E-Commerce in der Baubranche - Eine theoretische und empirische Untersuchung


Diplomarbeit, 2001

99 Seiten, Note: 1


Leseprobe

BTU Cottbus
Fakultät für Maschinenbau, Elektrotechnik, und Wirtschaftsingenieurwesen
Institut für Wirtschaftswissenschaften
Lehrstuhl ABWL und Besondere des Marketing und des Innovationsmanagement
DIPLOMARBEIT
Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen ­ Studienrichtung Baubetrieb
Thema:
E-Commerce in der Baubranche
Eine theoretische und empirische Untersuchung
vorgelegt von
Peter Schulz
Cottbus, 03.07.2001

Vorwort
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Vorwort
Die vorliegende Diplomarbeit wurde von Januar 2001 bis Juli 2001 an der
Brandenburgisch Technischen Universität geschrieben. Sie bildet den Abschluß meines
Studiums im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen.
Ich möchte das Vorwort nutzen, mich bei allen zu bedanken, die mich bei der
Fertigstellung der Arbeit unterstützt haben: Ein herzlicher Dank gilt zunächst meinem
Diplomarbeitsbetreuer Herrn Dipl.-Ing. M. Koch, der mir stets mit Rat und Tat zur Seite
stand. In diesem Zusammenhang sei auch der Mitarbeiterin des Service- und Beratungs-
Centrum der IHK Cottbus Frau Dipl.-Ing.-Ökonom M. Berki für die anregenden
Informationen gedankt.
Nicht unerwähnt bleiben sollen all jene Unternehmen, die an der durchgeführten
Befragung teilnahmen und somit einen wesentlichen Beitrag zum empirischen Teil der
Arbeit leisteten.
Weiterhin möchte ich allen Freunden, Bekannten und Verwandten und meiner Verlobten
für ihre Ratschläge und kritischen Anmerkungen und für ihre Motivationsarbeit in
schwierigen Arbeitsphasen danken.
Danken möchte ich an dieser Stelle auch ganz besonders meinen Eltern, die mir als Berater
und Kritiker zur Seite standen und mich auch finanziell unterstützten.
Cottbus, Juli 2001
Peter Schulz

Inhaltsverzeichnis
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Inhaltsverzeichnis
Vorwort ... 2
Inhaltsverzeichnis ... 3
Tabellenverzeichnis ... 5
Abbildungsverzeichnis ... 6
1. Einleitung ... 7
2. Grundlagen des E-Commerce ... 8
2.1. Begriffsabgrenzung und Definition von E-Commerce ... 8
2.2. Das Internet als technologische Grundlage für den E-Commerce ... 10
2.3. Internet-Dienste und deren geschäftlicher Nutzen ... 14
2.4. Elektronische Märkte ... 19
3. Die Bedeutung des E-Commerce für die Baubranche ... 24
3.1. Der elektronische Datenaustausch zwischen den an einem Bauprojekt
Beteiligten ... 24
3.2. Nutzenpotentiale in den Transaktionsphasen der Bauwirtschaft ... 26
3.2.1. Informationsphase ... 27
3.2.2. Vereinbarungsphase ... 28
3.2.3. Abwicklungsphase ... 29
3.3. Anwendungen von E-Commerce in der Baubranche ... 31
3.3.1. E-Commerce im Ausschreibungswesen ... 32
3.3.2. E-Procurement - Beschaffung über das Internet ... 40
3.3.3. Zugang zu elektronischen Bau-Märkten ... 43
4. Empirische Untersuchung zum Stand des E-Commerce der Baubranche
Südbrandenburgs ... 48
4.1. Ausgangssituation und Zielsetzung der Umfrage ... 48
4.2. Die Erhebungsmethode ... 50
4.3. Vorgehen bei der Bestimmung des Stichprobenumfangs ... 52
4.4. Methodik der Auswertung ... 56
4.5. Auswertung der Fragebögen ... 57
4.5.1. Charakteristika der antwortenden Unternehmen ... 57
4.5.2. Ausstattungsgrad der Unternehmen mit einem Internetanschluß ... 59

Inhaltsverzeichnis
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4.5.3. Verantwortlichkeit bzw. Zuständigkeit für die Internetaktivitäten der
Unternehmen ... 60
4.5.4. Situation der gegenwärtigen bzw. geplanten Nutzung des Internets durch die
Unternehmen ... 61
4.5.5. Gründe, weshalb die Unternehmen das Internet für geschäftliche Zwecke
nutzen ... 64
4.5.6. Gründe, die aus Sicht der Unternehmen gegen die Nutzung des Internets
sprechen ... 65
4.5.7. Bewertung von Maßnahmen, die die Internetnutzung durch die Unternehmen
verstärken ... 66
4.6. Schlußfolgerungen und Erkenntnisse ... 67
5. Schlußbetrachtungen ... 70
Quellen- und Literaturverzeichnis ... 72
Anhang ... 76

Tabellenverzeichnis
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5
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Verteilung der angeschriebenen Unternehmen nach
Beschäftigungsgrößenklassen ... 56
Tabelle 2: Stichprobenumfang ... 56
Tabelle 3: Verteilung der Unternehmen nach Wirtschaftszweigen und
Beschäftigtengrößenklassen ... 58
Tabelle 4: Klassifikation der Wirtschaftszweige / Baugewerbe ... 82
Tabelle 5: Verteilung der Unternehmen nach Wirtschaftszweige und
Beschäftigtengrößenklasse (Gesamtübersicht) ... 85
Tabelle 6: Verteilung der Art des Internetanschlusses ... 85
Tabelle 7: Zuständige Personen für die Internetaktivitäten in den Unternehmen ... 85
Tabelle 8: Verteilung der Nennungen des Aktionsradius der Unternehmen bezogen auf
den Wirtschaftszweig ... 86
Tabelle 9: Prozentuale Verteilung der Nennungen des Aktionsradius der Unternehmen
bezogen auf den Wirtschaftszweig ... 86
Tabelle 10: Aktuelle und geplante Nutzung des Internets ... 87
Tabelle 11: Gründe für eine Nutzung des Internets durch die Unternehmen ... 89
Tabelle 12: Gründe gegen eine Nutzung des Internets durch die Unternehmen ... 93
Tabelle 13: Angaben der Unternehmen zu den Maßnahmen, damit noch mehr
Unternehmen das Internet nutzen ... 97

Abbildungsverzeichnis
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6
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Begriffsabgrenzung E-Commerce / E-Business ... 10
Abbildung 2: Das Wachstum des Internet ... 11
Abbildung 3: Dienste des Internets ... 14
Abbildung 4: Klassifizierung von Märkten nach der Art der Marktteilnehmer
(Markttypen) ... 20
Abbildung 5: Klassifizierung von Märkten nach der Anzahl der Marktteilnehmer
(Marktformen) ... 22
Abbildung 6: Datenaustausch nach GAEB 2000 ... 25
Abbildung 7: Geschäftstransaktionsphasen ... 27
Abbildung 8: Vierstufiger Prozeß der öffentlichen Auftragsvergabe ... 33
Abbildung 9:
Ausschreibungsdatenbank
der
Leistungsklasse
A
(Angebotsabgabe
im
Online-Verfahren) ... 35
Abbildung 10: Ausschreibungsdatenbank der Leistungsklasse B (Online-Ausschreibung
mit LVs) ... 36
Abbildung 11: Ausschreibungsdatenbank der Leistungsklasse C (Online-Ausschreibung
ohne LV) ... 37
Abbildung 12: Ausschreibungsdatenbank der Leistungsklasse D (,,Offline"-
Ausschreibung ohne LV / Online-Ausschreibungssuche) ... 38
Abbildung 13: Ausschreibungsdatenbank der Leistungsklasse E
(Ausschreibungsservice) ... 39
Abbildung 14: Aufwand für die Beschaffung von A-, B-, C-Gütern ... 41
Abbildung 15: Internet-Anschluß nach Branchen ... 48
Abbildung 16: Nutzung von IT-Anwendungen durch Unternehmen nach
Wirtschaftszweigen ... 49
Abbildung 17: Aufbau des Fragebogens ... 52
Abbildung 18: Verteilung von Unternehmen ausgewählter Wirtschaftszweige in
Südbrandenburg ... 54
Abbildung 19: Tätigkeitsradius der antwortenden Unternehmen ... 58
Abbildung 20: Verteilung der Art des Internetanschlusses ... 59
Abbildung 21: Zuständige Personen für die Internetaktivitäten in den Unternehmen ... 60
Abbildung 22: aktuelle und geplante Nutzung des Internets ... 63
Abbildung 23: Prozentuale Verteilung der gegebenen Antworten zur Frage 2 ... 91
Abbildung 24: Prozentuale Verteilung der gegebenen Antworten zur Frage 3 ... 95
Abbildung 25: Prozentuale Verteilung der gegebenen Antworten zur Frage 4 ... 99

7
1. Einleitung
Das Internet ist von einem sehr starken Anstieg der Nutzerzahlen gekennzeichnet.
Benötigten Medientechnologien wie z.B. das Radio oder Fernsehen noch Jahrzehnte,
schaffte es das Internet in kürzester Zeit, vergleichbare Nutzerzahlen zu erreichen. Kaum
jemandem dürfte daher auch die Euphorie über den Internet-Boom entgangen sein. Was
anfänglich zur Zeit des kalten Krieges in den USA vom Militär angedacht und entwickelt
wurde, hat sich zu einem globalen Netzwerk weiterentwickelt. Wurde das Internet zu
Beginn nur zum Informations- und Datenaustausch verwendet, versuchen heute
Unternehmen, damit Geld zu verdienen. Nachdem sich die Euphorie in der New Economy
durch sinkende Aktienkurse ­ ein Grund dafür sind die überzogenen Erwartungen am
neuen Markt gewesen ­ gelegt hat, beginnen Unternehmen der Old Economy damit, das
Internet und vor allem das E-Business für sich zu entdecken. Dabei orientieren sie sich
nicht nur auf die Konsumenten, sondern nutzen zunehmend das Internet zur Vernetzung
untereinander. Die Automobilbranche und ihre Zulieferer haben das große wirtschaftliche
Potential der Vernetzung im B2B-Bereich schon seit längerem erkannt und nutzen dies
erfolgreich. In der Baubranche ist man dagegen bei weitem noch nicht so weit.
Mit der vorliegenden Arbeit sollen die Möglichkeiten untersucht werden, die sich der
Baubranche mit dem E-Commerce eröffnen. Unternehmen aus dem Bereich der
Bauausführung standen dabei hauptsächlich im Mittelpunkt des Interesses.
Zur Einführung in die Thematik wird im 2. Kapitel der Arbeit ein Abriß über die
Grundlagen des E-Commerce gegeben. Dabei geht es speziell um die Definition des
Begriffs E-Commerce und seiner Abgrenzung von dem des E-Business. Weiterhin werden
die bedeutendsten Internet-Dienste vorgestellt und deren geschäftlicher Nutzen untersucht.
Im darauf folgenden Kapitel werden Anwendungsmöglichkeiten von E-Commerce und die
damit einhergehenden Nutzenpotentiale in den Transaktionsphasen der Bauwirtschaft
beschrieben. Welchen Nutzen dabei die elektronische Unterstützung in den Phasen
Information, Vereinbarung und Abwicklung bringt, werden ebenso wie die Möglichkeiten
der elektronischen Beschaffung von Aufträgen und Material aufgezeigt. Anschließend wird
auf Bauportale, die u.a. die Auftragsbeschaffung und die Materialbeschaffung in sich
vereinen, eingegangen.
Abgerundet wird die Arbeit durch eine empirische Untersuchung zum Stand des E-
Commerce in der Baubranche Südbrandenburgs. Dafür wurde eine Befragung unter
bauausführenden Unternehmen aus den Bereichen Hoch- und Tiefbau und Bauinstallation
durchgeführt.

8
2. Grundlagen des E-Commerce
2.1. Begriffsabgrenzung und Definition von E-Commerce
Der Begriff Electronic Commerce (auch E-Commerce, eCommerce oder e-commerce)
wird häufig auch als elektronischer Handel oder als E-Business bezeichnet. Der Grund
dafür ist im Fehlen einer eindeutigen Begriffsdefinition zu sehen. Ziel dieses Abschnitts
soll es sein, aus unterschiedlichen Definitionen eine Tendenz herauszufinden und zu einer
Begriffsdefinition zu gelangen, die dann im weiteren Verlauf der Arbeit zugrunde gelegt
wird.
Nach Schinzer / Thome (S
CHINZER
/
T
HOME
2000, S. 1) umfaßt E-Commerce ,,alle Formen
der digitalen Abwicklung von Geschäftsprozessen zwischen Unternehmen und zu deren
Kunden über globale öffentliche und private Netze". Etwas ausführlicher, jedoch in
dieselbe Richtung zielend, gibt Gora (G
ORA
1999, S. 1) eine Begriffserklärung zum E-
Commerce. Er definiert: ,,Unter Electronic Commerce wird der Handel mit Waren,
Dienstleistungen und Informationen mit Hilfe moderner Informations- und
Kommunikationstechnologien (Mediendienste) verstanden, insbesondere unter Nutzung
des Internets. Mit Hilfe des elektronischen Handels werden neue Märkte geschaffen, die
die physischen Geschäftsabwicklungen verändern sowie Lieferzeiten und -wege
optimieren können." Er verwendet hier synonym für E-Commerce die deutsche
Bezeichnung elektronischer Handel.
Daß die Begriffsbezeichnung ,,elektronischer Handel" nicht nur für die
Begriffsbestimmung von E-Commerce verwendet wird, zeigt Krause (K
RAUSE
2000, S.
195). Er schreibt: ,,Der elektronische Handel oder das elektronische Geschäft (E-Business)
umfaßt sämtliche internen und externen Prozesse auf elektronischer Basis." Gora und
Krause widersprechen sich in ihren Begriffsdefinitionen nicht, jedoch die deutschen
Synonyme sorgen für den Anschein von Unstimmigkeit.
Läßt man einmal die von Merz aufgezählten Technologien, die beim E-Commerce zum
Einsatz kommen können, außer Acht, so lautet die Definition von E-Commerce
folgendermaßen: ,,Electronic Commerce ist der Einsatz von [...] Technologien zur
Anbahnung und Durchführung von Handelstransaktionen im Internet." (M
ERZ
1999, S. 19)
Auf eine ähnliche Art definiert Nuissl (N
UISSL
1999, S. 75) den Begriff E-Commerce. Sie
verwendet jedoch synonym für E-Commerce die deutsche Bezeichnung ,,elektronischer
Geschäftsverkehr". Nach ihrem Verständnis sind das ,,geschäftliche Transaktionen, die auf

9
elektronischem Wege über Telekommunikationsnetze getätigt werden. [...] also
Transaktionen, die sich aus der Sicht des Rechtswissenschaftlers als der Austausch von
Leistungen darstellen und ihre rechtliche Grundlage in Verträgen finden."
Nach Bliemel / Fassott / Theobold (B
LIEMEL
/
F
ASSOTT
/
T
HEOBOLD
1999, S. 2) ist
Electronic Commerce ,,die Verzahnung und Integration unterschiedlicher
Wertschöpfungsketten und unternehmensübergreifender Geschäftsprozesse auf der
Grundlage des schnellen und plattformunabhängigen Informationsaustausches über
Informations- und Kommunikationstechnologien". Da in diesem Zusammenhang von
Wertschöpfungsketten gesprochen wird und diese aber innerbetriebliche Prozesse mit
einschließen (z.B. Produktion, Personalbeschaffung) (L
AMPE
1998, S. 8), trifft diese
Definition eher für die Beschreibung des E-Business zu.
Auch Deutsch (D
EUTSCH
1999, S. 2 ­ 3) faßt unter dem Begriff Electronic Commerce all
die Technologien zusammen, die betriebswirtschaftliche Abläufe elektronisch unterstützen.
Er unterscheidet drei Ausprägungen von Electronic Commerce:
innerhalb des Unternehmens
zwischen mehreren Unternehmen (business-to-business)
vom Unternehmen zum Verbraucher (business-to-consumer)
Den Grund, weshalb es keine inhaltlich einheitliche Begriffsdefinition für E-Commerce
gibt und zahlreiche Begriffsdefinitionen unternehmensexterne wie auch
unternehmensinterne Geschäftsprozesse zum Bestandteil der Definition machen, liefert
Borchert in seiner Begriffsdefinition: ,,Die Einführung und der Betrieb von E-Commerce
verspricht nur dann Erfolg, wenn ein integriertes Konzept von Informations- und
Produktionsfluß implementiert wird. Deswegen muß beim Einsatz von E-Commerce die
gesamte Organisation betrachtet werden, um mögliche Probleme identifizieren und
eliminieren zu können." (B
ORCHERT
1999, S. 195)
Im Rahmen dieser Arbeit wird der Begriff Electronic Business (E-Business) als
Oberbegriff verwendet. Als E-Business werden hierbei alle internen und externen
unternehmerischen Geschäftsprozesse verstanden, die durch elektronische Medien
unterstützt und abgewickelt werden. Die Abstimmung der externen mit den internen
Prozessen ist dabei notwendig, um die nach außen gerichteten Geschäftsprozesse
betriebswirtschaftlich sinnvoll gestalten zu können (H
ÖLLER
/
P
ILZ
/
Z
LABINGER
1999, S.
67).

10
Electronic Commerce (E-Commerce) wird als ein Teil von E-Business gesehen. Der
Begriff E-Commerce definiert den elektronischen Geschäftsverkehr (bzw.
Markttransaktionen) zwischen Unternehmen untereinander (Business to Business oder
B2B) wie auch den Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen und ihren Kunden (Business
to Consumer oder B2C). Markttransaktionen sind dabei nach außen gerichtete
Geschäftsprozesse, wie Absatz- und Beschaffungsprozesse, die mittels elektronischer
Medien abgewickelt werden. Die Beschaffung auf elektronischem Weg wird auch als E-
Procurement (siehe Abschnitt 3.3.2.) bezeichnet und bildet eine Teilmenge von E-
Commerce.
Zusammenfassend stellt folgende Abbildung die Begriffsabgrenzung zwischen E-
Commerce und E-Business dar.
E-Commerce
Markttransaktionen:
Nach außen gerichtete
Geschäftsprozesse mittels
elektronischer Medien (Absatz,
Beschaffung)
Betriebliche Aktionen:
Interne Geschäftsprozesse
mittels elektronischer Medien
(Entwicklung, Produktion,
Personalwesen etc.)
E-Business
Abbildung 1: Begriffsabgrenzung E-Commerce / E-Business
2.2. Das Internet als technologische Grundlage für den E-Commerce
Die Ursprünge des Internet liegen in den 60iger Jahren. Damals wurde vom
amerikanischen Verteidigungsministerium eine Forschungsabteilung mit der Bezeichnung
ARPA (Advanced Research Projects Agency) gegründet. Ziel der Forschung war es, ein
Computernetzwerk zu entwickeln, das auch beim Ausfall eines Teils des Netzwerkes
funktionsfähig blieb. Es entstand ein dezentrales Netzwerk, das verschiedene
Computersysteme miteinander verbinden sollte. Den Forschern und Wissenschaftlern
sollte es so möglich sein, untereinander Daten und Informationen von unterschiedlichen
Standorten aus zügig auszutauschen. Mit dem ARPANET begann 1969 ein bis heute
anhaltender und sich ständig vergrößernder Informations- und Dokumentenfluß. Das Jahr
der Gründung des ARPANET gilt auch als Geburtsstunde des Internet. Im Verlauf der

11
Zeit wurde das ARPANET um eine Vielzahl von öffentlichen und privaten Netzen
erweitert. Es entstanden eine ganze Reihe von Diensten, die zum Teil heute noch
existieren. Der Grundstein für das World Wide Web wurde im Jahr 1989 gelegt
(P
AWLOWITZ
1999, S. 10 - 11; O
ENICKE
1996, S. 28 ­ 29).
Spricht man vom Internet, so wird darunter ,,die Summe aller mittels "TCP/IP"
(Transmission Control Protocol / Internet Protocol) miteinander verbundenen Netze und
Rechner verstanden" (L
AMPE
1998, S. 36). Oft wird das WWW mit dem Internet gleich
gesetzt, was jedoch so nicht stimmt, da das WWW ein Dienst ­ wenn auch der populärste ­
des Internet ist.
An dieser Stelle soll der Begriff E-Commerce von dem des Internets abgegrenzt werden,
da oftmals im Zusammenhang mit dem Internet von E-Commerce gesprochen wird. Beim
E-Commerce stehen betriebswirtschaftliche, organisatorische Problemlösungen im
Vordergrund, wogegen das Internet, losgelöst von konkreten Anwendungen, die
technologische Grundlage bietet (S
CHINZER
/
T
HOME
2000, S. 2). Es kann jedoch als
zentrales Medium des E-Commerce betrachtet werden. Dies untermauern nicht zuletzt die
steigenden Zahlen der im Netz erreichbaren Rechner (siehe dazu Abb. 2).
Quelle: I
NTERNET
S
OFTWARE
C
ONSORTIUM
: URL: http://www.isc.org/ds/WWW-200101/hosts.gif
(19.04.2001)
Abbildung 2: Das Wachstum des Internet

12
Das Internet dient mit einer Vielzahl von Diensten als Informations- und
Kommunikationsplattform. Es bildet in weiten Bereichen die infrastrukturelle
Voraussetzung für E-Commerce und grenzüberschreitenden Geschäftstransaktionen auf
elektronischen Marktplätzen (S
CHINZER
/
T
HOME
2000, S. 2).
Aus der Sicht eines Unternehmens bietet es die Möglichkeit, neue Kunden zu gewinnen,
neue Absatzwege zu erschließen und Abläufe effizienter zu gestalten. Über eine eigene
Homepage wird ein Unternehmen in die Lage versetzt, ständig präsent zu sein, d.h. 24
Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr. Mit dem Internet lassen sich Kommunikations-
und Informationsprozesse beschleunigen. Durch die Vermeidung von Medienbrüchen beim
Informations- und Datenaustausch mit Kunden und Geschäftspartnern sind
Kostensenkungen bei der Informationsbearbeitung und -übermittlung erzielbar.
Letztendlich führt eine effizientere Gestaltung der Geschäftsprozesse zu einer Steigerung
der Wirtschaftlichkeit.
Damit Geschäftsprozesse effizient gestaltet werden können, müssen Unternehmen im
Rahmen ihrer E-Commerce- bzw. E-Business-Strategie untersuchen, ob der Einsatz eines
Intranets bzw. Extranets für sie von Bedeutung ist. Im folgenden soll daher kurz auf die
Charakteristika des Intranets und Extranets eingegangen werden.
Intranet
Ein Intranet ist eine Art Internet innerhalb des Computernetzes eines Unternehmens. Es
nutzt die Internet-Technologie für unternehmensinterne Zwecke. Das heißt die
Datenübertragung erfolgt auch hier wie im Internet auf der Basis der Protokollfamilie
TCP/IP (H
EIN
1999; S. 150; A
LPAR
1998, S. 133). Es unterscheidet sich vom Internet
dahingehend, daß es einen definierten Betreiber hat und in der Regel nur den Benutzern
des Betreibers (z.B. den Mitarbeitern des Unternehmens) zur Verfügung steht (H
EIN
1999,
S. 150). In ihm können unternehmensinterne Informationen und Dienste, beispielsweise
Terminkalender, Adreßdatenbanken, Raumbelegungspläne, Mitarbeiterinformationen,
Projekt- und Produktinformationen oder auch technische Informationen und Dokumente
zur Verfügung gestellt, ausgetauscht und verwaltet werden. Als Dienste können den
Mitarbeitern zudem Internet-Dienste, wie E-Mail, WWW, Telnet oder FTP zur Verfügung
gestellt werden (M
ERZ
1999, S. 362). Welche Möglichkeiten es gibt, auch weiter entfernte
Teile eines Unternehmens in das Intranet einzubeziehen, erläutert Alpar (A
LPAR
1998, S.
133 - 136) recht ausführlich. Dafür bietet sich das Internet als kostenloses

13
Übertragungsmedium regelrecht an. Es sind jedoch Sicherheitsvorkehrungen zu treffen,
wie z.B. die Verwendung von Firewalls
1
und Verschlüsselungstechnologien
2
, auf die in
dieser Arbeit nicht weiter eingegangen werden soll.
Ein Intranet ist nicht zwingend notwendig, um E-Commerce betreiben zu können. In
größeren Unternehmen ermöglicht es jedoch, Daten, Dokumente und Informationen aus
externen Geschäftsprozessen medienbruchfrei transportieren zu können. Es hat im Rahmen
von E-Business gleichwohl seine Berechtigung. In kleinen Unternehmen mit einer
geringen Anzahl an Computerarbeitsplätzen ist jedoch der Aufbau und Einsatz eines
Intranets, aufgrund der inhaltlichen und technischen Anforderungen und finanziellen
Aufwendungen, eher unwahrscheinlich. Ist es dennoch vorgesehen, erfordert es eine
gründliche Planung.
Extranet
Ebenso wie ein Intranet nutzt ein Extranet die Internet-Technologie zum Übertragen von
Daten und Informationen. Im Gegensatz zum Intranet, welches nur den Mitarbeitern des
Unternehmens zugänglich ist, wird ein Extranet für Geschäftspartner eingerichtet. Es
ermöglicht autorisierten Geschäftspartnern den Zugriff auf ausgewählte Daten und
Dienstleistungen eines Unternehmens. Denkbar wäre beispielsweise der autorisierte
Zugriff auf Ausschreibungsdatenbanken, mit der Möglichkeit an Ausschreibungsverfahren
teilnehmen und Angebote abgeben zu können (M
ERZ
1999, S. 362 ­ 363). Zur
Übertragung der Daten zwischen den kooperierenden Unternehmen dient ebenfalls das
Internet. Auch hier sind entsprechende Maßnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit des
Systems zu ergreifen.
Ein Extranet wird demnach für die Abwicklung von Markttransaktionen (E-Commerce)
eingerichtet. Für kleine Unternehmen ist der Betrieb eines Extranets jedoch nicht
unbedingt rentabel. Von einer Anschaffung halten sie meistens, neben den Kosten für den
Betrieb des Web-Servers und den Internet-Zugang, die hohen Kosten für die
Softwareentwicklung und die Betreuung des Systems ab. Im Internet gibt es hierzu
Extranet Service Provider, die beispielsweise als Dienstleistungen Kataloge,
1
Schirmt das unternehmensinterne Netz vor unberechtigten Zugriffen aus dem öffentlichen Internet oder
auch nach außen ab.
2
In Krause (K
RAUSE
2000, S.175-182) werden gängige Verschlüsselungsverfahren beschrieben.

14
Auktionssysteme, Beschaffungs- und Ausschreibungssysteme zur Verfügung stellen
(M
ERZ
1999, S. 370).
2.3. Internet-Dienste und deren geschäftlicher Nutzen
Wie in den vorangegangenen Abschnitten schon erwähnt, gibt es im Internet eine ganze
Reihe alter und neuer Dienste. Im folgenden wird auf die in Abbildung 3 dargestellten
Dienste näher eingegangen.
Abbildung 3: Dienste des Internets
E-Mail (elektronische Post)
Das Versenden und Empfangen elektronischer Post (Electronic Mail, E-Mail) ist einer der
ältesten und am meisten genutzten Dienste im Internet. Per E-Mail können schnell (i.d.R.
in wenigen Sekunden) und im Vergleich zum klassischen Briefwechsel für wenige
Pfennige weltweit Nachrichten und Informationen ausgetauscht werden. Mittels eines E-
Mail-Programms ist es möglich, beliebig viele Nachrichten ohne bestehende
Internetverbindung (offline) zu schreiben und anschließend alle mit einem Mal zu
versenden. Ein Vorteil gegenüber anderen Kommunikationsmedien ist die digitale
Weiterverarbeitbarkeit einer E-Mail. So können E-Mail-Inhalte recht unkompliziert in ein
Textverarbeitungsprogramm übernommen, dort bearbeitet und letztlich wieder als E-Mail
versandt werden. Auch erlauben die meisten E-Mail-Programme das Versenden von
beliebigen Dateien als E-Mail-Anlage, dem sogenannten Attachment. Ein weiterer Vorteil
Internet
Newsgroups
(Usenet)
Internet
Relay Chat
Telnet
FTP
E-Mail
World Wide
Web

15
ist die geografische Unabhängigkeit. Vorausgesetzt, man verfügt über einen Internet-
Zugang und ein Mail-Programm auf dem Rechner oder die Möglichkeit über einen
Dienstleister im Internet einen Mail-Dienst zu nutzen, so kann man von jedem beliebigen
Ort aus in das eigene ,,Postfach" sehen und auch neue Nachrichten versenden. Wichtige
Post muß also nicht mehr bis zur Beendigung der Dienstreise oder des Urlaubs warten.
Als ein Nachteil der elektronischen Post wird oftmals deren ,,öffentliche Einsehbarkeit"
(K
ÖHLER
/
B
EST
2000, S. 25), vergleichbar mit einer Postkarte, gesehen. Werden jedoch
Verschlüsselungs- und Signaturverfahren eingesetzt, lassen sich sensible Informationen,
z.B. Verträge oder Preiskalkulationsschemata, sicher übermitteln. Zudem hat der
Gesetzgeber mit dem Signaturgesetz (SigG, seit 01.08.1997) dafür gesorgt, daß die
Authentizität des Gegenüber gewährleistet und somit die Rechtsverbindlichkeit von
Verträgen gesichert ist. Telefon und Fax sind im Vergleich dazu nicht unbedingt sicherer.
Geschäftlich läßt sich die E-Mail für die unternehmensinterne wie auch für die
unternehmensexterne Kommunikation nutzen. So können beispielsweise
unternehmensinterne Rundschreiben schnell realisiert, für andere Mitarbeiter wichtige
Informationen weitergeleitet oder Mitarbeiter im Außendienst jederzeit erreicht werden. Im
Rahmen der unternehmensexternen Kommunikation lassen sich Preis- und
Produktanfragen bei Herstellern oder der Daten- und Dokumentenaustausch mit
Geschäftspartnern realisieren. Durch die Bekanntgabe der E-Mail-Adresse des
Unternehmens (oder der jeweiligen Abteilung) erhalten Kunden die Möglichkeit, mit dem
Unternehmen zu jeder Zeit in Kontakt treten zu können. Auch bietet sich die E-Mail für die
Verbreitung von Informationen aus dem Unternehmen im Rahmen der
Öffentlichkeitsarbeit an. Medienvertreter können so z.B. schnell und günstig über
Pressemitteilungen informiert werden (L
AMPRECHT
1996, S. 57 ­ 58).
Newsgroups (elektronische Diskussionsforen)
Newsgroups (Schwarze Bretter) sind Diskussionsforen im Internet, bei denen im
Gegensatz zum E-Mail-Dienst ein Informations- und Meinungsaustausch in Form einer
Gruppendiskussion stattfindet. Diskutiert wird weltweit und zu allen nur erdenklichen
Themen.
Die Anzahl der Newsgroups erhöht sich ständig. Wird von Lamprecht (L
AMPRECHT
1996,
S. 26) die Zahl der Newsgroups auf 5.000 bis 8.000 beziffert, sind es bei Seimert (S
EIMERT

16
1998, S. 32) schon mehr als 30.000 und Krause (K
RAUSE
2000, S. 64) spricht gar von
einigen 100.000 Newsgroups, die weltweit von Netzteilnehmern besucht werden. Alle
Newsgroups zusammen bilden das Usenet, welches jedoch kein physikalisches Netz, wie
vergleichsweise das Internet ist. Viele News-Server ­ das sind die Rechner, die News
bereitstellen ­ sind mit dem Internet verbunden (S
EIMERT
1998, S. 194).
Dem Benutzer ist es möglich, über eine Art E-Mail einen Diskussionsbeitrag zu einem
bestimmten Thema abzurufen oder selbst abzuschicken. Dabei werden die Beiträge auf
einem News-Server für alle zugänglich veröffentlicht. Die Zusammenhänge zwischen den
jeweiligen Nachrichten, Kommentaren, Fragen und Antworten werden in den
Diskussionsforen dargestellt und als vollständige Diskussionsketten abgebildet (S
EIMERT
1998, S. 33).
Die Anwendungsgebiete sind recht vielseitig und beziehen sich ebenso wie der Einsatz von
elektronischer Post auf die unternehmensinterne und unternehmensexterne
Kommunikation und Informationsbeschaffung. Unternehmensintern kann die Verwendung
des Konzepts der Newsgroups für das ganze Unternehmen oder auch nur für die
Kommunikation innerhalb einer Arbeitsgruppe oder einem Projektteam erfolgen (S
EIMERT
1998, S. 183). Es wäre auch denkbar, alle an einem Bauprojekt beteiligten Unternehmen
auf diesem Weg zu einer Diskussionsrunde zusammenzubringen, um Fragen zu
bestimmten Problemstellungen aufwerfen und beantworten zu können.
Darüber hinaus gibt es Newsgroups, die beispielsweise zur Stellenvermittlung dienen. Dort
können Stellenanzeigen getätigt oder geeignete Arbeitssuchende oder freiberuflich Tätige
mit ihren Dienstleistungen angesehen werden. Für größere Unternehmen bietet sich auch
die Möglichkeit an, eine eigene Newsgroup zu gründen und somit den Kunden eine
zusätzliche Betreuungsmöglichkeit zu bieten (L
AMPRECHT
1996, S. 63 ­ 65).
Internet Relay Chat (IRC)
Das Internet Relay Chat ist ein Online-Dienst, bei dem im Gegensatz zur E-Mail oder den
Nachrichten des Usenet eine zeitgleiche Kommunikation zwischen zwei oder mehreren
Internet-Nutzern in sogenannten Chatrooms stattfindet (A
LPAR
1998, S. 89). Per Tastatur
werden Gedanken, Meinungen und Informationen eingegeben. Die Gesprächspartner
bekommen fast ,,live" die Nachricht übertragen und können unmittelbar darauf reagieren
(K
RAUSE
2000, S. 64). Die Themenwelt ist auch hier wieder vielschichtig.

17
Wird das Internet Relay Chat in einem Unternehmen nicht als kostengünstiges Mittel für
Online-Konferenzen oder im Rahmen von Kundensprechstunden genutzt, so sollte die
Möglichkeit für dessen Anwendung im Unternehmen nicht gegeben werden, denn
,,chatten" (engl.: chatter) bedeutet ,,schnattern" und dies wird dann höchstwahrscheinlich
auch getan und vergeudet so kostbare Arbeitszeit (L
AMPRECHT
1996, S. 68 ­ 69; P
ETZKE
/
B
AUER
/
M
ÜLLER
1998, S. 23).
Telnet
Telnet ist einer der ältesten Dienste im Internet, der auf dem TCP/IP Protokoll aufbaut. Der
Dienst erlaubt es, von einem Rechner (Client) aus über das Internet die auf einen weit
entfernten Rechner ­ bei vorhandenen Zugriffsrechten ­ installierten Programme zu starten
und zu nutzen. Rechenintensive Prozesse lassen sich so auf einem Großrechner
durchführen. Es kann auch auf einem entfernten Rechner gearbeitet und die dort
vorhandenen Ressourcen (z.B. Drucker) genutzt werden, als ob direkt an diesem Rechner
gearbeitet würde. Mit dem großen Erfolg der Verbreitung von World Wide Web und der
damit verbundenen komfortableren Benutzeroberfläche wurden eine Reihe von Ressourcen
(wie z.B. Bibliothekskataloge), die bis dahin über Telnet genutzt wurden, über das World
Wide Web formulargesteuert abfragbar (K
ERSCHBAUMER
1999a, S. 18 ­ 19; K
RAUSE
2000,
S. 63). Trotz der großen Bedeutung des World Wide Web können z.B. über Telnet
Mitarbeiter verschiedener Forschungsteams parallel an dem selben Projekt und sogar am
selben Rechner arbeiten, obwohl sie von den verschiedensten Orten der Welt aus agieren
(L
AMPE
1998, S. 146).
FTP (File Transfer Protocol)
FTP, als ein weiterer Dienst des Internet, erlaubt als betriebsübergreifendes Protokoll den
wechselseitigen Dateiaustausch zwischen verschiedenen an das Internet angeschlossenen
Rechnern. Auf etlichen FTP-Servern liegen unzählige Mengen von Dateien (wie z.B.
Programme, Dokumente, Grafiken und Bilder oder Audio- und Videosequenzen) zum
herunterladen zur Verfügung. Neben FTP-Servern, bei denen nur Benutzer mit
entsprechendem Nutzername und Paßwort einen Zugriff auf die Daten erhalten, existieren
Server, die das sogenannte Anonymus FTP kennen. Dort erfolgt die Anmeldung unter

18
Verwendung von ,,anonymous" oder ,,ftp" als Nutzerkennung und die eigene E-Mail-
Adresse als Paßwort (A
LPAR
1998, S. 77; L
AMPE
1998, S. 70 ­ 71).
FTP-Server bieten keine grafische Oberfläche, wie vergleichsweise WWW-Server, an. Ihr
Inhalt wird in Verzeichnisbäumen ­ ähnlich denen des Windows-Explorer der Firma
Microsoft ­ mit den darin enthaltenen Dateien angezeigt (S
EIMERT
1998, S. 33 ­ 34).
Der Einsatz von FTP bietet Unternehmen die Möglichkeit, Mitarbeitern, Kunden oder
Geschäftspartnern wichtige Daten und Dokumente zur Verfügung zu stellen und so
unnötige Arbeit und Portokosten zu sparen. Durch das Ablegen von größeren Dateien auf
einen FTP-Server können in einem Unternehmen entsprechende Ressourcen freigesetzt
und anderweitig verwendet werden. Je nach Zugriffsberechtigung können z.B.
Leistungsbeschreibungen, Gesetzestexte, Marktanalysen etc. ausgelagert und
entsprechenden Personenkreisen angeboten werden.
World Wide Web
Das World Wide Web (WWW, Web oder W3) ist der wohl bekannteste und am
schnellsten wachsende Internet-Dienst. Wenn in den Medien vom Internet die Rede ist, so
ist in den meisten Fällen das WWW gemeint. Es ist ein Internet-Dienst, der multimediale
Kommunikationsformen und die Einbindung von anderen Internet-Diensten, wie z.B. E-
Mail, FTP, Newsgroups, Telnet oder IRC ermöglicht. Die im WWW auf Web-Servern
plazierten HTML-Dokumente (HTML: Hypertext Markup Language), bestehen aus Text,
Bildern, Animationen, Video- und Soundsequenzen oder aus deren Kombination. Die
Beschreibungssprache HTML erlaubt die Einbettung von Verknüpfungen ­ den
sogenannten Links ­ zu anderen Dokumenten (K
RAUSE
2000, S. 63). Mit einem einfachen
Mausklick gelangt man über diesen zu einem anderen Dokument im WWW. Dieses kann
sich an einem ganz anderen Ort auf der Welt befinden. Es wird, ohne daß der Anwender es
überhaupt bemerkt, automatisch eine Verbindung über das Internet zu dem entsprechenden
Rechner hergestellt und das gewünschte Dokument beim Anwender auf den Computer
geladen. Zum Anzeigen der Dokumente benötigt man einen sogenannten Browser, wie
z.B. den Internet Explorer der Firma Microsoft. Dieser ist in der Regel in den heute von
Microsoft vertriebenen Computer-Betriebssystemen bereits enthalten.
Als Einstieg eines Unternehmens in die Nutzung des E-Commerce bietet das WWW
hervorragende Voraussetzungen. Mit einer eigenen Homepage, die mit einer

19
Unternehmensbroschüre vergleichbar ist, läßt sich das Unternehmen mit seinen
Dienstleistungen und Produkten gut und recht preiswert präsentieren. Dabei können alle
für notwendig erachteten multimedialen Erscheinungsformen mit eingebracht werden.
Wenn dann auch noch den Kunden und Geschäftspartnern die Möglichkeit der
Kontaktaufnahme per E-Mail oder sogar Dienstleistungen und Services angeboten werden,
ist ein weiterer Schritt in Richtung E-Commerce getan (L
AMPRECHT
1996, S. 67 ­ 68).
2.4. Elektronische Märkte
Das enorme Wachstum des Internets ist mit dafür verantwortlich, daß sich dieses
Informations- und Kommunikationsmedium immer mehr zu einer Plattform für
Geschäftstransaktionen entwickelt. Elektronische Märkte sind dabei das zentrale Element
der elektronischen Geschäftsabwicklung. Als Informations- und Kommunikationssysteme
unterstützen sie alle oder einzelne Phasen von Geschäftstransaktionen. Sie koordinieren
das Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage unter Wettbewerbsbedingungen.
Ermöglicht ein Markt die komplette elektronische Durchführung von
Geschäftstransaktionen, so wird von einem ,,vollständigen elektronischen Markt"
(D
EUTSCH
1999, S.5) gesprochen. Sind dagegen nicht alle Transaktionsphasen ­ und das
ist weitaus der häufigere Fall ­ elektronisch abbildbar, handelt es sich um einen die
Marktbeziehungen unterstützenden Markt (Z
ERDICK
1999, S. 148 ­ 149; D
EUTSCH
1999, S.
4 ­ 5).
Auf den Märkten treffen unterschiedliche Akteure aufeinander. Diese agieren entweder als
Anbieter oder als Nachfrager der gehandelten Leistung. Dabei treten sie als juristische
Person auf, die natürliche Personen wie auch Organisationen sein können. Organisationen
lassen sich hierbei in Unternehmen, Vereine, Behörden usw. unterteilen. Hermanns /
Sauter (H
ERMANNS
/
S
AUTER
2001, S. 25) bilden aus den drei Akteuren natürliche Person
(consumer), Unternehmen (business) und öffentliche Institution (administration) eine
Neun-Felder-Matrix, in der alle Kombinationen von Geschäftsbeziehungen zwischen den
Akteuren abgebildet sind. Dabei treten die Akteure entweder als Anbieter oder als
Nachfrager in Erscheinung. Die aus diesen Kombinationsmöglichkeiten resultierenden
Markttypen sind in der Abbildung 4 dargestellt.

20
Nachfrager der Leistung
Consumer Business
Administration
Anbieter d
er
Leistu
ng
Cons
umer
Consumer-to-
Consumer
z.B. Internet-
Kleinanzeigenmarkt
Consumer-to-
Business
z.B. Jobbörsen mit
Anzeigen von
Arbeitssuchenden
Consumer-to-
Administration
Business
Business-to-
Consumer
z.B. Bestellung eines
Kunden in einer Internet-
Shopping-Mall
Business-to-
Business
z.B. Bestellung eines
Unternehmens bei einem
Zulieferer per EDI
Business-to-
Administration
z.B. Bestellung von
Büromaterial durch eine
öffentl. Institution in
einem Online-Shop
Administr
ation
Administration-to-
Consumer
z.B. Abwicklung von
Unterstützungsleistungen
(Sozialhilfe,
Arbeitslosenhilfe etc.)
Administration-to-
Business
z.B. Vergabe der UMTS-
Lizenzen
Administration-to-
Administration
z.B. Genehmigung einer
anderen Behörde für den
Bau eines öffentl.
Gebäudes
Quelle: H
ERMANNS
/
S
AUTER
2001, S.25 (leicht verändert)
Abbildung 4: Klassifizierung von Märkten nach der Art der Marktteilnehmer (Markttypen)
Nicht alle Felder dieser Matrix (wie etwa Consumer-to-Administration oder
Administration-to-Consumer) entsprechen der in der Arbeit zugrunde gelegten Definition
des elektronischen Geschäftsverkehrs (E-Commerce). Für den elektronischen
Geschäftsverkehr von praktischer Relevanz sind die Bereiche B2B, B2C und B2A.
Business-to-Business
Dem Bereich Business-to-Business wird für die Zukunft das größte Potential in der
elektronischen Geschäftsabwicklung zugeschrieben. Zulieferer, Hersteller und der Handel
wickeln hierbei auf elektronischem Weg Geschäfte ab. Entsprechend treten die
Unternehmen entweder als Anbieter oder als Nachfrager in Erscheinung. Entlang der
Wertschöpfungskette liegen die Einsatzbereiche im Rahmen von E-Business zum Beispiel
in der Beschaffung, F&E, der Produktion oder dem Marketing/Vertrieb. Den Unternehmen
eröffnen sich Effizienzsteigerungen, die hauptsächlich eine Einsparung von Zeit und
Kosten bei der Abwicklung von Geschäften mit sich bringen wird. Nicht außer Acht zu
lassen ist auch die Chance für die Unternehmen, durch die weltweite Vernetzung ihr
Absatzpotential zu vergrößern (M
ERZ
1999, S. 21; H
ERMANNS
/
S
AUTER
2001, S. 26).
Ende der Leseprobe aus 99 Seiten

Details

Titel
E-Commerce in der Baubranche - Eine theoretische und empirische Untersuchung
Hochschule
Brandenburgische Technische Universität Cottbus
Note
1
Autor
Jahr
2001
Seiten
99
Katalognummer
V185653
ISBN (eBook)
9783656981206
ISBN (Buch)
9783867465502
Dateigröße
1235 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
e-commerce, baubranche, eine, untersuchung
Arbeit zitieren
Peter Schulz (Autor), 2001, E-Commerce in der Baubranche - Eine theoretische und empirische Untersuchung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185653

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