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Going Private aus Sicht eines Fremdkapitalgebers im Zuge einer strukturierten Finanzierung

Title: Going Private aus Sicht eines Fremdkapitalgebers im Zuge einer strukturierten Finanzierung

Diploma Thesis , 2000 , 75 Pages , Grade: 1

Autor:in: Matthias Gerhardt (Author)

Business economics - Investment and Finance
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Der deutsche Börsenmarkt hat mit den Going Privates der Honsel AG und der Friedrich Gro-he AG einen neuen Reifegrad erreicht. In Zeiten, in denen fast täglich Unternehmen in die verschiedenen Segmente der deutschen Börsen streben, ist eine Maßnahme in der entgegen-gesetzten Richtung auf den ersten Blick verwunderlich. Auf den zweiten Blick stellt ein Going Private jedoch einen logischen Schritt in einer Kette dar. Mit der Erleichterung von Aktienrückkäufen im Zuge des KonTraG 1998 und der Erweiterung des § 43 BörsG wurde die Durchführung des Going Private schrittweise ermöglicht. 1999 haben die ersten Unter-nehmen diese Möglichkeit genutzt. Going Privates sind jedoch keine neue Maßnahme. Be-reits 1886 wurde der erste Going Private in den USA durchgeführt. Ihren Höhepunkt fanden Going Privates dort etwa hundert Jahre später. In Europa ist Großbritannien bei Going Priva-tes mit ca. 50 Transaktionen allein im Jahr 1999 führend. Eine Investment Banking Weisheit lautet: „What happens in New York on Monday happens in London on Tuesday and in Frank-furt the following Friday.“ Demnach können für Deutschland weitere Going Privates erwar-tet werden. Dem Going Private verwandte Transaktionen wie der Leveraged-Buy-Out einer GmbH hat es auch schon während der achtziger Jahre in Deutschland gegeben. Neu hinge-gen ist die Entwicklung, daß börsennotierte Gesellschaften als Zielgesellschaften für Buy-Outs fungieren. Zielgesellschaften für Going Privates können „unterbewertete Aktiengesellschaften“ , Toch-tergesellschaften, die im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung stärker in den Konzern eingebunden werden sollen, oder Eigentümergesellschaften, die in der Börsennotierung für sich keine Funktion mehr sehen, sein. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Vorstellung der Arbeit

1.1 Eine altbekannte Kapitalmarktmaßnahme als neuer Trend in Deutschland

1.2 Gang der Untersuchung

2 Hintergrund und Bestandteile eines Going Private

2.1 Definition des Going Private und Abgrenzung zu Delisting

2.2 Ausprägungen eines Going Private

2.2.1 Der Leveraged-Buy-Out

2.2.2 Management-Buy-Out und Management-Buy-In

2.3 Gründe, Ertragspotentiale und Nachteile eines Going Private

2.3.1 Funktionslosigkeit und Nachteile der Börsennotierung

2.3.2 Steuervorteile eines Going Private

2.3.3 Senkung von Agency-Kosten

2.3.4 Weitere Gründe für ein Going Private

2.3.5 Nachteile eines Going Private

2.4 Techniken zur Durchführung eines Going Private

2.4.1 Das Delisting als Going Private Technik

2.4.2 Die Kapitalherabsetzung als Going Private Technik

2.4.3 Der Aktienrückkauf als Going Private Technik

2.4.4 Share Deal, Asset Deal und Kombinationen davon

2.4.4.1 Der Share Deal als Going Private Technik

2.4.4.2 Der Asset Deal als Going Private Technik

2.4.4.3 Kombinationsmodelle als Going Private Techniken

2.4.5 Die Umwandlung als Going Private Technik

2.4.6 Formen der Fusion als Going Private Techniken

2.4.6.1 Die Eingliederung als Going Private Technik

2.4.6.2 Die Verschmelzung als Going Private Technik

2.5 Die Going Private Techniken und ihre Zielerreichung

3 Die Finanzierung eines Going Private

3.1 Die strukturierte Finanzierung

3.2 Auswahlkriterien für einen Going Private Kandidaten

3.3 Der Kredit als Baustein der Going Private Finanzierung

3.4 Das Mezzanine-Darlehen als Baustein der Going Private Finanzierung

3.5 Wichtige Aspekte der Fremdfinanzierung

3.5.1 Die Besicherung der Fremdmittel und die damit verbundenen Probleme

3.5.2 Die Rückführung der Fremdmittel

3.5.3 Besondere Risiken der Going Private Fremdfinanzierung

3.6 Das Strip Financing als Mittel des Interessenausgleichs

4 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen des "Going Private" von Aktiengesellschaften in Deutschland mit einem speziellen Fokus auf die Perspektive des Fremdkapitalgebers im Rahmen einer strukturierten Finanzierung. Ziel ist es, die Motive für einen Börsenrückzug zu identifizieren, die verschiedenen technischen Umsetzungsmöglichkeiten zu analysieren und deren Auswirkungen auf die Fremdfinanzierung darzulegen.

  • Grundlagen und Definitionen des Going Private
  • Motive, Ertragspotentiale und Risiken aus Sicht der beteiligten Akteure
  • Rechtliche und steuerliche Techniken der Durchführung (Delisting, Umwandlung, Fusion)
  • Strukturierung der Fremdfinanzierung und Besicherungsmodelle
  • Interessenausgleich durch innovative Finanzierungsformen wie das Strip Financing

Auszug aus dem Buch

2.3.3 Senkung von Agency-Kosten

Die Trennung von Eigentum und Leitung eines Unternehmens führt zu einer Prinzipal-Agenten-Beziehung. Die Anteilseigner (Prinzipale) beauftragen die Manager (Agenten) mit der Leitung ihres Unternehmens. Dabei ist der finanzielle Erfolg des Investments der Eigentümer direkt vom Handeln der Agenten abhängig. Eine unmittelbare Einflußnahme und Kontrolle der Agenten durch die Prinzipale ist schwer möglich. Agency-Kosten umfassen alle Kosten, die durch die Kontrolle der Agenten anfallen oder auf Grund von Konflikten zwischen Agenten und Prinzipalen entstehen.

Die Probleme innerhalb der Prinzipal-Agenten-Beziehung basieren auf divergierenden Interessen der beiden Parteien. Dabei lassen sich fünf Aspekte unterscheiden. Während die Eigentümer an einer langfristig positiven Wertentwicklung ihres Unternehmens interessiert sind, hat das Management bedingt durch vergleichsweise kurze Anstellungszeiten und eine meist auf Jahresergebnissen basierende Entlohnung einen wesentlich kürzeren Zeithorizont. Zweitens tendieren Manager bei fixem Gehalt dazu, ihren Arbeitseinsatz unterhalb des von den Eigentümern erwarteten Niveaus zu halten (shirking). Drittens neigen die Agenten dazu, übermäßig auf Kosten des Unternehmens und damit der Aktionäre zu konsumieren, um ihren eigenen Nutzen zu erhöhen. Viertens besteht ein Unterschied zwischen den Risikoeinstellungen der Prinzipale und der Agenten. Da das Risiko der Eigentümer auf ihr eingesetztes Kapital beschränkt ist und sie dieses diversifizieren können, sind sie risikoneutral bis risikofreudig eingestellt. Die Manager hingegen partizipieren am erwirtschafteten Erfolg nur unterproportional, während schlechte Geschäftsentwicklungen sie durch Image- oder Arbeitsplatzverlust stärker treffen und sie ihr Arbeitsplatzrisiko schlecht diversifizieren können. Sie sind folglich risikoavers eingestellt. Deswegen wird das Management Risiken, welche die Eigentümer zur Gewinnerzielung noch akzeptierten, eher ablehnen. Möglicherweise profitable Projekte werden entgegen der Interessen der Prinzipale folglich nicht durchgeführt. Fünftens bestehen für Manager Anreize, durch eine suboptimale Vergrößerung des Unternehmens ihr eigenes Prestige zu erhöhen. Ist ihre Entlohnung zudem an Umsatzzahlen orientiert, erhöht sich dieser Anreiz um so mehr.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Vorstellung der Arbeit: Einführung in die Thematik der Going Privates in Deutschland und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise in zwei Hauptteilen.

2 Hintergrund und Bestandteile eines Going Private: Umfassende Definition des Begriffs, Darstellung der verschiedenen Ausprägungen und Analyse der Gründe, Techniken sowie Vor- und Nachteile von Börsenrückzügen.

3 Die Finanzierung eines Going Private: Detaillierte Untersuchung der strukturierten Finanzierung, Auswahlkriterien für Zielunternehmen sowie der spezifischen Instrumente und Risiken der Fremdfinanzierung.

4 Ausblick: Abschließende Betrachtung zur künftigen Entwicklung von Going Privates in Deutschland unter Berücksichtigung von Reformen im Steuer- und Handelsrecht.

Schlüsselwörter

Going Private, Börsenrückzug, Fremdfinanzierung, Leveraged-Buy-Out, MBO, MBI, strukturierte Finanzierung, Agency-Kosten, Delisting, Kapitalherabsetzung, Umwandlungsgesetz, Unternehmensbewertung, Fremdkapitalgeber, Cash-Flow, Strip Financing

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das wirtschaftliche Phänomen des "Going Private", bei dem börsennotierte Aktiengesellschaften in eine nicht börsennotierte Rechtsform überführt werden, und beleuchtet insbesondere die Sichtweise von Fremdkapitalgebern bei der Transaktionsfinanzierung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die verschiedenen rechtlichen und steuerlichen Durchführungstechniken, die Motive für ein Going Private, die Strukturierung von Finanzierungen und die damit verbundenen Herausforderungen wie Agency-Probleme und Sicherheitenbestellung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Investoren und Fremdkapitalgebern ein tieferes Verständnis dafür zu vermitteln, wie Going Private Transaktionen in Deutschland technisch umgesetzt werden können und wie die Finanzierung so gestaltet wird, dass sie sowohl den Zielen des Unternehmens als auch den Sicherheitsanforderungen der Banken gerecht wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer deskriptiven Untersuchung von Transaktionsmethoden und Finanzierungsstrukturen, ergänzt durch die Fallstudie der Gerresheimer Glas AG als Beispiel für einen Going Private Kandidaten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in zwei Abschnitte: Zuerst werden die Grundlagen, Motive und technischen Methoden (z.B. Delisting, Kapitalherabsetzung, Verschmelzung) erläutert. Der zweite Teil widmet sich dem operativen Ablauf der strukturierten Fremdfinanzierung und den spezifischen Risiken für Kapitalgeber.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Going Private, Leveraged-Buy-Out, Fremdfinanzierung, Agency-Kosten, Delisting und strukturierte Finanzierung.

Was ist der strukturelle Nachrang bei einer Fremdfinanzierung?

Ein struktureller Nachrang entsteht, wenn die Finanzierung auf Ebene einer Holding-Gesellschaft (NewCo) aufgenommen wird, während die Vermögenswerte (Sicherheiten) in der Zielgesellschaft liegen. Gläubiger der Zielgesellschaft werden im Krisenfall vorrangig bedient, was den Fremdkapitalgeber der NewCo benachteiligt.

Welche Rolle spielt die "Stufentheorie" bei einem Going Private?

Die Stufentheorie beschreibt die steuerlich wirksame Aufstockung von Buchwerten bei einem Unternehmenskauf. Durch die Transformation von Anschaffungskosten in Abschreibungspotential können künftige Steuerlasten gemindert und so der zur Verfügung stehende Cash-Flow zur Kreditrückführung erhöht werden.

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Details

Title
Going Private aus Sicht eines Fremdkapitalgebers im Zuge einer strukturierten Finanzierung
College
European Business School - International University Schloß Reichartshausen Oestrich-Winkel
Grade
1
Author
Matthias Gerhardt (Author)
Publication Year
2000
Pages
75
Catalog Number
V185449
ISBN (eBook)
9783656980568
ISBN (Book)
9783867463447
Language
German
Tags
going private sicht fremdkapitalgebers zuge finanzierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Gerhardt (Author), 2000, Going Private aus Sicht eines Fremdkapitalgebers im Zuge einer strukturierten Finanzierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185449
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