Auf dem Weg ins 21. Jahrhundert vollzieht sich der Wandel hin zu einer umfassenden Kommunikations- und Informationsgesellschaft mit einer ungeheuren Dynamik. Möglich geworden ist dies vor allem durch die großen Fortschritte in der Telekommunikation des ausklingenden 20. Jahrhunderts. Die zunehmende Verschmelzung der klassischen Kommunikationstechnik mit der Informationstechnik, die insbesondere ihren Ausdruck im rasanten Wachstum weltumspannender computergestützter Netzwerksysteme findet, wird von vielen Fachleuten als genauso revolutionär angesehen wie die Erfindung des PC oder des Telefons.
Im Zuge dieser Entwicklungen entstand mit dem Internet respektive Intranet ein neues Kommunikationsmedium, welches sowohl die Gesellschaftsstruktur als auch die Wirtschaftsstruktur maßgeblich beeinflußt. Zukünftig wird es für ein Unternehmen immer mehr darauf ankommen, diese Technologien so in vorhandene Geschäftsprozesse zu integrieren, daß sie die Erzielung und Erhaltung von Wettbewerbsvorteilen ermöglichen.
Zielsetzung dieser Arbeit ist die Analyse der Gestaltung vertikaler Hersteller-Handels-Endabnehmer-Beziehungen mittels moderner Netzwerkkonzepte. Dabei wird vor allem der Einsatz der Internet- respektive Intranet-Technologie einer genaueren Betrachtung unterzogen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Abgrenzung des Analyseobjektes und begriffliche Grundlagen
2.1 Electronic Commerce
2.2 Die Netzwerktechnologie
2.2.1 Überblick und technische Grundlagen
2.2.2 Internet und Intranet - Grundlagen und Abgrenzung
2.3 Die Wertkette des Handels
3 Business-to-Business-Transaktionen
3.1 Überblick
3.2 Aktuelle Tendenzen im Handelsmanagement
3.2.1 Global Sourcing
3.2.2 Strategische Allianzen
3.2.3 Efficient Consumer Response
3.2.4 IuK-Technologie als integrative Klammer
3.3 Moderne IuK-Technologien und ihre Bedeutung für die Versorgungskette
3.3.1 Technologische Voraussetzungen für die zwischenbetriebliche Kommunikation
3.3.1.1 Überblick
3.3.1.2 Scanning als Basis
3.3.1.3 Integrierte computergestützte WWS als Kommunikationsschnittstelle
3.3.1.4 Zwischenbetriebliche Kommunikation durch EDI
3.3.1.4.1 Überblick und Grundlagen
3.3.1.4.2 EDI-Standards
3.3.1.4.3 Rolle der EDI-Dienstleister
3.3.1.4.4 Zukunftsaspekte der EDI-Technologie
3.3.2 Beschaffung und Logistik im Rahmen des Supply Chain Management
3.3.2.1 Grundlagen
3.3.2.2 Effiziente operative Logistik
3.3.2.3 Effiziente Lagernachschubversorgung
3.3.2.4 Effiziente Administration
3.3.3 Marketing im Rahmen des Category Management
3.3.3.1 Grundlagen
3.3.3.2 Effiziente Sortimentsgestaltung
3.3.3.3 Effiziente Verkaufsförderung
3.3.3.4 Effiziente Produktentwicklung und -einführung
3.4 Zusammenfassung und Wertung
4 Business-to-Customer-Transaktionen
4.1 Überblick
4.2 Formen und Faktoren der Online-Distribution
4.2.1 Grundlagen
4.2.2 Kennzahlen und Entwicklung der internet-basierten Transaktionen
4.2.3 Rahmenbedingungen und kritische Erfolgsfaktoren der Online-Distribution
4.2.3.1 Rechtliche Rahmenbedingungen
4.2.3.2 Technische Rahmenbedingungen
4.2.3.3 Unternehmensbezogene Erfolgsfaktoren
4.2.3.3.1 Das Produktangebot
4.2.3.3.2 Die Online-Strategie
4.2.3.4 Akzeptanz des Konsumenten
4.2.3.5 Zusammenfassung und Implikationen
4.2.4 Entwicklungsstufen zur Online-Distribution
4.2.4.1 Überblick
4.2.4.2 Präsenz im Internet
4.2.4.3 Marketingdialog und Kundenkommunikation im Internet
4.2.4.4 Vertrieb über das Internet
4.2.4.5 Zusammenfassung
4.2.5 Neue Betriebstypen durch Home-Shopping
4.2.5.1 Die Ausgangssituation
4.2.5.2 Konzeptionelle und technische Aspekte der Betriebstypenpolitik
4.3 Zusammenfassung und Ausblick
5 Business-to-Business-to-Customer-Transaktionen
5.1 Die Ausgangssituation
5.2 Virtuelle Unternehmen
5.2.1 Das Konzept der virtuellen Unternehmen
5.2.2 Virtuelle Einzelunternehmen
5.2.3 Virtuelle Verbundunternehmen
6 Zusammenfassende Ergebnisse und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die Gestaltung vertikaler Beziehungen zwischen Herstellern, Handelsunternehmen und Endabnehmern unter dem Einsatz moderner Netzwerktechnologien wie Internet und Intranet, um Wettbewerbsvorteile im Handelsmanagement zu erzielen.
- Einsatz von IuK-Technologien zur vertikalen Integration von Geschäftsprozessen.
- Untersuchung von B2B-Transaktionen im Kontext von Supply Chain Management und ECR.
- Analyse von B2C-Transaktionen und modernen Online-Distributionsformen.
- Integration von EDI-Systemen als technologische Basis für effizienten Datenaustausch.
- Bewertung strategischer Optionen wie virtuelle Unternehmen und Electronic Shopping.
Auszug aus dem Buch
3.2.3 Efficient Consumer Response
Der ECR-Ansatz als strategische Dimension markiert eine aktuelle Stoßrichtung im Handelsmanagement. Da dieses Konzept wichtige Implikationen für den Analyseschwerpunkt der Arbeit im Rahmen der Business-to-Business-Transaktionen liefert, steht es im weiteren Verlauf der Untersuchung im Vordergrund der Betrachtungen.
Allgemein handelt es sich bei ECR um einen Ansatz „zur Verbesserung der Zusammenarbeit in der gesamten Wertschöpfungskette“ zwischen Handel und Industrie. Ein derartiges radikales Überdenken historisch gewachsener Beziehungsgeflechte mag zunächst aufgrund des jeher von hohem Konfliktpotential belasteten Verhältnisses zwischen Handel und Industrie verwundern. Hauptverantwortlich für die Tendenz hin zu solchen neuen Formen der vertikalen Kooperation ist vor allem die gegenwärtige Marktsituation, der sich sowohl die Hersteller- als auch die Handelsunternehmen gegenüber sehen. Beide Parteien agieren gegenwärtig vor dem Hintergrund eines zunehmenden Verdrängungswettbewerbs bei stagnierenden Umsätzen und steigenden Kosten. Darüber hinaus haben beide Seiten ihr unternehmensinternes Rationalisierungspotential weitgehend ausgeschöpft. Die Endabnehmer der Versorgungsleistungen stellen zugleich immer höhere Anforderungen an Produkte, Sortimente und Serviceleistungen bei gleichzeitig sinkender Ausgabebereitschaft. Das ECR-Konzept, als ein Re-Engineering-Ansatz zur Erhöhung der Wertschöpfung entlang der gesamten Lieferkette zwischen Herstellern und Handel, eröffnet vor diesem Hintergrund weitere Rationalisierungspotentiale durch die Möglichkeit, den gesamten Wertschöpfungsprozeß zu optimieren. Als wesentliche Gestaltungsfelder können Kooperationen in der Logistik (Supply Chain Management) und Kooperationen im Marketing (Category Management) unterschieden werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in den Wandel zur Kommunikations- und Informationsgesellschaft ein und definiert das Ziel der Arbeit, die Gestaltung vertikaler Beziehungen mittels moderner Netzwerkkonzepte zu analysieren.
2 Abgrenzung des Analyseobjektes und begriffliche Grundlagen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Electronic Commerce und erläutert die Bedeutung von Netzwerktechnologien sowie das Konzept der Wertkette im Handel.
3 Business-to-Business-Transaktionen: Der Fokus liegt auf der zwischenbetrieblichen Zusammenarbeit zwischen Industrie und Handel, insbesondere durch Supply Chain Management, ECR-Ansätze und den Einsatz von EDI.
4 Business-to-Customer-Transaktionen: In diesem Kapitel werden absatzseitige Aktivitäten zum Endabnehmer hin sowie Potenziale und Erfolgsfaktoren des Online-Shoppings und der Online-Distribution betrachtet.
5 Business-to-Business-to-Customer-Transaktionen: Hier werden die Ergebnisse der vorangegangenen Kapitel integrativ zusammengeführt, mit besonderem Augenmerk auf das Konzept der virtuellen Unternehmen.
6 Zusammenfassende Ergebnisse und Ausblick: Das Fazit fasst die Relevanz der Netzwerktechnologien für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit zusammen und betont die Notwendigkeit einer konsequenten Kundennutzenorientierung.
Schlüsselwörter
Electronic Commerce, Internet, Intranet, Handel, Supply Chain Management, Efficient Consumer Response, EDI, Warenwirtschaftssystem, Online-Distribution, Category Management, virtuelle Unternehmen, Wertschöpfungskette, Netzwerktechnologie, Scanning, EDIFACT.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit befasst sich mit dem Einsatz von modernen Netzwerktechnologien wie Internet und Intranet in Handelsunternehmen und deren Bedeutung für die Gestaltung vertikaler Geschäftsbeziehungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Transformation von Handelsprozessen durch IuK-Technologien, die Optimierung der Versorgungskette (Supply Chain Management) und die Realisierung von Online-Distributionskonzepten.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Analyse, wie moderne Netzwerkkonzepte und vertikale Kooperationen zwischen Herstellern und Händlern genutzt werden können, um Wettbewerbsvorteile zu generieren und Ineffizienzen abzubauen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf einer fundierten Literaturrecherche und der Auswertung empirischer Studien sowie konkreter Praxisbeispiele von Unternehmen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Business-to-Business-Kooperationen (ECR, EDI, Logistik) und Business-to-Customer-Transaktionen (Online-Shopping, Internet-Strategien).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Electronic Commerce, ECR (Efficient Consumer Response), EDI, Supply Chain Management, Category Management und virtuelle Unternehmen.
Welche Rolle spielt EDI bei der Optimierung der Versorgungskette?
EDI dient als essenzielles Werkzeug für den standardisierten Austausch von strukturierten Handelsdaten, wodurch Medienbrüche vermieden und die Effizienz der Kommunikation zwischen Herstellern und Handel massiv gesteigert wird.
Warum ist die Kundennutzenorientierung im Online-Handel so entscheidend?
Der Kunde ist nicht zwingend auf Online-Angebote angewiesen; daher muss das Internet-Engagement einen echten Mehrwert gegenüber dem stationären Handel bieten, um emotionale und technische Barrieren beim Konsumenten zu überwinden.
- Quote paper
- Jörg Schwarz (Author), 1998, Internet- und Intranet-Einsatz im Handel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185276