Ziel dieser Arbeit ist es, ein Handelsmodell zu entwickeln, das für den
Handel von Anteilen an jungen Unternehmen im Internet anwendbar ist. Dabei sind die besonderen Merkmale des Internets, wie die ständige Verfügbarkeit und die vollständige Digitalität der über das Internet gelieferten Dienste, genauso zu betrachten wie die Eigenschaften eines solchen Marktes, die Marktbreite und das Verhalten der Marktteilnehmer
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Risikokapital über das Internet
1.2. Aufbau der Arbeit
2. Elektronische Märkte als Plattformen für den Wertpapierhandel
2.1. Marktphasen auf elektronischen Märkten
2.2. Eigenschaften elektronischer Märkte
2.3. Das Internet als elektronischer Marktplatz
3. Die Börse als Markt für den Wertpapierhandel
3.1. Merkmale einer Wertpapierbörse
3.2. Phasen des Handelsprozesses im Wertpapierhandel
3.2.1. Informationsphase
3.2.2. Orderroutingphase
3.2.3. Abschlussphase
3.2.4. Abwicklungsphase
3.3. Marktphasen im Wertpapierhandel als digitale Wertschöpfungskette
3.4. Der börsliche Wertpapierhandel als Intermediationsleistung
3.5. Optimierungsmöglichkeiten beim elektronisierten Handel mit Wertpapieren
3.6. Das Marktmodell als Gestaltungsparameter des Wertpapierhandels
4. Die Auktion als möglicher Preisbildungsmechanismus im Internet
4.1. Die einseitige Auktion
4.2. Die zweiseitige Auktion
4.3. Wesensmerkmale der zweiseitigen Auktion
4.3.1. Preisfeststellungshäufigkeit
4.3.2. Preisfeststellungsverfahren
5. Theoretische Überlegungen zur Preisbildung auf Auktionsmärkten
5.1. Ein-Käufer-ein-Verkäufer Modell
5.1.1. Ein-Käufer-ein-Verkäufer-Modell bei vollständiger Informationsversorgung
5.1.2. Ein-Käufer-ein-Verkäufer-Modell bei unvollständiger Informationsversorgung
5.2. n-Käufer n-Verkäufer-Modell
5.2.1. Zwei-Käufer-zwei-Verkäufer-Modell bei vollständiger Informationsversorgung
5.2.2. Zwei-Käufer-zwei-Verkäufer-Modell bei unvollständiger Informationsversorgung
6. Mögliche Effizienzkriterien bei der Preisfindung
6.1. Preiseffizienz
6.2. Transaktionseffizienz
6.3. Effizienzmindernde Anreizwirkungen auf engen Märkten
7. Die Marktphasen bei der zweiseitigen Auktion
7.1. Aufrufphase
7.2. Matchingphase
7.3. Marktausgleichsphase
7.4. Die Nachhandelsphase
8. Die optimale Informationsversorgung der Marktteilnehmer
8.1. Die Informationsversorgung als Gestaltungsparameter bei der Entwicklung eines Handelssystems für das Internet
8.2. Die Auswirkung der Informationsversorgung auf das Verhalten der Marktteilnehmer auf einer internetbasierten Börsenplattform
8.2.1. Die Marktteilnehmer erhalten keine Informationen
8.2.2. Die vollständige Informationsversorgung der Marktteilnehmer
8.2.3. Die Anreizwirkung umfassender Informationsversorgung auf das Verhalten der Marktteilnehmer
8.3. Der optimale Grad an Informationsversorgung
9. Das Zwei-Runden-Auktionssystem als Modell hybrider Informationsversorgung
9.1. Die Multi-Round Auktion
9.2. Auktion mit überlagerten Handelsphasen
9.3 Das One-Shot-Two-Round Double Auction Modell (TRDA) als mögliches Marktmodell für den Handel mit geringer Liquidität.
9.4. Die Ausgestaltung der Marktphasen bei der One-Shot-Two-Round Double Auction
9.4.1 Order Entry
9.4.2. Order Management
9.4.3. Order Matching
9.4.4 Transaktionsmanagement.
10. Zusammenfassung und Ausblick
10.1. Zusammenfassung
10.2. Die Zukunft der Internethandelsplattformen
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung eines Handelsmodells für den Sekundärmarkt von Unternehmensanteilen junger Firmen im Internet. Hierbei wird untersucht, wie durch Auktionsmechanismen eine Preisfindung ermöglicht werden kann, die sowohl effizient als auch für Marktteilnehmer transparent ist, wobei insbesondere die Qualität und Quantität der Informationsversorgung eine zentrale Rolle spielen.
- Elektronische Märkte als Handelsplattformen
- Strukturmerkmale und Phasen des börslichen Wertpapierhandels
- Theoretische Grundlagen der Auktionsmodelle (zweiseitige Auktionen)
- Einfluss der Informationsversorgung auf das Verhalten von Marktteilnehmern
- Entwurf eines hybriden Zwei-Runden-Auktionsmodells für illiquide Märkte
Auszug aus dem Buch
3.6. Das Marktmodell als Gestaltungsparameter des Wertpapierhandels
Ein Marktmodell kann anhand seiner Strukturmerkmale charakterisiert werden. Phasenspezifische Strukturmerkmale sind nach Gomber der Grad der Markttransparenz, die Art der Preisfeststellung, die Handelsfrequenz und die Orderverbindlichkeit. Man kann nun zwischen statischen und dynamischen Marktmodellen unterscheiden. Dabei liegt der Unterschied in der Ausgestaltung der Strukturmerkmale. Bei den statischen Marktmodellen ist für jedes der genannten Strukturmerkmale nur eine bestimmte Ausprägung zugelassen. Statische Marktmodelle sind daher die einfachste Form eines organisierten Börsenhandels. Da der Handel auf solchen Märkten durch Inflexibilität gekennzeichnet ist und nicht an die unterschiedlichen Anforderungen der einzelnen Marktteilnehmer angepasst werden kann, existieren heute darüber hinaus die dynamischen Handelsmodelle. Von einem dynamischen Marktmodell spricht man, wenn der Marktteilnehmer bei einzelnen Transaktionen zwischen unterschiedlichen Ausprägungen der genannten Strukturmerkmale auswählen kann. Jedes börsliche Strukturmerkmal kann hier verschiedene Ausprägungen aufweisen. Der Marktteilnehmer kann bei der Erteilung seiner Aufträge selbst unter den verschiedenen zulässigen Aufprägungen der Strukturmerkmale auswählen.
Bei einem flexiblen Marktmodell können sich die einzelnen Ausprägungen der Strukturmerkmale je nach Anforderung ändern. Im Unterschied zum dynamischen Marktmodell haben hier die Marktteilnehmer keinen direkten Einfluss auf die Ausprägung der Strukturmerkmale. Diese Wahl erfolgt hier durch das Handelssystem selbst, dass nach bestimmten Regeln die einzelnen Ausprägungen festlegt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung von Beteiligungskapital für junge Unternehmen und identifiziert das Internet als geeignete, kosteneffiziente Plattform für einen Sekundärmarkt.
2. Elektronische Märkte als Plattformen für den Wertpapierhandel: In diesem Kapitel werden die Phasen einer Handelstransaktion definiert und die spezifischen Charakteristika elektronischer Märkte sowie des Internets als Handelsmedium erörtert.
3. Die Börse als Markt für den Wertpapierhandel: Dieses Kapitel erläutert die Funktionsweise einer Wertpapierbörse, ihre Mikrostruktur, die einzelnen Phasen des Handelsprozesses sowie die Bedeutung der Börse als Intermediär.
4. Die Auktion als möglicher Preisbildungsmechanismus im Internet: Hier werden Auktionsformen, insbesondere die zweiseitige Auktion, als Instrument zur Preisfindung auf einer Online-Börse analysiert.
5. Theoretische Überlegungen zur Preisbildung auf Auktionsmärkten: Das Kapitel widmet sich der Modellierung des Entscheidungsverhaltens von Marktteilnehmern unter verschiedenen Informationsbedingungen.
6. Mögliche Effizienzkriterien bei der Preisfindung: Hier werden die Konzepte der Preiseffizienz und Transaktionseffizienz eingeführt, um Auktionsmechanismen auf ihre Leistungsfähigkeit hin zu bewerten.
7. Die Marktphasen bei der zweiseitigen Auktion: Dieses Kapitel beschreibt detailliert die logischen Schritte von der Aufruf- bis zur Nachhandelsphase innerhalb einer zweiseitigen Auktion.
8. Die optimale Informationsversorgung der Marktteilnehmer: Hier wird der kritische Einfluss der Informationsmenge und -dichte auf das Verhalten und die Handelsstrategien der Akteure untersucht.
9. Das Zwei-Runden-Auktionssystem als Modell hybrider Informationsversorgung: In diesem Kapitel wird ein konkretes Handelsmodell (TRDA) vorgeschlagen, das durch zwei Phasen Transparenz und Effizienz auf Märkten mit geringer Liquidität verbindet.
10. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Rolle digitaler Internethandelsplattformen.
Schlüsselwörter
Internetbörse, zweiseitige Auktion, Wertpapierhandel, Marktmodell, Informationsversorgung, Markttransparenz, Preisfindung, Meistausführungsprinzip, Liquidität, Onlinebrokerage, One-Shot-Two-Round Double Auction, Behavioral Finance, Effizienzkriterien, Handelsplattform, Unternehmensgründungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie ein Handelsmodell für junge Unternehmen im Internet gestaltet sein muss, um einen effizienten und transparenten Sekundärmarkt für deren Aktien zu etablieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die Auktions- und Finanzmarkttheorie, die Analyse von Marktphasen beim Wertpapierhandel sowie das Entscheidungsverhalten von Marktteilnehmern unter asymmetrischer Informationsverteilung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Ableitung einer Handlungsempfehlung für ein internetbasiertes Handelsmodell, welches besonders für Märkte mit geringer Liquidität geeignet ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt theoretische Modellierungen, orientiert an der Auktionsliteratur (z. B. Satterthwaite/Williams) und dem Behavior Finance Ansatz, um das optimale Design der Informationsversorgung und des Preisfindungsmechanismus zu bestimmen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Grundlagen des börslichen Handels und der Auktionstheorie erarbeitet, darauf basierend Verhaltensmodelle der Marktteilnehmer analysiert und schließlich das „One-Shot-Two-Round Double Auction“-Modell als Lösungsvorschlag detailliert konzipiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Internetbörse, zweiseitige Auktion, Markttransparenz, Informationsversorgung, Meistausführungsprinzip und Transaktionseffizienz.
Warum ist das Internet als Börsenplattform für junge Unternehmen geeignet?
Durch das Internet können traditionelle Vermittler umgangen (Disintermediation) und technische Zugangsbarrieren sowie Transaktionskosten gesenkt werden, was den Zugang auch für Privatpersonen erleichtert.
Was genau ist das „One-Shot-Two-Round Double Auction“-Modell?
Es ist ein Auktionsmodell, das zwei Matching-Runden kombiniert: Die erste Runde nutzt öffentliche Preisinformationen für maximale Transparenz, die zweite Runde verwendet verdeckte private Informationen, um auch in illiquiden Märkten Transaktionsabschlüsse zu ermöglichen.
Welche Rolle spielt die Informationsasymmetrie in dieser Untersuchung?
Informationsasymmetrien führen dazu, dass Marktteilnehmer dazu neigen, ihre wahren Präferenzen zu verheimlichen. Das vorgeschlagene Modell zielt darauf ab, durch eine geschickte Informationsgestaltung Anreize für marktgerechte Orderabgaben zu schaffen.
Welche Herausforderungen bestehen für Internetbörsen?
Die größte Herausforderung ist die Balance zwischen ausreichender Markttransparenz zur fairen Preisfindung und dem Schutz privater Informationen, um Strategien wie Marktmanipulation zu verhindern und die Liquidität zu sichern.
- Arbeit zitieren
- Veit Trunk (Autor:in), 2000, Das Internet als Börsenplattform für junge Unternehmen - Auktionsmodell zur Preisfindung im Wertpapierhandel auf engen Märkten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185586