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Umweltrisiken und Sicherheitenpolitik der Banken

Title: Umweltrisiken und Sicherheitenpolitik der Banken

Diploma Thesis , 1998 , 91 Pages , Grade: 2.3

Autor:in: Thorsten Schlegel (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
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Der Schutz der Umwelt ist in den vergangenen Jahren zu einem exponierten Thema der öffentlichen Diskussion geworden. Das Bewußtsein für die Umwelt hat sich in allen gesellschaftlichen Bereichen erheblich geschärft.1 Verschiedenste Umfragen belegen dies deutlich, z. B. die Shell Studie 1997.
Diese staatliche und gesellschaftliche Sensibilisierung trifft vorrangig den Bereich der Industrie, der natürliche Ressourcen verbraucht und Emisssionen gleich welcher Art abgibt.
Kreditinstitute als Dienstleistungsunternehmen tragen zur direkten Schädigung der Umwelt nur in einem geringen Ausmaß bei. Aufgrund ihrer elementaren Finanzierungsfunktion in einer Volkswirtschaft sind die Banken aber in der Lage, Entscheidungskalküle und Investitionsströme der Unternehmen zu beeinflußen.
Vor dem Hintergrund der beschriebenen allgemeinen Sensibilisierung und der Funktion der Kreditinstitute im Wirtschaftsprozeß kommt der Berücksichtigung von Umweltrisiken und deren Auswirkung auf zentrale Bestandteile des Bankgeschäfts eine elementare Rolle zu. Unter Umweltrisiken sollen hier alle Risiken, die einen Einfluß auf die Geschäftsbeziehung von Kreditinstituten und Kunden werfen können, gleich ob sie im Unternehmen entstanden oder erst durch äußere Umstände offensichtlich wurden, subsumiert werden. Der höheren Belastung der Umwelt durch ihren Wirtschaftsprozeß, im Vergleich zu privaten Haushalten, entsprechend konzentriert sich diese Arbeit fast ausschließlich auf Umweltrisiken im Firmenkundengeschäft.
Für Kreditinstitute als Hauptfinanzierungsquelle der Unternehmen ergeben sich aus der Wechselwirkung mehrere Konsequenzen: Haftungs-, auflagen- und nachfragebedingte wirtschaftliche Schwierigkeiten von Unternehmen ziehen tendenziell entsprechende Kreditausfälle nach sich.2
[...]
1 Vgl. Ackermann, Josef (Strategie 1997), S. 2.
2 Vgl. Gerhard, Stephan (Begrenzung 1996), S. 46.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Problemstellung

2. Umweltrisiken, Sicherheiten und Wertverlust

2.1. Systematisierung der Risiken im Kreditgeschäft

2.2. Minderung der wirtschaftlichen Leistungfähigkeit - Bonitätsrisiko

2.2.1. Kostensteigerungen

2.2.2. Erlösschmälerungen

2.2.3. Instrumente der Bonitätsrisikosteuerung

2.2.3.1. Kreditwürdigkeitsprüfung

2.2.3.2. Ursachenbezogene Maßnahmen

2.2.3.3. Wirkungsbezogene Maßnahmen

2.2.3.4. Arten und Nutzen der Kreditwürdigkeitsinformationen

2.2.3.4.1. Ökobilanzen

2.2.3.4.2. Checklisten

2.2.3.4.3. Schwachstellenanalyse

2.2.3.4.4. Umweltverträglichkeitsprüfung

2.2.3.5. Herkunft der Kreditwürdigkeitsinformationen

2.2.3.5.1. Interne Beschaffung der Informationen

2.2.3.5.2. Externe Beschaffung der Informationen

2.3. Wertminderungen bei Sicherheiten-Besicherungsrisiko

2.3.1. Generelles Ziel der Sicherheitenpolitik

2.3.2. Bestimmung des Kreditvergabespielraums

2.3.3. Sicherungswertermittlung bei Immobilien

2.3.4. Sicherungswertermittlung bei beweglichen Sicherungsgütern und Rechten

2.4. Bilanzielle Berücksichtigung von drohenden Umweltrisiken

2.5. Verwertungsprobleme bei Sicherungsgut im Rahmen der neuen Insolvenzordnung

2.6. Konsequenzen aus der Wertminderungsproblematik von Sicherheiten

3. Umweltbelastungen auf Sicherungsgütern und deren Beseitigung

3.1. Begriffsbestimmung von Altlasten

3.2. Zustandsverantwortlichkeit für Altlasten

3.3. Ermittlung von Altlastenverdachtsflächen

3.4. Verwertungskonzepte für Altlasten

3.4.1. Sanierungsziele

3.4.2. Sanierungsverfahren für Altlasten

3.5. Finanzierung von Altlastensanierungen

3.6. Konsequenzen aus der Sanierung von Altlasten

4. Haftung von Unternehmen im Zusammenhang mit Umweltrisiken

4.1. Produkthaftungsgesetz und Produktsicherheitsgesetz

4.2. Öffentlich-rechtliche Umweltverwaltungsgesetze

4.3. Umweltstrafrecht

4.4. Umweltzivilrecht

4.5. Absicherung durch Umwelthaftpflicht

4.5.1. Auswirkungen der Versicherung von Umweltrisiken

4.5.2. Entwicklung des Versicherungsschutzes für Umwelthaftungsrisiken

4.6. Konsequenzen aus der Produkt- und Umwelthaftung

5. Ökologiemanagement von Unternehmen

5.1. Umweltmanagement gemäß der Bankenerklärung der Vereinten Nationen

5.1.1. Ziele der Bankenerklärung

5.1.2. Wirkungsweise des Umweltmanagementsystems im Sinne der Bankenerklärung

5.1.3. Beurteilung der Bankenerklärung

5.2. Umweltmanagement nach Öko-Audit

5.2.1. Entstehung des Öko-Audit

5.2.2. Ziele der EU-Öko-Audit-Verordnung

5.2.3. Inhalt und Pflichten der Audit-Verordnung

5.2.4. Beurteilung des Öko-Audits

5.3. Umweltmanagement nach ISO 14001

5.3.1. Entstehung der ISO-Norm 14001

5.3.2. Ziele der ISO-Norm 14001

5.3.3. Inhalt und Pflichten der Norm

5.3.4. Beurteilung der ISO-Norm und Vergleich mit der Öko-Audit-Verordnung

5.4. Konsequenzen für das Ökologiemanagement der Banken

6. Umweltmarketing der Banken

6.1. Einordnung der Marketing-Instrumente

6.2. Kommunikationspolitik der Banken

6.3. Konsequenzen für die Umweltarbeit der Banken

7. Mögliche Entwicklung der umweltbeeinflußten Sicherheitenpolitik der Banken

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen zunehmender Umweltrisiken auf die Sicherheitenpolitik von Banken. Das primäre Ziel ist es, Methoden und Strategien zu analysieren, mit denen Kreditinstitute bei der Einwerbung und Verwaltung von Sicherheiten auf ökologische Gefahren reagieren können, um Kreditausfälle zu minimieren und eine zukunftsfähige Kreditvergabe zu gewährleisten.

  • Systematisierung von Umweltrisiken im Firmenkundengeschäft
  • Identifikation und Beseitigung von Altlasten auf Sicherungsgütern
  • Haftungsrisiken für Unternehmen und Banken bei Umweltschäden
  • Ökologiemanagement als Instrument der Risikoprüfung
  • Entwicklung ökologieorientierter Bewertungsmethoden für Sicherheiten

Auszug aus dem Buch

2.2.3.1. Kreditwürdigkeitsprüfung

Die Bonitätsanalyse des zu beurteilenden Unternehmens beruht immer noch zu einem guten Teil auf der traditionellen Basis der Jahresabschlußunterlagen. Um für die Bonität relevante Kennzahlen zu erhalten und zu einem Gesamtergebnis zusammensetzen zu können, sind mehrere Verfahren praktikabel.

In der Vergangenheit wurden unterschiedlichste Ansätze zur Bestimmung von Kreditrisiken entworfen, eingesetzt, wieder fallengelassen und durch aktuellere ersetzt. Drei sehr häufig in der Praxis anzutreffende Verfahren sind verbal-qualitative Methoden, wie z.B. klassischer Kreditbericht oder -protokoll, stärker quantitative Verfahren, wie z. B. Scoring-Modelle, oder die mit hohem Objektivitätsgrad arbeitenden mathematisch-statistischen Verfahren, wie z. B. multivariate Diskriminanzanalyse oder die Künstliche Neuronale Netzanalyse.

Die Wirksamkeit traditioneller Bonitätsanalysen muß auch unter dem Aspekt der sich verändernden allgemeinen Rahmenbedingungen gesehen werden. Ein kritischer Punkt ist sicher die vermehrte Kreditnachfrage junger, innovativer Unternehmen, die seit ihrer Gründung noch nicht die Möglichkeit hatten, eine Substanz aufzubauen. Traditionelle Bonitätsprüfungen greifen hier oft zu kurz. Eine Bank muß sich zwar eines erhöhten Risikos, aber auch der Gefahr einer möglicherweise verpaßten Chance bei Gewährung oder Nichtgewährung eines Kredites bewußt sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Problemstellung: Diese Einleitung erläutert die wachsende Bedeutung des Umweltschutzes und die Notwendigkeit für Banken, Umweltrisiken im Firmenkundengeschäft zur Risikominimierung stärker zu berücksichtigen.

2. Umweltrisiken, Sicherheiten und Wertverlust: Das Kapitel systematisiert Kreditrisiken durch Umwelteinflüsse und analysiert deren Auswirkungen auf die Qualität und den Wert von Kreditsicherheiten.

3. Umweltbelastungen auf Sicherungsgütern und deren Beseitigung: Es werden Altlasten als Risikofaktoren definiert, Strategien zu ihrer Identifikation (Standortrecherche) und Ansätze zur Sanierung sowie deren Finanzierung diskutiert.

4. Haftung von Unternehmen im Zusammenhang mit Umweltrisiken: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingungen der Umwelthaftung (z.B. Produkthaftung, öffentliches Umweltrecht) und deren Bedeutung für Kreditinstitute.

5. Ökologiemanagement von Unternehmen: Hier werden Umweltmanagementstandards wie die Bankenerklärung der Vereinten Nationen, das EU-Öko-Audit und die ISO-Norm 14001 als Informationsgrundlage für Banken bewertet.

6. Umweltmarketing der Banken: Das Kapitel behandelt die Kommunikationspolitik von Banken, um ihr Image zu verbessern und das eigene Risikoprofil durch ökologisches Engagement zu steuern.

7. Mögliche Entwicklung der umweltbeeinflußten Sicherheitenpolitik der Banken: Abschließend werden Strategien für eine zukunftsorientierte Sicherheitenpolitik aufgezeigt, die Umweltfaktoren systematisch in die Kreditrisikoprüfung integriert.

Schlüsselwörter

Umweltrisiken, Kreditgeschäft, Bonitätsrisiko, Sicherheitenpolitik, Altlasten, Kreditsicherheiten, Umweltmanagement, Öko-Audit, ISO 14001, Umwelthaftung, Insolvenzordnung, Kreditwürdigkeitsprüfung, Risikomanagement, Flächenrecycling, Unternehmensbewertung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, wie Kreditinstitute ökologische Risiken bei der Bewertung von Sicherheiten und der Beurteilung der Bonität von Firmenkunden systematisch erfassen und bewerten können.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder umfassen die Systematisierung von Umweltrisiken, die Bedeutung von Altlasten für die Kreditsicherheit, haftungsrechtliche Aspekte sowie moderne Umweltmanagement-Standards.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Banken ihre Sicherheitenpolitik anpassen müssen, um negative Auswirkungen von Umweltrisiken zu begrenzen und Geschäftschancen durch ökologisches Engagement zu nutzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Systematisierung bestehender risikopolitischer Instrumente und regulatorischer Anforderungen im Bankwesen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Risikoidentifikation (z. B. durch Ökobilanzen und Checklisten), der Bewertung von Kreditsicherheiten unter Umweltaspekten und den Haftungsrisiken für Banken.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Umweltrisiken, Bonitätsrisiko, Kreditsicherheiten, Altlasten, Umweltmanagement und Kreditwürdigkeitsprüfung.

Welche Rolle spielen "Altlasten" bei der Besicherung von Krediten?

Altlasten stellen ein erhebliches Risiko dar, da sie den Wert von Grundpfandrechten massiv mindern und das Kreditinstitut als Grundpfandgläubiger in Sanierungsverantwortung bringen können.

Inwiefern beeinflusst die neue Insolvenzordnung die Sicherheitenverwertung?

Die Insolvenzordnung führt zu verfahrensmäßigen Änderungen, wie etwa der Verpflichtung zur Kostenbeteiligung an der Insolvenzmasse, was die Verwertungserlöse der gesicherten Gläubiger mindern kann.

Warum ist eine ökologisch orientierte Kreditwürdigkeitsprüfung notwendig?

Traditionelle, rein vergangenheitsorientierte Bilanzanalysen können umweltbedingte, zukünftige Risiken oder Haftungsansprüche oft nicht rechtzeitig identifizieren, weshalb ökologische Kennzahlen als Ergänzung erforderlich sind.

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Details

Title
Umweltrisiken und Sicherheitenpolitik der Banken
College
University of Marburg
Grade
2.3
Author
Thorsten Schlegel (Author)
Publication Year
1998
Pages
91
Catalog Number
V185131
ISBN (eBook)
9783656994350
ISBN (Book)
9783867460354
Language
German
Tags
umweltrisiken sicherheitenpolitik banken
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thorsten Schlegel (Author), 1998, Umweltrisiken und Sicherheitenpolitik der Banken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185131
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