Die Wissenschaft und die Wirtschaft sind auf leistungsfähige Möglichkeiten zur Beschaffung, Organisation und zum Austausch von Information sowie zur inter- und intradisziplinären
Kommunikation angewiesen. Durch den hohen Stellenwert der Information in der heutigen Zeit spricht man auch von einer Informationsgesellschaft. Der Zeitraum, in welchem erworbenes Wissen veraltet oder eine Verdopplung neuen Wissens stattfindet, sinkt
dramatisch. Der hohe Informationszuwachs oder die bereits vorhandene Informationsmenge führt zu Problemen. In den letzten 30 Jahren fiel mehr Information an als in den 5000 Jahren zuvor. Alleine auf dem Gebiet der Informatik existieren international etwa
6000 regelmäßig erscheinende Zeitschriften und jedes Jahr erscheinen über 1000 neue Bücher.
Durch die Verwendung von Nutzerprofilen können intelligente und lernfähige Informationssysteme geschaffen werden. So wird die Effizienz und Effektivität der Informationssuche enorm gesteigert. Neue Techniken zur Informationsfilterung sollen auch weniger versierten Anwendern eine einfache und benutzerfreundliche Informationssuche ermöglichen. Durch weitere Automatisierung kann erreicht werden, daß der Anwender immer automatisch die neuste Information in den für ihn interessanten Bereich oder Wissensgebiet erhält.
Inhaltsverzeichnis
1 PROBLEM
2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN
2.1 Grundlagen zum Internet
2.2 Der Begriff Information
2.3 Grundlagen der Informationsfilterung
2.3.1 Information Retrieval
2.3.1.1 Dokumentation
2.3.1.2 Linguistische Probleme beim Information Retrieval
2.3.1.3 Evaluation des Information Retrieval
2.3.1.4 Wissensrepräsentation für Texte
2.3.1.5 Information Retrieval Modelle
2.3.2 Informationsfilterung
2.4 Software-Agenten
2.5 Grundlegende Betrachtungen zu Nutzerprofilen
3 INITIALISIERUNG VON NUTZERPROFILEN
3.1 Explizite Initialisierung
3.2 Initialisierung anhand von Nutzereigenschaften
3.3 Initialisierung anhand eines Fragenkataloges
3.4 Initialisierung anhand von Beispielen
3.5 Initialisierung anhand der Bewertung durch den Nutzer
3.6 Implizite Initialisierung
3.7 Kollaborative Initialisierung
4 MODELLIERUNG UND AUSWERTUNG VON NUTZERPROFILEN
4.1 Allgemeine Betrachtungen
4.2 Nutzerprofil auf der Basis einer Klassifikation
4.3 Nutzerprofil auf der Basis von Stereotypen
4.4 Nutzerprofil auf der Basis eines Vektorraum-Modells
4.5 Nutzerprofil auf der Basis eines wissensbasierten Systems
4.5.1 Semantische Netze
4.5.2 Frame-Struktur
4.6 Nutzerprofil für datenintensive WWW-Seiten
4.7 Entwicklungssysteme für Nutzerprofile
4.8 Datenstrukturen für Nutzerprofile
4.8.1 Listenstruktur
4.8.2 Baumstruktur
5 LERNVERFAHREN FÜR NUTZERPROFILE
5.1 Lernen auf Grund von Relevance Feedback
5.2 Genetik-Algorithmus
5.3 Neuronale Netze
6 NEWT EIN SYSTEM ZUR INFORMATIONSFILTERUNG
7 ZUSAMMENFASSUNG, AUSBLICK
8 THESEN
Zielsetzung & Themen
Diese Diplomarbeit befasst sich mit der Herausforderung, relevante Informationen aus der wachsenden Informationsflut des Internets effizient zu filtern und personalisiert aufzubereiten. Das zentrale Ziel der Arbeit ist die Untersuchung innovativer Ansätze zur Modellierung und Auswertung von Nutzerprofilen, die es ermöglichen, Informationssysteme lernfähig und anpassungsfähig an individuelle Nutzerinteressen zu gestalten.
- Grundlagen der Informationsfilterung und Information Retrieval
- Verfahren zur Initialisierung von Nutzerprofilen
- Modellierungstechniken wie Klassifikation, Stereotypen und wissensbasierte Systeme
- Lernverfahren für Nutzerprofile (z. B. Genetik-Algorithmen und neuronale Netze)
- Praktische Umsetzung im System "NewT" zur personalisierten Newsgroup-Filterung
Auszug aus dem Buch
2.4 Software-Agenten
Dem Nutzer soll die mühsame und zeitraubende Arbeit der Suche nach relevanter Information erleichtert werden. Einen solchen innovativen Ansatz liefert die Technologie von intelligenten Softwareagenten. Während gewöhnliche Anwendungen maschinengleich nach einem vorgegebenen Schema Aufträge abarbeiten, bieten intelligente Agenten fast menschliche Qualitäten. Sie kennen ihr Arbeitsumfeld und behalten ständig das Geschehen darin im Auge. Durch ihre Kenntnis und ihr Beobachtungsvermögen sind sie in der Lage autonom maßgeschneiderte Pläne zu entwerfen, um ihre Aufgaben optimal zu erledigen. Bei Bedarf koordinieren und kommunizieren sie auch mit ihresgleichen und delegieren Aufgaben weiter.
Auch wenn etwas unvorhergesehenes auftritt, reagieren sie flexibel darauf. Gerade in der Informationssuche (Information Retrieval, Informationsfilterung) im Internet bringen intelligente, mobile Agenten dem Benutzer enorme Vorteile. Agenten werden ausgesendet und liefern in angemessener Zeit das Ergebnis ihrer Recherche zurück. Informationsfilteragenten sammeln alle aktuellen Artikel zu dem gewünschten Thema und stellen dem Anwender die wesentlichen Inhalte zur Verfügung.
Diese Agenten suchen die Information aus verschiedenen Quellen, wie z.B. WWW-Seiten oder Nachrichtenbereiche usw. zusammen. Sie Filtern diese Information auf der Basis der persönlichen Präferenzen des Nutzers und übergeben die gefilterten Inhalte aufbereitet an den Nutzer. Typischerweise werden diese Inhalte in einer WWW-Seite oder E-Mail-Nachricht weitergegeben.
Zusammenfassung der Kapitel
1 PROBLEM: Erläutert die Problematik der rasant wachsenden Informationsmenge und die Notwendigkeit effizienter Filterungstechnologien.
2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN: Vermittelt grundlegende Kenntnisse über Internetstrukturen, den Informationsbegriff sowie die Konzepte des Information Retrieval und der Informationsfilterung.
3 INITIALISIERUNG VON NUTZERPROFILEN: Beschreibt verschiedene Verfahren, um Nutzerpräferenzen zu erfassen, von expliziten Abfragen bis zu impliziten Beobachtungsmethoden.
4 MODELLIERUNG UND AUSWERTUNG VON NUTZERPROFILEN: Detaillierte Darstellung der technischen Umsetzung von Nutzerprofilen durch Klassifikation, Stereotypen, Vektorraum-Modelle und wissensbasierte Ansätze.
5 LERNVERFAHREN FÜR NUTZERPROFILE: Analysiert Algorithmen wie Relevance Feedback, Genetik-Algorithmen und neuronale Netze zur kontinuierlichen Verbesserung der Profilqualität.
6 NEWT EIN SYSTEM ZUR INFORMATIONSFILTERUNG: Fallbeispiel für ein praktisches System, das die erarbeiteten Konzepte zur personalisierten Filterung von Newsgroups anwendet.
7 ZUSAMMENFASSUNG, AUSBLICK: Fasst die Kernergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung personalisierter Informationsdienste.
8 THESEN: Listet die zentralen Schlussfolgerungen der Diplomarbeit auf.
Schlüsselwörter
Informationsfilterung, Information Retrieval, Nutzerprofile, Wissensrepräsentation, Software-Agenten, Initialisierung, Modellierung, Klassifikation, Stereotypen, Vektorraum-Modell, Relevance Feedback, Genetik-Algorithmus, Neuronale Netze, NewT, Personalisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie durch den Einsatz von Nutzerprofilen und lernfähigen Systemen die Informationssuche im Internet automatisiert und personalisiert werden kann, um der Informationsflut effizient zu begegnen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Felder sind die theoretischen Grundlagen des Information Retrievals, Methoden zur Initialisierung und Modellierung von Nutzerprofilen sowie verschiedene Lernverfahren zur kontinuierlichen Verbesserung dieser Profile.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erarbeitung von Ansätzen zur Modellierung und Auswertung von Nutzerprofilen, die eine personalisierte und effektive Informationsfilterung für unterschiedliche Anwender ermöglichen.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?
Es werden klassische Ansätze wie die Klassifikation und Vektorraum-Modelle sowie moderne Methoden wie die Nutzung von Software-Agenten, genetischen Algorithmen und neuronalen Netzen untersucht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Initialisierung von Profilen, deren Modellierung (z.B. mittels Frames oder semantischer Netze), die Analyse von Lernverfahren sowie die Vorstellung des Systems NewT als konkrete Anwendung.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Informationsfilterung, Nutzerprofile, Personalisiertes Information Retrieval, Software-Agenten und Lernverfahren.
Was ist das Besondere am System "NewT"?
NewT ist ein spezialisiertes System, das intelligente Software-Agenten und genetische Algorithmen nutzt, um gezielt relevante Artikel aus USENET-Newsgroups basierend auf dem Nutzerinteresse zu filtern.
Wie unterscheidet sich "kollaborative Initialisierung" von anderen Verfahren?
Sie nutzt bestehende Profile anderer Nutzer als Ausgangsbasis, um die Neuinitialisierung eines eigenen Profils zu beschleunigen, anstatt bei Null anzufangen.
Welche Rolle spielt der "Genetik-Algorithmus" im Kontext der Arbeit?
Er dient als Lernmechanismus, um Nutzerprofile dynamisch anzupassen und durch Crossover und Mutation immer besser an die sich ändernden Interessen und Präferenzen des Nutzers zu optimieren.
- Quote paper
- Bernd Reiner (Author), 1999, Modellierung und Auswertung von Nutzerprofilen zur personalisierten Informationsfilterung und -aufbereitung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185364