Das Internet als Börsenplattform für junge Unternehmen - Auktionsmodell zur Preisfindung im Wertpapierhandel auf engen Märkten


Diplomarbeit, 2000

100 Seiten, Note: 1.3


Leseprobe

Das Internet als Börsenplattform für Junge
Unternehmen ­ Auktionsmodell zur Preisfindung
im Wertpapierhandel auf engen Märkten
Diplomarbeit
zur Erlangung des akademischen Grades
Diplomkaufmann
der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät
der
Universität Augsburg
Eingereicht am
Lehrstuhl für Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt
Wirtschaftsinformatik
Eingereicht
von:
Veit
Trunk
Augsburg, den 14.06.2000

2
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 8
1.1. Risikokapital über das Internet ... 8
1.2. Aufbau der Arbeit ... 11
2. Elektronische Märkte als Plattformen für den Wertpapierhandel ... 12
2.1. Marktphasen auf elektronischen Märkten ... 12
2.2. Eigenschaften elektronischer Märkte ... 14
2.3. Das Internet als elektronischer Marktplatz ... 15
3. Die Börse als Markt für den Wertpapierhandel ... 16
3.1. Merkmale einer Wertpapierbörse ... 17
3.2. Phasen des Handelsprozesses im Wertpapierhandel ... 18
3.2.1. Informationsphase ... 19
3.2.2. Orderroutingphase ... 20
3.2.3. Abschlussphase ... 20
3.2.4. Abwicklungsphase ... 21
3.3. Marktphasen im Wertpapierhandel als digitale Wertschöpfungskette ... 23
3.4. Der börsliche Wertpapierhandel als Intermediationsleistung ... 25
3.5. Optimierungsmöglichkeiten beim elektronisierten Handel mit ... 27
Wertpapieren ... 27
3.6. Das Marktmodell als Gestaltungsparameter des Wertpapierhandels ... 30
4. Die Auktion als möglicher Preisbildungsmechanismus im Internet ... 31
4.1. Die einseitige Auktion... 33
4.2. Die zweiseitige Auktion ... 33
4.3. Wesensmerkmale der zweiseitigen Auktion ... 34
4.3.1. Preisfeststellungshäufigkeit ... 34
4.3.2. Preisfeststellungsverfahren ... 35
5. Theoretische Überlegungen zur Preisbildung auf Auktionsmärkten ... 37
5.1. Ein-Käufer-ein-Verkäufer Modell ... 43
5.1.1. Ein-Käufer-ein-Verkäufer-Modell bei vollständiger... 43
Informationsversorgung ... 43
5.1.2. Ein-Käufer-ein-Verkäufer-Modell bei unvollständiger Informationsversorgung ... 46
5.2. n-Käufer n-Verkäufer-Modell ... 49
5.2.1. Zwei-Käufer-zwei-Verkäufer-Modell bei vollständiger ... 51
Informationsversorgung ... 51
5.2.2. Zwei-Käufer-zwei-Verkäufer-Modell bei unvollständiger ... 54
Informationsversorgung ... 54
6. Mögliche Effizienzkriterien bei der Preisfindung ... 57
6.1. Preiseffizienz ... 57
6.2. Transaktionseffizienz ... 59
6.3. Effizienzmindernde Anreizwirkungen auf engen Märkten ... 60
7. Die Marktphasen bei der zweiseitigen Auktion ... 64
7.1. Aufrufphase ... 64
7.2. Matchingphase ... 64
7.3. Marktausgleichsphase ... 65
7.4. Die Nachhandelsphase ... 65
8. Die optimale Informationsversorgung der Marktteilnehmer ... 66
8.1. Die Informationsversorgung als Gestaltungsparameter bei der Entwicklung eines Handelssystems
für das Internet ... 67
8.2. Die Auswirkung der Informationsversorgung auf das Verhalten der Marktteilnehmer auf einer
internetbasierten Börsenplattform ... 69

3
8.2.1. Die Marktteilnehmer erhalten keine Informationen ... 71
8.2.2. Die vollständige Informationsversorgung der Marktteilnehmer ... 74
Bid ... 76
8.2.3. Die Anreizwirkung umfassender Informationsversorgung auf das Verhalten der
Marktteilnehmer ... 77
8.3. Der optimale Grad an Informationsversorgung ... 80
9. Das Zwei-Runden-Auktionssystem als Modell hybrider Informationsversorgung ... 82
9.1. Die Multi-Round Auktion ... 82
9.2. Auktion mit überlagerten Handelsphasen ... 83
9.3 Das One-Shot-Two-Round Double Auction Modell (TRDA) als mögliches Marktmodell für den
Handel mit geringer Liquidität. ... 84
9.4. Die Ausgestaltung der Marktphasen bei der One-Shot-Two-Round Double Auction ... 85
9.4.1 Order Entry ... 86
9.4.2. Order Management ... 87
9.4.3. Order Matching ... 87
9.4.4 Transaktionsmanagement. ... 88
10. Zusammenfassung und Ausblick ... 91
10.1. Zusammenfassung ... 91
10.2. Die Zukunft der Internethandelsplattformen ... 93
Literaturverzeichnis: ... 95

4
Abbildungsverzeichnis:
Abb. 1:
Phasen des primären Wertschöpfungsprozesses
Abb. 2:
Marktphasen des Wertpapierhandels
Abb. 3:
Der Zusammenhang zwischen der primären
Wertschöpfungskette und den Marktphasen des
Wertpapierhandels
Abb. 4:
Medienbruch beim Online-Buchversand
Abb. 5:
Digitale Wertschöpfungskette beim Wertpapier-handel
Abb. 6:
Intermediationsleistungen in der Wertschöpfungskette
Abb. 7:
Kriterien zur Optimierung der Wertschöpfungskette
beim Börsenhandel
Abb. 8:
Die beiden Grundtypen der Auktion
Abb. 9:
Preisfeststellungshäufigkeit bei der zweiseitigen
Auktion
Abb. 10:
Preisfeststellungsverfahren
Abb. 11:
Einfacher Stammbaum der Auktionen
Abb. 12:
Güterströme auf dem Wertpapiermarkt
Abb. 13:
Einigungsintervall bei vollständiger Information
Abb. 14:
Preisfindung bei vollkommener Information
Abb. 15:
Einigungsintervall bei unvollständiger Information
Abb. 16:
Ausgangslage im Zwei-Käufer-zwei-Verkäufermodell
bei vollständiger Information
Abb. 17:
Preiskorridor im Zwei-Käufer-zwei-Verkäufermodell bei
vollständiger Information
Abb.
18: Preiskorridor im n-Käufer-n-Verkäuferfall bei
unvollständiger Information
Abb. 19:
Darstellung der Handelsbereitschaft durch die
Differenz |P(O
X
)
i
-(P(R
X
)
i
|

5
Abb. 20:
Der Informationsfluss beim Wertpapierhandel aus
Sicht eines Marktteilnehmers
Abb. 21:
Generierung einer Transaktion
Abb.
22a: Die Phasen der Auftragszusammenführung im
traditionellen Handel
Abb.
22b: Die Phasen der Auftragszusammenführung im
Internethandel
Abb. 23:
Ablauf des Börsenhandels als Nachrichten Input-
Output System
Abb. 23:
Der Informationsversorgungsstrahl
Abb. 25:
Der Nachrichtenfluss ohne Informationsversorgung
der Marktteilnehmer
Abb. 26:
Beispiel für die Ordereingabe ohne Information
Abb. 27:
Der Nachrichtenfluss bei vollständiger
Informationsversorgung
Abb. 28:
Die Orderaufgabe bei transparenter Informationslage
Abb. 29:
Der Zusammenhang zwischen der Informationsmenge
und der Informationsdichte
Abb. 30:
Die One-Shot-Two-Round Double Auction
Tabellenverzeichnis:
Tabelle 1:
Das Orderbuch
Tabelle 2:
Beispiel: Orderbuch für indikativen Auktionspreis
Tabelle 3:
Die Phasen des Verpflichtungsgeschäfts
Tabelle 4a: Orderbuch vor der erster Matchingphase
Tabelle 4b: Matching anhand der öffentlichen Preise
Tabelle 5a: Orderbuch vor der zweiten Matchingphase
Tabelle 5b: Matching anhand der privaten Preise

6
Verzeichnis der Beispiele:
Beispiel 1: Der Einigungsintervall im Ein-Käufer-ein-Verkäufer-
modell bei unterstellter vollständiger Informations-
versorgung der Marktteilnehmer
Beispiel 2: Der Einigungsintervall im Ein-Käufer-ein-Verkäufer-
modell bei unterstellter privater Informations-
versorgung der Marktteilnehmer
Beispiel 3: Der Preiskorridor im Zwei-Käufer-zwei-Verkäufer-
modell bei vollständiger Informationsversorgung der
Markt-teilnehmer
Beispiel 4: Ordereingabe ohne Informationen
Beispiel 5a: Durchschnittliche Kauf- und Verkaufskurse
Beispiel 5b: Indikative Informationen
Beispiel 6: Ordereingabe mit Informationen
Beispiel 7: Informationsmenge und Informationsdichte
Beispiel 8: Ordermatching und Ordermanagement bei der Two-
Round-One-Shot Double Auction

7
Abkürzungsverzeichnis:
DA Double
Auction
GE Geldeinheiten
IP Internet
Protokoll
SCM
Single Call Market
TCP
Transmission Control Protokoll
TRDA Two-Round-Double-Auction
UPDA
Uniform Price Double Auction
WWW
World Wide Web
Verzeichnis wichtiger Symbole:
I Informationsversorgung
I
a
Ergebnis der Auktion
I
h
Historische
Handelsdaten
I
P
Private
Information
I
W
Vom Marktteilnehmer während des
Handelsverlaufs erworbene Informationen
M
n
Marktteilnehmer
M
*
Gleichgewichtsmenge
N
Nutzen der Marktteilnehmer
P Preis
P(max) Maximal erzielbarer Preis
P(min)
Minimal erzielbarer Preis
P(O) Limitpreis
P(R) Reservationspreis
P
*
Meistausführungspreis - Gleichgewichtspreis
t Zeitpunkt
V
Handelsvolumen der Marktteilnehmer

8
1. Einleitung
1.1. Risikokapital über das Internet
Die Entwicklung des Internets und die sich daraus entwickelnden elektronischen
Handelsmöglichkeiten haben in den Vereinigten Staaten zu einer Vielzahl von
Gründungen Junger Unternehmen in dem sich rasant entwickelnden
Hochtechnologie-Markt geführt. Zwischen 1991 und 1995 wurden dort rund
sechs Millionen Arbeitsplätze durch diese Unternehmen geschaffen
1
. Durch
geringe Markteintrittsbarrieren und vergleichsweise geringem Kapitalaufwand
machten es die neuen Techniken möglich, dass eine ganze Generation im
Unternehmerfieber heranwuchs. Mit dem Erfolg des Neuen Marktes an der
Frankfurter Wertpapierbörse
2
und dem Vorbild des nachhaltigen wirtschaftlichen
Aufschwungs in Amerika
3
, beginnt nun auch in Europa eine Welle von
Unternehmensgründungen.
In Deutschland ist der Markt für Beteiligungskapital zwischen 1993 und 1998
um nahezu 100% auf rund 5,4 Mrd. Euro angewachsen
4
. Gründer, die mit einer
guten Geschäftsidee vor Augen ein Start-Up Unternehmen aufbauen wollen,
verfügen meist nicht über genug Eigenkapital um den Unternehmensaufbau
und das anschließende Wachstum aus eigenen Mitteln finanzieren zu können.
Als Alternative zur Fremdkapitalaufnahme hat sich die Eigenkapitalbeschaffung
über Einzelinvestoren und Venture Capital Gesellschaften als
Finanzierungsmöglichkeit innovativer Geschäftsideen herausgebildet
5
.
Diese Form der Kapitalaufnahme hat für die Unternehmenseigner aber oft auch
ungewollte Nebeneffekte. Venture Capital Geber gehen mit ihren Engagements
hohe Risiken ein. Sie fordern daher in vielen Fällen umfangreiche Mitsprache
1
Vgl. Braun (1999), S. 316.
2
Siehe hierzu http://www.neuermarkt.de sowie http://www.deutscheboerse.de
3
Vgl. vFinance.com venture capital report - v1. http://www.vfinance.com/articles/vcreport.shtml.
4
Vgl. Braun (1999), S. 316.
5
Vgl. Perridon/Steiner (1995), S. 330f.

9
und Kontrollrechte
6
. Darüber hinaus bestehen zwischen den
Beteiligungsgesellschaften und den Unternehmenseignern bei der Bewertung
des kapitalsuchenden Unternehmens oftmals sehr unterschiedliche
Ansichten
7
.
Wie die Praxis zeigt, können im Vergleich zu einem Einzelinvestor an einer
Börse bessere Preise für die Unternehmensanteile erzielt werden
8
. Junge
Unternehmen besitzen aber oft keinen ausreichenden Kapitalbedarf, der eine
Platzierung in den traditionellen Börsensegmenten rechtfertigen würde. Als
Ausweg hierzu steht solchen kapitalsuchenden Firmen die Möglichkeit der
öffentlichen Platzierung von Aktien in vor- oder außerbörslichen Segmenten
offen. Die Firmen platzieren hier Aktien, die von privaten Investoren gezeichnet
werden. Der Vorteil dieser Art der Kapitalbeschaffung ist, dass das Kapital auf
eine Vielzahl von Anteilseignern verteilt und so die Abhängigkeit von einem
oder mehreren Großkapitalgebern vermieden wird. Durch den Trend hin zur
Namensaktien, bei der die Aktiengesellschaften Ihre Aktionäre mit Namen,
Adresse, Beruf und Anzahl der gehaltenen Aktien in ein elektronisches
Aktienbuch eintragen, haben die Gesellschaften die Möglichkeit zur einfachen
und effektiven Verwaltung Ihrer Aktionäre
9
.
Problematisch ist die geringe Fungibilität der vorbörslichen Anteile. Während bei
der klassischen Venture Capital Finanzierung die kapitalgebende Gesellschaft
zumeist bis zu einem Börsengang des finanzierten Unternehmens investiert
bleibt
10
, ist dies bei privaten Anteilseignern nicht immer so. Meist existiert hier
kein Sekundärmarkt
11
, auf dem die erworbenen Anteile wieder veräußert
werden können. Abhilfe können hier Emissionshäuser bieten, die selbst einen
6
Vgl. Braun (1999), S. 317.
7
Ebd., S. 317.
8
Ebd., S. 317.
9
Vgl. Die Welt (1999).
10
Beteiligungsgesellschaften investieren ihr Kapital in der Regel nur auf Zeit in ein bestimmtes
Unternehmen. Die Desinvestition erfolgt durch den Rückkauf der Anteile durch den Eigner oder die
Einführung des Unternehmens an die Börse. Vgl. Perridon/Steiner (1995), S. 331.
11
Man unterscheidet Primärmarkt, auch Emissionsmarkt genannt, und Sekundärmarkt, den
Zirkulationsmarkt. Laut Oehler (Oehler (2000), S. 21.) versteht man unter dem Primärmarkt das

10
Markt schaffen, auf der die Wertpapiere nach der Emission gehandelt werden.
Die Wertpapiere werden hier im außerbörslichen Telefonhandel veräußert oder
erworben. Unternehmen, die mit außerbörslichen Aktien handeln verdienen hier
am sogenannten Spread, dem Unterschied zwischen dem An- und
Verkaufskurs. Neben der fehlenden Markttransparenz durch eine Vielzahl in
diesem sogenannten ,,Grauen Kapitalmarkt" tätigen Gesellschaften ist auch das
Fehlen von Überwachungsmöglichkeiten im außerbörslichen Handel
bedenklich. Der Zugang zum Markt ist durch den Telefonhandel umständlich
und die Marktteilnehmer müssen neben den Telefongebühren oft hohe
Transaktionskosten hinnehmen.
Als innovative Plattform für einen Sekundärmarkt bietet sich das Internet an, da
es als weltumspannendes Informations- und Handelsmedium auch für
Privatpersonen einen leichten Zugriff bietet
12
. Durch den einfachen direkten
Marktzugang unter Umgehung der traditionellen Intermediäre wie den
Handelsabteilungen der Finanzdienstleister oder den Börsenhändlern
(Disintermediation)
13
und niedrige technische Zugangsbarrieren können hier die
Transaktionskosten gesenkt werden. Durch die einfache
Informationsübermittlung können sowohl Intransparenz vermieden als auch
Missbrauch und Manipulationsversuche erschwert werden
14
. Die ersten
Aktienemissionen über das Internet wurden bereits 1996 platziert
15
.
Ziel dieser Arbeit ist es nun ein Handelsmodell zu entwickeln, das für den
Handel von Anteilen an Jungen Unternehmen im Internet anwendbar ist. Dabei
sind die besonderen Merkmale des Internets, wie die ständige Verfügbarkeit
und die vollständige Digitalität der über das Internet gelieferten Dienste,
Marktsegment auf dem neue Finanzkontrakte geschlossen werden, während auf dem Sekundärmarkt
Finanztitel entgeltlich überlassen werden. Vgl. hierzu auch Gabler 1995 S. 2645 und S. 2949.
12
Vgl. Geyer (1998), S. 242.
13
Vgl. Dümpe//Satzger/Will (1998), S. 20ff.
14
Zur Problematik der Kontrolle des außerbörslichen Handels vgl. Braun (1999).
15
Es handelte sich hierbei um die New Yorker Mikrobrauerei "Spring Street Brewery". Vgl. Tzermias
(1997).

11
genauso zu betrachten, wie die Eigenschaften eines solchen Marktes, die
Marktbreite und das Verhalten der Marktteilnehmer
16
.
1.2. Aufbau der Arbeit
In einem ersten Schritt werden in den Kapiteln zwei, drei und vier die
Grundlagen für die Entwicklung eines Marktmodells im Internet gelegt. Dabei
wird in Kapitel zwei und drei auf die allgemeinen Eigenschaften elektronischer
Märkte und der Börseneinrichtungen eingegangen. Kapitel vier gibt einen
kurzen Einblick in die Auktionstheorie, die den in dieser Arbeit angestellten
Überlegungen zugrunde liegt.
Im nächsten Schritt wird in Kapitel fünf das Entscheidungsverhalten von
Marktteilnehmern während einer Handelsperiode theoretisch abgebildet
(Behavioral Finance Ansatz)
17
. Dabei wird von einer logischen und
zielgerichteten Verhaltensweise der Marktteilnehmer ausgegangen
18
und
versucht aufgrund von Modellannahmen auf das wahrscheinliche Verhalten der
Marktteilnehmer zu schließen. Um aus den hieraus gewonnenen Erkenntnissen
eine Handlungsempfehlung ableiten zu können werden in den Kapiteln sechs
und sieben die Effizienzkriterien bei der Preisfindung im Auktionsmarkt und die
Marktphasen des betrachteten Auktionsmodell näher betrachtet. Da das
Internet ein vollständig digitales Medium darstellt, werden in Kapitel acht die
Informationsflüsse, die bei einer Börse eine große Rolle spielen, untersucht.
Aus den so gewonnen Erkenntnissen wird dann in Kapitel neun eine
Handlungsempfehlung für ein Handelsmodell entwickelt.
16
Vgl. Klein/Szyperski (1997), S. 4.
17
Vgl. Oehler (2000b), S. 6.
18
Vgl. Oehler (2000b), S. 7.

12
2. Elektronische Märkte als Plattformen für den Wertpapierhandel
Um den Begriff des elektronischen Marktes enger fassen zu können müssen
zuerst die Phasen einer Handelstransaktion näher beleuchtet werden.
2.1. Marktphasen auf elektronischen Märkten
Es werden drei wesentliche Phasen einer Handelstransaktion unterschieden
19
:
Informationsphase
Vereinbarungsphase
Abwicklungsphase
Informationsphase: In der ersten Phase findet ein Informationsaustausch
zwischen den am Handel beteiligten Marktteilnehmern statt. Die
Handelsteilnehmer informieren sich über die Marktlage, die Preise der
gehandelten Güter und sammeln Informationen, die Ihnen bei der Bewertung
dieser Güter behilflich sein können
20
.
Vereinbarungsphase: In der Vereinbarungsphase werden die Kaufs- und
Verkaufsgebote zusammengeführt
21
. Ein Vertragsabschluß, bei dem sich die
am Handel beteiligten Parteien mit den ausgehandelten Konditionen
einverstanden erklären, bildet das Ende der Vereinbarungsphase. Die Art und
Weise, wie eine Einigung in dieser Phase zustande kommt hängt vom
Mechanismus ab, der gewählt wurde um Angebot und Nachfrage
zusammenzuführen.
19
Vgl. Klein (1997).
20
Vgl. Merz/Tu/Lamersdorf (1999), S. 329f.
21
Vgl. ebd. S. 330.

13
Abwicklungsphase: Im Anschluss an die Verhandlungsphase folgt in der
Abwicklungsphase der Austausch der vereinbarten Leistungen und Güter
22
.
Dies bedeutet für physische Güter beispielsweise das Verpacken und
Versenden. Komplementär finden die dazu notwendigen Finanztransaktionen
sowie weitere im Zusammenhang mit der Übertragung des Gutes stehende
Handlungen statt.
Information Vereinbarung Abwicklung
Primärer Wertschöpfungsprozess
Verpflichtungsgeschäft Erfüllungsgeschäft
Abb.1: Die Phasen des primären Wertschöpfungsprozesses
Je nachdem welche dieser Marktphasen berücksichtigt werden, kann nun nach
elektronischen Märkten im engeren und im weiteren Sinne unterschieden
werden
23
:
Elektronische Märkte im engeren Sinne:
Zu elektronischen Märkten im engeren Sinne gehören alle mit Hilfe von
Informationstechnologien realisierten Marktplätze, die alle Phasen einer
Handelstransaktion unterstützen
24
.
Ist die Voraussetzung für die Unterstützung aller Handelsphasen nicht gegeben,
so kommt man zur Definition der elektronischen Märkte im weiteren Sinne.
Elektronische Märkte ím weiteren Sinne:
22
Die Abwicklungsphase wird auch als Ausführungsphase bezeichnet. Vgl Merz/Tu/Lamersdorf (1999),
S. 330.
23
Vgl. Schmid (1993), S. 467. Eine weitere Einteilungsmöglichkeit findet sich in
Picot/Reichwald/Wigand (1996), S. 316ff.
24
Vgl. Schmid (1993), S. 467.

14
Unter elektronischen Märkten im weiteren Sinne versteht man alle Systeme, die
in einzelnen Handelsphasen einer "marktmäßig organisierten
Leistungskoordination" durch Informationstechnologie unterstützt oder
automatisiert werden
25
.
Da in dieser Arbeit nur das Verpflichtungsgeschäft betrachtet und das
Erfüllungsgeschäft, also die Abwicklungsphase, nicht weiter diskutiert wird, ist
nachfolgend die Definition der elektronischen Märkte im weiteren Sinne
maßgebend
26
.
2.2. Eigenschaften elektronischer Märkte
Im heutigen Wirtschaftsleben spielt die Informations- und
Kommunikationstechnologie eine immer größer werdende Rolle.
Durch diesen Trend kommt auch den elektronischen Märkten eine immer
größere Bedeutung zu
27
. Die Marktteilnehmer auf elektronischen Märkten
müssen sich nicht mehr zwingend an einem physischen Ort treffen um
Markttransaktionen durchzuführen. Elektronische Märkte führen daher zu einer
Dezentralisierung des Marktgeschehens
28
. Auch der zeitliche Aspekt des
Handels rückt mit der Einführung elektronischer Märkte immer mehr in den
Hintergrund. Im Gegensatz dazu ist ein Marktteilnehmer auf traditionellen
Märkten an örtliche und zeitliche Restriktionen gebunden, die seine
Reaktionszeit negativ beeinflussen können
29
.
25
Vgl. Schmid (1993), S- 468.
26
Zum Erfüllungsgeschäft vgl. Gabler (1995), S. 572 und Bank-Verlag Gmbh (1999), S. 165f,
Kloten/Stein (1993), S. 1254, Loistl (1991), S. 69ff.
27
Zur Bedeutung elektronischer Märkte vgl. Clinton/Gore (o.J.), S. 2. und Anderson (1997).
28
Vgl. Picot/Reichwald/Wigand (1996), S. 316, Swiss Exchange (1996), S. 15.
29
Die Marktteilnehmer auf einem traditionellen Marktplatz sind meist an bestimmte Handelszeiten
gebunden und müssen persönlich oder durch einen Vertreter am Handelsplatz präsent sein. Vgl. Gabler S.
572.

15
2.3. Das Internet als elektronischer Marktplatz
Das Internet ist die Bezeichnung für den weltweiten Verbund von autonomen
Rechnern und Rechnernetzen
30
. Diese kommunizieren über das standardisierte
TCP/IP-Protokoll (Transmission Control Protocol/Internet Protocol) und stellen
den Nutzern Funktionalitäten in Form von Anwendungssystemen bereit
31
. Es
dient als Verbundsystem zum weltweiten Daten- und Informationsaustausch.
Das Internet wird nach Geyer charakterisiert als ,,weltweit nutzbarer
Hausanschluss für Informationen"
32
. Seit seiner Entstehung und vor allem seit
der Einführung des graphikgestützten World Wide Webs (WWW), dass es
erlaubt mit Hilfe von sogenannten Browsern einfach Seiteninhalte abzufragen
und zwischen den Seiten zu navigieren, weitet sich das Internet immer mehr zur
globalen Handelsplattform aus
33
. Wesentliche Merkmale des Internets als
Marktplatz sind die 24-Stunden Erreichbarkeit und die Dezentralität des
Angebots. Als digitales Medium ist das Internet für jegliche Art von
elektronische Informations- und Datenübermittlung geeignet.
Der Einsatz von Informationstechnologie hat für ein Koordinationsinstrument
34
,
wie es eine Börse darstellt, verschiedene Auswirkungen. Nach Picot lassen sich
drei verschiedene, den Koordinationsmechanismus beeinflussende, Effekte
feststellen
35
. Diese Effekte entstehen durch:
Elektronische Kommunikation (electronic communication effect)
Elektronische Integration (electronic integration effect)
Elektronischer Handel (electronic brokerage effect)
30
Vgl. Mertens (1995), S. 39.
31
Vgl. Picot/Reichwald/Wigand (1996), S. 165.
32
Vgl. Geyer (1998), S. 236.
33
Vgl. Schoder/Müller (1999), S.252ff, Turau (1999), S. 3.
34
Die Börse verfügt über die Funktion als Koordinationsinstrument für die optimale Kapitalallokation
hinaus noch über weitere Funktionen. Für eine Übersicht vgl. Meier-Durrer (1974), S. 14ff.

16
Elektronische Kommunikation: Durch den Einsatz von elektronischen
Kommunikationsmitteln, wie dem Internet, lassen sich die Kosten für
Informationsbeschaffung und ­übertragung deutlich reduzieren. Informationen
können auf diesem Wege billiger und schneller ausgetauscht werden
36
.
Elektronische Integration: Durch elektronische Integration können verschiedene
Prozesse so elektronisch vernetzt werden, dass sie nach außen wie ein
einziger Ablauf erscheinen. Dies kann erreicht werden, indem man
Medienbrüche vermeidet. Durch die durchgehende Unterstützung von
Vorgängen mit Hilfe von Informationstechnologien können die Abläufe einer
Handelstransaktion vereinfacht werden
37
.
Elektronischer Handel: Durch eine Automatisierung und Elektronisierung der
Handelsabläufe beim börslichen Wertpapierhandel wird eine Disintermediation
erreicht
38
. Typische Intermediäre werden durch die direkte Einbindung der
Kunden mit Hilfe der Informationstechnik umgangen
39
. So spielen z.B. die
Parketthändler als ausführende Agenten in einem automatisierten
Handelssystem wie dem Xetra-System der Deutschen Börse keine Rolle
40
.
3. Die Börse als Markt für den Wertpapierhandel
Um die Eignung des Mediums Internet als mögliche Börsenplattform evaluieren
zu können soll im Folgenden auf die heute an den Wertpapierbörsen
aufzufindenden Marktmodelle und Strukturmerkmale eingegangen werden.
35
Vgl. Picot/Bortenlänger/Röhrl (o.J.), S. 8f., Picot/Reichwald/Wigand (1996), S. 325f.
36
Vgl. Picot/Reichwald/Wigand (1996), S. 325.
37
Vgl. Picot/Reichwald/Wigand (1996), S. 325.
38
Vgl. Picot/Bortenlänger/Röhrl (o.J.), S. 9. Zur Grenzen der Disintermediation durch das Internet vgl.
Geyer (1998), S. 240f.
39
Vgl. Picot/Bortenlänger/Röhrl (o.J.), S. 8, Picot/Reichwald/Wigand (1996), S. 325. Zur Re-Allokation
von Intermediationsfunktionen auf Netzmärkten bzw. Re-Intermediation vgl. Dümpe//Satzger/Will
(1998), S. 20ff.

17
3.1. Merkmale einer Wertpapierbörse
Börsen stellen den Sekundärmarkt zum Handel mit umlaufenden Wertpapieren
und zur effizienten Allokation finanzieller Ressourcen bereit
41
. Um dies zu
gewährleisten wird ein allen Marktteilnehmern bekanntes und verbindliches
Regelwerk aufgestellt.
Wichtige Merkmale einer Wertpapierbörse sind laut Oehler
42
Zentralität,
Exklusivität, Institutionalität, Regularität und die daraus abgeleitete Gütesiegel-
Funktion der Börse.
Zentralität: Unter Zentralität einer Börse versteht man, dass die Marktteilnehmer
räumlich, zeitlich oder virtuell an einem bestimmten Ort oder Institution
versammelt sind
43
. Die räumliche Zentralität, also das Zusammentreffen der
Händler an einem bestimmten Börsenplatz, verliert aber durch den Einsatz
moderner Kommunikationstechnologien an Bedeutung
44
.
Exklusivität: Der Begriff Exklusivität bezeichnet die berufsmäßige Teilnahme der
Börsenteilnehmer am Handel. Auch eine Unionisierung, d.h. ein Organisieren
der Händler in Verbänden, ist damit einhergehend
45
.
Institutionalität: Eine Börse funktioniert nach bestimmten Regeln. Die
sogenannte Börsenmikrostruktur, d.h. der Handelsablauf, ist genau geregelt
46
.
Eine Börse besitzt auch genau definierte Einrichtungen, die Börsenorgane
47
.
Sie bestimmen und regeln Ablauf, Systeme und Struktur der Börsen
48
.
40
Vgl. Theisen (1998), S. 171ff, Lüdecke (1998), S. 302.
41
Vgl. Meier-Durrer (1974), S. 15ff.
42
Vgl. Oehler (2000), S.23.
43
Vgl. ebd. S. 23.
44
Vgl. Gabler (1995), S. 572.
45
Vgl. Oehler (2000), S. 23.
46
Vgl. ebd., S. 23.
47
Siehe hierzu auch die Börsenordnung der Frankfurter Wertpapierbörse. Vgl. Deutsche Börse (1999b)
48
Typische Börsenorgane sind z.B. der Börsenvorstand, die Kursmaklerkammer und die Zulassungsstelle
für die Zulassung von Wertpapieren zum amtlichen Handel. Die Börsenorgane sind in Deutschland im
Börsengesetz (BörsG) geregelt. Für näheres vgl. Grill/Perczynski (1993), S. 401f.

18
Regularität: Der börsliche Wertpapierhandel folgt dem allgemeinen rechtlichen
Rahmen
49
. Damit gelten Vorschriften für den Handel, wie sie z.B. im
Handelsgesetzbuch zu finden sind, natürlich auch an der Börse. Des weiteren
gibt es spezielle rechtliche Vorschriften für die Einrichtungen und die Aufsicht
an den Börsen. So spiegeln sich in der Börsenzulassungsverordnung
(BörsZulV) und im Börsengesetz solche rechtlichen Rahmenbedingungen
wider
50
. So regelt das Börsengesetz (BörsG) neben den allgemeinen
Bestimmungen und den Organen einer Börse auch die Feststellung des
Börsenpreises, die Zulassungsbestimmungen für Wertpapiere und die Straf-
und Schlussbestimmungen bei Verstößen.
Oehler nennt im Rahmen der Regularität noch die sogenannte Gütesiegel-
Funktion der Börsen
51
. Da Wertpapierbörsen mit öffentlich-rechtlichem
Charakter einer strengen Regularität und Aufsicht unterliegen, sind es
gleichsam vertrauensbildende Institutionen.
Die genannten Merkmale gelten, wenn auch mit Einschränkungen, natürlich
auch für eine Internetbörse. Ein Modell einer ,,Online-Börse" muss daher mit
diesen grundlegenden Börsenmerkmalen vereinbar sein.
3.2. Phasen des Handelsprozesses im Wertpapierhandel
Nach Gomber stellt das Design der Marktregeln und -prozesse "[...] unabhängig
vom informationstechnischen Durchdringungsgrad - ein zentrales Element
jedes Marktes dar"
52
. Ein Marktmodell definiert einen Mechanismus, durch den
Orders
53
zu Geschäftsabschlüssen im börslichen Handel zusammengeführt
werden. Es beschreibt die Preisermittlung, die Priorisierung börslicher Orders
sowie die Art und den Umfang der Informationen, die den Marktteilnehmern
49
Vgl. Oehler (2000) S. 23.
50
Vgl. Gabler (1995), S. 575.
51
Vgl. ebd., S. 23.
52
Vgl. Gomber (1999a), S.11.
53
Bezeichnung für einen Auftrag, vor allem bestimmte Wertpapiere zu kaufen oder zu verkaufen. Vgl.
Büschgen (1998).

19
während der Handelszeiten zur Verfügung gestellt werden
54
. Während das
Marktmodell den Wertpapierhandel aus einer statischen Sichtweise behandelt,
kennzeichnet der Handelsprozess eine dynamische Sichtweise und bezeichnet
die Gesamtheit einzelner Marktphasen beim Wertpapierhandel
55
. Der
Handelsprozess kann nach Picot in Informationsphase, Orderroutingphase,
Abschlussphase und Abwicklungsphase unterteilt werden
56
.
3.2.1. Informationsphase
In der Informationsphase informieren sich die Marktteilnehmer über die
gehandelten Güter sowie die Marktlage. Ziel der Marktteilnehmer ist eine
effiziente Informationsbeschaffung und -auswertung. Dabei können sie sowohl
auf marktexogene als auch auf marktendogene Informationen zurückgreifen.
Die Verfügbarkeit marktendogener, also vom Markt selbst hervorgebrachter
Informationen, wird als Grad der Markttransparenz bezeichnet
57
.
Gomber unterscheidet hier zwischen einer pre trade Markttransparenz und der
post trade Markttransparenz
58
. Laut Gomber bezieht sich die pre trade
Markttransparenz auf das Transaktionsinteresse, während die post trade
Markttransparenz bereits angeschlossene Geschäfte betrifft.
Grundlage der pre trade Markttransparenz ist das Orderbuch. Unter einem
Orderbuch versteht man ein logisches Buch, in dem alle eingegangenen Kauf-
und Verkaufsaufträge abgelegt sind
59
. Das Orderbuch kann offen, also für alle
Marktteilnehmer einsehbar, oder geschlossen dargestellt werden.
Die post trade Markttransparenz ist durch die Informationsversorgung der
Marktteilnehmer über bereits getätigte Geschäfte gekennzeichnet. Hier sind
nach Gomber die Schnelligkeit der Informationsverbreitung, der Grad der
54
Vgl. Deutsche Börse (1998), S.4.
55
Vgl. Gomber (1999a), S. 11.
56
Vgl. Picot/Bortenlänger/Röhrl (1996) S.16ff und Gomber (1999a), S. 11ff.
57
Vgl. Gomber (1999a), S. 21, sowie Gomber (1999b), S. 127.
58
Vgl. Gomber (1999a), S. 21f.
59
Vgl. Andersen Consulting (2000), S.26, Schweizer Börse (1996b), S. 35.

20
Informationsasymmetrie und die Art der verbreiteten Informationen
entscheidende Gestaltungsparameter
60
.
3.2.2. Orderroutingphase
Die Orderroutingphase dient der Formulierung und Weiterleitung eines
Transaktionswunsches
61
. Die Kauf- und Verkaufsaufträge können von den
Marktteilnehmern, abhängig vom Börsensystem, verschieden ausgestaltet
werden. So können in einem Kaufs- oder Verkaufsauftrag, neben Menge und
Preis verschiedene Gültigkeitszusätze gegeben werden
62
. Man unterscheidet
grundsätzlich limitierte und unlimitierte Aufträge. Limitierte Aufträge, die
sogenannten Limitorders, sind Aufträge die mit einem Höchst- bzw.
Mindestpreis ausgestattet sind. Sie geben den maximalen bzw. minimalen Preis
an, zu dem der Marktteilnehmer bereit ist das Wertpapier zu kaufen oder zu
verkaufen. Sind die Orderaufträge hingegen unlimitiert, sog. Market Orders, so
werden die Aufträge zum nächsten ermittelten Preis ausgeführt
63
. Ein
wesentliches Merkmal der Orderroutingphase ist nach Gomber die
Verbindlichkeit der von den Marktteilnehmern in das System gestellten
Aufträge
64
.
3.2.3. Abschlussphase
In der Abschlussphase erfolgt die Zusammenführung (Matching) der im
Orderbuch gesammelten Aufträge
65
. Mit einem bestimmten
Preisbildungsverfahren wird aus den vorliegenden Kauf- und Verkaufsaufträgen
ein Marktpreis ermittelt (Pricing). Bei den Preisbildungsverfahren
66
kann man
60
Vgl. Gomber (1999a), S. 22.
61
Vgl. Picot/Bortenlänger/Röhrl (o.J.), S. 12f.
62
So kann z.B. der maximale oder minimale Verkaufspreis, sowie die Gültigkeit des Auftrages
angegeben werden. Für eine ausführliche Erläuterung von Limitzusätzen vgl. Grill/Perczynski (1993), S.
433f, sowie Deutsche Börse (1998), S. 10.
63
Vgl. Österreichische Kontrollbank (1999), S 37ff.
64
Vgl. Gomber (1999a), S. 23.
65
Vgl. Deutsche Börse (1999), S.25ff, sowie Schweizer Börse (1996a), S. 9ff.
66
Für weiterführende Beispiele zur Preisbildung siehe auch Meier-Durrer (1974) S. 75ff.
Ende der Leseprobe aus 100 Seiten

Details

Titel
Das Internet als Börsenplattform für junge Unternehmen - Auktionsmodell zur Preisfindung im Wertpapierhandel auf engen Märkten
Hochschule
Universität Augsburg
Note
1.3
Autor
Jahr
2000
Seiten
100
Katalognummer
V185586
ISBN (eBook)
9783656982562
ISBN (Buch)
9783867464840
Dateigröße
874 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
internet, börsenplattform, unternehmen, auktionsmodell, preisfindung, wertpapierhandel, märkten
Arbeit zitieren
Veit Trunk (Autor), 2000, Das Internet als Börsenplattform für junge Unternehmen - Auktionsmodell zur Preisfindung im Wertpapierhandel auf engen Märkten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185586

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