Das Internet ist von einem sehr starken Anstieg der Nutzerzahlen gekennzeichnet. Benötigten Medientechnologien wie z.B. das Radio oder Fernsehen noch Jahrzehnte, schaffte es das Internet in kürzester Zeit, vergleichbare Nutzerzahlen zu erreichen. Kaum jemandem dürfte daher auch die Euphorie über den Internet-Boom entgangen sein. Was anfänglich zur Zeit des kalten Krieges in den USA vom Militär angedacht und entwickelt wurde, hat sich zu einem globalen Netzwerk weiterentwickelt. Wurde das Internet zu Beginn nur zum Informations- und Datenaustausch verwendet, versuchen heute Unternehmen, damit Geld zu verdienen. Nachdem sich die Euphorie in der New Economy durch sinkende Aktienkurse – ein Grund dafür sind die überzogenen Erwartungen am neuen Markt gewesen – gelegt hat, beginnen Unternehmen der Old Economy damit, das Internet und vor allem das E-Business für sich zu entdecken. Dabei orientieren sie sich nicht nur auf die Konsumenten, sondern nutzen zunehmend das Internet zur Vernetzung untereinander. Die Automobilbranche und ihre Zulieferer haben das große wirtschaftliche Potential der Vernetzung im B2B-Bereich schon seit längerem erkannt und nutzen dies erfolgreich. In der Baubranche ist man dagegen bei weitem noch nicht so weit.
Mit der vorliegenden Arbeit sollen die Möglichkeiten untersucht werden, die sich der Baubranche mit dem E-Commerce eröffnen. Unternehmen aus dem Bereich der Bauausführung standen dabei hauptsächlich im Mittelpunkt des Interesses.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen des E-Commerce
2.1. Begriffsabgrenzung und Definition von E-Commerce
2.2. Das Internet als technologische Grundlage für den E-Commerce
2.3. Internet-Dienste und deren geschäftlicher Nutzen
2.4. Elektronische Märkte
3. Die Bedeutung des E-Commerce für die Baubranche
3.1. Der elektronische Datenaustausch zwischen den an einem Bauprojekt Beteiligten
3.2. Nutzenpotentiale in den Transaktionsphasen der Bauwirtschaft
3.2.1. Informationsphase
3.2.2. Vereinbarungsphase
3.2.3. Abwicklungsphase
3.3. Anwendungen von E-Commerce in der Baubranche
3.3.1. E-Commerce im Ausschreibungswesen
3.3.2. E-Procurement - Beschaffung über das Internet
3.3.3. Zugang zu elektronischen Bau-Märkten
4. Empirische Untersuchung zum Stand des E-Commerce der Baubranche Südbrandenburgs
4.1. Ausgangssituation und Zielsetzung der Umfrage
4.2. Die Erhebungsmethode
4.3. Vorgehen bei der Bestimmung des Stichprobenumfangs
4.4. Methodik der Auswertung
4.5. Auswertung der Fragebögen
4.5.1. Charakteristika der antwortenden Unternehmen
4.5.2. Ausstattungsgrad der Unternehmen mit einem Internetanschluß
4.5.3. Verantwortlichkeit bzw. Zuständigkeit für die Internetaktivitäten der Unternehmen
4.5.4. Situation der gegenwärtigen bzw. geplanten Nutzung des Internets durch die Unternehmen
4.5.5. Gründe, weshalb die Unternehmen das Internet für geschäftliche Zwecke nutzen
4.5.6. Gründe, die aus Sicht der Unternehmen gegen die Nutzung des Internets sprechen
4.5.7. Bewertung von Maßnahmen, die die Internetnutzung durch die Unternehmen verstärken
4.6. Schlußfolgerungen und Erkenntnisse
5. Schlußbetrachtungen
Zielsetzung & Themen
Die Diplomarbeit untersucht die Potenziale des E-Commerce für die Baubranche, insbesondere im Hinblick auf Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, wie Unternehmen der Bauausführung das Internet gegenwärtig für geschäftliche Zwecke nutzen und welche Potenziale für zukünftige Anwendungen sowie Hemmnisse bei der Implementierung bestehen.
- Grundlagen und Definitionen des E-Commerce und E-Business
- Anwendungsmöglichkeiten und Nutzenpotenziale in verschiedenen Transaktionsphasen (Information, Vereinbarung, Abwicklung)
- Elektronische Ausschreibungsprozesse und E-Procurement
- Empirische Analyse des Nutzungsgrades in Südbrandenburg
- Identifikation von Treibern und Barrieren der Internetnutzung in Bauunternehmen
Auszug aus dem Buch
3.3.1. E-Commerce im Ausschreibungswesen
Die Nutzung des Internets eröffnet Bauunternehmen und Ausschreibenden große Chancen, die Organisation und Abwicklung von Ausschreibungsprozessen einfacher, schneller und kostengünstiger zu gestalten. Waren durch ein Unternehmen 1996 im Durchschnitt noch drei Beteiligungen an einer öffentlichen Ausschreibung notwendig, so sind inzwischen zehn Angebote erforderlich, um einen Auftrag von Bund, Länder oder Gemeinden zu bekommen (KATTERBACH 2000, S. 130). Der Geschäftsführer von Bautreff.de, Franz Weppner, gibt an, daß sogar 20 Angebote abgegeben werden müssen, um einen Auftrag zu erhalten. Er erwähnt hier jedoch nicht ausschließlich die Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen (MÜLLER 2001, www.welt.de).
Bisher sind öffentliche Aufträge, die in einem vierstufigen Prozeß vergeben werden (siehe dazu Abbildung 8), oft mit einem enormen Papieraufwand verbunden.
Im ersten Schritt wurden Bauaufträge bisher hauptsächlich in Tageszeitungen und dem Amtsblatt durch die öffentliche Vergabestelle bekannt gegeben. Ist für ein Unternehmen ein interessantes Projekt dabei, fordert es im zweiten Schritt die Verdingungsunterlagen an. Für diese werden in aller Regel für das Zusammenstellen, Kopieren und Versenden Entgelte verlangt. Dem Unternehmen entstehen hier bereits enorme Kosten, auch wenn es sich später vielleicht gar nicht auf das Projekt bewerben will. Der dritte Schritt ist das Einreichen des Angebots – bisher per Post oder Fax. Im vierten und letzten Schritt des Ausschreibungsprozesses, der sogenannten Submission, werden alle eingereichten Angebote geöffnet und danach eine Vergabeentscheidung gefällt (AUS DEM MOORE 2001, www.bautreff.de).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Internetnutzung in der Baubranche ein und erläutert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Diplomarbeit.
2. Grundlagen des E-Commerce: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie E-Commerce und E-Business und erläutert die technologische Basis, wie Internet-Dienste und elektronische Märkte.
3. Die Bedeutung des E-Commerce für die Baubranche: Hier werden die spezifischen Anwendungsmöglichkeiten von E-Commerce im Bauwesen untersucht, insbesondere in Bezug auf Ausschreibungen, Beschaffung und Projektmanagement.
4. Empirische Untersuchung zum Stand des E-Commerce der Baubranche Südbrandenburgs: Dieses Kapitel stellt die Methodik und Ergebnisse einer Befragung bauausführender Unternehmen zum Nutzungsgrad des Internets dar.
5. Schlußbetrachtungen: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse der theoretischen und empirischen Analyse zusammen und gibt einen Ausblick auf die notwendige Standardisierung in der Branche.
Schlüsselwörter
E-Commerce, E-Business, Baubranche, Internet, Ausschreibungswesen, E-Procurement, Bauwirtschaft, elektronischer Datenaustausch, GAEB, B2B, Projektmanagement, empirische Untersuchung, Südbrandenburg, Bauportal, Digitalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die theoretischen Grundlagen des E-Commerce und deren spezifische Anwendungsmöglichkeiten innerhalb der Baubranche, um Potenziale für effizientere Geschäftsprozesse aufzuzeigen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den Schwerpunkten gehören der elektronische Datenaustausch im Bauprojekt, die Optimierung des Ausschreibungswesens durch Online-Verfahren sowie E-Procurement-Konzepte.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, welche Vorteile der Einsatz digitaler Medien für Bauunternehmen bietet und inwieweit diese Möglichkeiten in der Region Südbrandenburg bereits ausgeschöpft werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde eine Kombination aus einer fundierten Literaturrecherche zu E-Commerce-Grundlagen und einer empirischen, schriftlichen Befragung unter Unternehmen des Hoch- und Tiefbaus sowie der Bauinstallation in Südbrandenburg durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung von E-Commerce-Potenzialen entlang der Transaktionsphasen (Information, Vereinbarung, Abwicklung) und die Präsentation sowie Auswertung der gewonnenen empirischen Daten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind E-Commerce, Baubranche, E-Procurement, Bauausschreibung und digitale Geschäftsprozesse.
Welchen Stellenwert nimmt die GAEB-Normierung in der Arbeit ein?
Die GAEB-Schnittstelle wird als essenzielle Grundlage für den problemlosen elektronischen Datenaustausch zwischen den Baubeteiligten hervorgehoben.
Welche spezifische Schlussfolgerung zieht der Autor für kleine Unternehmen?
Der Autor stellt fest, dass für kleine Unternehmen hohe Kosten und organisatorische Aufwände oft Barrieren darstellen, weshalb Visionen für eine sinnvolle, zielgerichtete Nutzung fehlen.
- Arbeit zitieren
- Peter Schulz (Autor:in), 2001, E-Commerce in der Baubranche - Eine theoretische und empirische Untersuchung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185653