Diese Arbeit will anhand von Filmbeispielen
untersuchen, wie es möglich ist, über die psychologische Bedeutung der Kamerastrategie
eine vorgefasste Meinung an das Unterbewusstsein des Zuschauers zu
senden. Denn erst, wenn man sich der Existenz der Filmsprache bewusst ist, kann
man richtig deuten, welche Informationen der Filmemacher aussenden wollte.
Weiterhin soll geklärt werden, ob es sich bei der Darstellung von gehörlosen Figuren
wirklich um Stereotype handelt und wenn ja, um welche und auf was für
eine Art und Weise die Kommunikation zwischen Hörenden und Gehörlosen dargestellt
wird..
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
1.1. Sehkonventionen
1.2. Die Sprache des Films
1.3. Die Auswahl der Filme
1.4. Die Auswahl der Szenen
II. Die psychologische Bedeutung der Kamerastrategie
1. Analysekriterien
1.1. Die Einstellungslänge
1.2. Die Einstellungsgröße
1.3. Die vertikale Kameraperspektive
1.4. Die horizontale Kameraperspektive
1.5. Die Kamerabewegung
1.6. Die Bildgeschwindigkeit
2. Segmentkombinationen und Figurenprofile
2.1. Die Erzählperspektive
2.2. Die Gleichstellung
2.2.1. Die Identifikationsfigur
2.2.2. Die Bewunderung des Objekts
2.2.3. Die Opferrolle
2.4. Die Kommunikationsdarstellung
III. Filmbeispiele und Analyse - Protokolle
1. Zeichenerklärung
2. US-Amerikanische Spielfilme
2.1. After the Silence alias Breaking Through (Jenseits des Schweigens)
2.1.1. Inhaltsangabe
2.1.2. Die Kommunikation
2.1.3. Die Szene
2.1.4. Protokoll
2.1.5. Filminterpretation
2.2. The Break Up (The Break Up - Nackte Angst)
2.2.1. Inhaltsangabe
2.2.2. Die Kommunikation
2.2.3. Die Szene
2.2.4. Protokoll
2.2.5. Filminterpretation
2.3. Dead Silence (Dead Silence - Flammen in der Stille)
2.3.1. Inhaltsangabe
2.3.2. Die Kommunikation
2.3.3. Die Szene
2.3.4. Protokoll
2.3.5. Filminterpretation
2.4. Hear No Evil (Danger Sign alias Der stumme Schrei der Angst)
2.4.1. Inhaltsangabe
2.4.2. Die Kommunikation
2.4.3. Die Szene
2.4.4. Protokoll
2.4.5. Filminterpretation
2.5. His Bodyguard alias Silent Echoes (Sein Bodyguard)
2.5.1. Inhaltsangabe
2.5.2. Die Kommunikation
2.5.3. Die Szene
2.5.4. Protokoll
2.5.5. Filminterpretation
2.6. Immortal Beloved (Ludwig van B. - Meine unsterbliche Geliebte)
2.6.1. Inhaltsangabe
2.6.2. Die Kommunikation
2.6.3. Die Szene
2.6.4. Protokoll
2.6.5. Filminterpretation
2.7. It´s My Party (It´s my Party)
2.7.1. Inhaltsangabe
2.7.2. Die Kommunikation
2.7.3. Die Szene
2.7.4. Protokoll
2.7.5. Filminterpretation
2.8. Mr. Holland´s Opus (Mr. Holland´s Opus)
2.8.1. Inhaltsangabe
2.8.2. Die Kommunikation
2.8.3. Die Szene
2.8.4. Protokoll
2.8.5. Filminterpretation
3. Europäische Filme
3.1. Bodyguard - Dein Leben in meiner Hand (BRD)
3.1.1. Inhaltsangabe
3.1.2. Die Kommunikation
3.1.3. Die Szene
3.1.4. Protokoll
3.1.5. Filminterpretation
3.2. Dove siete? Io sono qui (Einmal dein Lachen hören) (I)
3.2.1. Inhaltsangabe
3.2.2. Die Kommunikation
3.2.3. Die Szene
3.2.4. Protokoll
3.2.5. Filminterpretation
3.3. Four Weddings and a Funeral (Vier Hochzeiten und ein Todesfall) (GB)
3.3.1. Inhaltsangabe
3.3.2. Die Kommunikation
3.3.3. Die Szene
3.3.4. Protokoll
3.3.5. Filminterpretation
3.4. Jenseits der Stille (BRD)
3.4.1. Inhaltsangabe
3.4.2. Die Kommunikation
3.4.3. Die Szene
3.4.4. Protokoll
3.4.5. Filminterpretation
3.5. La lunga Vita di Marianna Ucria (Marianna Ucria - Die stumme Herzogin) (F/P/I)
3.5.1. Inhaltsangabe
3.5.2. Die Kommunikation
3.5.3. Die Szene
3.5.4. Protokoll
3.5.5. Filminterpretation
3.6. Lautlose Schreie - Eine Frau in Gefahr (BRD)
3.6.1. Inhaltsangabe
3.6.2. Die Kommunikation
3.6.3. Die Szene
3.6.4. Protokoll
3.6.5. Filminterpretation
3.7. Zeit des Schweigens (BRD)
3.7.1. Inhaltsangabe
3.7.2. Die Kommunikation
3.7.3. Die Szene
3.7.4. Protokoll
3.7.5. Filminterpretation
IV. Die Sprache der Bilder: Zusammenfassende Interpretation
1. Die Erzählperspektive
2. Die Gleichstellung
2.1. Mittelpunkt der Handlung
2.2. Gleichstellung - Identifikation - Bewunderung
2.3. Die Opferrolle
3. Die Kommunikationsdarstellung
3.1. Untertitel
3.2. Schriftsprache
3.3. Lautsprache
3.4. Gebärdensprache und Lautsprachbegleitende Gebärden
3.5. Lippenlesen
4. Stereotype
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand einer Auswahl von US-amerikanischen und europäischen Spielfilmen, wie durch filmische Mittel — insbesondere die Kamerastrategie — psychologische Konnotationen erzeugt werden, die das Unterbewusstsein des Zuschauers beeinflussen und vorgefasste Meinungen über gehörlose Figuren sowie deren Kommunikationsformen transportieren können.
- Psychologische Wirkung der Kamerastrategie auf den Zuschauer
- Analyse der Darstellung von Gehörlosen in Film und Fernsehen
- Vergleich zwischen amerikanischen und europäischen Sehgewohnheiten
- Einfluss von Identifikation und Stereotypen auf die Wahrnehmung von Minderheiten
- Untersuchung der filmischen Kommunikationsdarstellung (z. B. Gebärdensprache, Lippenlesen)
Auszug aus dem Buch
I.1. Sehkonventionen
Um zu verstehen, warum man von einer allgemein gültigen Sprache des Films reden kann, muss man zunächst die Sehkonventionen erläutern, denen wir in der westlichen Welt unterliegen. Unsere Zivilisation hat zur Folge, dass wir schon als Kinder starken optischen Reizen ausgesetzt werden: Firmen versuchen ihre Produkte beispielsweise durch übergroße Plakatwände werbewirksam an den Mann zu bringen. Um unser Augenmerk auf sie zu lenken, arbeiten sie mit auffälligen Farben oder Bildmontagen, die die Realität manchmal mit Absicht verfälschen.
Auch das Fernsehen prägt uns von Kindesbeinen an. Schnelle Bildfolgen, Zeitlupen, Zeitraffer sind alles filmtechnische Mittel, die schon ein Vierjähriger nicht mehr als ungewöhnlich empfindet, obwohl sie eine reale Abbildung verzerren. Tatsache ist, dass schon Kleinkinder, die noch lange keine gesprochene oder geschriebene Sprache verstehen, der visuellen Wahrnehmung eines Bildes die gleiche Bedeutung zuschreiben können wie ein Erwachsener, also durch die übereinstimmende Interpretation des Bildes, die angestrebte Aussage in der selben Weise begreifen.
Die täglichen optischen Reize, die unsere Zivilisation zu bieten hat, trainieren uns, zwei- und dreidimensionale Bilder richtig zu interpretieren. Durch diese Fähigkeit zur Wahrnehmung der Dimensionen ist es uns möglich, Entfernungen und Größen abzuschätzen und im richtigen Verhältnis zueinander einzuordnen. Die Seherfahrung, die uns geprägt hat und uns dies ermöglicht, arbeitet dabei in unserem Unterbewusstsein. Auch die Tatsache, dass wir von links nach rechts lesen, beeinflusst die Art und Weise, wie wir ein Bild betrachten.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die mediale Einflussnahme auf das Unterbewusstsein und legt das Ziel der Arbeit fest, die Darstellung gehörloser Figuren anhand von Filmbeispielen zu untersuchen.
II. Die psychologische Bedeutung der Kamerastrategie: Das Kapitel definiert Analysekriterien wie Einstellungslänge, Einstellungsgröße und Kameraperspektiven, um zu zeigen, wie filmische Mittel psychologische Eindrücke und Figurenprofile erzeugen.
III. Filmbeispiele und Analyse - Protokolle: In diesem Abschnitt werden diverse US-amerikanische und europäische Spielfilme analysiert, wobei Protokolle und Interpretationen die filmische Umsetzung der Thematik verdeutlichen.
IV. Die Sprache der Bilder: Zusammenfassende Interpretation: Dieses Kapitel vergleicht die Ergebnisse der Filmanalyse zwischen den Kontinenten und diskutiert die Verwendung von Stereotypen bei der Darstellung von Gehörlosigkeit.
Schlüsselwörter
Kamerastrategie, Gehörlosigkeit, Gebärdensprache, Filmanalyse, Psychologische Wirkung, Sehkonventionen, Stereotype, Identifikation, Unterbewusstsein, Spielfilme, Kommunikationsdarstellung, Filmsprache, Zuschauerwahrnehmung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse filmischer Mittel und deren Einfluss auf die psychologische Wahrnehmung von gehörlosen Figuren durch den Zuschauer.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen die Semiotik des Films, die psychologische Wirkung der Kameraführung sowie die soziologische Darstellung von Gehörlosigkeit im Hollywood-Kino und europäischen Film.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu untersuchen, wie Regisseure durch subtile Kamerastrategien vorgefasste Meinungen über Gehörlose an das Unterbewusstsein des Zuschauers vermitteln und ob dabei stereotype Muster genutzt werden.
Welche wissenschaftliche Methodik kommt zum Einsatz?
Es wird eine filmsemiotische Analyse durchgeführt, bei der spezifische Szenen aus 41 Filmen anhand festgelegter Kriterien (Einstellung, Perspektive, Bewegung) protokolliert und interpretiert werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der filmischen Darstellungsmittel und einen umfangreichen Analyseteil, in dem spezifische Szenen aus amerikanischen und europäischen Filmen im Detail besprochen werden.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind Begriffe wie "Sehkonventionen", "Kamerastrategie", "Identifikationsfigur", "Opferrolle" und "Kommunikationsdarstellung".
Wie unterscheidet sich die Darstellung von Gehörlosen in europäischen und amerikanischen Produktionen?
Die Untersuchung zeigt, dass europäische Filme eher neutrale Beobachterpositionen wählen, während US-amerikanische Filme häufiger durch Identifikationstechniken den Zuschauer emotional stark in die Handlung einbinden und gehörlose Figuren eher als Opfer für die Entwicklung hörender Hauptfiguren nutzen.
Welche Bedeutung kommt der Gebärdensprache in der Filmanalyse zu?
Die Arbeit analysiert, ob Gebärdensprache als eigenständige, gleichwertige Sprache dargestellt oder durch filmische Schnitte und fehlende Übersetzungen diskriminiert bzw. entwertet wird.
- Citar trabajo
- Deike Annelie Schütt (Autor), 2000, Zur psychologischen Bedeutung der Kamerastrategie bei der Darstellung von Kommunikationssituationen zwischen Gehörlosen und Hörenden in ausgewählten internationalen Spielfilmen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185614