Kein anderes Medium hat in den letzten Jahren für soviel Furore gesorgt wie das Inter-net. War es Anfang der 90er Jahre überwiegend Computerspezialisten bekannt, so ist
heute ein atemberaubender Anstieg der Bekanntheit und der Nutzung festzustellen.
Nach neuesten Untersuchungen stieg die Zahl der Internetnutzer in Deutschland 1998 innerhalb eines halben Jahres um 33 % von 5,6 Millionen auf mittlerweile ca. 7,3 Milli-onen User.
Eng mit diesen steigenden Nutzerzahlen verbunden ist die wachsende Relevanz des Internet als Marketinginstrument. Das Internet kann bspw. als Instrument der Kommu-nikationspolitik (z.B. Darstellung des eigenen Unternehmens im Internet) oder als Me-dium der Distributionspolitik (z.B. Verkauf von Produkten über das Internet) dienen. Als dritten großen Einsatzbereich liegt es nahe, das Internet für die Zwecke der Markt-forschung zu nutzen. Im Rahmen dieser Arbeit sollen die Einsatzmöglichkeiten und Grenzen des Internet aus Sicht der Marktforschung untersucht und aufgezeigt werden. Zu diesem Themenkomplex existieren bislang noch keine umfassenden Veröffentlichungen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Themenbegründung
1.2 Vorgehensweise und Zielsetzung
2. Marktforschung
2.1 Begriffsdefinition
2.2 Aufgaben und Ziele
2.3 Informationsquellen und Erhebungsmethoden
2.3.1 Sekundärforschung
2.3.2 Primärforschung
3. Internet
3.1 Geschichte und Funktionsweise des Internet
3.2 Die Internet-Dienste
3.2.1 Das World Wide Web
3.2.2 E-Mail
3.2.3 Themenbezogene Kommunikationsdienste
3.2.4 Sonstige Dienste: FTP, Telnet, Gopher, WAIS
3.3 Die Nutzer des Internet
4. Sekundärforschung im Internet
4.1 Recherche im World Wide Web
4.1.1 Charakteristika von Informationen im WWW
4.1.2 Surfen
4.1.3 Suchdienste
4.1.4 Folgerungen für die Sekundärforschung
4.2 Recherche in Online-Datenbanken
4.2.1 Grundlagen
4.2.2 Abfragetechniken und Suchstrategien
4.2.3 Wichtige Datenbanken und Datenbankanbieter
4.2.4 Vor- und Nachteile
4.3 Beurteilung der Qualität von Sekundärinformationen
4.3.1 Analyse der Datenqualität
4.3.2 Analyse der Informationsquelle
4.4 Zusammenfassung
5. Primärforschung im Internet
5.1 Befragungen im Internet
5.1.1 E-Mail-Befragungen
5.1.2 Umfragen im World Wide Web
5.1.3 Interviews im Internet
5.1.4 Übersicht
5.2 Beobachtung im Internet
5.2.1 Datenerfassung im WWW
5.2.1.5 Rechtliche Aspekte
5.2.2 Datenerfassung durch E-Mails, in Newsgroups und Mailing-Listen
5.2.3 Kennzahlen der Nutzung
5.3. Das Problem der Repräsentativität
5.3.1 Theoretische Grundlagen zu Repräsentativität und Stichprobenauswahl
5.3.2 Praktische Probleme und Lösungsansätze
5.4 Zusammenfassung
6. Schlußbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Internet als neues Instrument der Marktforschung, indem sie dessen Einsatzmöglichkeiten und Grenzen kritisch beleuchtet. Ziel ist es, die spezifischen Anforderungen an die Recherche und Datenerhebung in diesem digitalen Medium zu analysieren und zu bewerten, inwieweit das Internet als Standardinstrument für die Marktforschung geeignet ist.
- Analyse des Internet als Informationsquelle (Sekundärforschung)
- Untersuchung technischer und methodischer Aspekte der Online-Primärforschung
- Bewertung der Datenqualität und Repräsentativität bei Internet-Erhebungen
- Evaluierung von Suchdiensten und Online-Datenbanken
- Diskussion rechtlicher und ethischer Rahmenbedingungen beim Einsatz digitaler Erhebungsmethoden
Auszug aus dem Buch
1.1 Themenbegründung
Kein anderes Medium hat in den letzten Jahren für soviel Furore gesorgt wie das Internet. War es Anfang der 90er Jahre überwiegend Computerspezialisten bekannt, so ist heute ein atemberaubender Anstieg der Bekanntheit und der Nutzung festzustellen. Nach neuesten Untersuchungen stieg die Zahl der Internetnutzer in Deutschland 1998 innerhalb eines halben Jahres um 33 % von 5,6 Millionen auf mittlerweile ca. 7,3 Millionen User.
Eng mit diesen steigenden Nutzerzahlen verbunden ist die wachsende Relevanz des Internet als Marketinginstrument. Das Internet kann bspw. als Instrument der Kommunikationspolitik (z.B. Darstellung des eigenen Unternehmens im Internet) oder als Medium der Distributionspolitik (z.B. Verkauf von Produkten über das Internet) dienen. Als dritten großen Einsatzbereich liegt es nahe, das Internet für die Zwecke der Marktforschung zu nutzen. Im Rahmen dieser Arbeit sollen die Einsatzmöglichkeiten und Grenzen des Internet aus Sicht der Marktforschung untersucht und aufgezeigt werden. Zu diesem Themenkomplex existieren bislang noch keine umfassenden Veröffentlichungen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung begründet das Thema durch die wachsende Relevanz des Internets als Marketinginstrument und erläutert das methodische Vorgehen der Arbeit.
2. Marktforschung: Dieses Kapitel definiert die Grundlagen der Marktforschung sowie deren Prozessschritte und grenzt die traditionellen Methoden der Primär- und Sekundärforschung voneinander ab.
3. Internet: Dieser Abschnitt bietet einen Überblick über die Geschichte, die Funktionsweise und die wichtigsten Dienste des Internets sowie eine Analyse der Nutzerstruktur.
4. Sekundärforschung im Internet: Hier wird der Einsatz des Internets und von Online-Datenbanken als Instrument zur Sekundärrecherche kritisch untersucht und ein Kriterienkatalog zur Qualitätsbewertung vorgestellt.
5. Primärforschung im Internet: Dieses Kapitel widmet sich der Nutzung des Internets zur Datengewinnung mittels Befragungen und Beobachtungen sowie dem methodischen Kernproblem der Repräsentativität.
6. Schlußbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Eignung des Internets als Instrument der Marktforschung zusammen und betont die Notwendigkeit, das Internet in den Methoden-Mix zu integrieren.
Schlüsselwörter
Marktforschung, Internet, Sekundärforschung, Primärforschung, World Wide Web, Online-Datenbanken, Befragung, Beobachtung, Repräsentativität, Suchdienste, Webtracking, Datenschutz, Datenqualität, Informationsbeschaffung, Nutzerstruktur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht das Internet als ein neues, potenzielles Instrument für die moderne Marktforschung und analysiert, wie bestehende Forschungsmethoden auf dieses Medium übertragen oder angepasst werden können.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der Internet-gestützten Sekundärforschung, der Primärforschung durch Online-Befragungen und -Beobachtungen sowie der kritischen Bewertung der dabei entstehenden methodischen Probleme.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Marktforscher das Internet effektiv und methodisch korrekt als Informationsquelle und Erhebungsinstrument nutzen können, wobei insbesondere die Grenzen der Repräsentativität kritisch hinterfragt werden.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung der Marktforschung, einer detaillierten Analyse von Internet-Diensten und einer kritischen Auseinandersetzung mit empirischen Erhebungsmethoden in digitalen Umgebungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Online-Suchdiensten und Datenbanken für die Sekundärforschung sowie in die detaillierte Analyse von Online-Befragungs- und Beobachtungsmethoden in der Primärforschung.
Welche Schlüsselbegriffe sind für die Arbeit zentral?
Wichtige Begriffe umfassen unter anderem Online-Marktforschung, Repräsentativität, Selbstselektion, Suchmaschinen, Datenqualität, Webtracking und die rechtlichen Aspekte des Datenschutzes im Internet.
Wie unterscheidet sich die Online-Befragung von der klassischen Befragung?
Die Online-Befragung bietet technologische Vorteile wie Kosteneffizienz und Schnelligkeit, steht jedoch vor Herausforderungen wie der Unbestimmtheit der Grundgesamtheit und dem Problem der Selbstselektion, die bei klassischen Befragungen eher kontrollierbar sind.
Warum ist das Thema der "Repräsentativität" in dieser Arbeit so wichtig?
Repräsentativität ist eine Grundvoraussetzung für wissenschaftlich valide Marktforschung; da das Internet jedoch keine einfache Zufallsauswahl der Gesamtbevölkerung zulässt, ist die Frage, wie repräsentative Stichproben online überhaupt gebildet werden können, ein kritischer Kernpunkt der Arbeit.
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- Christian Sass (Autor), 1999, Das Internet als Instrument der Marktforschung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185356