Veranstaltungs- und Mehrzweckhallen im Event-Tourismus. Kundenzufriedenheit, Einzugsbereiche und Eventmarketing


Diplomarbeit, 2001
152 Seiten, Note: 1.1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Verzeichnis der Abbildungen

Verzeichnis der Tabellen

Verzeichnis der Anlagen im Anhang

Verzeichnis der Abkürzungen

1. Einführung und methodisches Vorgehen
1.1. Problemstellung und Zielsetzung der Untersuchung
1.2. Der Freizeitmarkt in der Bundesrepublik Deutschland
1.3. Erfahrungsstand und theoretische Grundlagen
1.4. Definition Versammlungsstätte / Veranstaltungshalle / Mehrzweckhalle / Arena
1.5. Definition Event
1.6. Einordnung der Untersuchung in die Geographie
1.7. Methodische Grundlagen der Arbeit
1.7.1. Befragung
1.7.2. Konzeption und Gestaltung des Fragebogens
1.7.3. Repräsentativität und Stichprobe der Befragung
1.7.4. Mitarbeiterbeteiligung
1.7.5. Herkunftsbefragung
1.7.6. Durchführung der Befragung
1.8. Auswertungsverfahren / EDV-Einsatz

2. Veranstaltungen und Veranstaltungshallen
2.1. Rechtlicher Rahmen von Veranstaltungen
2.2. Betreiberkonzepte von Veranstaltungshallen
2.3. Ablauf eines „typischen“ Veranstaltungsbesuchs
2.4. Raumprogramme für verschiedene Nutzungsarten
2.5. Die Halle Münsterland
2.5.1.Lage, Hallenstrukturen, Größe, Ausstattung, Zentralität und Verkehrsanbindung
2.5.2. Veranstaltungsangebot
2.6. Die Westfalenhallen Dortmund
2.6.1.Lage, Hallenstrukturen, Größe, Ausstattung, Zentralität und Verkehrsanbindung
2.6.2. Veranstaltungsangebot
2.7. Die Stadthalle Bremen
2.7.1.Lage, Hallenstrukturen, Größe, Ausstattung, Zentralität und Verkehrsanbindung
2.7.2. Veranstaltungsangebot

3. Kundenzufriedenheitsmessungen
3.1. Definition Kundenzufriedenheit / Besucherzufriedenheit
3.2. Kundenzufriedenheitsmessungen in verschiedenen Bereichen
3.2.1. Beispiele für Kundenzufriedenheitsmessungen
3.2.2. Nationale Kundenbarometer
3.2.3. Das „OBI Barometer“
3.3. Notenskalen im Bereich der Kundenzufriedenheit
3.4. Zufriedenheitsmerkmale
3.5. Beschwerdemanagement

4. Soziodemographische Strukturdaten, Kundenzufriedenheit und Einzugsbereiche ausgewählter Veranstaltungen
4.1. Ausgewählte Veranstaltungen
4.2. Rock- und Popkonzerte
4.2.1. Strukturdaten des Veranstaltungstyps A (Böhse Onkelz, Tote Hosen)
4.2.2. Zufriedenheit der Besucher des Veranstaltungstyps A
4.2.3. Der Einzugsbereich der Veranstaltungen des Typs A
4.2.4. Strukturdaten des Veranstaltungstyps B (Modern Talking, Pet Shop Boys)
4.2.5. Zufriedenheit der Besucher des Veranstaltungstyps B
4.2.6. Der Einzugsbereich der Veranstaltungen des Typs B
4.2.7. Strukturdaten des Veranstaltungstyps C (Chris de Burgh, Bryan Ferry)
4.2.8. Zufriedenheit der Besucher des Veranstaltungstyps C
4.2.9. Der Einzugsbereich der Veranstaltungen des Typs C
4.3. Sonstige Konzerte
4.3.1. Strukturdaten der Deutschen Popunterhaltungsmusik (Brunner und Brunner)
4.3.2. Zufriedenheit der Besucher der Deutschen Popunterhaltungsmusik
4.3.3. Der Einzugsbereich der Veranstaltungen der Deutschen Popunterhaltungsmusik
4.3.4. Strukturdaten der Gospel-Konzerte (Harlem Gospel Singers)
4.3.5. Zufriedenheit der Besucher der Gospel-Konzerte
4.3.6. Der Einzugsbereich der Gospel-Konzerte
4.3.7. Strukturdaten der Klassikpopkonzerte (Helmut Lotti)
4.3.8. Zufriedenheit der Besucher der Klassikpopkonzerte
4.3.9. Der Einzugsbereich der Klassikpopkonzerte
4.4. Deutsche Volksmusik (Stars der Volksmusik)
4.4.1. Strukturdaten der Veranstaltungen
4.4.2. Zufriedenheit der Besucher der Veranstaltungen
4.4.3. Der Einzugsbereich der Veranstaltungen
4.5. Show-Veranstaltungen (Holiday on Ice, Musikschau der Nationen, Riverdance, Grandprix Eurovision)
4.5.1. Strukturdaten der Veranstaltungen
4.5.2. Zufriedenheit der Besucher der Veranstaltungen
4.5.3. Der Einzugsbereich der Veranstaltungen
4.6. Theater/Oper/Musical (Phantom der Oper und 42nd Street)
4.6.1. Strukturdaten der Veranstaltungen
4.6.2. Zufriedenheit der Besucher der Veranstaltungen
4.6.3. Der Einzugsbereich der Veranstaltungen
4.7. Kabarett/Comedy (Ingo Appelt und Rüdiger Hoffmann)
4.7.1. Strukturdaten der Veranstaltungen
4.7.2. Zufriedenheit der Besucher der Veranstaltungen
4.7.3. Der Einzugsbereich der Veranstaltungen
4.8. Sport (Springreitturniere)
4.8.1. Strukturdaten der Veranstaltungen
4.8.2. Zufriedenheit der Besucher der Veranstaltungen
4.8.3. Der Einzugsbereich der Veranstaltungen

5. Ergebniszusammenfassung und Anmerkungen zu den empirischen Analysen
5.1. Unterschiede im Rücklauf
5.2. Vergleich von veranstaltungsübergreifenden Aspekten
5.3. Gesamtzufriedenheit der Besucher mit den Hallen
5.4. Gesamteinzugsbereiche
5.5. Situative Faktoren
5.6. Vergleich mit anderen Studien

6. Neue Tendenzen im Angebot von Veranstaltungshallen, Hallenbau und Event-Marketing
6.1. Neue Tendenzen im Angebot von Veranstaltungshallen
6.2. Tagungen und Kongresse
6.3. Bau von neuen Hallen
6.3.1. Großhallen
6.3.2. Hallen für spezielle Nutzungsformen
6.4. Möglichkeiten des Internets
6.5. Sicherheit im Event-Bereich
6.6. Arbeitsmarkt im Bereich der Veranstaltungs- und Mehrzweckhallen
6.7. Event-Marketing
6.8. Der Image-Begriff im Veranstaltungsbereich

7. Fazit und Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse dieser Arbeit
7.1. Bewertung der Besucherbefragungen
7.2. Bewertung der Arbeitshypothesen
7.3. Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse
7.4. „Veranstaltungs- und Mehrzweckhallen“ im Kundenmonitor Deutschland
7.5. Empfehlungen für die einzelnen Hallen
7.6. Möglichkeiten weitergehender Analysen

8. Literaturverzeichnis

9. Auskünfte und Interviews

Vorwort

Die vorliegende Diplom-Arbeit beschäftigt sich mit Veranstaltungs- und Mehrzweckhallen im Rahmen des Event-Tourismus. Im Mittelpunkt stehen dabei Kundenzufriedenheitsanalysen aus sozialgeographischer und wirtschaftsgeographischer Sicht. In vielen anderen Branchen werden, aufgrund eines zunehmenden Konkurrenzdruckes, seit Jahren und Jahrzehnten Untersuchungen zur Zufriedenheit der Kunden durchgeführt. Auch die Branche der Veranstaltungs- und Mehrzweckhallen ist bestrebt, ihr Angebot noch stärker an den Bedürfnissen ihrer Besucher zu orientieren. Zu einer stärkeren Kundenorientierung gehört insbesondere die Kenntnis der Erwartungen der Kunden und die Erfüllung dieser Erwartungen. Um die Möglichkeiten der qualitativen und quantitativen Erfassung dieser beiden Aspekte soll es vordergründig gehen. Der Anstoß zu dieser Arbeit ist durch meine Tätigkeit als studentische Hilfskraft am Lehrstuhl von Prof. Dr. Heineberg erwachsen. Herr Dr. Gaida, Geschäftsführer der Halle Münsterland in Münster, fragte bei einer Mitarbeiterin des Lehrstuhls von Prof. Dr. Heineberg nach einem Studenten der Diplom-Geographie, der Interesse an einer Arbeit im Bereich der Veranstaltungs- und Mehrzweckhallen hat. Da die Mitarbeiterin wußte, daß ich auf der Suche nach einem möglichst praxisnahen Thema war, stellte sie einen Kontakt zwischen der Halle Münsterland und mir her. Bei einem ersten Gespräch mit Herrn Dr. Gaida, dem Geschäftsführer der Halle Münsterland, erfuhr ich, daß bereits eine Arbeit durch den Diplom-Geographen Peter Rengel über die Halle Münsterland verfaßt wurde. Die Arbeit mit dem Titel „Veranstaltungs- und Mehrzweckhallen – Bestand, Besucherstrukturen, Einzugsbereiche und Umweltschutz – Sozialgeographische Untersuchungen anhand der Beispiele Halle Münsterland in Münster, Stadthalle Bremen und den Westfalenhallen in Dortmund“ wurde 1996 am Institut für Geographie der Universität Münster vorgelegt. Die Halle Münsterland war von den Ergebnissen, die durch Peter Rengel erarbeitet wurden, sehr angetan. Allerdings konnten im Rahmen der Diplom-Arbeit nur einige Charakteristika des sehr komplexen Veranstaltungsbereiches betrachtet werden. Der Aspekt Kundenzufriedenheit wurde von Peter Rengel, der heute übrigens als Assistent der Geschäftsleitung bei der Stadthalle in Bremen arbeitet, nicht untersucht. Bei mir weckten die Vorstellungen von Herrn Dr. Gaida zu einer solchen Diplom-Arbeit sehr schnell Interesse. Untersuchungen im Bereich der Kundenzufriedenheit sind besonders aussagekräftig, wenn Vergleiche zwischen mindestens zwei Unternehmen einer Branche möglich sind. Ich konnte sehr schnell Kontakt zu den Westfalenhallen in Dortmund und der Stadthalle in Bremen herstellen. Bei beiden Hallen war, vermutlich auch durch die sehr interessanten Ergebnisse der Diplom-Arbeit von 1996, keine große Überzeugungsarbeit mehr zu leisten. Der Veranstaltungsleiter in Dortmund, Herr Jochen Meschke sowie Herr Peter Rengel in Bremen stimmten einer weiteren Arbeit über ihre Hallen zu. Dies steigerte meine Motivation und ich begann mit der theoretischen Konzeption. Ohne die Unterstützung der drei untersuchten Hallen wäre diese Arbeit nicht möglich gewesen. Bei den insgesamt 36 Befragungen im Zeitraum vom 05.01.2000 bis 27.05.2000 in den drei Häusern wurden 17.236 Fragebögen ausgegeben[1]. 3.122 ausgefüllte Fragebögen konnten ausgewertet werden. Bei 36 Einzugsbereichsbefragungen konnten insgesamt 48.101 Personen nach ihrer Gemeindeherkunft befragt werden. Diese Daten machen deutlich, daß die Befragungen nur mit der Unterstützung von Personal durchgeführt werden konnten. Für diese Kosten kamen die Halle Münsterland, die Stadthalle Bremen und die Westfalenhallen Dortmund auf. Auch die Kopierkosten für die Fragebögen wurden von den Hallen übernommen. Wegen des nur begrenzten Angebots an Literatur im Sinne von Monographien und Zeitschriftenartikeln im Bereich der Veranstaltungs- und Mehrzweckhallen, mußte stärker auf Alternativquellen wie Zeitungsausschnitte, Internetseiten, mündliche Informationen durch Experten bzw. Insider und auch sog. „graue Literatur“ zurückgegriffen werden. Zu besonderem Dank bin ich zunächst Herrn Peter Rengel von der Stadthalle Bremen verpflichtet, der mir als kompetenter Ansprechpartner in allen Belangen des großen Themenfeldes „Veranstaltungs- und Mehrzweckhallen“ zur Seite stand. Er war mir unter anderem bei der Konzeption des Fragebogens behilflich. Zu weiterem Dank bin ich Herrn Dr. Gaida von der Halle Münsterland verpflichtet, der die Idee zu dieser Arbeit hatte und mit dem ich den methodischen Rahmen festlegen konnte. Er gab mir auch die Möglichkeit, ein sechswöchiges Praktikum vom 07.02.2000 bis 19.03.2000 in der Veranstaltungsabteilung der Halle Münsterland zu absolvieren. Die Erfahrungen im Rahmen dieses Praktikums steigerten mein Interesse für den Bereich der Veranstaltungs- und Mehrzweckhallen und motivierten mich endgültig zu einer Diplom-Arbeit in diesem Bereich. Außerdem möchte ich Herrn Jochen Meschke von den Westfalenhallen Dortmund und Gabriele Rihn von der Arena auf Schalke danken, die mir viele wertvolle Tips für meine Arbeit gaben. Außerdem danke ich Herrn Prof. Dr. Heinz Heineberg und Herrn Prof. Dr. Peter Weber sowohl für die Betreuung als auch die Korrektur meiner Arbeit.

Aufgrund des großen empirischen Teils und der Komplexität der Daten bzw. Karten habe ich mich dazu entschlossen, einen eigenen Abbildungs-, Tabellen- und Kartenband anzufertigen. Dieser Band ergänzt die Diplom-Arbeit (besonders Kapitel 4 und Kapitel 5). Ich hoffe, daß ich mich mit dieser Arbeit für eine Tätigkeit im Bereich der Veranstaltungs- und Mehrzweckhallen qualifizieren kann. Die vorliegende Diplom-Arbeit ist in der alten Rechtschreibung verfaßt.

Verzeichnis der Abbildungen

Abb. 1: Entwicklung der in der Freizeitindustrie erzielten Umsätze in den alten Bundesländern

Abb. 2: Marktentwicklung des Veranstaltungsbereichs

Abb. 3: Gewinne, die für das vollständige Ausfüllen des Fragebogens verlost wurden

Abb. 4: Typischer Ablauf eines Veranstaltungsbesuchs

Abb. 5: Lage und Aufteilung der Halle Münsterland

Abb. 6: Karikatur zur Modernisierung der Halle Münsterland

Abb. 7: Übersicht über die Westfalenhallen Dortmund

Abb. 8: Grundriß der Stadthalle Bremen

Abb. 9: Außenansicht der Stadthalle Bremen

Abb. 10: Erklärungsmodell der Kundenzufriedenheit

Abb. 11: Befragung bei „Rüdiger Hoffmann“ am 11.03.2000 in der Halle Münsterland

Abb. 12: Motorrad Trial in der Stadthalle Bremen

Abb. 13: Aufbauplan des Motorrad-Trials in der Stadthalle Bremen

Abb. 14: Lage der „Arena auf Schalke“

Abb. 15: Modell der „Arena auf Schalke“

Abb. 16: Bewaffnete SEK-Kommandos bei der Festnahme der „Hells Angels“

Verzeichnis der Tabellen

Tab. 1: Gliederung der Versammlungsstätten nach der Gemeindeordnung

Tab. 2: Grunddaten zu den befragten Veranstaltungen

Tab. 3: Veranstaltungen in allen drei untersuchten Veranstaltungshallen

Tab. 4: Veranstaltungen in zwei untersuchten Veranstaltungshallen

Tab. 5: Veranstaltungen in einer untersuchten Veranstaltungshalle

Tab. 6: Die Veranstaltungshallen im Untersuchungsgebiet

Tab. 7: Leistungsfähigkeit verschiedener Nationaler Kundenbarometer

Tab. 8: Kreuztabelle zwischen dem Schulabschluß und der Fähigkeit den Fragebogen vollständig auszufüllen am Beispiel des Toten-Hosen-Konzertes vom 17.05.2000 in der Halle Münsterland

Tab. 9: Korrelation zwischen der Schulbildung und der Bewertung der Zufriedenheit durch Befragte in der Halle Münsterland (Durchschnittsnoten)

Tab. 10: Das Stadt/Umland-Verhältnis der drei Veranstaltungshallen

Tab. 11: Rücklaufquoten der einzelnen Veranstaltungen

Tab. 12: Rücklaufquoten der einzelnen Veranstaltungen aufgeschlüsselt in die drei Rücklaufarten

Tab. 13: Besuch von anderen Veranstaltungshallen

Tab. 14: Wichtige Parameter für die Bedeutung der drei Veranstaltungshallen

Tab. 15: Die Temperatur als situativer Faktor

Tab. 16: Zahl der absoluten Nennungen von Defiziten/Störgründen im Bereich Belüftung/Klimatisierung

Tab. 17: Bevölkerungspotentiale im Einzugsbereich um große Veranstaltungshallen in Deutschland und den USA

Tab. 18: Die drei untersuchten Veranstaltungshallen im Kundmonitor Deutschland 2000

Verzeichnis der Anlagen im Anhang

Anlage 1: Zwei Befragungen in der Halle Münsterland

Anlage 2: Fragebogen der „Besucher-Befragung 2000“

Anlage 3: Lage der drei Veranstaltungshallen

Verzeichnis der Abkürzungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einführung und methodisches Vorgehen

1.1. Problemstellung und Zielsetzung der Untersuchung

Die Zahl der Veranstaltungs- und Mehrzweckhallen hat in den letzten Jahren in der Bundesrepublik Deutschland deutlich zugenommen (nach: Hatzfeld, 1998, S.527). Häufig werden Großhallen bzw. Arenen errichtet, die hinsichtlich ihrer Funktion und Ausstattung eine Konkurrenz zu bestehenden Hallen darstellen. Grund hierfür ist u.a. die Abnahme der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit des Einzelnen. Gleichzeitig nahm der Anteil der verfügbaren Freizeit in den letzten Jahren deutlich zu. „Mit der Zunahme der Freizeitansprüche und Mobilität korrespondiert auch das Entstehen einer Vielzahl (weiterer) neuer Freizeiteinrichtungen, insbesondere von Großanlagen unterschiedlichster Art“ (aus: Heineberg, 2000, S.184). Das Verbraucherverhalten hat sich in den letzten Jahrzehnten grundlegend verändert. Der Konsument benötigt immer weniger Geld und Zeit zur Deckung des alltäglichen Grundbedarfs (z.B. Lebensmittel). In den 40er Jahren gab der Bundesbürger noch ¾ seines Einkommens für Nahrung und Kleidung aus. Heute tendiert die jüngere und mittlere Generation überwiegend zum Erlebniskonsum[2]. „Die Beziehung der Menschen zu Gütern und Dienstleistungen hat sich kontinuierlich verändert, und das Freizeitverhalten von Konsumenten hat sich dahingehend gewandelt, daß der Konsument nach mehr Freizeit und Erlebnissen tendiert“ (aus: Schulze, 1993, S.13). Gleichzeitig erreichen die Märkte ihre Sättigungsphase, das Angebot ist ausgereift und unterscheidet sich kaum noch voneinander. Angesichts dieser Entwicklungen ist jede Veranstaltungshalle bestrebt, ihr Angebot so optimal wie möglich auf den zahlenden Besucher auszurichten und dessen Erwartungen zu erfüllen. Im Mittelpunkt dieser Analyse soll deshalb der Kunde von Veranstaltungs- und Mehrweckhallen stehen. Die Arbeit setzt sich zum Ziel, die Besucherstruktur, die Erwartungen und die Zufriedenheit der Besucher zu ermitteln. Die Aufgabe besteht darin, eine Methodik zu entwickeln, die die Zufriedenheit des Kunden meßbar und vergleichbar macht. „Empirische Untersuchungen belegen den eindeutigen Zusammenhang zwischen Kundenzufriedenheit bzw. Kundenbindung und Unternehmensgewinn“ (aus: Simon/Homburg, 1998, S.19). Für die Veranstaltungs- und Mehrzweckhallen liegen z.Z. noch keine Methoden für Kundenzufriedenheitsanalysen vor. Eine isolierte Betrachtung nur einer Veranstaltungshalle liefert zwar Ergebnisse, die aber nur schwer interpretierbar sind. Um eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu ermöglichen, wurden daraufhin drei Veranstaltungshallen als Untersuchungsobjekt ausgewählt. Die Halle Münsterland, die Westfalenhallen Dortmund und die Stadthalle in Bremen sind hinsichtlich ihrer Größe und Ausstattung sehr ähnlich. Es bestehen jedoch Unterschiede im Veranstaltungsprogramm, in der Besucherstruktur und hinsichtlich der Integration in das Stadtgefüge. Um eine direkte Vergleichbarkeit zu ermöglichen, werden nur Publikumsveranstaltungen ausgewählt. Der Bereich Messen/Ausstellungen und Kongresse/Tagungen wird nicht untersucht. Verglichen werden nach Möglichkeit identische Veranstaltungen in den drei Hallen. Hintergrund ist die Überlegung, daß die Besucherstruktur bei identischen Veranstaltungen sehr homogen sein könnte. Dieser Gedanke wurde als Arbeitshypothese formuliert. Die empirische Überprüfung dieser These ist der folgenden Arbeit zu entnehmen. Es gelang jedoch nicht immer, identische Veranstaltungen zu untersuchen. Es wurden deshalb teilweise Veranstaltungen in zwei Hallen oder gewisse Veranstaltungstypen miteinander verglichen (z.B. Rock- und Popkonzerte, Deutsche Volksmusik, Show-Veranstaltungen etc.). Angesichts der zunehmenden Zahl von Veranstaltungsstätten und auch zahlreicher Planungen, spielt die Verkehrsmittelwahl bei der Konzeption der Verkehrsinfrastruktur eine wesentliche Rolle. Dem Bau von Parkplätzen wird bei allen Planungen große Aufmerksamkeit geschenkt. Daraus wird als Erkenntnis die folgende Arbeitshypothese formuliert: als Hauptverkehrsmittel für die Anfahrt zur Veranstaltungshalle wird der PKW genutzt. Eine weitere Arbeitshypothese betrifft den Einzugsbereich. Bei allen Veranstaltungshallen wird, auch aufgrund des zunehmenden Angebots, eine räumliche Ausrichtung hauptsächlich auf den Stadtbereich postuliert.

1.2. Der Freizeitmarkt in der Bundesrepublik Deutschland

Freizeit hat einen sehr hohen Stellenwert in unserem heutigen Gesellschaftssystem und wirkt sich auf soziale und wirtschaftliche Lebensbereiche aus. Der Freizeitmarkt gehört zu den Märkten, die sich in den letzten Jahren sehr kontinuierlich und dynamisch entwickelt haben. Er kann heute als eines der Wachstumsfelder der Wirtschaft bezeichnet werden. Der Freizeitkonsum ist zum Milliardengeschäft geworden, an dem die verschiedensten Branchen teilhaben. Im Jahr 1996 entfiel ein Umsatz von 435 Milliarden DM auf den Freizeitmarkt, was rd. 10 % des Bruttosozialproduktes der Bundesrepublik Deutschland ausmacht (vgl. Abb.1). Der größte Marktanteil entfällt auf den PKW-Markt. Den zweitgrößten Freizeitteilmarkt verkörpert der Tourismusbereich mit 149 Mio. DM Umsatz. Der Fremdenverkehr ist eine eindeutige Wachstums- und Zukunftsbranche. Mit 200 Milliarden DM macht der gesamte Bereich in und um den Fremdenverkehr mit Betten, Veranstaltungen, Speisen etc. in Deutschland mehr Umsatz als die Chemieindustrie. Genauso verhält es sich mit den Arbeitsplätzen. „Das Beschäftigungsvolumen dieses Wirtschaftszweiges erreicht inzwischen eine Größenordnung von rund 5 Mio. Arbeitsplätzen“ (aus: Hatzfeld, 1997, S.288/289). Damit wird die Beschäftigtenzahl der Autoindustrie deutlich überschritten. Die Freizeitgesellschaft, so wie sie sich heute darstellt, ist im wesentlichen gekennzeichnet durch das veränderte Verhältnis von Frei- und Arbeitszeit sowie durch die zunehmende Bereitschaft des Einzelnen, frei verfügbares Einkommen in eine sinnvolle Freizeitgestaltung zu investieren. Die effektiv geleistete Jahresarbeitszeit reduzierte sich von 1960 bis 1993 um ca. 500 Stunden auf 1.540 Arbeitsstunden im Jahr. Der durchschnittliche Urlaubsanspruch erhöhte sich von 15,5 auf 30,9 Tage. Mit dieser Entwicklung sind auch die Ausgaben für den Freizeitbereich gegenüber dem privaten Verbrauch überproportional gestiegen (vgl.: Franck, 1999, S.76). Im internationalen Vergleich gehört die Bundesrepublik Deutschland im Hinblick auf die tarifliche Wochenarbeitszeit zu den Spitzenreitern: Norwegen (37,5 Stunden), Belgien und Dänemark (je 38) sowie die Bundesrepublik (38,4) führen die Spitzengruppe an. Am unteren Ende rangieren die Schweiz und Japan (42). Im internationalen Vergleich entsteht der Eindruck, die Deutschen lebten von der Arbeit, die Amerikaner mit der Arbeit und die Japaner für die Arbeit (nach: Opaschowski, 1995, S.16). „Das Freizeitbudget vergrößerte sich zwischen 1965 und heute um mehr als 650 Prozent“ (aus: Hatzfeld, 1997, S.286). Der IDVK (Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft, früher: Interessenverband Deutscher Konzertveranstalter und Künstlervermittler e.V.) hat erstmals 1995 bei der GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) eine Studie über die Zusammenhänge des Veranstaltungsmarktes in Auftrag gegeben (vgl.: http://www.idvk.com/top-themen/newsticker4.html). Danach besuchen 83 % der bundesdeutschen Bevölkerung und damit hochgerechnet 51,8 Mio. Personen mindestens einmal pro Jahr eine Freizeitveranstaltung. Davon gaben ca. 30,5 Mio. Personen für Veranstaltungen mit Live-Musik, immerhin 4,8 Mrd. DM – also 157,00 DM pro Person – aus. Im Jahr 2000 wurde die zweite Auflage der Studie von der GfK vorgelegt. Demnach gehört die Veranstaltungsbranche zu den Zuwachsbranchen. Die Besucherzahl von Freizeitveranstaltungen aller Art stieg im Jahr 1999 auf 55 Mio. Personen. Davon besuchten 30,8 Mio. Personen im Abfragezeitraum 1999 einmal eine Veranstaltung, bei der Live-Musik im Vordergrund stand. Insgesamt gaben sie dafür im Jahr 1999 rund 5,2 Mrd. DM - also 400 Mio. DM mehr als im Abfragezeitraum 1994/95 – aus (vgl. Abb.2). Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Ausgabe von DM 168,00 pro Person.

Abb.1: Entwicklung der in der Freizeitindustrie erzielten Umsätze in den alten Bundesländern

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Hatzfeld, Ulrich und W. Roters: Zentrum – Peripherie: Was sollen wir wollen oder: Spielen auf Zeit?, in: Informationen zur Raumentwicklung, H.7/8, S. 527

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.2: Marktentwicklung des Veranstaltungsbereichs

Quelle: http://www.idkv.com

1.3. Erfahrungsstand und theoretische Grundlagen

Untersuchungen im Bereich der Veranstaltungs- und Mehrzweckhallen liegen bisher nur in geringer Zahl vor. Ein Grund ist die Tatsache, daß das Tätigkeitsfeld Veranstaltungs- und Mehrzweckhallen keinem klassischen Studienfach zuzuordnen ist. Die angesprochene interdisziplinäre Stellung macht eine wissenschaftliche Arbeit einerseits schwieriger, andererseits ermöglicht die geringe Zahl von Veröffentlichungen größere Möglichkeiten zur „Pionierarbeit“. Umfangreiche Literaturrecherchen im Bereich der Veranstaltungs- und Mehrzweckhallen führten nur selten zu wissenschaftlichen Arbeiten. In der Regel handelt es sich bei der Literatur um Auftragsarbeiten im Sinne von Machbarkeitsstudien oder um Selbstdarstellungen der einzelnen Häuser. Objektive Darstellungen sind äußerst selten. Eine Ausnahme stellt die Veröffentlichung einer Dissertation von Christof Graf mit dem Titel „Event-Marketing, Konzeption und Organisation in der Pop Musik“ dar. Eine weitere Quelle stellt die Diplom-Arbeit von Peter Rengel dar (vgl.: Rengel, 1996). Die Arbeit läßt dabei jedoch die Aspekte der Kundenzufriedenheit und des Event-Marketings weitgehend unberücksichtigt. Peter Rengel hat nach seiner Diplom-Arbeit eine weitere Untersuchung im Bereich der Veranstaltungs- und Mehrzweckhallen durchgeführt (vgl.: Rengel, 1999). Die Arbeit ermittelt Sekundäreffekte für den Standort Bremen, die durch die auswärtigen Besucher von Stadthallenveranstaltungen ausgelöst werden. Sekundäreffekte stellen alle Ausgaben dar, die über die Kosten des Veranstaltungsbesuchs hinaus getätigt werden (z.B. Kosten für die Übernachtung, Ausgaben für Restaurantbesuche etc.). Eine ähnliche Arbeit errechnete für die Philharmonie Köln, daß für jede Mark, die ein Besucher in ein Konzert investiert, weitere 1,64 DM von ihm in der Stadt ausgegeben werden (nach: Westfälische Nachrichten, 11.03.2000). Eine Untersuchung, die sich speziell mit der Halle Münsterland beschäftigt, wurde im Jahr 1995 von den Wickert-Instituten vorgelegt (vgl.: Wickert Institute Tübingen für Markt-, Meinungs- und wirtschaftliche Zukunftsforschung, 1995). Im Bereich des Musicalmarktes liegt ein Aufsatz vor, der u.a. auch auf die sozio-demographischen Merkmale der Musicalbesucher eingeht (vgl.: Rothärmel, 1999). Die Literaturlage im Bereich Kundenzufriedenheit ist erheblich umfangreicher. Es handelt sich größtenteils um wirtschaftswissenschaftliche Publikationen. Da der Forschungsbereich noch relativ neu ist und durch eine große Dynamik gekennzeichnet wird, hat das Internet als wertvolle Informationsquelle gedient. Gut gepflegte Seiten sind deutlich aktueller als wissenschaftliche Artikel (u.a. wegen der langen Vorlaufzeiten wissenschaftlicher Publikationen für Druck/Veröffentlichung etc.). Im Literaturverzeichnis wurde die Adresse der entsprechenden Internet-Seite und das Datum des Besuchs angegeben. Es wurde meist nur die Adresse der Hauptseite angegeben. Neben der Literatur-Auswertung werden Erkenntnisse aus der Beobachtung der untersuchten Veranstaltungen verarbeitet. Diese passive Beobachtung ohne Checklisten ist ein sehr gutes Mittel und sollte regelmäßig vom Veranstaltungspersonal durchgeführt werden. Es ließen sich aus Verhaltensweisen von Besuchern bedingte Rückschlüsse auf die Zufriedenheit ziehen.

1.4. Definition Versammlungsstätte / Veranstaltungshalle / Mehrzweckhalle / Arena

Die Fachterminologie im Bereich der Veranstaltungshallen ist mangels wissenschaftlicher Literatur sehr uneinheitlich. Als Definitionsansatz können die Versammlungsstättenverordnungen (VStättVO) der Bundesländer herangezogen werden[3]. Nach § 2 Abs. 1 VStättVO sind Versammlungsstätten bauliche Anlagen oder Teile baulicher Anlagen, die für die gleichzeitige Anwesenheit vieler Menschen bei Veranstaltungen erzieherischer, geselliger, kultureller, künstlerischer, politischer, sportlicher oder unterhaltender Art oder zum Verzehr von Speisen und Getränken bestimmt sind. Sofern die Länder Gaststättenbauverordnungen (bisher sind das Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, neue Bundesländer, vgl. § 1 VStättVO) erlassen haben, fällt diese Nutzung aus dem Anwendungsbereich der Versammlungsstättenverordnung heraus (nach: Baumgärtner, 1993, S.6). Die Vielfalt der möglichen Veranstaltungen und des Verzehrs von Speisen und Getränken hat zur Folge, daß mit dem Begriff „Versammlungsstätte“ die unterschiedlichsten Nutzungs- und Gebäudearten erfaßt werden (vgl. Tab.1). Eine wesentliche Unterteilung ergibt sich dadurch, daß ein großer Teil der Nutzungsarten, wie z.B. künstlerischer oder sportlicher Art, zusätzliche Anlagen und Einrichtungen erfordert. Andererseits benötigen bestimmte Nutzungen, wie z.B. erzieherischer, kultureller oder politischer Art, nur die Versammlungsräume selbst. Der § 2 VStättVO enthält auch Begriffsbestimmungen für Versammlungsräume, Mehrzweckhallen, Spielflächen, Bühnen, Szeneflächen, Sportflächen und Platzflächen sowie für Freilichttheater, Freiluftsportstadien und Sportstadien. Aus den nach der Verordnung möglichen Nutzungs- und Gebäudearten ergibt sich unter Berücksichtigung der weiter in § 2 VStättVO genannten Begriffe folgende Unterteilung, wobei einzelne Arten auch untereinander gemischt werden können, wie z.B. Vorführungen, bei denen zugleich Speisen und Getränke verzehrt werden:

Tab. 1: Gliederung der Versammlungsstätten nach der Gemeindeordnung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Baumgärtner, Robert: Versammlungsstätten und Geschäftshäuser, Bau- und Betriebsvorschriften, 3. Auflage, München 1993, S.7

In der Versammlungsstättenverordnung der neuen Bundesländer ist in § 2 Abs. 8 der Begriff Mehrzweckhalle definiert. Es handelt sich um Gebäude mit einem Versammlungsraum oder auch mit mehreren Versammlungsräumen für verschiedene Veranstaltungsarten, in denen sich Bühnen oder/und Szenenflächen befinden. Unter die Begriffsbestimmung fallen somit nicht Hallen für rein sportliche Veranstaltungen; es müssen auch Veranstaltungen abgehalten werden können, für die Bühnen oder Szenenflächen notwendig sind (nach: Baumgärtner, 1993, S.53). Alle drei untersuchten Veranstaltungshallen erfüllen diese Voraussetzungen. Es handelt sich nach der Definition der Versammlungsstättenverordnung um Mehrzweckhallen. Der Begriff Versammlungsstätte wäre im Rahmen der vorliegenden Untersuchung zu weit, da größere Versammlungsstätten untersucht wurden. Die Veranstaltung steht bei der vorliegenden Arbeit im Vordergrund. Der Verzehr von Speisen und Getränken steht nur an zweiter Stelle. Deshalb wird im Titel von „Veranstaltungs- und Mehrzweckhallen“ gesprochen. In der Literatur wird häufig der Begriff „Arena“[4] verwendet. Im Gegensatz zu bestehenden Veranstaltungshallen sollen diese Einrichtungen von privaten Unternehmen entwickelt und später auch betrieben werden. Als Vorbild der Projektierung dienen amerikanische Großhallenkomplexe (sog. Superdomes) (nach: ILS, 1994, S.24).

1.5. Definition Event

Der Event-Begriff wird ins Deutsche mit „Ereignis“ oder „Veranstaltung“ übersetzt (nach: Weis, 1998, S.180). Opaschowski spricht in Bezug auf die soziologische Wandlung zur "Erlebnisgesellschaft" von Event als einem Ereignis, über das gesprochen wird, bevor es stattgefunden hat. „Die angelsächsische Event-Literatur versucht das Besondere der Events herauszustellen: sie sollen einmalig, kurzfristig und teuer sein sowie massenhaft Besucher anziehen und / oder ein Medienspektakel sein (wie die Reichtagsverhüllung in Berlin, die Olympischen Spiele oder der Super-Bowl in den USA)“ (aus: Freyer, 1998, Vorwort). Auch in der deutschen Literatur werden Events als besondere Veranstaltungen und Ereignisse definiert (nach: Freyer, 1998, S.18). Die Voraussetzung der Einmaligkeit des Ereignisses ist auch dann erfüllt, wenn Events in einem gewissen Rhythmus an verschiedenen Orten wiederholt oder Bestandteil von Künstlertourneen sind, die an verschiedenen Orten gastieren. Dazu sind die Tourneen von Popgruppen, Orchestern, Theatergruppen oder Einzelkünstlern zu zählen, die in dieser Arbeit v.a. untersucht wurden. Ein weiteres Charakteristikum ist die Dauer der analysierten Events. Der Zeitraum der Veranstaltung umfaßte einige Stunden. „Unter touristischen Events werden üblicherweise speziell inszenierte oder herausgestellte Ereignisse oder Veranstaltungen von begrenzter Dauer mit touristischer Ausstrahlung verstanden“ (aus: Dreyer, 1996, S.212). Der Begriff „Event-Tourismus“ hat sich mittlerweile in der Literatur etabliert. Innerhalb des Tourismus sind Events und das Event-Marketing eines der am schnellsten wachsenden Teilsegmente der touristischen Leistungspalette (nach: Freyer, 1998, S.18). Events können in verschiedene Größenklassen eingeteilt werden. Unter Mega-Events werden Veranstaltungen verstanden, die sich durch eine überregionale oder übernationale Bedeutung auszeichnen. Außerdem setzen sie eine umfangreiche, meist mehrjährige Planungsphase voraus und sind mit hohen Kosten bzw. Umsätzen verbunden. MARRIS spricht von „großen“ oder Mega-Events, wenn mehr als 1 Mio. Besucher, mehr als 500 Mio. Can-$ Umsatz/Kosten und eine weltweite Bedeutung gegeben sind (nach: Marris, 1987, S.3). Als Beispiele können die Olympischen Spiele, oder die Weltausstellungen genannt werden. In Deutschland kann die jährlich stattfindende Love-Parade in Berlin mit ca. 1,2 Mio. Teilnehmern dazu gezählt werden (nach: Institut für Länderkunde, 2000, S.14). Die mittelgroßen Events zeichnen sich durch eine regionale Bedeutung aus. Die Vorbereitungsphase liegt selten über ein bis zwei Jahre, die Kosten sind aus kommunalen und regionalen Budgets zu finanzieren, das Medieninteresse ist regional. Solche Events werden häufig an den gleichen Orten wiederholt, was in bezug auf die „Einmaligkeit“ einen weiteren Unterschied zu den Mega-Events bedeutet. Schließlich wird in der Literatur noch die Gruppe der Mini-Events definiert. Diese haben mehr lokale Bedeutung. Die Zielgruppe sind Einheimische und Bewohner aus der näheren Umgebung. Als Beispiele können Stadtfeste, Weihnachtsmärkte, Weinfeste etc. aufgeführt werden. Die im Rahmen dieser Arbeit untersuchten Veranstaltungen sind als mittelgroße Events zu bezeichnen. V.a. die regionale Bedeutung läßt eine andere Einordnung nicht zu. Aber nicht nur die Besucherzahl und die Reichweite erlaubt eine Differenzierung. Es kann auch nach der Art des Events unterschieden werden. U.a. wird von kulturellen, natürlichen, gesellschaftlichen und politischen Events gesprochen (nach: Institut für Länderkunde, 2000, S.14). Events können auch nach Häufigkeit der Durchführung unterschieden werden. Die erste Gruppe bilden die einzelnen, einmaligen Ereignissen. Viele natürliche Events sind tatsächlich einmalig oder sehr selten - Vulkanausbrüche sind dafür ein Beispiel. Aber auch die Eröffnung eines neuen Gebäudes, einer neuen Freizeiteinrichtung oder die Weihe einer Kirche können solche einmaligen Ereignisse sein. Auch regelmäßige, aber an wechselnde Orten durchgeführte Veranstaltungen, sogenannte mobile events, wie z.B. die Olympischen Spiele oder Fußballmeisterschaften, sind aus Sicht der Destination durchaus wie "richtige" einmalige Ereignisse zu behandeln. Ein einmaliges Großereignis war die Jahrtausendwende, welche durch eine Unzahl von touristischen Aktivitäten begleitet wurde. Die zweite Gruppe stellen die in regelmäßigen Abständen durchgeführten Veranstaltungen dar. Typisches Beispiel sind hier die zahllosen, meist jährlich durchgeführten Festivals, wie z.B. das „Dixielandfestival in Dresden“ oder das „Schleswig-Holstein-Musikfestival“. Weihnachtsmärkte und Stadtfeste sind hier ebenso einzuordnen, wie auch - allerdings meist in größeren zeitlichen Abständen begangene Jubiläen und Jahrestage. Zur letzten Gruppe schließlich gehören die permanenten Ereignisse.

1.6. Einordnung der Untersuchung in die Geographie

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Einzugsbereichen von Veranstaltungshallen. Da somit der Raum und seine Bestimmungsfaktoren im Mittelpunkt der Untersuchung stehen, behandelt diese Arbeit eines der klassischen Forschungsthemen der Geographie (nach: Lange, 1989, S.15). Veranstaltungshallen sind im Rahmen der Systematisierung der Wirtschaftszweige in Deutschland dem tertiären Sektor, d.h. dem Dienstleistungssektor zugeordnet. Die vorliegende Arbeit gehört thematisch in die Anthropogeographie. Dabei werden verschiedene Teildisziplinen des anthropogenen Kräftefeldes berührt. Ausgehend von den Daseinsgrundfunktionen spielen folgende Aspekte eine Rolle:

- Arbeiten
- sich versorgen und konsumieren
- sich bilden
- sich erholen
- Verkehrsteilnahme
Als geographisch relevante Teildisziplinen sind zu nennen:
- Wirtschaftsgeographie
- Industriegeographie
- Geographie des tertiären Wirtschaftssektors
- Zentralitätsforschung
- Geographie des Bildungswesens und –verhaltens
- Geographie des Freizeitverhaltens / Fremdenverkehrsgeographie
- Verkehrsgeographie

Die Siedlungsgeographie spielt nur bei der Entfernung des Wohnortes zur Veranstaltungshalle eine Rolle. Die physische Geographie hat auch keine zentrale Bedeutung für die Arbeit. Allenfalls kommen klimatische Besonderheiten in Betracht. Dabei kann extreme Witterung das Besucherverhalten beeinflussen. Neben der Geographie werden als Nachbarwissenschaften noch die Informatik bzw. genauer Geoinformatik als Fach berührt. Außerdem sind noch juristische Fragen von Bedeutung. Der Bereich Kundenzufriedenheit ist thematisch den Wirtschaftswissenschaften zuzuordnen. Die Veranstaltungs- und Mehrzweckhallen sind ein ideales Arbeitsfeld für den Geographen, da dieser im Studium die Arbeitsweise einer Vielzahl von Disziplinen kennen lernt und sich nicht an starre Fachgrenzen hält[5].

1.7. Methodische Grundlagen der Arbeit

Im Rahmen der Diplomarbeit werden verschiedene Methoden angewandt. Dabei werden quantitative und qualitative Analysen erprobt. „Im Bereich der Kundenzufriedenheitserhebungen hat sich in der Praxis bisher kein typischer Erhebungsmodus durchgesetzt. Es sind nicht nur unterschiedliche Instrumente der Befragung bei verschiedenen Firmen im Einsatz, sondern auch innerhalb eines Unternehmens.“ (aus: Rapp, 1994, S.95). Die Methode muß vor Ort durchgeführt werden können, da der Besucher keine Adreßdaten hinterläßt. Es gab nur die Möglichkeit der persönlichen, mündlichen Individualbefragung[6] oder einer schriftlichen Befragung durch die Ausgabe von standardisierten Fragebögen. Sowohl die persönliche als auch die telefonische Befragung sind hinsichtlich der Objektivität der erhobenen Daten aufgrund möglicher Interviewereffekte als problematisch zu betrachten. Bei der persönlichen Befragung führen nicht nur das optische Erscheinungsbild und das Auftreten des Interviewers zu Beeinflussungen des Antwortverhaltens. Die Individualbefragung erfordert einen hohen Personalaufwand. Sie ist zudem sehr kosten- und zeitintensiv. Allerdings sind die Informationen durch den direkten Kontakt zum Besucher detaillierter. Problematisch ist besonders die Tatsache, daß die Besucher nicht vor der jeweiligen Veranstaltung befragt werden können, da sie hinsichtlich ihrer Zufriedenheit allenfalls die Anreise, den Parkplatz und die Gestaltung der Halle beurteilen können. Die Befragung mußte also möglichst in der Veranstaltungspause, falls vorhanden, oder nach der Veranstaltung durchgeführt werden. Ein Test nach der Veranstaltung scheiterte, da die Besucher möglichst schnell nach Hause möchten und kein Interesse an einer Befragung haben. Deshalb wurde die Veranstaltungspause ausgewählt. Problematisch ist dabei, daß eine solche Pause meist nur 15 Minuten dauert. Viele Besucher führen in der Pause ein Gespräch, nutzen die Gastronomie oder suchen die sanitären Einrichtungen auf. Einer Individualbefragung steht der Besucher daher in der Pause eher abgeneigt gegenüber. Angesichts der zeitlichen Begrenztheit der Pause und auch der räumlichen Enge in den Foyers ist eine Befragung per Interview nicht realisierbar. Es besteht deshalb nur die Möglichkeit einer schriftlichen Befragung per Fragebogen. Als wesentlicher Vorteil schriftlicher Befragungen werden die erheblich geringeren Kosten im Vergleich zu persönlichen Interviews angeführt (nach: König, 1973, S.124). Etwas umstrittener ist die Literaturmeinung, daß die Ausschaltung des Interviewers dem Befragten das Gefühl größerer Anonymität vermittle und damit evtl. zu wahreren Angaben führe (nach: König, 1973, S.124). Unbestritten sind die erhältlichen Informationen komplexer und der Befragte hat Zeit, seine Antworten zu überdenken (nach: Rapp, 1994, S.96). In jedem Falle traten keine Probleme durch die Unfähigkeit oder Unwilligkeit der Interviewer, Vorsortierung der Interviewpartner (z.B. gezieltes Auswählen von „äußerlich sympathischen“ Veranstaltungsbesuchern) oder eine Ermüdung der Interviewer auf (vgl.: Rengel, 1999, S.6). Es sei aber auch auf die Nachteile dieser Befragungsart hingewiesen: so z.B. die fehlende Kontrolle der Befragungssituation und die fehlende Überprüfbarkeit, ob wirklich der Adressat die Fragen beantwortet hat (nach: Regionalverkehr Münsterland GmbH, 1996, S.27). Ein weiteres Problem kann die fehlende Distanz zum Erlebten sein. Die Zufriedenheitsbefragung ist zeitlich sehr nah an das Veranstaltungserlebnis gekoppelt. Dieser störende Einfluß kann nur ausgeschaltet werden, wenn der Fragebogen verteilt wird und die Besucher ihn einige Tage nach der Veranstaltung ausfüllen. Dies kann sich aber sehr negativ auf den Rücklauf und damit die statistische Sicherheit der Befragung auswirken. Der Rücklauf ist nur indirekt dadurch zu steuern, daß die Zahl der ausgegebenen Fragebögen erhöht wird. Von diesem Mittel konnte nur bedingt Gebrauch gemacht werden, da ab einer gewissen Zahl verteilter Fragebögen eine Sättigung eintrat. Es konnte ferner die Beobachtung gemacht werden, daß teilweise in Gruppen gearbeitet wurde. Ehepartner, Freunde oder ganze Familien sprachen sich beim Ausfüllen ab und beantworteten die Fragen teilweise identisch. Dieser Fehler kann bei der Dateneingabe teilweise dadurch bereinigt werden, daß völlig identisch ausgefüllte Fragebögen aus der Auswertung genommen werden. Nach der theoretischen Einarbeitung in die Thematik konnte im Januar 2000 mit den Befragungen begonnen werden. Da Veranstaltungs- und Mehrzweckhallen Saisonbetriebe sind, fand die letzte Befragung am 27.05.2000 statt. Im Hochsommer finden erfahrungsgemäß keine Großveranstaltungen statt. In dieser Zeit nehmen die Mitarbeiter ihren Jahresurlaub oder bereiten Veranstaltungen der neuen Saison vor. Außerdem werden im Sommer Reparaturen oder Modernisierungen an der Halle vorgenommen ohne den laufenden Betrieb zu behindern. Veranstaltungen finden dann eher im Freien statt (sog. „Open Airs“).

1.7.1. Befragung

Um die Zufriedenheit der Besucher zu ermitteln, wurden umfangreiche Befragungen durchgeführt (vgl. Tab.2). Insgesamt wurden im Rahmen der sog. „Besucher-Befragung 2000“ in der Halle Münsterland, der Stadthalle Bremen und den Westfalenhallen Dortmund 36 Veranstaltungen mit 146.983 Besuchern untersucht. Die der Arbeit zugrunde liegenden Befragungen wurden vom 05.01.2000 bis 27.05.2000 in den drei genannten Veranstaltungshallen durchgeführt[7]. Die zentrale Arbeitshypothese besteht in der Aussage, daß das Publikum der gleichen Veranstaltung in verschiedenen Hallen bezüglich der soziodemographischen Merkmale homogen ist. Insbesondere die Kreuztabellierungen werden zeigen, ob diese These zu verifizieren ist. Außerdem werden sie zeigen, welche Merkmale der Besucher den größten Einfluß auf die Bewertung der Veranstaltungshalle haben. Sollte die Arbeitshypothese zutreffen, es sich also bei der gleichen Veranstaltung um eine homogene soziodemographische Besucherstruktur handeln, würde der Einfluß von Störvariablen in den Hintergrund gedrängt werden. Die Ergebnisse in bezug auf die Zufriedenheit der Besucher mit der einzelnen Veranstaltungshalle ließen sich dann direkt miteinander vergleichen.

Tab.2: Grunddaten zu den befragten Veranstaltungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Erhebungen vom 05.01.2000 bis 27.05.2000

Um die Arbeitshypothese auf ihre Richtigkeit zu überprüfen, wurden die Befragungen möglichst bei Veranstaltungen durchgeführt, die in allen drei Hallen stattfanden. Leider differiert der Veranstaltungsplan der Hallen so stark, daß dies nur für neun Veranstaltungen gelungen ist:

Tab.3: Veranstaltungen in allen drei untersuchten Veranstaltungshallen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Erhebungen vom 05.01.2000 bis 27.05.2000

Im zweiten Schritt wurden Veranstaltungen ausgewählt, die zumindest in zwei Veranstaltungshallen stattfanden. Eine Übersicht gibt folgende Tabelle:

Tab.4: Veranstaltungen in zwei untersuchten Veranstaltungshallen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Erhebungen vom 05.01.2000 bis 27.05.2000

Im letzten Schritt wurden Veranstaltungen in die Analyse genommen, die nur in einer Halle durchgeführt wurden:

Tab.5: Veranstaltungen in einer untersuchten Veranstaltungshalle

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Erhebungen vom 05.01.2000 bis 27.05.2000

* = diese Veranstaltungen konnten aufgrund ein Rücklaufs n < 20 nicht in die Analyse genommen werden

Die singulären Veranstaltungstypen wurden zu Veranstaltungstypen zusammengefaßt (z.B. Show-Veranstaltungen) oder schon vorhandenen Gruppen zugeordnet. Dabei wird nahezu das gesamte Veranstaltungsspektrum abgedeckt.

1.7.2. Konzeption und Gestaltung des Fragebogens

Nachdem die Durchführung einer schriftlichen Befragung und die Benutzung eines Fragebogens beschlossen war, galt es zu klären, welche Fragen dieser enthalten sollte, wie umfangreich dieser sein sollte und welche gestalterischen Aspekte zu berücksichtigen waren. Hinsichtlich der aufzunehmenden Fragen wurde zunächst nach vergleichbaren Untersuchungen im Bereich der Kundenzufriedenheit recherchiert[10]. So wurden eine Vielzahl von Fragebögen aus den unterschiedlichsten Branchen gesichtet[11]. Es wurde ein Fragenkatalog zusammengestellt, der mit Herrn Dr. Gaida von der Halle Münsterland, Herrn Rengel von der Stadthalle Bremen und Herrn Meschke sowie Herrn Thiemann von den Westfalenhallen Dortmund diskutiert wurde. Die Länge des Fragebogens wurde so gewählt, daß eine Ausfülldauer von ca. 10-15 Minuten nicht überschritten wurde. Die ersten Pre-Tests zeigten, daß die Besucher meist keine Probleme mit der Länge des Fragebogens hatten. Nur einige ältere Befragte hatten Schwierigkeiten mit dem Ausfüllen des Bogens. Problematisch waren deshalb z.B. die Volksmusik-Veranstaltungen. „Eine zentrale Bedeutung für den Erfolg einer Fragebogenaktion nimmt der Fragebogenaufbau ein. Da beim Ausfüllen der Fragebögen keine betreuende Person wie z.B. ein Interviewer anwesend ist, muß der Fragebogen übersichtlich und gut strukturiert aufgebaut sein. Des weiteren darf er nicht zu umfangreich erscheinen, da dieses bei den Probanden zu Abwehrreaktionen (z.B. Nichtausfüllen des Fragebogens) führen kann“ (aus: Dreyer und Dehner, 1998, S.120). Dadurch, daß der Besucher durch den Fragebogenaufbau zunächst nur die erste Seite mit dem Anschreiben sehen konnte und zwei Fragen auszufüllen hatte, war die Hemmschwelle gering. Wenn der Besucher erst einmal mit dem Ausfüllen begonnen hatte, war ein Abbruch selten. Ein weiterer Aspekt, den es zu klären galt, war die Rücklaufart. Da ein Teil der Besucher einer Annahme des Fragebogens in der Pause wegen der schon genannten Tätigkeiten sehr kritisch gegenüber stand, mußten andere Möglichkeiten gefunden werden. Ziel war es einem solchen Besucher trotzdem die Möglichkeit der Teilnahme an der Befragung einzuräumen. Dies konnte nur dann gelingen, wenn der Besucher den Fragebogen in Ruhe zu Hause ausfüllte und ihn dann per Post oder Fax an die jeweilige Halle schickte. Genau diese beiden Möglichkeiten wurden durch die Angabe einer Postadresse und einer Faxnummer auf dem Bogen geschaffen. In den Pre-Tests zeigte sich, daß von allen Möglichkeiten mehr oder minder Gebrauch gemacht wurde. Im Vordergrund stand aber die direkte Abgabe des Fragebogens. In den ersten Pre-Tests zeigte sich, daß die Rücklaufquote sehr stark schwankte. Es wurde jedoch v.a. in Gesprächen mit den Besuchern deutlich, daß dieser Wert durch einen Anreiz für das Ausfüllen erhöht werden konnte. Eine Rücksprache mit den drei Veranstaltungshallen ergab, daß alle Hallen bereit waren, Gewinne zu verlosen, wenn dadurch die Rücklaufquote zu erhöhen war. Letztendlich wurden dadurch auch Kosten gespart, da weniger Fragebögen kopiert und verteilt werden mußten. Die Abb.3 zeigt, daß die Attraktivität der Gewinne recht unterschiedlich war. Die Besucher interessierten sich am stärksten für die Flugreise, die von der Halle Münsterland verlost wurde. Auf eine farbige Gestaltung des Fragebogens wurde aus Kostengründen verzichtet. Die Möglichkeit, den Fragebogen auf farbigem Papier zu drucken, wurde auch verworfen, da der Kontrast und damit die Lesbarkeit darunter gelitten hätte. Auch die Gestaltung des Fragebogens von einer professionellen Werbeagentur war übertrieben[12]. Der Besucher soll nicht den Eindruck bekommen, daß es sich bei dem Fragebogen z.B. um einen Werbe-Flyer handelt. Nach Möglichkeit mußten alle, für die jeweilige Veranstaltung kopierten Fragebögen, verteilt werden. Denn jeder Bogen enthält eine Kennung der jeweiligen Veranstaltung. Dies ist notwendig um Bögen, die per Post und Fax zu den Hallen zurückkamen, eindeutig einer Veranstaltung zuordnen zu können. Die Kennung ist eine Kombination aus dem Kfz-Kennzeichen des Veranstaltungsortes und dem Datum der Veranstaltung[13].

Abb.3: Gewinne, die für das vollständige Ausfüllen des Fragebogens verlost wurden

Halle Münsterland:

1. Preis: Wochenend-Flugreise nach Mallorca für 2 Personen

2. - 5. Preis: Gutschein für das Restaurant der Halle Münsterland (Wert: 120 DM)

6. - 10. Preis: Jeweils zwei Freikarten für eine Veranstaltung Ihrer Wahl

11. - 20. Preis: Jeweils zwei Freikarten für eine Veranstaltung (ohne Wahlmöglichkeit)

21. - 30. Preis: Jeweils zwei Freikarten für eine Ausstellung in den Messehallen

Stadthalle Bremen:

1. Preis: Zwei Ehrenkarten für die Spanische Reitschule in Bremen (inkl. Übernachtung im Maritim-Hotel)

2. Preis: Zwei Ehrenkarten für Udo Jürgens

3. Preis: Zwei Ehrenkarten für Pur

4. - 10. Preis: Jeweils zwei Ehrenkarten für die Weltpremiere von Holiday on Ice

11. - 20. Preis: Jeweils zwei Ehrenkarten für die Musikschau der Nationen 2001

21. – 25. Preis: Jeweils ein Video der Musikschau der Nationen 2001

26. – 30. Preis: Jeweils eine CD der Musikschau der Nationen 2001

31. – 35. Preis: Ein Brunch-Gutschein für das neue „Swutsch-Restaurant“

Westfalenhalle Dortmund:

10 x 2 Karten für Veranstaltungen in den Westfalenhallen

3 x 2 Brunch-Gutscheine für den Sonntags-Brunch in den Rosenterrassen

Der Fragebogen besteht aus zwei gehefteten DIN-A4-Blättern. Das erste Blatt enthält das Logo der entsprechenden Veranstaltungshalle, ein kurzes Anschreiben, die Postadresse, die Faxnummer, die Veranstaltungskennung, die möglichen Gewinne und zwei Fragen zum Kartenkauf. „In der Praxis hat es sich bewährt, mit sog. Eisbrecherfragen bzw. Kontaktfragen den Fragebogen zu beginnen. Durch die kurze und leichte Beantwortbarkeit dieser Fragen soll die Atmosphäre aufgelockert werden und eine entspannte Grundstimmung entstehen“ (aus: Dreyer und Dehner, 1998, S.120). Psychologisch soll damit der Besucher sofort zum Ausfüllen der ersten beiden Fragen bewegt werden, ohne sich Gedanken über die Länge des Bogens zu machen. Das zweite Blatt enthält in jeweils zwei Spalten pro Seite die Fragen 3-27, Platz für die Angabe der Adresse und die Möglichkeit Anmerkungen/Kommentare abzugeben. Inhaltlich entspricht der Fragebogen chronologisch dem Ablauf eines typischen Veranstaltungsbesuchs[14]. Die Fragen 1 und 2 befassen sich mit dem Kartenkauf, die Fragen 3 und 4 mit der Anreise. In Frage 5 soll die Erreichbarkeit der Halle bewertet werden. In dieser Frage soll sich der Befragte an die Notenskala gewöhnen. Die Fragen 6-11 sind thematisch der Bekanntheit zuzuordnen. Die Fragen 12-14 sind inhaltlich der Kern der Befragung. Besonderes Augenmerk ist auf Frage 14, in der insgesamt 14 Kriterien der Halle abgefragt werden, zu richten. In Frage 15 und 16 soll die Gastronomie bewertet werden, in Frage 17 und 18 soll die Zufriedenheit mit dem Personal deutlich werden. Frage 19 ist eine Kontrollfrage, um die Zufriedenheit mit der Veranstaltung, auf die die Halle wenig Einfluß hat, zu ermitteln. Die Fragen 20 bis 24 haben zusammenfassenden Charakter. Die Fragen 25 bis 27 und die Adreßangaben haben persönlichen Charakter und sind bewußt an das Ende gestellt worden. Als soziodemographische Strukturdaten wurden das Alter der Besucher, das Geschlecht und die Schulbildung abgefragt. Der Fragebogen erlaubt es auch, anonym zu bleiben. Es wurde bei der Konzeption des Fragebogens die Möglichkeit geschaffen, daß der Besucher sich in der Spalte „Anmerkungen/Kommentare“ am Ende frei äußern kann. Bei der Konzeption stand außerdem die Überlegung im Vordergrund, daß die Befragten die Bewertung der Globalzufriedenheit nach der Bewertung der Einzelaspekte vornehmen sollen. Die Befragten geben dann ein stärker kognitiv geprägtes Globalzufriedenheitsurteil ab (vgl.: Meffert, 1998, S.12).

1.7.3. Repräsentativität und Stichprobe der Befragung

Alle Besucher der 36 untersuchten Veranstaltungen, werden im Rahmen der Befragung betrachtet. Dies ist die Grundgesamtheit. Eine Vollerhebung ist nicht möglich. Es kann nur eine Teilmenge an Kunden tatsächlich befragt werden. Diese Stichprobe wird zufällig durch Überreichung eines Fragebogens ausgewählt. Es handelt sich also um eine Zufallsstichprobe. Die Aussagefähigkeit von Stichproben wird durch die Größe der Stichprobe bestimmt (nach: Thoben, 1997, S.18). Je größer die Stichprobe, desto gesicherter sind ihre Ergebnisse, da sich die Eigenschaften der Stichprobe mit wachsendem Stichprobenumfang den Eigenschaften der Grundgesamtheit annähern. Die Stichprobengröße liegt bei 2,12 %, was ein mehr als ausreichender Wert ist. Die Befragungen fanden an allen Wochentagen statt. Da keine Besuchergruppe stärker berücksichtigt wird, sondern ein wirklichkeitsgetreues verkleinertes Abbild der Zielgruppe erstellt werden soll, muß von einer proportionalen Stichprobe gesprochen werden. Allerdings ist in diesem Zusammenhang auf den Nachteil der Unterrepräsentanz gering gebildeter Bevölkerungsschichten durch die schriftliche Befragung hingewiesen werden (nach: Dreyer und Dehner, 1998, S.125). Es wurde eine Grundgesamtheit von 146.983 Personen erreicht. Fast jeder achte Besucher wurde per Fragebogen befragt, jeder 47. Besucher machte Aussagen zu seiner Zufriedenheit. Der Herkunftsort von nahezu jedem dritten Besucher konnte ermittelt werden.

1.7.4. Mitarbeiterbeteiligung

Die Verteilung der Fragebögen in möglichst kurzer Zeit und auch die Annahme der ausgefüllten Bögen kurz vor Pausenende kann nicht von einer Person geleistet werden. Teilweise müssen innerhalb weniger Minuten 800 Fragebögen verteilt werden. Außerdem müssen Stifte ausgegeben werden, Fragen der Besucher zum Hintergrund der Befragung oder Schwierigkeiten mit dem Verständnis einzelner Formulierungen beantwortet werden und schließlich die ausgefüllten Bögen wieder eingesammelt werden. Dazu sind Mitarbeiter nötig. Außerdem werden die Mitarbeiter nach der Verteilung der Fragebögen dazu genutzt, gezielt unmotivierte oder zögernde Besucher anzusprechen, um sie zum Ausfüllen eines Fragebogens zu bewegen. Die Auswahl der unschlüssigen Besucher erfolgt ebenfalls zufällig. Es wurden pro Veranstaltung zwischen zwei und elf Mitarbeiter eingesetzt. Insgesamt kamen rund 100 Mitarbeiter zum Einsatz. Als Gegenleistung für die Arbeit konnten sich die Mitarbeiter bei Interesse die Veranstaltung des Abends anschauen und bekamen eine Aufwandsentschädigung in Höhe von DM 40 bis DM 50 gezahlt. Die Kosten für die Entlohnung der Mitarbeiter und auch die Kopierkosten wurden von den Veranstaltungshallen übernommen. Insgesamt war der Mitarbeitereinsatz im Vergleich zu einer reinen Interviewer-Befragung wesentlich geringer. Die Mitarbeiterzahl darf aber nicht zu gering gehalten werden, denn die Rücklaufquote sinkt dann erheblich. Die Motivation von unschlüssigen Besuchern zum Ausfüllen und eine gewisse Präsenz sorgen offensichtlich für eine größere Bereitschaft zum Ausfüllen. Die Mitarbeiter wurden, bevor die Besucher eingelassen werden, geschult. Wichtig ist in diesem Zusammenhang der Hintergrund der Befragung. Das Alter der Mitarbeiter lag zwischen 18 und 30 Jahren.

1.7.5. Herkunftsbefragung

Neben der Fragebogenverteilung zur Ermittlung der Besucherzufriedenheit, wurde auch eine Herkunftsbefragung durchgeführt. Ziel war es, Unterschiede im Einzugsbereich bei verschiedenen Veranstaltungstypen, aber auch zwischen den einzelnen Hallen, zu ermitteln. Die Herkunftsbefragung fand am Einlaß statt. Dort standen die Mitarbeiter mit einer Gemeindeliste, die alle Gemeinden des Untersuchungsgebietes[15] enthielt, bereit. Ein Pre-Test mit der Nennung der Postleitzahl verlief wenig positiv. Gerade ältere Besucher konnten eher ihre Herkunftsgemeinde als die Postleitzahl nennen. Da die Nennung aufgrund der Kürze der Zeit sehr schnell gehen mußte, wurde nach dem Gemeindenamen gefragt. Die Zahl der befragten Personen pro Veranstaltung ist sehr hoch. Auch bei der Herkunftsbefragung fand eine zufällige Auswahl statt. Bei größeren Reisegruppen wurde besonders darauf geachtet, daß nur Personen gezählt werden, die auch tatsächlich die Halle betreten und keine Gruppen doppelt gezählt werden.

1.7.6. Durchführung der Befragung

Die Fragebögen wurden an zentralen, gut sichtbaren Orten bereit gehalten und von den Mitarbeitern verteilt. Durch Schilder wurde zusätzlich auf die Befragung und die Gewinne aufmerksam gemacht. Auf dem Fragebogen sind die möglichen Abgabeorte angegeben. An den Abgabeorten wurden Stifte in größerer Zahl bereit gehalten[16]. Außerdem wurde in einer Art Anschreiben der Hintergrund der Befragung erläutert und ein Hinweis auf den Datenschutz gegeben. Auch die lokale Presse wurde informiert. Es standen zudem urnenähnliche Behältnisse / Kästen zur Abgabe der ausgefüllten Fragebögen bereit. Weiterhin wurde auf eine ausreichende Anzahl von Schreibunterlagen (Stehpulte, Tische) geachtet.

1.8. Auswertungsverfahren / EDV-Einsatz

Die Auswertung von 3.122 Fragebögen und von 48.101 Herkunftsnennungen kann von einer Person nur durch den Einsatz von EDV bewältigt werden. Bei der Auswertung der Fragebögen wurde das Programm SPSS genutzt[17]. Darin wurde eine Fragebogenmaske erstellt. Als äußerst hilfreich erweist sich dabei die Codierung der vorgegebenen Antworten auf dem Fragebogen. Nach der Numerierung aller Fragebögen wurde mit der Dateneingabe begonnen. Etwas problematisch sind bei der Eingabe die offenen Fragen (insbesondere Frage 9 und Frage 13). Jede mögliche Antwort mußte dort codiert werden. Die Auswertung der eingegeben Daten erfolgte ebenfalls in SPSS. Dabei wurden neben Häufigkeitsauszählungen auch einfache und mehrdimensionale Kreuztabellierungen durchgeführt. Insbesondere in der Anwendung multivariater Methoden liegt die Stärke von SPSS. Die Datenschutzvorschriften[18] wurden während der gesamten Befragung eingehalten. So wurden EDV-technisch keine Namen, Adressen oder Telefonnummern gespeichert. Die eingegebenen Fragebögen wurden an die untersuchten Hallen zurückgegeben oder vernichtet[19]. Die Adreßangabe diente dazu, die Besucher im Falle eines Gewinns zu benachrichtigen. SPSS ermöglicht zwar die graphische Aufbereitung der Ergebnisse, die Möglichkeiten für eine anspruchsvolle Darstellung sind jedoch nicht ausreichend. Deshalb erfolgte die graphische Aufbereitung und Darstellung der Daten in Harvard Graphics 98 und mit Macromedia Freehand Version 8. Bei den räumlichen Analysen kam das Programm Arc View Version 3.0.a zum Einsatz. Dabei handelt es sich um ein geographisches Informationssystem. Problematisch sind bei Arc View jedoch die Exportfunktionalitäten, da es sich um ein amerikanisches Programm handelt. Aus diesem Grunde wurde zusätzlich Adobe Illustrator Version 7 eingesetzt. Dieses Graphik-Programm ist das amerikanische Pendant zu Macromedia Freehand. Bei der Auswertung der Fragebögen wurde keine Altersbegrenzung nach oben bzw. nach unten gemacht. Es wurden alle verwertbaren Fragebögen in die Auswertung genommen.

[...]


[1] Die ausgegebenen Fragebögen haben ein Gesamtpapiergewicht von ca. 172 kg (bei 80g/m²).

[2] Heute wird fast die Hälfte der Bevölkerung zur Gruppe der Erlebniskonsumenten, die sich in ihrer Freizeit Außergewöhnliches leisten, gezählt.

[3] Z.B. Verordnung über den Bau und Betrieb von Versammlungsstätten, Versammlungsstättenverordnung für Nordrhein-Westfalen vom 1. Juni 1969.

[4] Auf die „Arenen“ wird im Kap. 6.3.1. noch genauer eingegangen.

[5] Dazu vertiefend: Deutscher Verband für Angewandte Geographie (Hrsg.): Geographen und ihr Markt, das Geographische Seminar, Braunschweig 1996, Seite 21.

[6] Es wird in der Literatur auch häufig der Begriff des „Interviews“ benutzt.

[7] Eine genauere Übersicht über die Veranstaltungen geben die Tab. 3-5.

[8] Die Springreitturniere werden von verschiedenen Ausrichtern veranstaltet; die Veranstaltungen sind aber durchaus miteinander zu vergleichen.

[9] Bei dieser Veranstaltung gab es keinen Rücklauf; die Veranstaltung in Dortmund wurde deshalb im Rahmen der Rock- und Popkonzerte des Typs A mit den Toten Hosen verglichen.

[10] Siehe Kap.3.

[11] U.a. Fragebögen von Hotels, Flughäfen, Fluggesellschaften, Kommunalverwaltungen, Verkehrsgesellschaften, Bibliotheken, Internet-Versendern etc.

[12] Vgl. Regionalverkehr Münsterland GmbH (Hg.): ÖPNV – Qualität im Kundentest, eine Untersuchung der Qualitätsbeurteilung durch Abo-Kunden, Münster 1996, Seite 27; der im Rahmen der Diplom-Arbeit von Thomas Rissiek erstellte Fragebogen wurde von einer professionellen Werbeagentur gestaltet.

[13] Z.B.: „MS-17-05“.

[14] Zum typischen Veranstaltungsbesuch siehe Abb.4 in Kap.2.

[15] Zum Untersuchungsgebiet siehe Karte 76 und Karte 77 im ergänzenden Abbildungs-, Daten-, Karten- und Tabellenband.

[16] Es handelte es sich um dokumentenechte Kugelschreiber, die gleichzeitig Werbeträger für die Veranstaltungshalle waren.

[17] SPSS = Statistical Package for the Social Sciences; gearbeitet wurde mit SPSS Version 9.

[18] Relevant sind das Bundesstatistikgesetz, das Bundesdatenschutzgesetz und die Datenschutzvorschriften der Bundesländer Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

[19] Die Halle Münsterland und die Westfalenhallen Dortmund erhielten ihre Fragebögen zurück, die Bögen der Stadthalle Bremen wurden vernichtet.

Ende der Leseprobe aus 152 Seiten

Details

Titel
Veranstaltungs- und Mehrzweckhallen im Event-Tourismus. Kundenzufriedenheit, Einzugsbereiche und Eventmarketing
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Note
1.1
Autor
Jahr
2001
Seiten
152
Katalognummer
V185590
ISBN (eBook)
9783668593886
Dateigröße
2930 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
veranstaltungs-, mehrzweckhallen, event-tourismus, kundenzufriedenheit, einzugsbereiche, eventmarketing
Arbeit zitieren
Martin Uhlendorf (Autor), 2001, Veranstaltungs- und Mehrzweckhallen im Event-Tourismus. Kundenzufriedenheit, Einzugsbereiche und Eventmarketing, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185590

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