viele ihrer Beamten. Diese neoliberale Strukturanpassung, meist vollzogen unter der strengen Aufsicht der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds, produzierte zwar wirtschaftliches Wachstum und Gewinne, die arme Bevölkerung hatte davon jedoch nichts, sie stürzte noch tiefer ins Elend. Auf das „Staatsversagen“ folgte, zumindest im sozialen Bereich, ein „Marktversagen“.[16] Als ein neuer vielversprechender Ansatz erschien der Entwicklungsansatz der Nichtregierungsorganisationen. Die Attraktivität der NROs in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit ergibt sich aus den anscheinend gegebenen komparativen Vorteilen dieser gegenüber den Dritte Welt-Regierungen hinsichtlich Armutsgruppenbezug und Basisnähe der Fördermaßnahmen, Partizipation der Zielgruppen, Induzierung von nachhaltigen Selbsthilfeprozessen, Kosteneffizienz und Findung technologisch angepaßter, innovativer Problemlösungsansätze. Diese Aufwertung der NROs spiegelt sich auch im hohen Organisationswachstum der letzten Jahrzehnte wieder, sowie in der Zunahme der durch NROs gelenkten Entwicklungsgelder von westlichen Gebern. Wurden Anfang der siebziger Jahre von den Nord-NRO aus den OECD-Staaten rund eine Milliarde US-$ in die Dritte Welt transferiert, so waren es Ende der achtziger Jahre schon 6,5 Milliarden US-$. Zur Zeit ist von einem Betrag von etwa 12 Milliarden zuzüglich einer weiteren Milliarde an Direktfördermitteln bi- und multilateraler Geber für Süd-NRO auszugehen. Das UNDP ging 1993 davon aus, daß die NRO mit ihren Maßnahmen etwa 250 Millionen Menschen erreichen. Die scheinbar beginnende „era of NGO welfare“ ist aber nicht nur eine Folge des Umlenkens eines Teils der Entwicklungsgelder zugunsten der NROs, sondern in etlichen Ländern auch die Konsequenz sinkender, sich verschlechternder oder verteuernder staatlicher Sozialleistungen. Vor allem in Afrika und zum Teil auch in Lateinamerika forderte die Verschuldungs- und Wachstumskrise der achtziger Jahre hohe soziale Kosten von der Bevölkerung und schränkte die fiskalische Fähigkeit des Staates ein, Wohlfahrtsleistungen zu erbringen und soziales Krisenmanagement zu betreiben. Wenn der Staat nicht genügend zu leisten in der Lage ist, erhalten die NROs zwangsläufig eine größere Bedeutung bei der Gewährleistung der sozialen und wirtschaftlichen Grundversorgung (unabhängig von der Frage einer Erhöhung der Finanzen der NROs).[17] Den vielfach überlasteten Regierungen kommt diese Entwicklung gar nicht ungelegen. Claus Offe bewertet dies als „staatliche Politik der Staatsentlastung“.[18] Zusammenfassend läßt sich feststellen, daß der Boom der NROs und deren internationaler Netzwerke erstens als der politische Ausdruck der Globalität der ökologischen Krise, zweitens als Ausdruck des Scheiterns nationalstaatlicher Entwicklungsstrategien und drittens als der Versuch einer umwelt- und entwicklungspolitisch verknüpften Politikgestaltung begriffen werden muß. Ob die NROs neue politische Ideen und Konzepte entwerfen können, um den globalen Krisen zu begegnen, ist damit noch nicht geklärt.[19]

1. 2. Problemstellung und Zielsetzung

Zwei Hauptrichtungen lassen sich in der wissenschaftlichen Diskussion um das Phänomen Nichtregierungsorganisationen ausmachen. Von der ersten werden die NROs und ihre Arbeit oft zum „Königsweg“ zur Bewältigung globaler Probleme hochstilisiert.[20] Die zweite steht den Ergebnissen, die noch wenig evaluiert sind, skeptisch gegenüber. Sie sieht in den NROs den am meisten überschätzten politischen Akteur unserer Zeit.[21] Die Frage ist also, was können NROs tatsächlich leisten und unter welchen Bedingungen? oder wie Rolf Hanisch es formuliert hat: „Leisten die NRO in den Bereichen, in denen sie tätig sind, einen Beitrag zur Überwindung von Unterentwicklung, zur Verbesserung der Situation der Armutsgruppen, und wie ziel-mitteleffizient ist ihre Tätigkeit?“[22]

Es soll untersucht werden, ob diese Frage nach dem jetzigen Stand der Forschung beantwortet werden kann, und welchen Beitrag NROs für die Erhöhung der Effektivität des Systems der Vereinten Nationen erbringen und bei einer Reform der Vereinten Nationen erbringen könnten. Das Erkenntnisinteresse dieser wissenschaftlichen Arbeit bezieht sich auf die Rolle der Nichtregierungsorganisationen im System der Vereinten Nationen, insbesondere sollen die Wirkungsmöglichkeiten der NROs auf dem Felde der Entwicklungszusammenarbeit untersucht werden.

1. 3. Eingrenzung

Dem Schwerpunkt der Untersuchung liegt keine primär organisationssoziologische Betrachtungsweise zugrunde. Fragen der formalen Organisationsstruktur sowie innerorganisatorische Struktur- und Entscheidungsprozesse werden ebenso wie personelle und finanzielle Ressourcenausstattung nur im Überblick dargestellt. Politische und soziale Auswirkungen der NRO-Tätigkeit in den Entwicklungsländern werden insoweit berücksichtigt, wie entsprechende wissenschaftliche Studien und Erfahrungsberichte vorliegen. Um diese Frage umfassend beurteilen zu können, wären Funktionsanalysen der Projekte in Form von Evaluierungen notwendig. Der Bezugsrahmen der Untersuchung läge dann zu einem großen Teil in einem oder mehreren Entwicklungsland (-ländern).[23] Dieses ist nicht Ziel der vorliegenden Untersuchung. Da sich die NROs innerhalb des Systems der Vereinten Nationen auf den verschiedensten Gebieten engagieren, kann hier nicht die gesamte Bandbreite der Beziehungen und Wirkungsmöglichkeiten der NROs in allen Organen, Sonderorganisationen und Spezialorganen behandelt werden, die Aussagen beziehen sich somit in Teilbereichen auf ausgesuchte Beispiele. Die NROs arbeiten im System der Vereinten Nationen vorwiegend auf den Gebieten Menschenrechte, Friedenssicherung, Frauenförderung und Entwicklung. Auf das Arbeitsfeld Entwicklung wird im besonderen eingegangen, während die Möglichkeiten der NROs auf den anderen drei Gebieten nur partiell behandelt werden. Die Ergebnisse der Untersuchung über die Mitwirkungsmöglichkeiten der NROs in den Vereinten Nationen beziehen sich auf die formellen und informellen Regelungen bis zum Beginn der 52. Generalversammlung am 16. September 1997.

1. 4. Stand der Forschung

Die veröffentlichten Forschungsergebnisse zu entwicklungstheoretischen und entwicklungspolitischen Fragen sind schwer überschaubar, da sie in unzähliger Anzahl vorhanden sind. Die Untersuchung der Wirkungsmöglichkeiten und Projekte der NROs steht dagegen erst in den Anfängen. Die bislang einzige repräsentative Untersuchung zur Auswirkung von Projekten auf der Mikroebene von NROs aus dem Norden und Süden hat Bertrand Schneider im Auftrag des Club of Rome durchgeführt. Zur Überprüfung der Leistungsfähigkeit und Wirkung von NROs wurden im Rahmen einer breit angelegten Forschungsarbeit 93 Mikroprojekte in 19 Ländern Lateinamerikas, Afrikas und Asiens untersucht, die nach genau umschriebenen Parametern ausgewählt wurden.[24] Zum Themenkomplex Vereinte Nationen / Nichtregierungsorganisationen / Entwicklung liegt eine gute englisch- und deutschsprachige Literaturlage vor. Neueste Monographien zum Thema Vereinte Nationen und NROs sind die englischsprachige Aufsatzsammlung von Peter Willetts „The Conscience Of The World“, The Influence of Non-Governmental Organisations in the UN System, London 1996, 333 Seiten und die ebenfalls englische Aufsatzsammlung von Thomas G. Weiss und Leon Gordenker, „NGOs, the UN, and Global Governance“, London 1996, 250 Seiten.[25] Drei wichtige Studien, die sich in ihrer Zielsetzung ebenfalls mit diesem Thema beschäftigen, sollen noch genannt werden: zum ersten der Bericht der Kommission für Weltordnungspolitik „Nachbarn in Einer Welt“ Bonn 1995 (deutsche Übersetzung Hrsg. Stiftung Entwicklung und Frieden), zum zweiten die Studie „Renewing The United Nations System“ von Erskine Childers und Brian Urquhart Schweden 1994, zum dritten die Studie des South Centre „For A Strong And Democratic United Nations: A South Perspective on UN Reform“ Genf 1996.

1. 5. Gang der Untersuchung

Im zweiten Kapitel sollen zunächst die strukturellen, d.h. die durch Organisationsform, gesellschaftlicher Basis usw. festgelegten Merkmale von NROs dargestellt werden. Dann sollen im dritten Kapitel die theoretischen und normativen Aspekte der NROs behandelt werden. Auf die Theorie der NROs wird im Kontext „Zivilgesellschaftliche (NR)-Organisationen als Demokratisierungsperspektive“ angegangen. Das vierte Kapitel befaßt sich mit dem Verhältnis von NROs und den Vereinten Nationen. Zunächst wird ein kurzer historischer Rückblick über die Entwicklung der Konsultativbeziehungen im Rahmen des Artikel 71 VN-Charta gegeben. Dann wird die inhaltliche Ebene analysiert. Dabei sollen die Vor- und Nachteile der NRO-Mitarbeit in den Vereinten Nationen, das Verhältnis von VN-Mitgliedstaaten und NROs, die Wirkungsmöglichkeiten der NROs im internationalen politischen Entscheidungsprozeß und neueste Entwicklungen in den Beziehungen behandelt werden. Spezielle Probleme der Vereinten Nationen auf dem Gebiet der Entwicklungszusammenarbeit, die komparativen Vorteile sowie die Nachteile von NROs in der Entwicklungszusammenarbeit, die Zusammenarbeit von Nord- und Süd-NROs, die Netzwerkbildung, formelle und informelle Einflußmöglichkeiten und das Verhältnis von Staat und NROs werden im fünften Kapitel untersucht. Das sechste Kapitel beschäftigt sich mit Problemen und Grenzen der NRO-Arbeit, mit speziellen Problemen der NROs im VN-System und Evaluierungsmöglichkeiten der NRO-Projekte. Am Beispiel der United Nations Conference on Environment and Development (UNCED) 1992 (Rio-Konferenz) soll im siebten Kapitel ausgewertet werden, welchen Einfluß NROs auf die Ergebnisse von Weltkonferenzen ausüben können. An der UNCED soll exemplarisch die Einbindung der NROs in den Vorbereitungsprozeß der Konferenz, deren Beteiligungsmöglichkeiten an der Hauptkonferenz, deren Einflußmöglichkeiten auf die Regierungsdelegationen und ihre Verantwortung im Folgeprozeß untersucht werden. Danach wird das allgemeine Potential von Weltkonferenzen untersucht. Abschließend werden die Ergebnisse der Untersuchung zusammengefaßt und auf dieser Basis wird eine Einschätzung der Rolle der NROs im System der Vereinten Nationen und deren Wirkungsmöglichkeiten auf dem Felde der Entwicklungszusammenarbeit vorgenommen.

1. 6. Methode

Die wissenschaftliche Literatur wurde hinsichtlich des Themenschwerpunktes systematisch analysiert. Bei der Literaturrecherche waren drei Anlaufstellen von besonderer Bedeutung:

- erstens die zentrale Dokumentation der Deutschen Stiftung für Entwicklung (DSE), die deutsche und ausländische Literatur über die Entwicklungszusammenarbeit der Industriestaaten und internationaler Organisationen erfaßt und einen sehr guten, kostenlosen Recherchedienst zur Verfügung stellt. Weiterhin bietet die DSE einen Überblick über deutsche Institutionen der Entwicklungszusammenarbeit.
- zweitens das Deutsche Übersee- Institut (DÜI) in Hamburg, welches über Informationen zu einzelnen Regionen verfügt und Auskünfte erteilt. Außerdem publiziert das DÜI regelmäßig zum Themenbereich Entwicklung.
- drittens die Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V. (DGVN) und ihre Landesverbände, bei denen man Literatur zu sämtlichen Themenbereichen der Vereinten Nationen bestellen kann.

Zeitschriften, die sich ständig mit der Arbeit deutscher und internationaler NROs beschäftigen , wie z.B. Third World Quarterly, Transnational Associations, Entwicklung und Zusammenarbeit und epd-Entwicklungspolitik, wurden genauso ausgewertet wie nicht in erster Linie entwicklungspolitisch orientierte Zeitschriften sowie Tageszeitungen.[26] Bei der Beschaffung von Resolutionen des ECOSOC und anderer Primärquellen sowie bei der Beantwortung von themenbezogenen Fragen erwiesen sich der UN Non- Governmental Liaison Service (NGLS), die Conference of Non-Governmental Organizations in Consultative Status with the United Nations Economic and Social Council (CONGO), das Department of Public Information (DPI) der Vereinten Nationen und das United Nations Informations Centre Bonn (UNIC) als sehr hilfreich und hilfsbereit. Zur Einstellung der Bundesregierung zum Thema Nichtregierungsorganisationen und Vereinte Nationen wurde das Auswärtige Amt schriftlich befragt und übermittelte eine Stellungnahme der Bundesregierung vom 14. Januar 1997. Eine vom Autor durchgeführte schriftliche Befragung von 55 nach Themenschwerpunkt ausgesuchten deutschen NROs unter der Frage, ob man eigene Vorschläge zur Reform der Vereinten Nationen im Feld der Entwicklungszusammenarbeit erarbeitet habe, wurde durchgehend verneint. Trotzdem erbrachte die Befragung nützliche Hinweise bezüglich weiterer Informationsquellen. Mein besonderer Dank gilt Herrn Dr. Alexander Gunther Friedrich (UN Exekutivsekretär a.D.), der mir über einen Briefwechsel mit Rat zur Seite stand.

2. Organisationssoziologie der NROs

Das Phänomen NROs wäre ohne die Neuen Sozialen Bewegungen[27] der siebziger Jahre nicht das, was es heute ist. Diese haben die großen Themen, die heute von den NROs bearbeitet werden, auf die politische Tagesordnung gesetzt. Zu den Hochzeiten der Neuen Sozialen Bewegungen definierten sich die NROs im Bezug zu diesen, als die Neuen Sozialen Bewegungen ihren krisenhaften Abschwung erlebten, traten die NROs an ihre Stelle. Professionalisierung, Effizienzdenken und Rehierarchisierung traten oft an die Stelle der Organisations- und Strukturvorstellungen von Basisdemokratie, flachen Hierarchien, Dezentralisierung, Gleichstellung von Frauen usw., die viele Aktivisten der Bewegungen anfangs eingebracht hatten, als sie zu den NROs übergewechselt waren. Die NROs gehen damit die gleichen Risiken ein, die die Organisationssoziologie an traditionellen Organisationsformen analysiert hat: Bürokratisierung, Verselbständigung von hauptamtlichen Apparaten, steigender Einfluß von individuellen Interessen wie Karrierepläne und Arbeitsplatzsicherheit, Anpassung an die Zwänge zur Sicherung einer kontinuierlichen Finanzierungsgrundlage mit der Gefahr der Abhängigkeit von Spendern, Sponsoren usw.[28]

NROs sind mehr als nur im formalen Sinne privatrechtliche Institutionalisierungen. Sie gehören weder der „Staatsphäre“ noch der „Marktsphäre“ an. Sie sind in prinzipieller Hinsicht, auch nicht vermittelt, vom Staat und seinen Ressourcen abhängig. Sie sind keine warenproduzierenden Betriebe am Markt. Trotzdem sind sie in einer Hinsicht mit dem Staat und Markt vergleichbar. Sie stellen Dienstleistungen und Güter zur Verfügung, für die ein gesellschaftlicher Bedarf besteht. Dies gilt für die eigene Gesellschaft genauso wie für Gesellschaften in der Dritten Welt. Sie bewegen sich im Kontext gesellschaftlicher Produktion und Reproduktion und erstellen dabei Leistungen, die nicht nur ihnen selbst und ihren Mitgliedern zukommen und innerhalb der Organisation verbleiben, sondern sich auf die Gesellschaft und/oder andere Gesellschaften und deren Bedürfnisse beziehen. Die Art und Weise der Leistungserstellung und -vermittlung unterscheidet die NROs von Staat und Markt. Die NROs erbringen ihre Leistungen über den Funktions- und Steuerungsmechanismus Solidarität. Während sich der Markt durch Tausch konstituiert und der Staat über Hierarchie Wirksamkeit erlangt, erbringen die NROs ihre Angebote für die Gesellschaft über Solidarakte. NROs verkaufen nichts, erzwingen nichts und leisten trotzdem gesellschaftliche Beiträge. Sie verfügen über einen doppelten gesellschaftlichen Anschluß. Zum einen nehmen NROs Solidarbeiträge wie Spenden, Mitgliedsbeiträge, ehrenamtliche Arbeitsleistungen, Idealismus, hoch motiviertes Engagement usw. aus der Gesellschaft auf, zum anderen transferieren sie diese Beiträge in die Gesellschaft zurück, insbesondere in die Länder der Dritten Welt.[29] Die Mitgliedschaft in NROs ist freiwillig, stark zweckmotiviert und in der Regel durch einen gemeinsamen Wertehorizont getragen. Die hohe Identifikation der Mitglieder mit den Organisationszielen bildet das spezifische Leistungsvermögen dieses Organisationstyps, der durch seine gesellschaftliche Verankerung materielle und immaterielle Ressourcen mobilisieren kann, die vom Staat nicht hergestellt werden können.[30] Mit der Fähigkeit, Solidarbeiträge zu aktivieren, verbindet sich Sein oder Nichtsein der NROs. NROs sind Solidarsysteme, die auf gemeinsamen Interessen und Werthaltungen beruhen, sie unterliegen einem permanenten Legitimationszwang gegenüber den Mitgliedern und Spendern. Im Gegensatz zu Organisationen im Staat oder im Markt fehlt in NROs die Möglichkeit, auf die Mitglieder mit Zwang oder anderen Sanktionen einzuwirken.[31] Dies gilt nicht für hauptamtliche Mitglieder (professionals), die vorrangig den Bestand bzw. die Erweiterung der Organisation im Auge haben, da damit ihre eigenen beruflichen Karrierechancen verknüpft sind.[32] Die Teilhaber an Solidarsystemen können ohne spürbare materielle Repressionen den Weg von „voice“, aber auch von „exit“ (Hirschmann 1980) einschlagen. Zu den gemeinsamen Interessen und Werthaltungen gehört auch die Befriedigung der Bedürfnisse der Klientel im Entwicklungsland, und insofern steht der Appell zum Solidarbeitrag unter der Beweispflicht einer Verwendung dieser Leistung im Sinne der Zuwender. Zwar wird der permanente Legitimationszwang über sozialpsychologische Verhaltensmuster gemildert, die, ähnlich wie Routine für Arbeitsabläufe in Verwaltungen, Druckentlastung mit sich bringen. Die Teilhaber an Solidarsystemen stellen nicht jeden Tag aufs neue die Bestandsnotwendigkeit der NROs zur Frage. Hier sorgen Gewöhnung und Anpassung dafür, daß einmal begründete Zusammenhänge nicht ständig hinterfragt werden. Was ihre Bestandsprinzipien betrifft, sind NROs aber auf jeden Fall instabiler als staatliche Organisationen.[33]

Festzuhalten bleibt noch, daß die NROs im Vergleich zu staatlichen Organisationen sich in einem Punkt nicht unterscheiden, beide vertreten eigene Organisationsinteressen. Altruismus ist kein Kennzeichen für Organisationen insgesamt, und auch keines für NROs. Interessen werden von jeder Art von Organisation vertreten. Welche Interessen dies im Einzelfall sind, hängt von der Art der Organisation und deren Programm ab.[34]

3. Politiktheorien im Wandel

Das neuzeitliche Staatsverständnis basiert auf der Vorstellung von der Souveränität des Staates nach außen und der Überordnung des Staates über alle partikularen gesellschaftlichen Interessen nach innen. Der Staat galt lange als Nervenzentrum eines Organismus, von dem aus mit den Mitteln von Verwaltung und Macht die öffentlichen Angelegenheiten gestaltet werden.

Die Trennung von Staat und Gesellschaft geht in der europäischen Staatstheorie auf Hegel zurück, der mit der bis dahin in der abendländischen Welt beherrschenden platonisch-aristotelischen Vorstellung von der Einheit der Polis brach. Er definierte die „Bürgerliche Gesellschaft“ als Sphäre der partikularen Bedürfnisse und Interessen sowie des universellen Egoismus. Seitdem gilt der Staat als einheitsstiftende, für die Gestaltung des Gemeinwesens verantwortliche und geeignete Instanz. Dieses Verständnis vom Staat zieht sich durch bis in die modernen Demokratrietheorien.

Mit dem Entwurf des Rechtsstaates ist es gelungen, die Hobbes´sche Vorstellung vom Staat als Garanten des inneren Friedens mit der Locke´schen Idee des konsensualen Gesellschaftsvertrages zu verbinden. Mit dem Rechtsstaat wurde die Herrschaft des absoluten Staates überwunden und dem Staat wurde Legalität verliehen. In den Pluralismustheorien wird der Rechtsstaatsgedanke durch die Ableitung der Staatsgewalt aus der Volkssouveränität ergänzt. Die Weiterentwicklung des Rechtsstaates in Richtung Wohlfahrtsstaat reflektiert die Kritik am Konzept „Freier Marktwirtschaft“ und versieht den Rechtsstaat mit einem expliziten Zielsystem, das soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit beinhaltet. So wurden dem Staat neue Aufgaben zugewiesen.

Bei der Demokratisierung des Staates und der Weiterentwicklung der Staatstheorien bleibt die Vorstellung vom souveränen und handlungsmächtigen Staat als Zentrum der Gesellschaft bestehen.[35] In den 50er und 60er Jahren wurden die Pluralismustheorien entwickelt. Diese versuchen aufzuzeigen, wie in parlamentarischen Demokratien durch die Interaktion zwischen Individuen, gesellschaftlichen Organisationen und staatlichen Institutionen legitimierte politische Entscheidungen zustande kommen. Der Staat steht dabei weiterhin an der Spitze der Gesellschaft. Die Pluralismustheorien gehen davon aus, daß in demokratischen Gesellschaften alle bedeutenden gesellschaftlichen Interessen organisierbar sind, diese um die politische Berücksichtigung ihrer Eigeninteressen konkurrieren und somit , zumindest auf lange Sicht, keine relevanten gesellschaftlichen Interessen vernachlässigt werden. Die verschiedenen gesellschaftlichen Interessen verwandeln sich über die Konkurrenz der politischen Parteien und Wahlen in politische Macht der Regierung. Theoretisch erzeugt die wechselseitige Kontrolle der organisierten und widerstreitenden Interessen ein Kräfteparallelogramm, das immer wieder aufs neue über Konflikte und Balance der gesellschaftlichen Akteure einen Gleichgewichtszustand herausbildet. So soll ein soziales Machtgleichgewicht hergestellt und ein breites Interessenspektrum berücksichtigt werden. Die Rückkopplung zwischen Staat und Gesellschaft findet über die Wahlen und die Möglichkeiten der Interessenverbände, auf den politischen Entscheidungsprozeß Einfluß zu nehmen, statt. In den Pluralismustheorien wird, gegenüber den klassischen liberalen Staatstheorien in der Tradition von Locke, neben den Individuen als Staatsbürger die Existenz organisierter Interessen eingeführt. Die Formel, „die Konkurrenz vieler mündet im Wohl der Gesamtheit“, macht die Nähe der Pluralismustheorien zum Wirtschaftsliberalismus deutlich.[36]

3. 1. Der Abschied von Steuerungs- und Politiktheorien

Die Verknüpfung von Demokratie und Marktwirtschaft hat besonders in der westlichen Welt zur Ausdifferenzierung von Gesellschaft und Staat geführt. Die erreichte soziale und politische Mobilität der Bürger durchlöchert die Souveränität und Steuerungsfähigkeit des Staates. Der Rechts- und Wohlfahrtsstaat soll zum einen die hierarchische Spitze und das Zentrum der Gesellschaft bilden, um der zentrifugalen Dynamik der vielfältigen gesellschaftlichen Partikularinteressen entgegenzuwirken, zum anderen soll er durch die Verbesserung von Chancengleichheit und sozialer Mobilität sowie durch die Eröffnung von verschiedenen Optionen für die Bürger sukzessive, eben jene Kontroll- und Entscheidungsbefugnis als Spitze der Gesellschaft aufgeben, um die Autonomie und Selbstorganisation einer emanzipierten Gesellschaft zu stärken. Diese widersprüchlichen Entwicklungstrends werden von den Theorien, die sich mit der Steuerung von Gesellschaften befassen, zunächst nicht zur Kenntnis genommen. Die liberalen Staatstheoretiker postulieren weiter eine klare Trennung zwischen Staat und Gesellschaft und die Annahme eines nach außen und innen souveränen Staates. Diese Grundposition wird von der Pluralismustheorie nicht in Frage gestellt, sondern nur um die Übersetzung und Vermittlung gesellschaftlicher Interessen in die staatliche Politik ergänzt. Ende der siebziger Jahre wurden drei Steuerungsprobleme deutlich:

- das Komplexitätsproblem: Globalisierungstrends und die Ausdifferenzierung von Gesellschaft und Ökonomie verringern die Souveränität und Handlungsfähigkeit des Staates.
- das Vermachtungsproblem: Die steigende Organisationsfähigkeit gesellschaftlicher Akteure läßt einflußreiche Interessengruppen entstehen, die die Entscheidungsspielräume des Staates zunehmend eingrenzen.
- Motivationsprobleme: Individualisierungs-, Fragmentierungs- und Entsolidarisierungstrends führen zum Verschwinden gesamtgesellschaftlichen Engagements. Hinzu kommt eine Abnahme der Folgebereitschaft der Bürger gegenüber dem Staat und die Erosion normativer moralischer Werte, auf denen Gemeinwohlorientierung privater wie staatlicher Akteure basiert. Soziale Desintegrationstendenzen werden sichtbar.

Die neokonservative Reaktion auf diese Problemlage ist die Forderung nach Wiederherstellung der Autonomie des Staates gegenüber der Gesellschaft. Die neoliberale Antwort ist der Minimalstaat und damit ein weitgehender Politikverzicht. Eine dritte Reaktion ist die Verknüpfung beider Strategien, was einen starken Staat und eine radikalisierte Marktwirtschaft beinhaltet. Alle drei Varianten zielen darauf ab, den Staat oder den Markt bzw. beide zu stärken. Die Steuerungsprobleme entstehen aber gerade durch ein neues Verhältnis zwischen dem Staat, dem Politiksystem und der Gesellschaft. Die Rückführung der Politik auf eine hierarchische Steuerung durch den Staat erscheint als untaugliche Perspektive für die Gesellschaft und Politik.[37]

Die Gesellschaften befinden sich in einem Veränderungsprozeß, der mit den alten Politiktheorien nicht erfaßt werden kann.

- Die Ausdifferenzierung gesellschaftlicher Teilsysteme führt zu einem Hineinsickern von Souveränität und Steuerungskompetenzen in die Gesellschaft. So kann zum Beispiel eine wirkungsvolle Umweltpolitik nur durch eine Kooperationswilligkeit von Unternehmen oder auch Konsumentenorganisationen erreicht werden.
- Der Staat wird dabei nicht von einem anderen dominanten Teilsystem ersetzt, sondern es entwickelt sich ein komplexes System von geteilten Souveränitäten[38], Mitsoveränitäten.
- Eine staatliche Steuerung von Entwicklungen in den Bereichen Wirtschaft, Technologie, Forschung, Bildung und Umwelt ist aufgrund der Komplexität von Wirkungszusammenhängen nicht mehr möglich. Dies würde die internen Problemlösungs- und Kreativitätspotentiale des jeweiligen gesellschaftlichen Teilbereichs lähmen. Die komplexeren gesellschaftlichen Organisationsmuster verlangen nach komplexeren Steuerungsformen jenseits von Staat und Markt. Die Trennung zwischen Steuerungsakteuren und Steuerungsadressaten muß aufgehoben werden.

Das „Ineinanderwachsen“ von Staat und Gesellschaft und das Phänomen der geteilten Souveränitäten verlangen nach neuen Sichtweisen, die über das staatszentrierte Politikverständnis hinausgehen.[39]

3. 2. Die Netzwerkgesellschaft

[40] Die klare Trennung von Staat und Gesellschaft löst sich auf. Der Staat ist nicht mehr das Steuerungszentrum. Neue Koordinations- und Verhandlungssysteme entstehen und marktförmige und hierarchische Steuerungsprozesse werden durch horizontale (Selbst-) Koordination ergänzt und überlagert. Netzwerkstrukturen - national und international - gewinnen in den Politikfeldern an Bedeutung, in denen Problemlösungspotentiale, sprich die Fähigkeit zur Problemerkennung, zur Erarbeitung von Lösungsmöglichkeiten und Politikprogrammen und zur Implementierung von Politiken auf eine große Anzahl privater und öffentlicher Akteure verteilt sind. Innerhalb von Netzwerken sind die Akteure zu einer Zusammenarbeit gezwungen, da bei Problemlösungen wechselseitig auf die Steuerungsressourcen der anderen zurückgegriffen werden muß. In Gesellschaften, wo dies der Fall ist (vor allem im Nordwesten der Welt), kann der Staat den Politikprozeß nicht mehr allein gestalten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Siehe Fußnote 41

Der Staat ist in immer mehr Politikfeldern und in unterschiedlichen Phasen des Politikprozesses auf die Zusammenarbeit mit nicht-staatlichen Akteuren angewiesen. Dies gilt in gleicher Weise für von Staaten eingerichtete, internationale Organisationen. Hierarchische Steuerung wird durch informelle, horizontale, dezentrale und interorganisatorische Entscheidungsstrukturen ergänzt.[41] Die Koordination zwischen politischen, sozialen und ökonomischen Akteuren und darauf basierende Problemlösungsformen in Netzwerkstrukturen unterscheiden sich von den drei Standardformen gesellschaftlicher Koordination in modernen Gesellschaften. Diese sind der Preismechanismus, der das Verhalten von Unternehmen und Konsumenten auf den Märkten koordiniert, der hierarchische Politikmodus, der vorsieht, daß die demokratisch legitimierte Parlamentsmehrheit für das Gemeinwesen verbindliche Entscheidungen trifft und umsetzt, und die hierarchisch übergeordnete Instanz, die für die untergeordneten Bereiche verbindliche Entscheidungen trifft. Der Begriff „Netzwerk“ betont demgegenüber die Selbstorganisation bzw. -koordination zwischen autonomen Akteuren zur Erreichung eines gemeinsamen Ergebnisses.[42] Der Staat und das etablierte politische System verlieren in der Netzwerkgesellschaft ihre absolute Handlungsautonomie. Von einer umfassenden Gesellschaftsplanung muß sich verabschiedet werden. Der Staat muß andere Aufgaben übernehmen:

- Koordinations-, Organisations- und Moderationsaufgaben, z.B. um zusammen mit anderen Akteuren Problemlösungen voranzutreiben;
- Vermittlungsfunktionen bei Konflikten, z.B. um die Selbstorganisation in gesellschaftlichen Teilbereichen zu stärken, die durch eine Interessenblockierung aufgrund von Interessendivergenzen und Besitzstandswahrung gefährdet sind, oder um zur Bildung gemeinsamer Ziele und Akzeptanz von Politiken beizutragen;
- Kontrollaufgaben, z.B. infolge einer Delegation von öffentlichen Aufgaben an nicht-staatliche Institutionen;
- Initiatoren - und Orientierungsfunktionen, z.B. um Zukunfts- gegen Gegenwartsinteressen durchzusetzen. Der Staat soll die vorhandenen partikularistischen Netzwerkaktivitäten in gesamtgesellschaftlich verträgliche Entwicklungsprozesse einbinden;
- Korrekturfunktionen, z.B. dadurch, daß er schwache gesellschaftliche Akteure durch finanzielle und institutionelle Förderung stärkt. So können diese gegenüber den anderen Akteuren Kontrollpotentiale aufbauen.

Staat, Markt und die Selbstorganisation nicht-staatlicher Akteure in Netzwerken sowie die Verbindung hierarchischer und netzwerkförmiger Steuerung ergänzen sich gegenseitig. Neben den alten Steuerungsmedien wie Recht, Macht und Geld gewinnen Informationen, die Fähigkeiten zur Kommunikation und zur Entwicklung von gemeinsamen Problemlösungsorientierungen mit anderen gesellschaftlichen Akteuren sowie die Fähigkeit, gesellschaftliche Such- und Lernprozesse zu organisieren, an Bedeutung. Die Fähigkeit von Markt, Staat und gesellschaftlichen Sektoren zusammenzuarbeiten, bestimmt die Problemlösungsfähigkeit von modernen Gesellschaften (Anlage 1).[43] Zwischen die „Privatsphäre“ und die „öffentliche Sphäre“ scheint eine größer werdende Schnittmenge getreten zu sein, der hier anfallende Steuerungsbedarf kann weder von privaten noch staatlichen Akteuren allein bewältigt werden. Wenn dies so stimmt, dann ist staatliche Politik in Zukunft oft nur noch in Verbindung mit privaten Akteuren im Sinne einer „vergesellschaftlichten Politik“ möglich. Dabei entstehen Herausforderungen für alle gesellschaftlichen Akteure. Netzwerke können allerdings nicht zwischen Akteuren funktionieren, die sich ausschließlich auf ihre eigenen Interessen konzentrieren. In solchen Fällen werden die Netzwerkstrukturen blockiert und Probleme können nicht mehr gelöst werden. Neben dem Staats- und Marktversagen gibt es also auch ein Netzwerkversagen. Der sich in Marktwirtschaften durchsetzende Egoismus ist mit den Strukturen der komplexen Netzwerkgesellschaften nicht vereinbar. Netzwerke als (Teil-)Antwort auf die Krise des Staates setzen die Herausbildung geteilter Normen, Werte und Handlungsorientierungen der politischen Akteure voraus. Diese gemeinsamen Werte und Normen werden in modernen Gesellschaften zusehends zu knappen Gütern. Eine „Vermarktwirtschaftlichung“ der Gesellschaft, die Politikgestaltung auf der Grundlage der einseitigen Wettbewerbsprämissen der „Ökonomischen Theorie der Demokratie“ und die Verallgemeinerung eines nicht gemeinwohlverträglichen Individualismus würden die politischen Gestaltungsmöglichkeiten der Gesellschaften weiter untergraben.[44]

3. 3. Die Rolle von NROs als politische Akteure

NROs haben die Funktion von Frühwarnsystemen, sie sind die Sensoren der Gesellschaft und bringen lebensweltliche, utopische, sachbezogen-realistische und gemeinwohlorientierte Argumentationen und Sichtweisen in den Politikprozeß ein.[45] Sie konfrontieren die Welt der Sachzwänge und scheinbar unbeeinflußbaren Systemlogiken oft mit der Welt des Wünschbaren, der Utopie einer besseren Gesellschaft. Da die Politik der Sachzwänge nicht selten das Resultat eines antizipierten Gehorsams des politischen Systems gegenüber einflußreichen gesellschaftlichen Gruppen und nur scheinbar unveränderlichen Systemlogiken ist, können die NROs wichtige Korrekturen in Gang setzen. Als Beispiel soll hier die Diskussion um FCKW-freie Kühlschränke dienen. Die Hersteller von Kühlschränken aller Art behaupteten zu Beginn der Diskussion, daß ein solches Produkt nicht oder erst nach einer langen Übergangsfrist zu produzieren sei. Der Druck der Umweltorganisationen und die Zusammenarbeit zwischen Greenpeace und einem kleineren Hersteller führten dann aber zu einem sehr schnellen „Durchbruch“ FCKW-freier Kühlschränke. NROs erschließen und erweitern politische Machbarkeitsräume.

Bei vielen politischen Fragen ist es Mode geworden, jeden politischen Reformvorschlag, der sich nicht unmittelbar auf Eigen- und Machtinteressen bezieht, als romantisch und naiv zu disqualifizieren. Die Hervorhebung universeller Interessen und normativer Grundlagen menschlichen Zusammenlebens durch NROs stellt hier ein wichtiges Gegengewicht dar und macht das „moralische Kapital“ der NROs aus. Ihre Akzeptanz in der Gesellschaft macht deutlich, daß dafür ein Bedarf besteht. NROs haben einen großen Anteil daran, das moralische und soziale Kapital in der Gesellschaft zu reaktivieren, zu mobilisieren, zu sichern und auszubauen. Trotz der Privatisierungs- und Individualisierungstendenzen und der vermeintlichen Auszehrung gemeinschaftlicher Strukturen zeigt die Existenz der NROs, daß es auch den Wunsch nach erlebbarer Sozialität und Betätigung im politischen Gemeinwesen gibt.[46]

Mit professionalisierten NROs hat sich in Industrie- und Dienstleistungsgesellschaften so etwas wie eine „Gegen-Elite“ zur etablierten politischen „Klasse“ gebildet. Das Wesen der NROs hat sich verändert, weg von den frühen „Widerstandsgruppen“ hin zu Lobbyorganisationen, die mit Ministerien über bessere Lösungswege streiten. Im Zusammenspiel zwischen dem Staat und den NROs ergeben sich für letztere unterschiedliche Funktionen:

1) Nicht-staatliche Organisationen können in Problemfeldern tätig sein, die der Staat nicht genug oder gar nicht aufgegriffen hat.
2) NROs können etabliert werden, um den Staat aus bestimmten Problemfeldern herauszuhalten.
3) Der Staat kann öffentliche Aufgaben an nicht-staatliche Organistionen delegieren und sich auf die Kontrolle der Ergebnisse beschränken.
4) Die Adressaten staatlicher Politik können in Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen an der staatlichen Problembearbeitung und Gesellschaftsgestaltung teilnehmen. So kann die Akzeptanz gegenüber politischen Konzepten erhöht und das Wissen von staatlichen und privaten Akteuren gebündelt werden.
5) Nicht-staatliche Organisationen können dem Staat gegenüber eine Kontroll- und Korrektivfunktion wahrnehmen oder nur Protest initiieren.

Ohne Zweifel tragen NROs zur Demokratisierung und in gewissem Maße zu einer Vergesellschaftung der Politik bei. Neben den drei alten Säulen der Demokratie, Legislative, Exekutive und Judikative und den Medien als der vierten Säule, sind die NROs zur fünften Säule der komplexer werdenden politischen Systeme geworden.[47]

Den allgemeinen Stärken der NROs stehen aber auch eine Reihe von Schwächen gegenüber, dazu gehören unter anderem:

- Themenwahl: NROs greifen oft eng umrissene Problemfelder heraus (single issue) und erarbeiten dort Politikvorschläge. Diese Konzentration auf begrenzte Themen erlaubt oft die Entwicklung von guter Sachkompetenz in dem jeweiligen Feld, hat aber den Nachteil, daß manche Zusammenhänge zwischen Politik- und Problemfeldern nicht berücksichtigt werden. Das punktuelle Herausgreifen von Problemfeldern spiegelt die Fragmentierungstendenzen in den modernen Gesellschaften wieder. Auch NROs kennen die Symptome der Vertretung von Partikularinteressen und Parteilichkeit.
- Formen der Politik: NROs haben die Kommunikation innerhalb der Gesellschaft verbessert und tragen so zu einer verbesserten Rückbindung der Politik an die Gesellschaft bei. Einige NROs neigen aber, weil sie auf die Schaffung von Öffentlichkeit über die Massenmedien setzen, zu einer überzogenen „Skandalisierung“ der Politik. Anstatt Lösungswege zu suchen, werden medienwirksame Skandale inszeniert. Ob dabei die Medien die NROs oder andersherum instrumentalisieren, ist nicht zu unterscheiden.
- Organisationsformen: NROs haben mit nach innen und außen gerichteten Demokratie- und Legitimationsdefiziten zu kämpfen. Sie wollen keine Wählerstimmen sondern Spendengelder einbringen. Die Zustimmung zu ihrer Arbeit über Spenden hinterläßt aber ein demokratisches Legitimationsvakuum, denn es stellt sich die Frage, in wessen Namen und für wieviele Menschen sprechen die NROs? Hinzu kommt das Phänomen, daß eine zunehmende Anzahl professionalisierter NROs sich auf der Grundlage von Spendengeldern der Lobbyarbeit verschreiben. Hier stellt sich die Frage, was diese NROs von den klassischen Verbänden unterscheidet, die ihre Verbandsinteressen artikulieren und durchzusetzen versuchen. Verwandeln sich die NROs also in eine Art von Verbänden, nachdem sie als „politische Akteure neuen Typs“ gegen die alten politischen Strukturen angetreten waren?[48]

Es wird deutlich, daß die NROs nicht die besseren politischen Akteure sind, sondern andere mit spezifischen komparativen Vor- und Nachteilen. Ihr Erfolg beruht auf dem großen Vorteil gegenüber den viel gescholtenen Parlamenten, daß sie sich spezialisieren können, die Integration von Zielkonflikten (außerhalb von Netzwerken) nicht leisten müssen und keine politischen Entscheidungen fällen müssen, die sich in Gesetzesänderungen niederschlagen. So können sie einfachere Antworten geben als Parlamente und Regierungen. Der Mythos von in erster Linie basisdemokratischen und Gemeinwohlinteressen vertretenden Organisationen muß korrigiert werden.

3. 3. 1. Das politische System und NROs

Die Welt der NROs und die etablierten Strukturen der demokratischen politischen Systeme sind keine Gegensätze, sondern bedingen einander. Nur ein demokratischer Staat (mit Grundrechten wie Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit usw.) kann eine demokratische zivile Gesellschaft begründen, und nur eine solche Zivilgesellschaft kann einen demokratischen Staat aufrechterhalten. NROs können nur im Zusammenspiel mit institutionalisierten Verfahren des politischen Systems (Gesetzgebungsverfahren) von ihnen aufgegriffene Probleme zu rechtlich abgesicherten Lösungen führen. Die NROs können nicht an die Stelle des alten politischen Systems treten, sondern werden zu einem Teilsystem desselben. Wenn von der Krise der Politik die Rede ist, müssen sich auch die NROs, die mittlerweile fester Bestandteil der komplexen politischen Systeme sind, nach ihrem Beitrag zur Überwindung oder Festigung dieser Krise fragen. In der Netzwerkgesellschaft durchlaufen politische Prozesse ein mehrstufiges Schleusensystem, das sich aus den fünf Säulen der demokratischen Gesellschaft (s.o.) zusammensetzt und einen Prozeß gesellschaftlicher Dauerreflexion etabliert (Anlage 2).[49] Dabei darf Kooperation und Vernetzung zwischen Staat und NROs nicht als Preisgabe von Autonomie verstanden werden. Eine Bedingung für die gegenseitige Ergänzung im Zusammenwirken ist eine klare institutionelle und personelle Trennung der beiden Teile des politischen Systems. Nur so können deren jeweilige Schwächen bzw. Stärken ausgeglichen werden. Komplementarität zwischen den NROs und dem etablierten politischen System soll nicht auf eine einseitige „Kultur der Kooperation“ hinauslaufen. Es bedarf daher parallel einer „Kultur des Konfliktes“. Beide Verhaltensmuster sind wichtige Bestandteile für eine dynamische Gesellschaft. Eine Gesellschaft braucht neben der Fähigkeit zum Kompromiß und der Kooperation eben auch „countervailing powers“, die gesellschaftliche Such- und Lernprozesse initiieren können. Eine Gesellschaft ohne unbequeme Außenseiter, die exogene Lernprozesse in Gang setzen können, wird kaum politisch überlebensfähig sein. Als zeitgeschichtliches Beispiel mag hier das Scheitern der realsozialistischen Gesellschaftssysteme gelten.[50]

3. 3. 2. NROs und internationale Politik

Die Ausführungen zu den Funktionen, zu den komparativen Vor- und Nachteilen von NROs in der Politik und zu der Komplementarität zwischen den institutionalisierten Bereichen des politischen Systems und nicht-staatlichen Organisationen gelten auch für die Ebene der internationalen Politik und der sich dort bewegenden internationalen Organisationen.[51] NROs, die internationale Ziele verfolgen, sind heute überwiegend in den Gebieten des Umweltschutzes, der menschlichen Entwicklung und der Menschenrechte tätig. Wenige NROs sind im politischen Sachbereich der Sicherheit tätig, der noch immer rein staatlich verfaßt ist und von den Regierungen dominiert wird.[52] Die NROs tragen zu einer Veränderung des Weltmodells bei. Die Welt ist keine Staatenwelt mehr, die mit dem Modell der Billardkugeln dargestellt werden kann, sie ist aber auch noch keine Weltgesellschaft, die mit dem Spinnwebenmodell abgebildet werden kann. Die Welt ist zwar immer noch eine staatlich organisierte Welt, aber die stets stärker werdende Zivilgesellschaft trägt immer mehr zu den Problemlösungen der politischen Systeme bei.[53] Mehr Demokratie im System der Vereinten Nationen wird sowohl von Staatsmännern aus der Dritten Welt als auch von NROs aus Nord und Süd gefordert. Hinter dem Schlagwort Demokratisierung stehen zwei unterschiedliche Ansätze. Der erste Ansatz verfolgt eine Demokratisierung der UN-Organe und Entscheidungsprozesse auf der Staatenebene, vor allem im Sicherheitsrat, in den UN-Sonderorganisationen wie dem Internationalen Währungsfond (IWF) und der Weltbank, wo bislang ein gewichtetes Stimmrecht gilt. Der regierungsbezogene Charakter der Vereinten Nationen soll durch eine politische Aufwertung und Einbindung von NROs in die Entscheidungsvorgänge und Aktivitäten der Organisation überwunden werden. Der zweite Ansatz beinhaltet eine Demokratisierung im Sinne einer stärkeren unmittelbaren Beteiligung der Bevölkerung der UN-Mitgliedstaaten.[54]

Im innerstaatlichen Bereich fehlt den NROs im Gegensatz zu den Staaten die gesellschaftliche Legitimation durch Wahlen, es fehlt ihnen das Medium der Herrschaft und das dem Medium der Herrschaft zuzurechnende Gewaltmonopol. Es fehlt ihnen allerdings nicht das Medium, das alle Akteure, die im internationalen Bereich tätig werden, überhaupt nur anzuwenden haben, die Macht. Im internationalen Bereich verfügt kein Akteur über das Medium Herrschaft, weil dies ein ausschließliches innerstaatliches Medium ist. Internationale Politik ist deshalb immer eine Politik mit Hilfe des Mediums Macht. Über finanzielle Macht verfügen nicht-staatliche Akteure wie transnationale Unternehmen (diese stellen eine Sondergruppe der NROs dar). Andere NROs wie Greenpeace und Amnesty International verfügen durch die Zustimmung der Öffentlichkeit und die Finanzierung durch die Öffentlichkeit (Gesellschaften), die ihnen zuteil wird, über gesellschaftliche Macht. Den Umstand der Zunahme von NROs könnte man als die Rückkehr der Souveränität zum Souverän, als zu den Völkern, bezeichnen. Die Völker überwanden im Zuge der französischen Revolution den Feudalstaat, unterlagen aber im Laufe des 19. Jahrhunderts der Gewaltentfaltung des Nationalstaats. Die stetige Zunahme der NROs und die damit einhergehende Demokratisierung des nationalen wie auch internationalen Politikprozesses könnte man als „zweite demokratische Revolution“ deuten. Sowohl innen- als auch außenpolitisch wird den politischen Systemen das Gestaltungsmonopol genommen. Das Gestaltungsmonopol haben die Staaten bis auf den Bereich der Sicherheitspolitik schon in substantiellem Maße mit den NROs zu teilen. Nicht zuletzt deshalb betonen die Politiker heutzutage immer wieder die Gefährdung der Sicherheit, weil sie auf einer solchen Gefährdung ihren Anspruch auf das Gestaltungmonopol stützen können.[55] Leider ziehen auch kriminelle Akteure Nutzen aus diesen politischen Umwälzungen. Die Vorteile der NROs überwiegen aber eindeutig gegenüber den Nachteilen. NROs sind „Agenten des Friedens bzw. der gewaltlosen Konfliktbearbeitung“, weil sie Gesellschaften durch wechselseitige Informationen und Interaktionen zusammenführen und weil sie in Staaten mit noch undemokratischen Strukturen zugunsten der Demokratisierung wirken. Durch eine Vernetzung der Gesellschaften beugen sie zukünftigen Konflikten vor, indem sie eventuelle Feindbilder abbauen helfen. NROs sind Produkt und Produzent einer immer stärker werdenden Zivilgesellschaft, deren Themen nicht mehr Sicherheit und Macht, die die Themen der Staatenwelt sind, sondern Frieden, Freiheit und Wohlstand sind.[56]

[...]


[1] In der Diskussion über eine „Neue Weltordnung“ tritt immer wieder das Schlagwort „Global Governance“ (Weltordnungspolitik) auf. Global Governance bedeutet erstens die Neudefinition von Souveränität. Sie ist die Akzeptanz geteilter Souveränitäten durch eine Übertragung von Handlungskompetenzen auf lokale, regionale und globale Organisationen zur Lösung von Problemen, die Nationalstaaten alleine nicht mehr lösen können. Die Staaten teilen ihre Macht nicht freiwillig, sondern weil sie und die von ihnen aufgebauten internationalen Organisationen an Regulationsgrenzen stoßen. Zweitens bedeutet sie die Verdichtung der internationalen Zusammenarbeit durch internationale Systeme mit verbindlichen Kooperationsregeln, die auf eine Verrechtlichung der internationalen Kooperation abzielen. So werden verkürzte nationale Problemwahrnehmungen überwunden und gemeinsame Problemperzeptionen herausgebildet. Drittens meint Global Governance das Bewußtwerden gemeinsamer Überlebensinteressen und steht für eine Interessen- und Außenpolitik, die sich normativ an einem „Weltgemeinwohl“ orientiert. Die Globalisierungstendenzen bedingen diese Neudefinition von Eigeninteresse. Vgl. Messner, Dirk/Nuscheler, Franz, Global Governance, Organisationselemente und Säulen einer Weltordnungspolitik, in: Weltkonferenzen und Weltberichte, Ein Wegweiser durch die internationale Diskussion, Messner, Dirk/Nuscheler, Franz (Hrsg.) Institut für Entwicklung und Frieden (INEF), 1996, S. 20/21

[2] Vgl. Hein, Wolfgang (Hrsg.), Umbruch in der Weltgesellschaft. Auf dem Wege zu einer „Neuen Weltordnung“?, Schriften des Deutschen Übersee-Instituts Hamburg, Nr. 27, Hamburg 1994, Vorwort VII-IX

[3] Der Begriff „Globalisierung“(Zunahme und Intensivierung grenzüberschreitender Prozesse und Aktivitäten) wird vorwiegend zur Bezeichnung bestimmter Schlüsselaspekte der jüngsten Transformation weltwirtschaftlicher Aktivitäten verwendet. Aber auch Kriminalität, Terrorismus und andere Bereiche haben eine Globalisierung erfahren. Technologische Fortschritte haben die nationalen Grenzen durchlässig gemacht. Die Staaten behalten zwar ihre Souveränität, aber die Autorität von Regierungen wird ausgehöhlt. Denn Regierungen können viele grenzüberschreitende Vorgänge nicht mehr kontrollieren (z.B. Bewegungen von Geld oder Informationen). Einerseits stehen sie unter dem Druck der Globalisierung, andererseits müssen sie sich in bestimmten Regionen mit der Forderung nach Dezentralisierung oder sogar mit Sezessionsbestrebungen auseinandersetzen. Vgl. Nachbarn in Einer Welt: der Bericht der Kommission für Weltordnungspolitik / (Hrsg.: Stiftung Entwicklung und Frieden. Aus dem Englischen übersetzt von Jobst Ellerbrock. Red.: Andreas Gettkant).- SEF, Bonn 1995, S. 13

[4] Vgl. Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen, Jg. 9, Heft 2, Juni 1996, Editorial, S. 3/4

[5] Der Begriff Zivilgesellschaft (civil society) bezieht sich auf eine vielfältige Anzahl von Institutionen, freiwilligen Vereinigungen und Netzwerken, Frauengruppen, Gewerkschaften, Agrar- oder Wohnungsbaugenossenschaften, Vereinigungen der Nachbarschaftshilfe, religiös motivierter Organisationen usw. Diese Gruppen kanalisieren die Interessen und Energien von Interessengruppen oder Einzelnen. Die globale Zivilgesellschaft ist eine Erweiterung dieses Konzepts. Die globale Zivilgesellschaft bearbeitet Probleme oder Ziele von globaler Bedeutung wie Menschenrechte, Entwicklung usw. Vgl. Nachbarn in Einer Welt, a.a.O., S. 38

[6] Vgl. Messner, Dirk und Nuscheler, Franz, Global Governance, a.a.O., S. 16

[7] Vgl. Nachbarn in Einer Welt, a.a.O., S. 379

[8] Vgl. Walk, Heike, Brunnengräber, Achim, Die „NGO-Community“ im Spannungsfeld von Globalisierung- und Fragmentierungsprozessen, in: Peripherie, Zeitschrift für Politik und Ökonomie der Dritten Welt, Nr. 59/60, Dezember 1995, S. 121

[9] Vgl. Wegner, Rodger, Zur Rolle von NRO in der „Neuen Weltordnung“: Entstaatlichung der Sozialpolitik oder Bürokratisierung der NRO?, in: Hein, Wolfgang (Hrsg.), a.a.O., S. 325

[10] Vgl. Lagoni, Rainer, Art. 71, in: Simma, Bruno (Hrsg.), Charta der Vereinten Nationen, Kommentar, München 1991, S. 861 Fußnote 23

[11] Vgl. Schulze, Peter M., Nicht-Regierungsorganisationen und die Demokratisierung des VN-Systems, in: Hüfner, Klaus (Hrsg.), Die Reform der Vereinten Nationen, Die Weltorganisation zwischen Krise und Erneuerung, Opladen 1994, S. 119/120

[12] Vgl. General review of arrangements for un consultations with non-governmental organizations (I), Report of the Secretary-General of the United Nations (erster Teil des Reports der Open-Ended Working Group on the rewiew of arrangements for consultations with non-governmental organizations), in: Transnational Associations, 47. 1995/5, S. 273/274

[13] In: United Nations General Assembley, A/51/3 (Part II), 10 September 1996, Report of the Economic and Social Council for the Year 1996, S. 174

[14] Vgl. Ecosoc Resolution 1996/31 Ziffer 4

[15] Vgl. Wegner, Rodger, Zur Rolle von NRO in der „Neuen Weltordnung“, a.a.O., S. 325

[16] Vgl. Merz, Martin, Wernicke, Christian, Die neue Internationale, in: Die Zeit 25.08.1995, abgedruckt in: Entwicklungspolitik Presse Spiegel, 17/1995, S. 524

[17] Vgl. Wegner, Rodger, Zur Rolle von NRO in der „Neuen Weltordnung“, a.a.O., S. 325-327

[18] Vgl. Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen, Jg. 9, Heft 2, 1996, Editorial, S. 4

[19] Vgl. Walk, Heike, Brunnengräber, Achim, a.a.O., S. 121

[20] Stellvertretend sollen hier Bertrand Schneider und Brigitte Jessen genannt werden.

[21] Stellvertretend sollen hier Rodger Wegner und Rolf Hanisch genannt werden.

[22] Hanisch, Rolf, Aufgaben der Forschung im Bereich der Nichtregierungsorganisationen, in: Hanisch, Rolf/Wegner, Rodger (Hrsg.), Nichtregierungsorganisationen und Entwicklung, Auf dem Weg zu mehr Realismus, Schriften des Deutschen Übersee-Instituts, Nr. 28, Hamburg 1994, S. 9

[23] Vgl. Pfeifer, Karl-Ernst, Nichtregierungsorganisationen - Protagonisten einer neuen Entwicklungspolitik?, Münster;Hamburg 1992, S. 8

[24] Die Studie wurde durch die Analyse von 277 Mikroprojekten auf der Basis dokumentarischer Unterlagen vervollständigt. Vgl. Schneider, Bertrand, Die Revolution der Barfüßigen, Ein Bericht an den Club of Rome, Wien 1986, S. 18/19. Dieses Buch gehört m.E. zur Pflichtlektüre für jeden, der sich mit NROs und Entwicklung beschäftigt.

[25] Die Aufsätze dieses Buches sind auch in der Zeitschrift Third World Quarterly, Special Issue, Vol. 16, No. 3, 1995, S. 357-555 abgedruckt.

[26] Vgl. Pfeifer, Karl-Ernst, a.a.O., S. 17

[27] Die ersten NROs waren noch auf die Schaffung von Wohlstandsrechten (soziale Entwicklung, soziale und politische Freiheiten) fixiert. Seit den siebziger Jahren dieses Jahrhunderts führte die zunehmenden internationalen Interdependenzen zu einer neuen Generation von NROs, den Entwicklungs-, Umwelt- und Menschenrechts-NROs. Vgl. hierzu: Schulze, Peter M., Nicht-Regierungsorganisationen und die Demokratisierung des VN-Systems, in: Hüfner, Klaus (Hrsg.), Die Reform der Vereinten Nationen, Die Weltorganisation zwischen Krise und Erneuerung, Opladen 1994, S. 121

[28] Vgl. Wahl, Peter, NGOs in der Weltpolitik, Zwischen (Selbst-)Überschätzung und Realismus, in: Globale Trends und internationale Zivilgesellschaft oder: Die NGOisierung der (Welt-)Politik, Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn 1996, S. 43

[29] Vgl. Glagow, Manfred, Zwischen Markt und Staat: Die Nicht-Regierungsorganisationen in der deutschen Entwicklungspolitik, in: Glagow, Manfred (Hrsg.): Deutsche und internationale Entwicklungspolitik, Opladen 1990, S. 164/165

[30] Vgl. Stucke, Andreas, Entscheidungsstrukturen und kollektive Identität von Nicht-Regierungsorganisationen in der Entwicklungspolitik, in: Glagow, Manfred (Hrsg.), a.a.O., S. 183

[31] Vgl. Glagow, Manfred, a.a.O, S. 166

[32] Vgl. Stucke, Andreas, a.a.O., S. 207

[33] Vgl. Glagow, Manfred, a.a.O., S. 166/167

[34] Vgl. Glagow, Manfred / Evers, Hans-Dieter (Hrsg.), Handlungsspielräume für die Tätigkeit von Nicht-Regierungs-Organisationen, Protokoll des Statements von Manfred Glagow, in: Unbürokratische Entwicklungshilfe? Zur Leistungsfähigkeit von Nicht-Regierungs-Organisationen in der deutschen Entwicklungshilfe, Tagungsbericht, Universität Bielefeld Fakultät für Soziologie, Forschungsschwerpunkt Entwicklungssoziologie, Nr. 20, März 1986, S. 42

[35] Vgl. Messner, Dirk, Politik im Wandel, NGOs in der Irrelevanzfalle oder NGOisierung der (Welt-) Politik?, in: Globale Trends und internationale Zivilgesellschaft oder: Die NGOisierung der (Welt-) Politik?, Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn 1996, S. 11/12

[36] Vgl. Ebd., S. 12/13

[37] Vgl. Messner, Dirk, Politik im Wandel, a.a.O., S. 13/14

[38] Peter Moßmann verwendet auf diesen Umstand den Begriff „Föderalismus“. Vgl. hierzu: Moßmann, Peter, Nicht-Regierungsorganisationen als quasi-föderale Stütze für Demokratie und relativ autonome Entwicklung?, in: Hanisch, Rolf/Wegner, Rodger (Hrsg.), Nichtregierungsorganisationen und Entwicklung, Auf dem Weg zu mehr Realismus, a.a.O., S. 183

[39] Vgl. Messner, Dirk, Politik im Wandel, a.a.O., S. 14/15

[40] Der Begriff „Netzwerk“ erläutert lediglich die Form, nicht aber die Funktionsweise der Interaktionsgeflechte. Außerdem suggeriert er eine Symetrie zwischen den Vernetzten, welche die Ungleichverteilung politischer Macht zu verschleiern droht. Dies gilt auch und gerade für die internationalen Netzwerke von NROs. Zwischen den Nord- und Süd-NROs existiert ein Machtgefälle, in dem sich die Asymetrien des internationalen politischen Systems reproduzieren. Vgl. Lang, Susanne, in: Globale Trends und internationale Zivilgeselschaft oder: Die NGOisierung der (Welt-)Politik?, a.a.O., S. 7 Vorwort

[41] Vgl. Messner, Dirk, Politik im Wandel, a.a.O., S. 16

[42] Vgl. Ebd., S. 17/18

[43] Vgl. Messner, Dirk, Politik im Wandel, a.a.O., S. 18

[44] Vgl. Ebd., S. 19/20

[45] Vgl. Ebd., S. 21

[46] Vgl. Messner, Dirk, Politik im Wandel, a.a.O., S. 23

[47] Vgl. Messner, Dirk, Politik im Wandel, a.a.O., S. 24/25

[48] Vgl. Ebd., S. 25-27

[49] Vgl. Ebd., S. 28-30

[50] Vgl. Messner, Dirk, Politik im Wandel, a.a.O., S. 30-32

[51] Vgl. Ebd., S. 34

[52] Vgl. Czempiel, Ernst-Otto, Zur Theorie und Praxis von NGOs, in: UN-Forum 1/1995, Non-Governmental Organizations (NGOs) im System der Vereinten Nationen, Mitteilungen des Landesverbandes Berlin e.V., Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen, S. 7

[53] Vgl. Czempiel, Ernst-Otto, Zur Theorie und Praxis von NGOs, a.a.O., S. 9

[54] Vgl. Unser, Günther/Wimmer, Michaela, Die Vereinten Nationen, Zwischen Anspruch und Wirklichkeit, Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, S. 155

[55] Vgl. Czempiel, Ernst-Otto, Zur Theorie und Praxis von NGOs, a.a.O., S. 10/11

[56] Vgl. Ebd., S. 12

Ende der Leseprobe aus 126 Seiten

Details

Titel
Die Rolle der Nichtregierungsorganisationen im UN-System
Untertitel
Wirkungsmöglichkeiten in der Entwicklungszusammenarbeit
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
1.3
Autor
Jahr
1997
Seiten
126
Katalognummer
V185117
ISBN (eBook)
9783656982876
Dateigröße
1514 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Anlagen sind HIER NICHT ENTHALTEN (Das beigefügte Anlagenverzeichnis enthält alle Verweise auf die ursprünglich enthaltenen Anlagen.)
Schlagworte
rolle, nichtregierungsorganisationen, un-system, wirkungsmöglichkeiten, entwicklungszusammenarbeit
Arbeit zitieren
Friedhelm Füllenbach (Autor), 1997, Die Rolle der Nichtregierungsorganisationen im UN-System, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185117

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