Diese Arbeit erläutert die Möglichkeiten und Motive der internen und externen betrieblichen Beschäftigungsflexibilisierung. Als Beispiele für externe flexible Beschäftigungsformen werden exemplarisch die Arbeitnehmerüberlassung und das Subunternehmer-Vertragsverhältnis durch Werk- und Dienstvertrag vorgestellt.
Anschließend wird anhand einer Studie des Nürnberger Institutes für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesanstalt für Arbeit, sowie der Kommission für Zukunftsfragen der Freistaaten Bayern und Sachsen die Entwicklung der Beschäftigungsformen aufgezeigt.
Im Kernbereich dieser Arbeit wird die Fragestellung behandelt, welche Bestimmungs- und Einflußfaktoren die Wahl einer Beschäftigungsform aus Arbeitnehmer- und Arbeitgebersicht beeinflussen. Neben den Handlungsvorgaben durch den Gesetzgeber, werden weitere exogene Faktoren wie der Strukturwandel und die Entwicklung und Lage am Arbeitsmarkt betrachtet. Als Bestimmungsfaktoren für die Präferenzen der Arbeitsmarktakteure werden die Höhe der Lohnstück- bzw. Arbeits- und Transferkosten, der Wertewandel, die wachsende Erwerbstätigkeit von Frauen und die zunehmende Vereinbarung flexibler Arbeitszeitmodelle sowie die betrieblichen Outsourcingtendenzen vorgestellt.
Aufgrund der Thematik dieser Arbeit wurde dem Kapitel Betriebliche Outsourcingtendenzen nähere Aufmerksamkeit geschenkt: Neben der Begriffserläuterung werden die Ziele der Fremdvergabe angesprochen sowie die Formen des Outsourcing vorgestellt. Die Outsourcing-Strategie, Vorgehensweise und Aspekte der Zusammenarbeit mit dem Vertragspartner werden beschrieben. Die Auflistung von Vor- und Nachteilen verdeutlicht die Chancen und Risiken, die sich beim Outsourcing von Unternehmensfunktionen ergeben. Die Kapitel Insourcing- und Inplacement, sowie das Konzept der Kernkompetenzen runden das Outsourcingprofil ab.
Das letzte Kapitel ist der zukünftigen Arbeitswelt gewidmet. Zu Beginn werden die neuen Beschäftigungsformen in Virtuellen Kooperationen vorgestellt. Hierbei handelt es sich um das Konzept des Teleworking, eine Zwischenstufe zur zwischenbetrieblichen Kooperation durch Virtualisierung - dem Virtuellen Unternehmen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Problemstellung und Ziele
1.3 Aufbau der Arbeit
1.4 Verlauf der Untersuchung
2. Begriffsgrundlagen und Entwicklung der Beschäftigungsformen
2.1 „Normalarbeit“ und abweichende Beschäftigungsformen
2.2 Betriebliche Beschäftigungsflexibilisierung und Beschäftigungsformen
2.2.1 Formen der Beschäftigungsflexibilisierung
2.2.2 Aspekte zur flexiblen Beschäftigung und Normalarbeit
2.2.3 Beispiele für externe flexible Beschäftigungsformen
2.2.4 Empirische Daten zum Wandel der Beschäftigungsformen
2.2.4.1 Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der BfA
2.2.4.2 Studie der Kommission für Zukunftsfragen der Freistaaten Bayern und Sachsen
3. Einflußfaktoren auf die Wahl einer Beschäftigungsform
3.1 Arbeitsmarktgeschehen nach Bartelheimer
3.2 Arbeitsmarktgeschehen nach Walwei
3.3 Lage und Entwicklung am Arbeitsmarkt
3.4 Strukturwandel der Beschäftigung
3.5 Höhe der Lohnstückkosten
3.6 Höhe der Arbeits- und Transfereinkommen
3.7 Wertewandel
3.8 Wachsende Erwerbsorientierung von Frauen
3.9 Zunehmende Vereinbarung flexibler Arbeitszeitmodelle
3.10 Betriebliche Outsourcingtendenzen
4. Perspektiven der Beschäftigungsformen
4.1 Neue Beschäftigungsformen in Virtuellen Kooperationen
4.1.1 Teleworking
4.1.2 Virtuelle Unternehmen
4.1.3 Anforderungen an das Personal in Virtuellen Kooperationen
4.1.4 Fallbeispiel: ebox GmbH, Agentur für Neue Medien
4.2 Aussagen zur Entwicklungen der Beschäftigung
4.2.1 Allgemeine Perspektiven der Beschäftigung
4.2.2 Die fünf Megatrends des Wandels der Arbeitswelt
4.2.3 Mitarbeiterstruktur und Beschäftigungsformen der Zukunft
4.3 Auswirkungen auf die Personalarbeit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, den tiefgreifenden Wandel von Unternehmens- und Arbeitsstrukturen zu analysieren, wobei insbesondere die zunehmende Flexibilisierung und die Entstehung atypischer Beschäftigungsformen beleuchtet werden. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, welche Faktoren die Wahl spezifischer Beschäftigungs- bzw. Erwerbsformen beeinflussen und wie sich die zukünftige Arbeitswelt in Hinblick auf virtuelle Kooperationen und Outsourcing-Strategien entwickeln wird.
- Entwicklung und Motive flexibler externer Beschäftigungsformen
- Einflussfaktoren der Outsourcing- und Externalisierungstendenzen
- Anforderungen an Personal und Führungskräfte in virtuellen Kooperationen
- Perspektiven der Arbeitswelt anhand wissenschaftlicher und praktischer Fallbeispiele
- Die Rolle des Wertewandels und der demografischen Veränderungen in der Arbeitswelt
Auszug aus dem Buch
Arbeitnehmerüberlassung
Von Arbeitnehmerüberlassung, Leiharbeit oder Zeitarbeit wird in den Fällen gesprochen, wenn ein Arbeitgeber (Verleiher) gewerbsmäßig einem Dritten (Entleiher) eigene Arbeitnehmer (Leiharbeitnehmer) zur Arbeitsleistung überläßt.
Die folgende Abbildung stellt das Rechtsverhältnis zwischen den Beteiligten dar:
Die „temporary work“ besteht aus einem Dreiecks-Verhältnis zwischen Entleiher, Verleiher und Leiharbeitnehmer.
Es liegen zwei rechtlich voneinander unabhängige Rechtsverhältnisse vor: Zum einen das Arbeitsverhältnis zwischen Arbeitgeber und Leiharbeitnehmer, zum anderen ein Überlassungsvertrag zwischen Arbeitgeber und Entleiher.
Im Unterschied zum Zeitarbeitnehmer erhält der Zeitarbeitskunde für jeden einzelnen Überlassungsfall einen gesonderten Arbeitnehmerüberlassungsvertrag. Die Arbeitnehmer des Verleihers werden vollständig in den Betrieb des Entleihers eingegliedert und führen ihre Arbeiten allein nach den Weisungen des Entleihers aus. Während der Überlassung dauert das Arbeitsverhältnis des Arbeitnehmers mit dem Verleiher fort.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit motiviert die Untersuchung des Wandels in Unternehmens- und Arbeitswelten und definiert die Zielsetzung sowie den methodischen Aufbau der Untersuchung mittels Sekundäranalyse.
Begriffsgrundlagen und Entwicklung der Beschäftigungsformen: Dieses Kapitel definiert das Normalarbeitsverhältnis, grenzt atypische Beschäftigungsformen ab und beleuchtet die Formen der betrieblichen Beschäftigungsflexibilisierung.
Einflußfaktoren auf die Wahl einer Beschäftigungsform: Hier werden exogene Faktoren wie Strukturwandel, Arbeitsmarktgeschehen, Lohnstückkosten sowie Outsourcing-Tendenzen und rechtliche Rahmenbedingungen als Bestimmungsfaktoren für die Wahl von Beschäftigungsformen analysiert.
Perspektiven der Beschäftigungsformen: Dieses Kapitel widmet sich der Zukunft der Arbeitswelt, insbesondere durch die Vorstellung virtueller Kooperationen, Telearbeit und neuer Anforderungen an Personal und Führungskräfte.
Schlüsselwörter
Beschäftigungsformen, Normalarbeitsverhältnis, Flexibilisierung, Outsourcing, Zeitarbeit, Telearbeit, Virtuelle Unternehmen, Arbeitsmarkt, Strukturwandel, Personalarbeit, Wertewandel, Arbeitnehmerüberlassung, Kernkompetenzen, Arbeitsrecht, Fachkräfte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem tiefgreifenden Wandel der Unternehmens- und Arbeitswelt unter Berücksichtigung neuer Technologien und veränderter Wettbewerbsbedingungen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder sind die Flexibilisierung von Beschäftigungsformen, Outsourcing-Strategien, die Entstehung virtueller Unternehmen sowie die daraus resultierenden neuen Anforderungen an Personal und Führung.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, die Entwicklung von Beschäftigungsformen aufzuzeigen, Einflussfaktoren für deren Wahl zu identifizieren und die Perspektiven zukünftiger Arbeitsformen in virtuellen Kooperationen darzulegen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Zur Datenerhebung wurde primär die Methode der empirischen Sozialforschung, namentlich die Sekundäranalyse (desk research), angewandt, wobei vorhandenes Datenmaterial aus Fachliteratur und Studien genutzt wurde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert Begriffe und Grundlagen der Beschäftigung, untersucht die Einflussfaktoren auf die Wahl dieser Formen und beleuchtet detailliert Perspektiven wie Telearbeit und Virtuelle Unternehmen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?
Zu den prägenden Begriffen gehören Normalarbeitsverhältnis, Atypische Beschäftigung, Outsourcing, Kernkompetenzen, Telearbeit, Virtuelle Kooperation und Flexibilisierung.
Warum ist das Thema Outsourcing für Unternehmen so relevant?
Outsourcing ermöglicht es Unternehmen, sich auf ihre Kernkompetenzen zu konzentrieren, Kosten zu senken und flexibler auf Marktveränderungen zu reagieren, was in einem globalen Wettbewerbsumfeld erfolgskritisch ist.
Wie bewertet die Arbeit die Zukunft der Rolle des Managers?
Die Rolle wandelt sich vom traditionellen Aufgabenzuweiser und Kontrolleur hin zum Coach und Berater, der Kreativität fördert und Teams in einer dezentralen Arbeitsumgebung koordiniert.
- Citation du texte
- Susanne Zametzer (Auteur), 1999, Wandel der Beschäftigungsformen. Entwicklung, Einflussfaktoren, Perspektiven, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185455