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Eduard Mörikes Idylle "Der alte Turmhahn"

Titel: Eduard Mörikes Idylle "Der alte Turmhahn"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2003 , 24 Seiten , Note: 2,5

Autor:in: Rene Jochum (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

(...) Anhand gängiger Forschungsbeiträge werde ich versuchen, den Begriff zu präzisieren, bevor im folgenden Abschnitt ein kurzer Blick auf Mörikes Idyllenverständnis geworfen werden soll. In den weiteren Kapiteln der Hausarbeit stehen dann konkrete Aspekte in Bezug auf das Werk „Der alte Turmhahn“ im Vordergrund.

Zunächst erfolgt eine Betrachtung der Form und des Versmaßes, bevor dann anschließend zum Inhalt des Gedichtes übergegangen wird. Das anschließende Kapitel beschäftigt sich mit der Zeitstruktur des Textes, wobei dessen Entstehung und die inhaltliche Zeitebene in der die Handlung ihren Rahmen findet, dabei im Mittelpunkt stehen. Des weiteren werden die Raumdarstellung und die Perspektiven, d.h. vor allem die Sichtweisen des Protagonisten einer genaueren Betrachtung unterzogen, bevor dann im letzten Kapitel des Hauptteils der Frage nachgegangen wird, inwiefern man Mörikes Idyllen im strengeren Sinne überhaupt „idyllisch“ nennen kann. Das Ende der Hausarbeit bildet eine abschließende Betrachtung des Gedichts unter Rückbezug auf die zuvor erschlossenen Erkenntnisse, die im Gedicht „Der alte Turmhahn“ gefunden wurden. Es soll an dieser Stelle auch im allgemeinen Sinne versucht werden, Mörikes Idyllenverständnis darzulegen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.0 Einleitung

1.1 Definition der Gattung „Idylle“

1.2 Mörikes Idyllen

2.0 Hauptteil

2.1 Formale und inhaltliche Aspekte in „Der alte Turmhahn“

2.2 Zeitstruktur

2.3 Raumdarstellung und Perspektiven

2.4 Wie idyllisch ist die Idylle ?

3.0 Schlussbetrachtung

4.0 Literaturverzeichnis

4.1 Primärliteratur

4.2 Sekundärliteratur

4.3 Internetquellen

5.0 Anhang

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht Eduard Mörikes Verserzählung „Der alte Turmhahn“ unter besonderer Berücksichtigung der Gattungsproblematik der Idylle. Ziel ist es zu analysieren, inwieweit das Werk über eine rein harmonisierende Darstellung hinausgeht und als kritische Auseinandersetzung mit der literarischen Idylle verstanden werden kann.

  • Gattungsdefinition der Idylle in der Forschung
  • Analyse der Zeit- und Raumstruktur im Gedicht
  • Die Rolle der Erzählperspektive und Personifizierung
  • Humoristische Elemente als Mittel der Idylle-Relativierung
  • Verhältnis von biographischen Einflüssen und literarischem Werk

Auszug aus dem Buch

2.3 Raumdarstellung und Perspektiven

Auffällig erscheint im Gedicht die Verwendung der Erzählperspektive, durchgängig ist der Blickwinkel des Lesers identisch mit dem des Kirchturmhahnes. Dies hat zur Folge, dass einerseits die Emotionen und Erinnerungen des Hahns am präzisesten wahrgenommen werden, da man durchgängig Einsicht in das „Innere“ des Wettermelders nehmen kann. Es muss außerdem wohl nicht weiter ausgeführt werden, dass die Personifizierung des alten Hahnes, d.h. diese Vermenschlichung eines eigentlich toten Objektes für eine Art Mitgefühl und auch Sympathie beim Rezipienten sorgt. Andererseits bleibt der Blickwinkel eben durch die alleinige perspektivische Beschränkung auf die des Hahnes auch für den Leser begrenzt.

Es ist unmöglich, den Blick über das Dorf - bzw. in der späteren Handlung den Blick ins Pfarrzimmer - weiter zu richten, als es dem Hahn selbst möglich ist. Man bekommt zwar eine „gute Aussicht“ vom Dach des Kirchturms vermittelt, so schweift der Blick durchaus über „Berg und Tal [...] Rebhügel“ und „Wälder“ (S.99). Andererseits wird eben die immerwährende Beschränktheit auf einen Ort durch den „Herzlieb[n] Turn“ und das „Kirchendach“ (ebda.) , welche dem Kirchturmhahn in seinem früheren „Arbeitsleben“ täglich zu Füßen standen, in Erinnerung gerufen.

Zusammenfassung der Kapitel

1.0 Einleitung: Einführung in Leben und Werk von Eduard Mörike sowie Darlegung der Forschungsfrage bezüglich seiner Idyllendichtung.

1.1 Definition der Gattung „Idylle“: Theoretische Herleitung des Idylle-Begriffs anhand literaturwissenschaftlicher Standardwerke und Definitionen.

1.2 Mörikes Idyllen: Untersuchung der spezifischen Einordnung von Mörikes Werken in die Tradition der Idyllendichtung.

2.0 Hauptteil: Übergeordnetes Kapitel, das die analytische Untersuchung der inhaltlichen und formalen Aspekte strukturiert.

2.1 Formale und inhaltliche Aspekte in „Der alte Turmhahn“: Betrachtung der Entstehungsgeschichte, des Versmaßes (Knittelvers) und der Erzählhaltung des Gedichts.

2.2 Zeitstruktur: Analyse der Rückbesinnung im Text und der Bedeutung der historischen Zeitverlegung als künstlerisches Gestaltungsmittel.

2.3 Raumdarstellung und Perspektiven: Untersuchung der eingeschränkten Sichtweise des Protagonisten und der symbolischen Bedeutung des Innen- und Außenraums.

2.4 Wie idyllisch ist die Idylle ?: Kritische Hinterfragung des Idyllenbegriffs im Gedicht unter Einbeziehung von Ironie und humoristischen Elementen.

3.0 Schlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse und Fazit zur Bedeutung des Werks als „kritisches Bild“ statt bloßem „Bildchen“.

4.0 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie Internetquellen.

5.0 Anhang: Visuelle Dokumentation in Form von Abbildungen zu Eduard Mörike.

Schlüsselwörter

Eduard Mörike, Der alte Turmhahn, Idylle, Idyllendichtung, Biedermeier, Knittelvers, Literaturwissenschaft, Erzählperspektive, Raumdarstellung, Zeitstruktur, Ironie, Lyrik, Pfarrhaus, Gattungstheorie, literarische Analyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht Eduard Mörikes Gedicht „Der alte Turmhahn“ hinsichtlich seiner gattungsspezifischen Einordnung als Idylle.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Gattungsgeschichte der Idylle, die Analyse von Raum und Zeit im Gedicht sowie das Verhältnis von künstlerischer Gestaltung und biographischem Hintergrund.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es zu belegen, dass Mörike mit „Der alte Turmhahn“ eine kritische Distanz zur Idylle aufbaut, anstatt lediglich eine naive Wunschwelt zu zeichnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Textanalyse unter Heranziehung einschlägiger Sekundärliteratur zur Interpretation von Mörikes Werk.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in formale Aspekte wie das Versmaß, eine detaillierte Analyse der Zeit- und Raumstruktur sowie die kritische Reflexion des Idyllencharakters.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlüsselwörter umfassen Eduard Mörike, Idyllendichtung, Knittelvers, Erzählperspektive und Literarische Analyse.

Warum spielt der „Knittelvers“ eine so wichtige Rolle in der Analyse?

Der Knittelvers dient als archaisierendes Mittel, das die Rückverlegung des Gedichts in eine „frühere Zeit“ unterstreicht und maßgeblich zur humoristischen Tönung beiträgt.

Inwiefern ist die Erzählperspektive des Hahns entscheidend für das Werk?

Die Perspektive des Hahns begrenzt den Blick auf das Pfarrhaus als Mikrokosmos, ermöglicht aber gleichzeitig durch die Personifizierung des toten Objekts eine spezifische Mischung aus Humor und Melancholie.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Eduard Mörikes Idylle "Der alte Turmhahn"
Hochschule
Universität Augsburg
Veranstaltung
Eduard Mörikes Lyrik
Note
2,5
Autor
Rene Jochum (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
24
Katalognummer
V18517
ISBN (eBook)
9783638228503
ISBN (Buch)
9783640202904
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Eduard Mörikes Idylle Turmhahn Eduard Mörikes Lyrik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Rene Jochum (Autor:in), 2003, Eduard Mörikes Idylle "Der alte Turmhahn", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18517
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Leseprobe aus  24  Seiten
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