Die Probleme in der internationalen Zusammenarbeit zwischen den einzelnen und auch innerhalb großer global agierender Unternehmen lassen sich häufig auf interkulturelle Spannungen und Missverständnisse zwischen den Interaktionspartnern zurückführen. Das Marketing, das als marktorientierte Unternehmensführung verstanden wird, hat in vielen Facetten Berührungspunkte mit der Kultur und ihren Auswirkungen auf das wirtschaftliche Geschehen, insbesondere innerhalb des Beziehungsmarketings spielt Kulturverständnis eine wichtige Rolle.
Es ist daher vom großen Interesse der Marketingabteilung, diesen für den Unternehmenserfolg wichtigen Faktor der interkulturell versierten Human Ressource, in enger Zusammenarbeit mit der Personalabteilung, für das internationale Geschäft und die internationalen strategischen Geschäftseinheiten ausreichend auszubilden und im Unternehmen zu halten. In der Literatur werden mehrere Curricula genannt, um dieses Ziel zu erreichen.
In einer Unternehmensbefragung wurden der Ausbildungsstand und die -methoden ermittelt und interpretiert. Allgemein wird von den Unternehmen die interkulturelle Kompetenz als wichtig angesehen, in den angewandten Methoden ist diese Erkenntnis jedoch nicht immer festzustellen. In den letzten zwei Jahren hat eine Vielzahl von deutschen Unternehmen sich des Themas angenommen, für die Zukunft wird es von weiteren geplant.
Ein Konzept zur Ausbildung interkultureller Kompetenz, das auf vier Zielgruppen ausgelegt ist, wird vom Autor vorgeschlagen. Hierbei werden den einzelnen Funktionen, die die Expatriates innehaben, genutzt, um eine effektive und kostengünstige Ausbildung zu erreichen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2. Grundlegende Begriffe
2.1 Kultur
2.2 Interkulturelle Kompetenz
2.2.1 Interkulturelle Kommunikationsstörungen
2.2.2 Definition der interkulturellen Kompetenz
3 Interkulturelles Marketing
3.1 Zusammenhang zwischen Kultur und Marketing-Management
3.1.1 Marketinganalyse
3.1.2 Planung der Marketingkonzeption
3.1.3 Implementierung und Kontrolle
3.2 Bedeutung der Kultur für internationales Beziehungsmarketing
3.2.1 Allgemeine Bedeutung
3.2.2 Abhängigkeit der interkulturellen Kompetenz von dem strategischen Orientierungssystem
3.2.3 Kulturell geprägte Verhandlungsstile
3.3 Bedeutung der Personalentwicklung für das Marketing
4 Interkulturelles Training
4.1 Allgemeine Ziele und Ablauf
4.2 Interkulturelle Trainingsmaßnahmen
5 Untersuchung
5.1 Methode
5.2 Der Aufbau des Fragebogens
5.2.1 Vorbereitung
5.2.2 Personalauswahl
5.2.3 Aufbau und Ablauf des Trainings
5.2.4 Erfahrungen mit dem interkulturellen Training
5.3 Auswertung
6 Konzeptentwurf eines interkulturellen Trainingsprogramm
6.1 Planungsphase
6.2 Durchführung
6.2.1 Vorbereitung
6.2.2 Einsatz
6.2.3 Abschluß
6.3 Kontrolle
6.4 Organisationsentwicklung
6.5 Schlußfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Stellenwert interkultureller Kompetenz im Rahmen internationaler Marketingstrategien deutscher Großunternehmen, identifiziert den Status quo der Ausbildung und entwickelt ein bedarfsgerechtes Trainingskonzept.
- Kulturelle Einflussfaktoren auf das internationale Marketing-Management.
- Analyse der interkulturellen Kompetenz in deutschen Großunternehmen.
- Bedeutung der Personalentwicklung für internationale Marketingstrategien.
- Konzeptentwurf eines zielgruppenspezifischen interkulturellen Trainings.
Auszug aus dem Buch
3.1.2.3.2 Produkt
Ein Produkt verfügt über physische - ,symbolische Produktattribute und Dienstleistungsattribute. Der Wunsch nach Kosteneinsparungen führt häufig zu Produktstandardisierung, welche die Kulturunterschiede negiert und vernachlässigt. Der Erfolg der Barbie-Puppe in Japan kam erst zustande, als die äußere Erscheinung dem japanischen Geschmack angepaßt wurde. Das amerikanische Modell mit seinen langen Beinen und großen Busen wurde als nicht attraktiv genug angesehen und abgelehnt. Die Dosensuppen von Campell setzte sich in Brasilien nicht durch, obwohl dort sehr gerne Suppe gegessen wurde. Die nachträgliche Analyse ergab, das die meisten Frauen glaubten mit diesem Produkt ihren Pflichten als Hausfrauen nicht genügend nachzukommen. Instantsuppen, die als Grundlage für weitere eigene Kreationen dienten wurden dagegen akzeptiert. Brasilien ist ein Land mit kollektivistischer Ausrichtung der Kultur.
In Kulturen mit hoher kollektivistischer Einstellung werden Geschäftsbeziehungen auf eine persönliche Basis gestellt, zuerst muß Vertrauen gewonnen werden. Es werden mehr Dienstleistungen, wie Beratung, Reparatur und allgemeine Hilfestellung erwartet, da man ja praktisch zur Familie gehört. Herrscht in der Kultur eines Landes Mißtrauen und eher eine Abneigung Neuem gegenüber, also hohe Unsicherheitsvermeidung, so muß auch hier vor dem Verkauf eine höhere Dienstleistung erbracht werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Stellt das internationale Management in den Kontext der Globalisierung und definiert Kultur als weichen Erfolgsfaktor für marktorientierte Unternehmensführung.
2. Grundlegende Begriffe: Definiert den Kulturbegriff als mentale Programmierung und erläutert interkulturelle Kompetenz als Fähigkeit, interkulturelle Kommunikationsstörungen zu vermeiden.
3 Interkulturelles Marketing: Analysiert den Einfluss kultureller Unterschiede auf das Marketing-Management, von der Analyse über die Konzeption bis hin zur Distribution.
4 Interkulturelles Training: Beschreibt die Ziele interkultureller Ausbildung und stellt diverse Trainingsmethoden vor, um Mitarbeitern den Umgang mit fremden Kulturen zu erleichtern.
5 Untersuchung: Dokumentiert die empirische Befragung von 60 deutschen Großunternehmen zum Status quo ihrer interkulturellen Ausbildung und deren Auswertung.
6 Konzeptentwurf eines interkulturellen Trainingsprogramm: Schlägt ein phasenorientiertes Konzept zur Ausbildung interkultureller Kompetenz vor, das auf vier Zielgruppen basiert.
Schlüsselwörter
Interkulturelle Kompetenz, Internationales Marketing, Personalentwicklung, Unternehmenskultur, Kulturtypologie, Expatriates, Trainingsmethoden, Globalisierung, Marktforschung, Beziehungsmarketing, Interkulturelle Kommunikation, Strategisches Management, Auslandseinsatz, Unternehmenserfolg, Konfliktmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Thema dieser Diplomarbeit?
Die Arbeit behandelt den Stellenwert interkultureller Kompetenz in deutschen Großunternehmen und deren Einbettung in internationale Marketingstrategien sowie die Entwicklung passender Trainingsansätze.
Welche Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Felder sind die Definition von Kultur und interkultureller Kompetenz, interkulturelles Marketing (Marketing-Analyse, Konzeption, Preis, Produkt, Kommunikation, Distribution), Personalentwicklung und interkulturelle Trainingsmethoden.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Ziel ist es, die Notwendigkeit interkultureller Kompetenz für den Unternehmenserfolg aufzuzeigen und ein effektives, kostengünstiges Ausbildungskonzept für verschiedene Mitarbeitergruppen zu entwerfen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Der Autor führt eine empirische Unternehmensbefragung bei 60 großen deutschen Unternehmen mittels eines standardisierten Fragebogens durch, ergänzt durch deskriptive Statistik.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil analysiert, wie Kultur das Marketing beeinflusst und evaluiert den aktuellen Stand der interkulturellen Schulungen in der deutschen Industrie.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Kulturgebundenheit, interkulturelle Sensibilität, interkulturelles Training, globale Wettbewerbsvorteile, Personalstrategie und Expatriates.
Warum spielt die Personalentwicklung eine so große Rolle für das Marketing?
Die Qualität der Human Ressourcen wird in global gesättigten Märkten zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil, da nur geschultes Personal die komplexen interkulturellen Anforderungen des internationalen Geschäfts bewältigen kann.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der Trainingsmaßnahmen?
Er empfiehlt eine Kombination aus verschiedenen Trainingsmethoden und die Berücksichtigung von Zielland-Experten, um eine effiziente Vorbereitung und eine geringere Abbruchquote bei Auslandseinsätzen zu erreichen.
- Quote paper
- Stephan Schwarz (Author), 1998, Der Stellenwert interkultureller Kompetenz. Personalentwicklung als Bestandteil internationaler Marketingstrategien in deutschen Großunternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185184