Vielfältige ökologische Bedrohungen wie Artenschwund, Atomtests, Klimaveränderung, Ozonloch, Luft- und Wasserverschmutzung haben in den letzten Jahren das Umweltbewußtsein der Bevölkerung verstärkt und das Thema „Umweltschutz“ in das Licht der öffentlichen Diskussion gerückt. Die Lösung dieser Problemstellungen hat sich zu einer gesellschaftlichen Aufgabe entwickelt, für die das Zusammenwirken von Staat und privaten Haushalten, von Unternehmen und Individuen zwingend erforderlich ist.
Die Bereitschaft zur Bewältigung dieses Themenkomplexes ist allemal vorhanden, wird doch die langfristige Erhaltung einer lebenswerten Umwelt von einem Großteil der Gesellschaft als eine der wichtigsten Aufgaben der Zukunft erachtet. Dennoch wird die Frage nach der möglichen (Un-)Vereinbarkeit von Ökologie und Ökonomie in der einschlägigen Literatur häufig und gern kontrovers behandelt. Dabei kann man zu zwei Schlußfolgerungen gelangen:
1. Der pragmatische Ansatz vertritt die Auffassung, daß kein grundlegender Gegensatz zwischen Ökologie und Ökonomie besteht, weil die Menschen Voraussetzungen für eine menschenwürdige Existenz beanspruchen dürfen und weil eine gesunde Umwelt bzw. eine intakte Schöpfung zu solchen Voraussetzungen zählen.
2. Im Kontrast dazu geht der fundamentalistische Ansatz davon aus, daß sehr wohl ein Gegensatz vorliegt, wenn man die Wirklichkeit wirtschaftlichen Lebens betrachtet, wo der Sinn und das Ziel der Wirtschaft oft aus dem Auge verloren werden und kurzfristige Interessen langfristige Überlebensinteressen dominieren und diese gefährden.
Ökologische und ökonomische Ziele erscheinen jedoch nur auf den ersten Blick unvereinbar: obwohl ein Konflikt nicht gänzlich vermeidbar ist, so kann doch die Verfolgung von Umweltzielen einen ökonomischen Nutzen mit sich bringen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Thema und Zielsetzung der Arbeit
1.2 Begriffe und Abgrenzungen
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Öko-Rating
2.1 Ursprung, Zielsetzung und Ablauf
2.2 Darstellung bestehender Ratingkonzepte
2.2.1 Eco-Rating International (ERI), Schweiz
2.2.2 Gesellschaft für ökologische Kommunikation (ökom), Deutschland
2.2.3 Ethical Investment Research and Information Service (EIRIS), Großbritannien
2.2.4 Investor Responsability Research Center (IRRC), USA
2.3 Anforderungen an Rating-Methoden
2.4 Entwicklung und Eignung möglicher Auswahlkriterien
2.4.1 Darstellung des theoretischen Konzepts der Wertkette
2.4.2 Ökologieorientierte Modifikation der Wertkette
2.4.3 Primäre Aktivitäten
2.4.3.1 Beschaffung und Eingangslogistik
2.4.3.2 Produktion
2.4.3.3 Marketing
2.4.3.4 Vertrieb und Ausgangslogistik
2.4.3.5 Entsorgung und Service
2.4.4 Sekundäre Aktivitäten
2.4.4.1 Forschung und Entwicklung
2.4.4.2 Personalwirtschaft
2.4.4.3 Unternehmensführung
2.4.5 Zusammenfassung
2.5 Tendenzen beim Öko-Rating
3. Ökologische Aspekte umweltorientierter Investmentfonds
3.1 Theoretische Grundlagen ökologischer Investmentfonds
3.2 Darstellung ausgewählter Fonds
3.2.1 Fonds aus Deutschland
3.2.1.1 BfG Luxinvest ÖkoLux
3.2.1.2 CS Equity Fund Eco Efficiency
3.2.1.3 Focus GT Umwelttechnologie Fonds
3.2.1.4 HCM Eco Tech
3.2.1.5 KD Fonds Öko-Invest
3.2.1.6 Sarasin OekoSar
3.2.1.7 Sun Life Ecological Portfolio
3.2.1.8 Gegenüberstellung der Fonds aus Deutschland
3.2.2 Fonds aus Großbritannien
3.2.2.1 CIS Environ Trust
3.2.2.2 CM Evergreen Trust
3.2.2.3 Jupiter Ecology Fund
3.2.2.4 Jupiter International Green Investment Trust (JIGIT)
3.2.2.5 TSB Environmental Investor Fund
3.2.2.6 NPI Global Care Unit Trust
3.2.2.7 Gegenüberstellung der Fonds aus Großbritannien und Vergleich mit Deutschland
3.2.3 Fonds aus den USA
3.2.3.1 Fidelity Select Environmental Services Portfolio
3.2.3.2 Green Century Balanced Fund
3.2.3.3 Invesco Strategic Environmental Services Portfolio
3.2.3.4 New Alternatives Fund
3.2.3.5 Gegenüberstellung der Fonds aus den USA und Vergleich mit Deutschland und Großbritannien
3.3 Empirische Untersuchung der Anlagekriterien ausgewählter Fonds
3.3.1 Vergleichende Analyse der Anlagekriterien
3.3.2 Vergleichende Analyse der Portfoliozusammensetzungen
4. Ökonomische Aspekte umweltorientierter Investmentfonds: Performance-Messung
4.1 Theoretische Grundlagen der Performance-Messung
4.1.1 Eindimensionale Performance-Messung
4.1.1.1 Wertgewichtete Renditeberechnung
4.1.1.2 Zeitgewichtete Renditeberechnung
4.1.2 Zweidimensionale Performance-Messung
4.1.3 Capital Asset Pricing Model (CAPM)
4.1.3.1 Darstellung des Modells
4.1.3.2 Kritische Beurteilung des Modells
4.1.4 Performance-Maße
4.1.4.1 Sharpe-Maß
4.1.4.2 Treynor-Maß
4.1.4.3 Jensen-Maß
4.1.4.4 Zusammenfassung
4.1.5 Festlegung der Benchmark
4.2 Empirische Performancebeurteilung ausgewählter Fonds
4.2.1 Darstellung der Untersuchungs-Methodik
4.2.2 Analyse der Performance
4.2.3 Begründung des Ergebnisses
5. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Vereinbarkeit von Ökologie und Ökonomie auf dem Geldmarkt anhand von umweltorientierten Investmentfonds in Deutschland, Großbritannien und den USA, um festzustellen, ob diese Anlageform gegenüber dem Gesamtmarkt einen ökonomischen Mehrwert bietet.
- Methodische Entwicklung eines theoretischen Rahmens zur ökologischen Unternehmensbewertung mittels "Öko-Rating" und dem Wertkettenkonzept.
- Empirische Analyse der Anlagekriterien von 17 ausgewählten Umweltfonds aus drei Ländern.
- Untersuchung der Portfoliozusammensetzung und Identifikation der am häufigsten vertretenen Unternehmen.
- Quantitative Performance-Messung umweltorientierter Investmentfonds unter Verwendung kapitalmarkttheoretischer Indikatoren (Sharpe-, Treynor- und Jensen-Maß).
- Kritische Beurteilung der Rendite-Risiko-Struktur im Vergleich zu einer Benchmark.
Auszug aus dem Buch
2.4.1 Darstellung des theoretischen Konzepts der Wertkette
Jedes Unternehmen besteht aus einer Vielzahl von Aktivitäten, die zu Entwicklung, Herstellung, Verkauf usw. eines Produkts notwendig sind. Diese Tätigkeiten lassen sich anhand einer Wertkette darstellen, die sich aus neun Bereichen zusammensetzt.
Diese neun Bereiche lassen sich wiederum einteilen in zwei Gruppen:
• primäre Aktivitäten befassen sich mit dem eigentlichen Leistungserstellungsprozeß von Beschaffung über Herstellung bis zu Vertrieb und Service; sie sind in Abb. 1 im unteren Bereich dargestellt.
• unterstützende bzw. sekundäre Aktivitäten wie Controlling oder F&E wirken übergreifend auf alle Unternehmensbereiche; sie befinden sich im oberen Abschnitt von Abb. 1.
Die Orientierung an der Wertkette von Porter bietet sich für eine Unternehmensanalyse vor allem aus folgenden Gründen an: sie ermöglicht die systematische und vollständige Erfassung einzelner Aktivitäten und stößt zugleich in wirtschaftswissenschaftlichen, aber auch unternehmerischen Kreisen auf breite Akzeptanz. Dennoch müssen für eine ökologische Unternehmensbeurteilung einige Modifikationen vorgenommen werden. Ihre Erarbeitung ist Inhalt des nächsten Abschnitts.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die ökologische Problematik und Zielsetzung der Arbeit, die Vereinbarkeit von Ökologie und Ökonomie am Geldmarkt zu prüfen.
2. Öko-Rating: Konstruktion eines theoretischen Rahmens zur Unternehmensbewertung unter Verwendung des Wertkettenkonzepts von Porter.
3. Ökologische Aspekte umweltorientierter Investmentfonds: Empirische Untersuchung der Anlagekriterien und der Portfoliozusammensetzung der 17 ausgewählten Fonds aus Deutschland, Großbritannien und den USA.
4. Ökonomische Aspekte umweltorientierter Investmentfonds: Performance-Messung: Anwendung klassischer Performance-Maße zur ökonomischen Beurteilung der Fonds im Vergleich zu einer Benchmark.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Fazit der Untersuchung und Reflexion der zukünftigen Potenziale von Umweltinvestments.
Schlüsselwörter
Umweltfonds, Investmentfonds, Öko-Rating, Ökologie, Ökonomie, Performance-Messung, Wertkette, Nachhaltigkeit, Anlagekriterien, Portfolio, Benchmark, Sharpe-Maß, Treynor-Maß, Jensen-Maß, Kapitalmarkt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Vereinbarkeit von ökologischen Zielen und ökonomischer Rendite im Bereich von speziellen Investmentfonds (Umweltfonds).
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die ökologische Unternehmensbewertung (Öko-Rating), die Analyse der Anlagekriterien von Umweltfonds sowie die empirische Erfolgsmessung (Performance) dieser Fonds.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit geht der Frage nach, ob umweltorientierte Investmentfonds ökonomisch erfolgreich sind und ob sie im Vergleich zu einem marktüblichen Vergleichsindex eine bessere Performance erzielen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine Kombination aus einer theoretischen Herleitung (Wertkettenkonzept nach Porter) und einer empirischen Untersuchung (Vergleich von Anlagekriterien und Performancemessung mittels Sharpe-, Treynor- und Jensen-Maß) angewandt.
Was wird im Hauptteil analysiert?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Erarbeitung von Kriterien für ökologisches Rating, die detaillierte Beschreibung der Anlagestrategien von 17 spezifischen Fonds aus drei Ländern sowie deren quantitative Performance-Analyse.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit fokussiert auf Themen wie "Öko-Rating", "Performance-Messung", "nachhaltige Geldanlage", "umweltorientierte Investmentfonds" und "Kapitalmarktgleichgewicht".
Wie unterscheidet sich die Performance britischer und deutscher Fonds?
Die Analyse zeigt, dass britische Fonds in allen Untersuchungszeiträumen konstanter und erfolgreicher abschnitten als deutsche Fonds, was teilweise auf eine längere Tradition und den "Heimvorteil" der dortigen Fondsmanager zurückgeführt wird.
Warum ist das Öko-Rating für Investoren wichtig?
Das Öko-Rating liefert objektive Entscheidungsgrundlagen für die Auswahl von Unternehmen, indem es ökologische Qualität und Umweltauswirkungen wirtschaftlichen Handelns systematisch abbildet.
- Citar trabajo
- Daniela Zimmermann (Autor), 1998, Umweltorientierte Investmentfonds zwischen Ökologie und Ökonomie, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185153