In der vorliegenden Diplomarbeit geht es zunächst um die Klärung von Begriffen wie „Kultur“, „Interkulturelles Management“ und „Interkulturelle Kommunikation“, die für das Verständnis der dargestellten Zusammenhänge von großer Bedeutung sind. Nach einer kurzen Einschätzung der zunehmenden Betonung interkultureller Kompetenz in der internationalen Wirtschaft nehmen die aktuellen Erkenntnisse der kulturvergleichenden Managementforschung einen breiten Raum ein. Besonders hervorgehoben werden dabei die Arbeiten von HOFSTEDE, TROMPENAARS und ADLER.
Im zweiten Teil der Arbeit wird die praktische Bedeutung Interkulturellen Managements am Beispiel des chinesischen Kulturraumes dargestellt. Nach einer kurzen Erklärung des Begriffs „chinesischer Kulturraum“ wird zusammenfassend die aktuelle politische und wirtschaftliche Lage in der Volksrepublik China erläutert. Im darauffolgenden Kapitel geht es um die Überprüfung der wissenschaftlichen Forschungserkenntnisse im Bezug auf China. Abschließend werden die drei Bereiche Marketing, Personalmanagement und Kommunikation im Rahmen von Verhandlungen erklärt. Dieser besonders praxisbezogene Teil nimmt rund 40 % des Gesamtumfangs der Arbeit ein. Dabei werden Beispiele gegeben, sowie Handlungsanleitungen für eine praktische Tätigkeit in China vermittelt.
Die vorliegende Diplomarbeit leistet somit die Verknüpfung der Forschungs-ergebnisse auf dem Gebiet des Interkulturellen Managements mit der praktischen Bedeutung und Anwendbarkeit in einem der zukünftig wichtigsten Wirtschaftsräume der Welt – China.
Inhaltsverzeichnis
0.) EINLEITUNG: THEMA UND FRAGESTELLUNG DER ARBEIT
I. THEORETISCHE GRUNDLAGEN: DER KULTURELLE KONTEXT INTERNATIONALEN MANAGEMENTS
1. „KULTUR“, „INTERKULTURELLE KOMMUNIKATION“ UND „INTERKULTURELLES MANAGEMENT“
1.1 „Kultur“:
1.2. „Interkulturelle Kommunikation“:
1.3 „Interkulturelles Management“
2. INTERKULTURELLES MANAGEMENT ALS ERFOLGSFAKTOR INTERNATIONALER GESCHÄFTSTÄTIGKEIT
3. DIE KULTURVERGLEICHENDE MANAGEMENTFORSCHUNG ALS ZENTRALE THEORETISCHE GRUNDLAGE
3.1. Problematik des Forschungsgegenstandes
3.2. Managementorientierte Kulturforschung
3.3. Dimensionen von Kultur bei HOFSTEDE:
3.3.1. Dimension Machtdistanz:
3.3.2. Dimension Kollektivismus versus Individualismus
3.3.3. Dimension Maskulinität versus Femininität
3.3.4.Dimension der Unsicherheitsvermeidung
3.3.5. Dimension der konfuzianischen Dynamik
3.4. Weitere Dimensionen von Kultur
3.4.1. Grunddimensionen von Kultur bei ADLER
3.4.2. Dimensionen von Kultur bei TROMPENAARS
II. INTERKULTURELLES MANAGEMENT AM BEISPIEL DES CHINESISCHEN KULTURRAUMES
1. DER CHINESISCHE KULTURRAUM
2. DIE ALLGEMEINE POLITISCHE UND WIRTSCHAFTLICHE SITUATION IM CHINESISCHEN KULTURRAUM
2.1. Politische Situation Ende des 20. Jahrhunderts
2.2. Die wirtschaftliche Situation
2.3. Stand der deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen
2.4. Formen der Markterschließung
3.) DIE CHINESISCHE KULTUR AUS SICHT DER INTERKULTURELLEN MANAGEMENTFORSCHUNG
3.1. Dimensionen Machtdistanz und Statuserreichung:
3.2. Dimensionen Kollektivismus und Partikularismus:
3.3. Dimension der Affektivität:
3.4. Dimension der Konfuzianischen Dynamik:
3.5. Dimension Zeit:
4.) INTERKULTURELLES MANAGEMENT IN CHINA
4.1. Marketing in China
4.1.1. Werbung
4.1.1.1. Rechtsgrundlagen:
4.1.1.2. Die Werbemedien:
4.1.3.3. Werbung in China:
4.1.2. Konsumverhalten:
4.1.3. Produktpolitik:
4.1.4. Der Firmen– und Markenname:
4.1.5. Vertrieb:
4.1.6. Relationship-Marketing und Guanxi:
4.2. Personalmanagement in China
4.2.1. Phasen der kulturellen Anpassung
4.2.2. Interkulturelle Kompetenz
4.2.3. Einsatz deutscher Mitarbeiter im chinesischen Kulturraum:
4.2.3.1. Auswahl der deutschen Mitarbeiter:
4.2.3.2. Vorbereitung des China-Einsatzes:
4.2.3.3. Betreuung während des Einsatzes:
4.2.4. Einsatz von chinesischen Arbeitskräften:
4.2.4.1. Der Arbeitsmarkt in China:
4.2.4.2. Auswahl chinesischer Mitarbeitern:
4.2.4.3. Management von chinesischen Mitarbeitern:
4.2.4.3.1. Alter und Status:
4.2.4.3.2. Motivation und Mitarbeiterführung:
4.3 Vertragsverhandlungen und Kommunikation mit Chinesen
4.3.1. Vorbereitung:
4.3.2. Status:
4.3.3. Verhandlungstrategie und Bedeutung des Vertragsabschlusses:
4.3.4. Die Rolle des Übersetzers:
4.3.5. Zustimmung und Ablehnung:
III. FAZIT UND AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die Diplomarbeit untersucht den kulturellen Kontext des internationalen Managements unter besonderer Berücksichtigung Chinas. Ziel ist es, theoretische Ansätze der interkulturellen Managementforschung mit den praktischen Herausforderungen für westliche Unternehmen zu verknüpfen, um Erfolgsfaktoren für Marketing, Personalmanagement und Verhandlungsführung in einem hochdynamischen Umfeld aufzuzeigen.
- Theoretische Fundierung des interkulturellen Managements durch Ansätze von Hofstede, Trompenaars und Adler
- Analyse des chinesischen Kulturraums unter Berücksichtigung sozio-kultureller Spezifika
- Praxisorientierte Strategien für Marketing und Personalmanagement in China
- Kommunikationsgrundlagen und Verhandlungstaktiken bei deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen
Auszug aus dem Buch
Dimension der Statuserreichung
In verschiedenen Kulturen wird der Status eines Menschen auf unterschiedliche Weise gewährt. Status kann zum einen gewährt werden, durch das, was ein Mensch in seinem Leben erreicht hat, zum Beispiel im Beruf („Achievement“). Möglich ist dies jedoch auch aufgrund von Alter, sozialen Beziehungen, Ausbildung oder ähnlichem („Ascription“). Dabei spielt dann die Leistung eine geringere Rolle. TROMPENAARS drückt das so aus:
„Achievement means that you are judged on what you have recently accomplished on your record. Ascription means that status is attributed to you by birth, kinship, gender or age, but also by your connections...and your educational record.“
Anerkennung durch die Leistung und das Erreichte kann auch als „doing-oriented“, durch die Stellung als „being-oriented“ bezeichnet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
0.) EINLEITUNG: THEMA UND FRAGESTELLUNG DER ARBEIT: Diese Einleitung beleuchtet die zunehmende globale wirtschaftliche Integration und begründet die Notwendigkeit, kulturelle Faktoren in die Managementstrategien international tätiger Unternehmen zu integrieren.
I. THEORETISCHE GRUNDLAGEN: DER KULTURELLE KONTEXT INTERNATIONALEN MANAGEMENTS: Dieser Teil legt die Basis durch die Definition zentraler Begriffe wie Kultur, interkulturelle Kommunikation und interkulturelles Management, unterfüttert durch die Ansätze bekannter Kulturforscher.
II. INTERKULTURELLES MANAGEMENT AM BEISPIEL DES CHINESISCHEN KULTURRAUMES: Hier erfolgt die Anwendung der theoretischen Konzepte auf den chinesischen Raum, wobei politische, wirtschaftliche und kulturelle Rahmenbedingungen für die Geschäftstätigkeit analysiert werden.
III. FAZIT UND AUSBLICK: Das Fazit resümiert die Notwendigkeit, interkulturelles Management als essenziellen Erfolgsfaktor zu verstehen und plädiert für eine kultursensible Anpassung von Unternehmensstrategien.
Schlüsselwörter
Interkulturelles Management, Kulturforschung, China, Globalisierung, Geert Hofstede, Fons Trompenaars, Nancy Adler, interkulturelle Kommunikation, Marketing in China, Personalmanagement, Guanxi, Vertragsverhandlungen, Statuserreichung, Konfuzianismus, Joint Ventures
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Schnittstelle zwischen interkulturellem Management und dem chinesischen Wirtschaftsraum. Sie analysiert, wie kulturelle Unterschiede die Geschäftstätigkeit beeinflussen und wie Unternehmen diese Herausforderungen erfolgreich meistern können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen die theoretische Kulturforschung (mit Fokus auf Dimensionen von Hofstede und anderen), die Analyse der politischen und wirtschaftlichen Lage Chinas sowie praktische Managementbereiche wie Marketing, Personalwesen und Verhandlungsführung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, eine Brücke zwischen theoretischer kulturvergleichender Managementforschung und der praktischen Anwendung in China zu schlagen, um eine Sensibilisierung für kulturelle Hintergründe zu erreichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich primär auf eine fundierte Literaturrecherche, die wissenschaftliche Managementtheorien mit praxisbezogenen Ratgebern, Fachartikeln und Berichten aus dem Wirtschaftsalltag in China kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Kulturdimensionen und einen umfangreichen Praxisteil, der Marketingstrategien, Personalmanagement (einschließlich Expatriate-Betreuung) und die Besonderheiten chinesischer Verhandlungsführung detailliert darstellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören interkulturelles Management, Kulturdimensionen (Hofstede), chinesischer Kulturraum, Guanxi, Joint Ventures und interkulturelle Kompetenz.
Warum ist das Konzept "Guanxi" für deutsche Firmen in China so bedeutend?
Guanxi beschreibt soziale Netzwerke und gegenseitige Verpflichtungen. In China sind diese informellen persönlichen Beziehungen oft die Grundlage für geschäftlichen Erfolg, da sie Vertrauen schaffen, das über formale Verträge hinausgeht.
Wie beeinflusst das "Gesicht wahren" die Verhandlungspraxis?
Das Konzept des Gesichtswahrens macht Kritik in Verhandlungen schwierig, da offene Ablehnung oder direktes Ansprechen von Problemen das Gegenüber bloßstellen könnte. Erfolgreiches Verhandeln erfordert daher Taktgefühl, Indirektheit und einen Fokus auf Harmonie.
- Citation du texte
- Andreas Meermann (Auteur), 1998, Der kulturelle Kontext internationalen Managements unter besonderer Berücksichtigung des chinesischen Kulturraumes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185262