Ziel dieser Arbeit ist es, neben schon existierenden Untersuchungen im internationalen Umfeld, die Einstellung und Erwartungen der Unternehmen mit Sitz oder Niederlassung in Deutschland zum Thema Wissensmanagement zu erfassen.
Gegenstand der vorliegenden Studie ist die Einschätzung des Stellenwerts von Wissensmanagement bei der Unternehmensleitung sowie die Beurteilung der z.T. schon realisierten oder geplanten Ansätze zu einem bewußten Umgang mit dem intellektuellen Kapital. Ein großer Teil dieser Untersuchung bezieht sich auf die Realisierung des Wissensmanagements durch Strategien und Konzepte sowie auf die dafür verwendeten IT-Komponenten.
Weiterhin werden Grundlagen zum Thema Wissensmanagement in einem theoretischen Teil dargelegt, die einen guten Einstieg für die weitere Betrachtung darstellt.
Hierdurch kann ein aktueller Überblick über den Einsatz von Wissensmanagement und die Perspektiven, die sich die Unternehmensleitung von Wissensmanagement erhofft, in deutschen Unternehmen gegeben werden.
Grundlage dieser Untersuchung ist ein Fragebogen, der an Entscheider der jeweiligen EDV-Abteilungen der befragten Unternehmen gesandt worden ist. Die Ergebnisse basieren auf 68 ausgewerteten Rückläufen von zumeist Großunternehmen mit Sitz/Niederlassung in Deutschland. Alleine elf Antworten kamen von Unternehmen, die auch im Deutschen Aktienindex (DAX) gelistet sind.
Bewußt wurde auf Fragen nach z.B. detaillierten Schätzungen der Rentabilität oder des Return on Investment (ROI) verzichtet, da diese Information von den Befragten nicht verläßlich genug mitgeteilt werden kann. Der Anspruch dieser Studie ist somit in der qualitativen Untersuchung des bisherigen und zukünftigen Einsatzes von Wissensmanagement in deutschen Unternehmen zu sehen.
Es soll eine Antwort auf die Frage gegeben werden, inwieweit sich Wissensmanagement schon in deutschen Unternehmen verbreitet hat, wie es praktiziert wird und welche Erfahrungen und Perspektiven die Unternehmen damit haben.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 MOTIVATION
1.2 THEMENSTELLUNG
1.3 ABGRENZUNG DES THEMAS
1.4 VORGEHENSWEISE
2 GRUNDLAGEN DES WISSENSMANAGEMENTS
2.1 TERMINOLOGIE
2.2 WISSENSGENERIERUNG IN DER ORGANISATION
2.2.1 Implizites vs. explizites Wissen
2.2.2 Wissenstransformation
2.2.3 Individuelles vs. kollektives Wissen
2.3 MANAGEMENT DES WISSENS
2.3.1 Wissensziele definieren
2.3.2 Wissen identifizieren
2.3.3 Wissen erwerben
2.3.4 Wissen entwickeln
2.3.5 Wissen (ver)teilen
2.3.6 Wissen nutzen
2.3.7 Wissen bewahren
2.3.8 Wissen bewerten
2.4 STRATEGIEN DES WISSENSMANAGEMENTS
2.4.1 Kodifizierung des Wissens
2.4.2 Personalisierung des Wissens
2.4.3 Gegenüberstellung von Kodifizierung und Personalisierung
2.5 INTERNATIONALE ANSÄTZE DES WISSENSMANAGEMENTS
2.5.1 Organisationsformen des Wissensmanagements
2.5.2 Wissensarbeiter in den Managementebenen
2.5.3 Vergleich von westlichen mit japanischen Ansätzen des Wissensmanagements
2.5.4 Bisherige Untersuchungen über Wissensmanagement
3 EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG: EINSATZ UND PERSPEKTIVEN
3.1 DURCHFÜHRUNG DER UNTERSUCHUNG
3.1.1 Entwicklung eines Untersuchungsinstruments
3.1.2 Auswahl der Unternehmen und Versand der Fragebögen
3.1.3 Auswertung der gewonnenen Daten
3.2 STRUKTUR DER UNTERSUCHTEN UNTERNEHMEN
3.2.1 Verteilung der Teilnehmer nach ihrer Position im Unternehmen
3.2.2 Verteilung der Teilnehmer nach Branchen
3.2.3 Verteilung der Teilnehmer nach Unternehmensgröße
3.3 ERGEBNISSE
3.3.1 Strategische Bedeutung des Wissensmanagements
3.3.2 Organisatorischer Aspekt des Wissensmanagements
3.3.3 Umsetzung des Wissensmanagements
3.3.4 Persönliche Einschätzung der Teilnehmer
4 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Studienarbeit ist es, den aktuellen Stand der Verbreitung, Umsetzung und die Erwartungen von Wissensmanagement in deutschen Unternehmen zu erfassen. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der qualitativen Untersuchung, wie deutsche Betriebe mit ihrem intellektuellen Kapital umgehen, welche Strategien sie verfolgen und welche IT-Komponenten hierbei zur Anwendung kommen.
- Strategische Bedeutung und Stellenwert von Wissensmanagement in der deutschen Unternehmenslandschaft
- Empirische Analyse der Einsatzbereiche, Methoden und Organisationsformen
- Vergleich von Kodifizierungs- und Personalisierungsstrategien in der Praxis
- Identifikation von Erfolgsfaktoren, Barrieren und Problemen bei der Einführung
- Perspektiven und zukünftige Entwicklungserwartungen aus Unternehmenssicht
Auszug aus dem Buch
1.1 Motivation
Wissensmanagement hat nach einer Studie der Computer Science Corporation (CSC) das Thema E-Commerce als Top-Priorität für die europäischen Chief Information Officers (CIOs) verdrängt. Somit ist Wissensmanagement von Platz fünf der vorjährigen Studie auf den ersten Rang vorgedrungen.
Die GartnerGroup schätzt, daß der Umsatz im Bereich Wissensmanagement allein in den USA von einer Milliarde US-Dollar in 1998 auf voraussichtlich fünf Milliarden US-Dollar im Jahre 2001 steigen wird. Dies entspräche einer jährlichen Steigerung von 80 Prozent.
Die Hälfte der Gesamtarbeitszeit in Büro und Verwaltung wird nach verschiedenen Untersuchungen von Dataquest, GartnerGroup, Delphi u.a. für die Suche nach Informationen und Dokumenten verbracht. 80 Prozent aller kritischen Unternehmensinformationen liegen nach diesen Untersuchungen unstrukturiert in Form von Dokumenten vor.
Dies verdeutlicht den raschen Bedeutungsgewinn und die Notwendigkeit zu einem bewußten Umgang mit der strategischen Ressource Wissen im Unternehmen. Aus diesem Grund beschäftigen sich zunehmend mehr Organisationen mit diesem Thema, und auch kleinere und mittelständische Unternehmen sehen Wissensmanagement nicht mehr als Luxus, sondern als notwendig an.
Wissensmanagement ist derzeit eines der am meisten diskutierten Themen in der Beratungsbranche. Deshalb investieren große Beratungshäuser im Durchschnitt rund zehn Prozent ihres Umsatzes in das Wissensmanagement.
Viele Unternehmen haben bereits erkannt, daß der Produktionsfaktor Wissen genauso zu behandeln ist wie Arbeit, Boden und Kapital. Entsprechende Effektivitätssteigerungen erhofft man sich durch einen gezielten Umgang mit diesem intellektuellen Kapital als kostbares Gut, das es zu bewahren und zu nutzen gilt.
Katahdin Consulting GmbH in Wiesbaden führte aus diesem Grund im Rahmen der vorliegenden Studienarbeit an der Technischen Universität Darmstadt eine Untersuchung über den Einsatz und die Perspektiven von Wissensmanagement in deutschen Unternehmen durch.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Definiert die Motivation und die Zielsetzung der Studie zur Erfassung des Wissensmanagements in deutschen Unternehmen.
2 GRUNDLAGEN DES WISSENSMANAGEMENTS: Erläutert die theoretischen Begrifflichkeiten, Wissensgenerierungsprozesse sowie westliche und japanische Managementstrategien.
3 EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG: EINSATZ UND PERSPEKTIVEN: Präsentiert die Methodik der Datenerhebung sowie die detaillierten Ergebnisse zur strategischen, organisatorischen und technischen Umsetzung in den untersuchten Unternehmen.
4 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Fasst die zentralen Erkenntnisse der Studie zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des Wissensmanagements.
Schlüsselwörter
Wissensmanagement, Wissensgenerierung, Organisation, Wissensbasis, Wissensbewahrung, Wissensnutzung, Kodifizierung, Personalisierung, Informationstechnik, Unternehmenskultur, Strategische Ziele, Wissensarbeiter, Empirische Untersuchung, IT-Komponenten, Intellektuelles Kapital.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem aktuellen Einsatz, den Erfahrungen und den Zukunftsperspektiven von Wissensmanagement in deutschen Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die theoretischen Grundlagen (Daten, Information, Wissen), Strategien zur Wissensnutzung sowie eine umfangreiche empirische Untersuchung zur Umsetzung in der Praxis.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, einen Überblick zu geben, wie Wissensmanagement in deutschen Unternehmen verstanden, praktiziert und technisch unterstützt wird.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine empirische Untersuchung mittels eines schriftlichen Fragebogens durchgeführt, der vorwiegend an IT-Entscheider in Deutschland gerichtet war.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Konzepten die Ergebnisse der Umfrage zu strategischen Zielen, organisatorischer Einordnung, genutzten IT-Hilfsmitteln und Problemen bei der Einführung analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wissensmanagement, Wissensgenerierung, Strategien, Unternehmenskultur, Wissensbasis und Wissensbewahrung.
Welche Probleme treten bei der Einführung von Wissensmanagement laut Studie am häufigsten auf?
Besonders kritisch werden das Horten von irrelevantem Wissen, lange Suchzeiten für relevante Informationen sowie mangelnde Akzeptanz bei den Mitarbeitern wahrgenommen.
Wie bewerten die Unternehmen die zukünftige Bedeutung von Wissensmanagement?
Die Mehrheit der befragten Unternehmen erwartet ein deutliches Wachstum des Stellenwerts von Wissensmanagement in der nahen Zukunft.
- Quote paper
- Rainer Müller (Author), 2000, Wissensmanagement - eine empirische Untersuchung über Einsatz und Perspektiven in deutschen Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185440