Informationen gewinnen in Unternehmen heutzutage eine immer größer werdende Bedeutung, da die Globalisierung und kürzer werdende Entwicklungszyklen die Wirtschaft verändern und die Unternehmen zwingen, schneller auf Veränderungen des Marktes zu reagieren.
Die Aufgabe der Versorgung des Unternehmens bzw. der Führungsebene des Unternehmens mit Informationen fällt dabei v. a. dem Controlling zu, dem neben den Aufgaben der Planung, Kontrolle und Steuerung auch die Aufgabe zur Informationsaufbereitung bzw. –versorgung zukommt. Damit das Controlling seiner Aufgabe zur Informationsversorgung gerecht werden kann, sollte es die im Unternehmen vorhandenen und die extern gelieferten Daten mit anwenderorientierter Zweckorientierung zusammensetzen, um daraus zielgerichtete Informationen als Entscheidungsgrundlage für die Führungsebene im Unternehmen gewinnen zu können. Diese zielgerichteten Informationen können dann in einem Führungsinformationssystem gespeichert und bei Bedarf vom Management abgerufen werden.
Um die Fehler, die bei der Entwicklung der IS-Konzeptionen in den sechziger und siebziger Jahren begangen wurden, zu verhindern, wurde der Beachtung von inhaltlichen, benutzerbezogenen und konzeptionellen Anforderungen bei der Entwicklung von modernen IS-Lösungen ein hoher Stellenwert eingeräumt.
Eine dieser modernen IS-Lösungen ist das EIS (Executive Information System) der SAP AG, dessen Stärken und Schwächen in dieser Arbeit sowohl theoretisch als auch praktisch aufgezeigt werden. Die praktische Analyse wurde dabei mithilfe mehrerer Experteninterviews mit namhaften Entwicklern, Beratern und Anwendern durchgeführt.
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung
2 Controlling und IS-Konzeptionen
2.1 Informationstechnologischer Controllingbegriff
2.1.1 Definition des Controllingbegriffes
2.1.2 Aufgaben des Controlling
2.2 Begriffsbestimmung und Historie von Informationssystemen
2.2.1 Entstehung von Informationssystemen
2.2.2 Arten von Informationssystemen
2.2.3 Gründe für das ‚Scheitern‘ früherer Informationssystem-Lösungen
2.3 Anforderungen an ein modernes DV-gestütztes Führungsinformationssystem
2.3.1 Inhaltliche Anforderungen
2.3.2 Benutzerbezogene Anforderungen
2.3.3 Konzeptionelle Anforderungen
2.3.4 Neuere technologische Entwicklungen
3 Das Führungsinformationssystem-Konzept der SAP AG
3.1 Entwicklung der SAP AG
3.2 Bedeutung und Aufbau von SAP R/3 Release 4.0B
3.3 Das Executive Information System der SAP AG
3.3.1 Leistungsumfang der EC-EIS-Komponente
3.4 Funktionsumfang des Business Information Warehouse
3.4.1 Der Business Information Warehouse Server
3.4.2 Der Business Explorer
3.4.3 Die Administrator Workbench
4 Erfahrungsberichte von SAP-EIS-Projekten
4.1 Darstellung der an der Befragung beteiligten Unternehmen
4.1.1 Alldata GmbH / Bayer AG
4.1.2 Der Degussa Konzern
4.1.3 Siemens AG Geschäftsbereich Automobiltechnik
4.1.4 Esprit Unternehmensberatung GmbH / Max-Planck-Gesellschaft e. V.
4.2 Zusammenfassung der Ergebnisse der Expertenbefragung
5 Zusammenfassung und kritischer Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Eignung und den Erfüllungsgrad moderner Informationssystem-Konzeptionen anhand des Executive Information System (EIS) der SAP AG. Ziel ist es, auf Basis einer theoretischen Fundierung und durch Experteninterviews mit Anwendern namhafter Unternehmen zu prüfen, inwieweit die EIS-Komponente von SAP R/3 den komplexen Anforderungen an ein modernes Führungsinformationssystem gerecht wird und welche Anpassungserfordernisse in der Praxis bestehen.
- Grundlagen des Controllings und Entwicklung von Informationssystemen
- Anforderungen an moderne DV-gestützte Führungsinformationssysteme
- Leistungsumfang und Architektur der SAP R/3 EIS-Komponente
- Erfahrungsberichte zur Implementierung aus der Unternehmenspraxis
- Kritische Analyse von Vorzügen und Optimierungspotentialen
Auszug aus dem Buch
2.3.4.2 OnLine Analytical Processing (OLAP)
Im Mittelpunkt des Data Warehouses steht das Datenbankmanagementsystem, das den Informationsbedarf der Nutzer schnell und effizient befriedigen soll. Im Datenbankmanagementsystem wird der Benutzer mittels OLAP-Technologien in die Lage versetzt, Entscheidungen auf Basis von multidimensionalen Datenanalysen – anstatt von streng formalisierten Datenmodellen – treffen zu können. Unter OLAP versteht man dabei ein Konzept zur analytischen multidimensionalen Datenauswertung für die Führungsebene und deren unterstützende Organe im Unternehmen, das dem Benutzer Informationen interaktiv zur Verfügung stellt. OLAP-Komponenten erweitern hierbei klassische operative Systeme, meist relationale Datenbanksysteme, um der multidimensionalen Sichtweise betrieblicher Sachverhalte von Topmanagern und deren Anforderungen in einer angemessenen rechnergestützten Weise gerecht zu werden.
Der Begriff OLAP wurde von Codd im Jahre 1993 geprägt, der auch 12 Regeln zur Abgrenzung dieses Begriffes aufstellte. Die Hauptanforderungen sind dabei die Geschwindigkeit, d. h. das Abfragen innerhalb von einer bis zu zwanzig Sekunden, je nach Komplexität, beantwortet werden sollten, die einfache und benutzerfreundliche Bedienung der umfangreichen Analysemethoden, eine breite Spannweite von Analysemöglichkeiten, die Möglichkeit zu einer benutzerabhängigen Zugriffskontrolle, die mehrdimensionale Datenspeicherung und –auswertung als Kernstück des OLAP-Konzeptes sowie der Zugriff auf alle vom Endbenutzer benötigten Basisdaten, unabhängig von deren Datenherkunft und –menge.
Die nun mehrmals angesprochene mehrdimensionale Sichtweise kann man sich am besten anhand eines OLAP-Würfels veranschaulichen. Dabei ist z. B. eine Analyse des getätigten Umsatzes denkbar, wobei die getätigten Umsatzerlöse nach den Dimensionen Produkttyp, Zeit und Absatzgebiet zu unterscheiden sind. Aus den einzelnen Daten der jeweiligen Dimensionen läßt sich nun eine einzelne Zelle, ein Feld des Würfels, identifizieren, womit dann eine gedankliche Darstellung eines betriebswirtschaftlichen Sachverhaltes möglich wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung: Dieses Kapitel erläutert die wachsende Bedeutung von Führungsinformationssystemen für die Unternehmenssteuerung und skizziert den Aufbau der Diplomarbeit.
2 Controlling und IS-Konzeptionen: Es werden die theoretischen Grundlagen des Controllings, die historische Entwicklung von Informationssystemen sowie die aktuellen Anforderungen an moderne Führungsinformationssysteme dargelegt.
3 Das Führungsinformationssystem-Konzept der SAP AG: Das Kapitel beschreibt das SAP R/3-System, die spezifische EIS-Komponente und das moderne Business Information Warehouse als Data Warehouse-Lösung.
4 Erfahrungsberichte von SAP-EIS-Projekten: Basierend auf Experteninterviews werden Praxisberichte von Unternehmen wie Bayer, Degussa und Siemens ausgewertet, um Stärken und Schwächen der EIS-Implementierung zu analysieren.
5 Zusammenfassung und kritischer Ausblick: Diese abschließende Betrachtung fasst die Erkenntnisse zusammen und wirft einen kritischen Blick auf die technologische Weiterentwicklung im Bereich der Führungsinformationssysteme.
Schlüsselwörter
Controlling, Führungsinformationssystem, EIS, SAP R/3, Data Warehouse, Business Information Warehouse, OLAP, Datenanalyse, betriebswirtschaftliche Anwendungslösungen, Entscheidungsträger, IT-Strategie, Systemflexibilität, Methodenbank, Expertensysteme, Unternehmenssteuerung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption von Führungsinformationssystemen im Controlling und verifiziert diese am Beispiel des EIS-Moduls der SAP AG.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Themenfelder umfassen theoretische Controlling-Grundlagen, die Architektur von SAP R/3, moderne Data Warehouse-Konzepte sowie die praktische Implementierung in Unternehmen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den Erfüllungsgrad der SAP EIS-Komponente bei der Umsetzung moderner Informationsanforderungen in der Unternehmenspraxis zu evaluieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?
Neben einer ausführlichen Literaturanalyse wurde eine Expertenbefragung bei Anwenderunternehmen durchgeführt, um qualitative Daten über die praktische Nutzung zu gewinnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Anforderungssituation, eine detaillierte technische Beschreibung des SAP-Konzeptes sowie eine Auswertung von Praxisbeispielen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit maßgeblich?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Führungsinformationssystem (EIS), Data Warehouse, Business Framework und Controlling-Konzeption geprägt.
Wie bewerten die Unternehmen die Flexibilität der SAP-Lösung?
Die Bewertung fällt unterschiedlich aus: Während einige Unternehmen die Flexibilität loben, bemängeln andere eine hohe Beratungsintensität und Fehler bei der Implementierung.
Welchen Stellenwert nimmt das "Business Information Warehouse" ein?
Das BW wird als die zukunftsweisende Data Warehouse-Lösung von SAP betrachtet, von der erwartet wird, dass sie die bisherige EIS-Komponente langfristig ersetzt.
Welche Rolle spielt der "Sponsor" bei SAP-EIS-Projekten?
Ein Projekt-Sponsor aus dem Top-Management wird als kritischer Erfolgsfaktor eingestuft, um das Projekt gegen Widerstände durchzusetzen und die nötigen Ressourcen zu sichern.
Wie gehen Unternehmen mit dem "Soll-Ist-Vergleich" im System um?
Zur grafischen Visualisierung von Soll-Ist-Abweichungen setzen alle befragten Unternehmen auf eine im System integrierte "Ampelfunktion".
- Citation du texte
- Jochen Neubecker (Auteur), 1999, Informationssystem-Konzeptionen im Controlling. Eine Verifizierung mit dem EIS-Modul von SAP R/3, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185382