Der Transformationsprozess des tschechischen Bankensektors


Doktorarbeit / Dissertation, 2001

268 Seiten, Note: 1


Leseprobe

DER TRANSFORMATIONSPROZESS DES
TSCHECHISCHEN BANKENSEKTORS
Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades eines
Doktors
der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften
an der Wirtschaftsuniversität Wien
von Mag. Gertrude Preslmair
Wien, im August 2001

Danksagung
Mein besonderer Dank gilt Frau Prof. Dr. Brigitte Unger und Herrn Prof. Dr.
Gustav Raab für Ihre hervorragende Betreuung dieses Dissertationsprojektes.
Gleiches gilt für Herrn Prof. Dr. Michael Hauser für seine Unterstützung in sta-
tistischen Fragen.
Die vorliegende Arbeit wurde unterstützt durch die Forschungsoffensive der
Bank Austria. Mein besonderer Dank für die finanzielle Unterstützung gilt in
diesem Zusammenhang insbesondere der Leiterin der volkswirtschaftlichen
Abteilung, Frau Mag. Marianne Kager.
Dieser wissenschaftlichen Arbeit vorausgegangen ist ein fünfmonatiger Aufent-
halt im Rahmen eines Praktikums bei der Europäischen Kommission. Hier
möchte ich die Unterstützung durch meine Kollegen und Kolleginnen der Gene-
raldirektion Binnenmarkt und Finanzdienstleistungen besonders hervorheben.
Nicht zuletzt war es jedoch mein gesamtes privates Umfeld, meine Familie und
meine Freunde, die mit Ihrem Verständnis maßgeblich Anteil an dem Gelingen
dieser Arbeit hatten.

INHALTSVERZEICHNIS
1 Charakteristika der Transformationsökonomien ... 10
1.1 Einleitende Bemerkungen ... 10
1.2 Problemstellung und methodische Vorgehensweise ... 11
1.3 Aufbau der Arbeit ... 14
1.4 Monobankensystem und Kapitalallokation in der Planwirtschaft ... 16
1.4.1 Der zentrale Plan als Lenkungsinstrument ... 16
1.4.2 Das Monobankensystem als ausführendes Organ der
Planungsbehörde ... 19
1.4.3 Die Unabhängigkeit der Geldwertstabilität von der Geldmenge ... 20
1.5 Wesen und Elemente des Transformationsprozesses ... 23
1.5.1 Makroökonomische Stabilisierung ... 25
1.5.2 Mikroökonomische Reformen: Liberalisierung und
Privatisierung ... 26
1.5.3 Institutionelle Reformen ... 28
1.6 Die Rolle des Bankensektors im Transformationsprozess ... 28
1.6.1 Privates Eigentum ... 30
1.6.2 Wettbewerb ... 31
1.6.3 Stabilität des Geldes ... 32
2 Die Rolle des Bankensektors in volkswirtschaftlichen
Theorien ... 33
2.1 Tätigkeitsbereiche der Banken ... 33
2.2 Die Intermediationsfunktion ... 35
2.3 Das Bankenrisiko ... 39
2.4 Ursachen für Instabilitäten im Bankensektor ... 41
2.4.1 Asymmetrische Informationen und ihre Konsequenzen ... 42
2.4.1.1 Adverse Selektion ... 43
2.4.1.2 Die Principal-Agent-Theorie ... 43
2.4.1.3 Mitläufereffekt ... 44
2.4.2 Externalitäten ... 45
2.4.3 Natürliche Monopole ... 46

3 Die bisherigen empirischen Erkenntnisse über Krisen und
Restrukturierungen des Bankensektors ... 47
3.1 Die Unvermeidbarkeit von Bankenkrisen während des
Transformationsprozesses ... 47
3.2 Der Zusammenhang zwischen dem Ergebnis einer einzelnen
Bank und dem makroökonomischen Umfeld ... 49
3.3 Bisherige empirische Erkenntnisse über Krisen und
Restrukturierungen des Bankensektors ... 54
3.4 Notwendigkeit der frühzeitigen Behebung von Problemen im
Bankenbereich ... 59
3.4.1 Das Bankensystem als öffentliches Gut ... 59
3.4.2 Der Zusammenhang zwischen systemimmanenten
Bankenproblemen und Bankenkrisen ... 61
4 Analysemethoden der Stabilität des Bankensektors ... 47
4.1 Destabilisierende Faktoren und Analysemethoden ... 63
4.2 Economic or Incentive Structure Approach: Analyse der
Instabilitäten im Bankensystem, die sich aufgrund der
volkswirtschaftlichen Theorie ergeben ... 66
4.2.1 Institutionelle Ausgestaltung des Bankensektors ... 66
4.2.2 Konzentrationsgrad der Branche ... 68
4.2.3 Bankenbefugnis ... 69
4.2.4 Corporate Governance ... 70
4.2.5 Eigentumsverhältnisse und Verbindlichkeitsstruktur ... 71
4.2.6 Marktanreize zur Verhaltenskontrolle der Banken ... 72
4.2.7 Aufsichtsrechtliche Anreize zur Kontrolle des Bankverhaltens ... 73
4.2.8 Finanzmarktliberalisierung und Instabilität ... 74
4.2.9 Explizite und implizite Garantien ... 78
4.3 Begriffsbestimmung, Ziele und Restriktionen einer systema-
tischen Bankenrestrukturierung ... 79
4.4 Kernelemente der Restrukturierung ... 81
4.5 Ursachen und Auswirkungen des Portfolioproblems ... 83
4.5.1 Ursachen des Problems der schlechten Schulden ... 83
4.5.2 Der Anstieg der schlechten Schulden zu Reformbeginn ... 85

4.5.3 Zwischenbetriebliche Kredite und Steuerschulden als
zusätzliche Kreditkanäle ... 88
4.5.4 Auswirkungen der schlechten Schulden auf die Betriebe ... 89
4.5.5 Auswirkungen auf den Bankensektor ... 90
4.5.6 Makroökonomische Auswirkungen ... 90
4.6 Theoretische Lösungsansätze des Portfolioproblems ... 91
4.6.1 Interventionistische (aktive) Lösungsansätze ... 92
4.6.1.1 Währungsreform ... 92
4.6.1.2 Direkte Bereitstellung staatlicher Mittel ... 93
4.6.2 Marktwirtschaftliche (passive) Lösungsansätze ... 93
4.6.2.1 Auf der Passivseite der Bilanz ansetzende Lösungsansätze ... 93
4.6.2.1.1 Privatisierung ... 93
4.6.2.1.2 Gewinnthesaurierung ... 94
4.6.2.2 Auf der Aktivseite der Bilanz ansetzende Lösungsansätze ... 95
4.6.2.2.1 Umschuldung ... 95
4.6.2.2.2 Debt-Equity-Swap ... 96
4.6.2.2.3 Securisation und Kredit-Swaps ... 97
5 Qualitativ orientierte Analyse des tschechischen
Bankensektors ... 99
5.1 Die Privatisierung des Unternehmenssektors als Voraus-
setzung für ein marktwirtschaftliches Wirtschaftssystem ... 99
5.1.1 Die kleine Privatisierung ... 102
5.1.2 Die große Privatisierung ... 103
5.1.3 Privatisierungsfonds und Unternehmenskontrolle ... 104
5.2 Die Entwicklung des tschechischen Bankensystems ... 109
5.2.1 Das tschechische Bankensystem vor 1990 ... 109
5.2.2 Die Aufspaltung der Monobank und der Beginn der Vergabe
von Lizenzen ... 110
5.2.3 Das vererbte Portfolioproblem der neu gegründeten
Geschäftsbanken ... 111
5.3 Restrukturierungs- und Privatisierungsprogramme ... 113
5.3.1 Die Transformationsinstitutionen als Mittler zwischen
Bankensektor und Staat ... 113
5.3.2 Erstes Konsolidierungsprogramm von 1991 ... 120
5.3.3 Zweites Konsolidierungsprogramm und Stabilisierungs-
programm von 1996 ... 124

5.3.4 Das Revitalisierungsprogramm: Beseitigung zweifelhafter
Kredite im Unternehmenssektor ... 127
5.3.5 Zusammenfassung der angewandten Methoden zur Be-
seitigung des Portfolioproblems ... 129
5.3.6 Die Privatisierung der ehemaligen tschechischen
Staatsbanken ... 133
5.3.7 Der Fall IPB: Misslungene Privatisierung oder ein Fall
für die Gerichte? ... 139
5.4 Qualitative Analyse des tschechischen Bankensektors mittels
Economic and Incentive Structure Approach ... 142
5.4.1 Institutionelle Ausgestaltung des Bankensektors ... 144
5.4.2 Konzentrationsgrad der Branche ... 145
5.4.3 Bankenbefugnis ... 148
5.4.4 Corporate Governance ... 152
5.4.5 Aufsichtsrechtliche Anreize zur Kontrolle des Bankverhaltens ... 155
5.4.6 Eigentümerverhältnisse und Verbindlichkeitsstruktur ... 159
5.4.7 Marktanreiz zur Verhaltenskontrolle der Banken ... 160
5.4.8 Finanzmarktliberalisierung und Instabilität ... 164
5.4.9 Explizite und implizite Garantien ... 173
5.5 Zusammenfassung der qualitativen Analyse ... 175
6 Quantitativ orientierte Analyse des tschechischen
Bankensektors ... 178
6.1 Der Zusammenhang zwischen Zinssatz und Inflation in der
Tradition Irving Fishers ... 178
6.1.1 Die Zinstheorie in der Tradition Irving FISHERs ... 178
6.1.2 Das Fisher Theorem für die geschlossene Volkswirtschaft ... 181
6.1.3 Die Eignung des Fisher Theorems für empirische Unter-
suchungen und bisherige Studien ... 184
6.2 Das Konzept der Effizienz von Kapitalmärkten... 187
6.2.1 Historische Entwicklung der Theorie der Effizienz von
Kapitalmärkten ... 187
6.2.2 Die Informationseffizienz gemäß Eugen FAMA ... 190
6.2.3 Abgrenzung des Konzeptes von FAMA zu parallel
existierenden Begriffen der Informationseffizienz ... 192

6.2.4 Die Untersuchung FAMAs für den amerikanischen Markt ... 194
6.3 Exkurs: Das Fisher Theorem in einem Zwei-Länder-Modell ... 201
6.4 Die Informationseffizienz des tschechischen Interbankenmarktes ... 210
6.4.1 Die verwendete Datenbasis ... 211
6.4.2 Variante 1: Analyse mittels einfacher Regression ... 214
6.4.3 Variante 2: Analyse mittels Regression mit timelag
bezüglich des Zinses ... 217
6.4.4 Variante 3: Regression mit timelag bezüglich der Preis-
änderungsrate ... 219
6.4.5 Variante 4: Augmented Dickey-Fuller Unit Root Test ... 221
6.5 Zusammenfassung der quantitativ orientierten Analyse ... 229
7 Zusammenfassung und Schlussbetrachtung ... 232
8 Abkürzungsverzeichnis ... 239
9 Tabellenverzeichnis ... 240
10 Abblidungsverzeichnis ... 243
11 Literaturverzeichnis ... 246

10
1 CHARAKTERISTIKA DER TRANSFORMATIONSÖKONOMIEN
1.1 Einleitende Bemerkungen
Ein Jahrzehnt seit Beginn der politischen Umbrüche in den Mittel- und Osteuro-
päischen Ländern (MOEL) und der dadurch hervorgerufenen Umwandlung der
Planwirtschaft in marktwirtschaftliche Strukturen kann man noch immer von
einem präzedenzlosen, gesellschaftlich angelegten Experiment sprechen. Mitt-
lerweile sind es nicht mehr nur osteuropäische Staaten, die sich in einem
,,Transformationsprozess", d. h. im Übergang von einer nicht-marktwirtschaftlich
zu einer marktwirtschaftlichen geprägten Volkswirtschaft, befinden.
1
Zu Beginn der 90er Jahre mangelte es an konkreten empirischen Beispielen für
einen solchen Übergangsprozess. Ein solches Wissen um die logische und zeitli-
che Abfolge der einzelnen Maßnahmen wäre angesichts des enormen sozialen
Konfliktpotentials in diesem Zusammenhang für die politische Entscheidungsfin-
dung mehr als hilfreich gewesen. Bei unzähligen Fragestellungen kann man von
einer Laborsituation für die Sozial- und Wirtschaftswissenschaften sprechen.
Einzelne Themenbereiche wie z. B. die Wahl der Privatisierungsstrategie oder so
komplexe Fragestellungen wie der Aufbau eines kapitalistischen Systems in ei-
nem Land, welches kaum Kapital besitzt, geben in einigen Transformationslän-
dern nach einem Jahrzehnt vage Antworten, ob mit den gewählten Maßnahmen,
deren Abfolge und Koordination tatsächlich das gewünschte Ergebnis erreicht
wurde. Die vielfältigen Facetten und vernetzten Fragestellungen lassen eine ko-
härente theoretische Antwort nach wie vor unmöglich erscheinen. Der Versuch,
politische und wirtschaftliche Problemfelder des Systemwandels zu untersuchen,
einen Zielkorridor im Sinne ordnungs-theoretischer Grundprämissen der Trans-
formation zu definieren, die Vor- und Nachteile alternativer Strategien zu durch-
forschen, steht im Mittelpunkt einer Vielzahl von Partialanalysen und Fallstudien.
Im Laufe der 90er Jahre hat sich ein neuer interdisziplinärer Forschungszweig,
die Transformationsforschung, herausgebildet. Auch innerhalb der Volkswirt-
schaftslehre hat sich ein Zweig etabliert, der sich speziell mit der Ökonomie der
Transformation beschäftigt. Es existiert jedoch noch keine Zusammenfügung der
Transformationsproblematik in eine geschlossene Theorie ­ nicht zuletzt des-
1
Die konkrete normative Besetzung des Begriffes variiert mit der methodologischen Position
und den zu analysierenden Problemdimensionen. Genauere Erläuterungen zur Klärung des
Begriffes gibt Boxberger (1997), S 17

11
halb, da der Transformationsprozess in den ehemals planwirtschaftlichen Län-
dern noch nicht abgeschlossen ist.
2
Seit dem Bekenntnis der MOEL zu Marktwirtschaft und Demokratie wurde in
Gesamteuropa ein historischer Prozess in Gange gesetzt. Ein Kontinent, der
über Jahrzehnte politisch und wirtschaftlich getrennt war ­ Europa ­, wächst
wieder zusammen. Der wichtigste Beweggrund für den Systemwandel der
MOEL
3
war die Unzufriedenheit mit dem planwirtschaftlichen System. Größerer
Wohlstand und Zufriedenheit für die Bevölkerung soll am Ende des Prozesses
stehen. Die verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen sind einerseits gefor-
dert, ihren Beitrag zu leisten, andererseits von dieser ,,Laborsituation" zu lernen,
damit das Ziel ­ Wohlstand und Zufriedenheit ­ erreicht werden kann.
1.2 Problemstellung und methodische Vorgehensweise
Da sich das Bankensystem
4
als Teil des monetären Sektors in der Planwirt-
schaft in seinem Wesen und seiner Funktionsweise grundsätzlich von dem der
Marktwirtschaft unterscheidet, die Marktwirtschaft jedoch auf dem Fundament
der Tausch- und Geldwirtschaft beruht, wurde der Reform des Finanzsektors im
Zuge der Transformation der MOEL höchste Priorität eingeräumt. Der Banken-
sektor wird in Literatur und Praxis als essentieller Teil der ökonomischen Infra-
struktur angesehen.
Will man ein Urteil über die Entwicklung eines Wirtschaftssektors fällen, so ist es
notwendig, sich die Ausgangslage und das angestrebte Ziel zu vergegenwärti-
gen. Kennzeichnend für die Ausgangssituation der Transformationsländer ist,
dass die Verteilung von Ressourcen in den ehemaligen sozialistischen Planwirt-
schaften auf den Güter- und Arbeitsmärkten nicht durch Preisbildungsmechanis-
men bestimmt, sondern nach Maßgabe eines zentralen Planes festgelegt wurde.
Dementsprechend ging von den Banken keine aktive, sondern lediglich eine pas-
sive Funktion auf die Güterallokation aus. Banken waren wie untergeordnete
Behörden organisiert, und Bankkredite dienten nur der Alimentierung und Kon-
trolle des zentralen Plans. Man kann das, was man als Bankensystem in der
2
vgl. Kantardjieva (1999), S 9
3
Im Verlauf der Arbeit wird häufig auf die MOEL Bezug genommen, da der Reformprozess der
Transformationsländer außerhalb Europas später eingesetzt hat und in einem doch sehr ver-
schiedenen Umfeld vonstatten geht.
4
Die Begriffe Bankensystem und Bankensektor werden in der vorliegenden Arbeit als Syn-
onyme verwendet.

12
Planwirtschaft bezeichnet, auch als eine einzige große nationale Buchhaltung
verstehen. In Anlehnung an diese Funktion war der Bankensektor als Monoban-
kensystem einstufig organisiert. Die Entwicklung des Bankensektors stellt einen
maßgeblichen Engpassfaktor für den gesamten Reformprozess dar. Im Mono-
bankensystem waren Notenbank- und Geschäftsbankenfunktion integriert. Eine
von der Regierung unabhängige Notenbank, welche die finanzielle Stabilität, d. h.
die Wertstabilität des Geldes im Inland und die Stabilität des Außenwertes der
Währung, sicher stellt, existierte nicht. Die finanzielle Stabilität spielte gegenüber
den festgelegten Produktionsplänen eine sehr geringe Rolle. Da der Geschäfts-
bankensektor monetäre Impulse der Notenbank weiterleitet, ist der Grad der
Entwicklung des Bankensektors auch für die Geldwertstabilisierung von elemen-
tarer Bedeutung. Abbildung 1 veranschaulicht die wesentlichen Merkmale dieser
Ausgangslage sowie die wichtigsten Charakteristika des uns bekannten markt-
wirtschaftlichen Bankensystems, welches das Ziel der Transformation des plan-
wirtschaftlichen Bankensektors bildet.
Abbildung 1: Ausgangslage und Ziel der Transformation des Bankensektors
Planwirtschaft
Marktwirtschaft
Ausgangslage
· Monobank als
ausführendes Organ der
Zentralverwaltungswirt-
schaft ohne jegliche
Eigenständigkeit
· Monobank hat sowohl
Notenbank als auch
Geschäftsbankenfunktion
· Finanzielle Stabilität im
Land spielt gegenüber
festgelegten
Produktionsplänen eine
geringe Rolle
· Notenbank und
Geschäftsbanken sind
getrennt
· Wettbewerb zwischen
heimischen und
ausländischen Banken,
sowie mit anderen
Finanzdienstleistern
· Banken sind
Finanzintermediäre, die
Risiken bewältigen
· Banken sind das
Medium der Geldpolitik
Ziel
Quelle 1: Eigene Darstellung
Mit der vorliegenden Arbeit soll der Vielschichtigkeit der Problematik dadurch
Rechnung getragen werden, dass der Aufbau eines marktwirtschaftlichen Ban-
kensektors in Tschechien und dessen Beurteilung interdisziplinär und auf ver-

13
schiedenen Betrachtungsebenen erfolgt. Die wissenschaftlichen Disziplinen, die
in dieser Arbeit zur Anwendung kommen, sind die Volkswirtschaftslehre, die
Bankbetriebswirtschaftslehre und die Statistik. Methodisch werden zur Be-
trachtung des Untersuchungsobjektes, des tschechischen Bankensektors, zwei
verschiedene Zugänge gewählt. Es sind dies ein quantitativ orientierter (öko-
nometrischer) und ein qualitativ orientierter Zugang. Mit dieser Vorgehensweise
ist es möglich, nicht nur über den Untersuchungsgegenstand an sich eine Aus-
sage zu treffen, sondern auch über den Aussagegehalt der angewandten Me-
thoden. Dies liefert ebenso einen Beitrag zur Diskussion der Herangehensweise
an Problemstellungen zwischen quantitativ orientierten und qualitativ orientier-
ten Sozial- und WirtschaftswissenschaftlerInnen.
Die vorliegende Dissertation widmet sich den folgenden zentralen Zielsetzungen:
Tabelle 1:
Methodik und Forschungsfrage der Dissertation
Gewählte
Methodik:
Qualitativ:
verbal beschreibende
Betrachtungsweise
Quantitativ:
ökonometrische
Betrachtungsweise
Forschungsfrage
bezüglich des
Untersuchungs-
gegenstandes
Wie verlief die Entwicklung vom
planwirtschaftlichen Monobanken-
system zum marktwirtschaftlichen
Duobankensystem und wie ist
diese Entwicklung vor dem Hinter-
grund der Lösung des Problems
der schlechten Kredite, des Priva-
tisierungsprozesses und der
Schaffung einer geeigneten An-
reizstruktur zu beurteilen?
Ist es gelungen, in Tschechien
einen effizienten Finanzmarkt zu
schaffen?
Nähere Erläute-
rungen zur For-
schungsfrage
Im Laufe des Transformations-
prozesses sollte es gelungen
sein, Altlasten aus der Zeit der
Planwirtschaft im Kreditgeschäft
zu beseitigen. Wie ging dieser
Prozess der Beseitigung der
uneinbringlichen Kredite vonstat-
ten? Wer waren die beteiligten
Institutionen? Was waren die
Kosten? Wie verlief die Privatisie-
rung der ehemaligen Staatsban-
ken? Hat eine Pluralität der
Rechtsformen und der Zweckori-
entierung der tschechischen Ban-
ken noch Aktualität? Wie lässt
sich die Anreizstruktur des tsche-
chischen Bankensektors unter
Verwendung des Economic and
Incentive Structure Approach
beurteilen?
Effizienz wird als Informationseffi-
zienz im Sinne von Eugen FAMA
verstanden. Sie misst, wie gut der
Markt Informationen verarbeitet.
Es wird eine Inlandsmarktbe-
trachtung durchgeführt. Der tsche-
chische Interbankenmarkt ist ein
solcher Inlandsmarkt, der darüber
hinaus keine Bonitätsunterschiede
bezüglich der Teilnehmer macht.

14
Das Forschungsziel der Dissertation besteht neben der Beantwortung der For-
schungsfrage auch im Vergleich der gewählten Forschungsmethoden hinsicht-
lich ihrer Aussagekraft.
1.3 Aufbau der Arbeit
Kapitel 1 der vorliegenden Arbeit trägt einführenden Charakter. Die Darstellung
des Monobankensystems und der Kapitalallokation in der Planwirtschaft soll die
Ausgangssituation des Bankensektors und das Wesen des Geldes in den
Transformationsländern vor Beginn des Reformprozesses verdeutlichen. Das
Wesen und die Elemente des Transformationsprozesses und die Schwierigkeit
der zeitlichen und inhaltlichen Abstimmung der einzelnen Reformschritte wer-
den beschrieben. Schließlich soll als weiteres Erkenntnisziel die Notwendigkeit
eines funktionsfähigen und stabilen Bankensektors für das Gelingen des ge-
samten Reformprozesses aufgezeigt und die Rolle des Bankensektors im Zuge
dieser historischen Entwicklung herausgearbeitet werden.
Nachdem im Kapitel 1 die Rolle des Bankensektors in der Planwirtschaft ver-
deutlicht wurde, soll im Kapitel 2 die Rolle des Bankensektors in der Marktwirt-
schaft dargestellt werden. Eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des tsche-
chischen Bankensektors spielen das klare Verständnis der Tätigkeitsbereiche,
der Intermediationsfunktion der Banken und die von ihnen zu bewältigenden
Risiken. Diese Darstellung der Tätigkeiten und Funktionen des Bankensektors
sowie die von den Banken übernommenen Risiken sollen ein genaues Ver-
ständnis des Zielzustandes eines marktwirtschaftlichen Bankensystems ermög-
lichen. Dass der Bankensektor, wenn er ausschließlich dem Wettbewerb über-
lassen wird, zahlreiche Probleme für das Gesamtergebnis einer Volkswirtschaft
aufwirft, wird im letzten Punkt des Kapitels mit dem Versagen der Neoklassi-
schen Theorie und den Ursachen für die Instabilitäten im Bankensektor erklärt.
Die Erkenntnisse dieses Kapitels ermöglichen es, im weiteren Verlauf der Arbeit
Problemfelder des tschechischen Reformprozesses zu identifizieren und die
getroffenen Maßnahmen zu beurteilen.
Die Unvermeidbarkeit von Bankenkrisen während des Transformationsprozes-
ses steht am Beginn von Kapitel 3. Dieser Sachverhalt wird mit der Erklärung
des Zusammenhanges zwischen dem Ergebnis einer einzelnen Bank und dem
makroökonomischen Umfeld noch vertieft. Zur Lösung des Problems von Ban-

15
kenkrisen ist es schließlich sehr zielführend, auf bisherige empirische Erkennt-
nisse über Krisen und Restrukturierungen im Bankensektor zurückzugreifen.
Den Schwerpunkt dieses theoretischen Kapitels bildet die Notwendigkeit der
frühzeitigen Behebung von Problemen im Bankenbereich, welche mit dem Ar-
gument des öffentlichen Gutes und dem Zusammenhang zwischen system-
immanenten Bankenproblemen und Bankenkrisen begründet wird.
Kapitel 4 widmet sich den Analysemethoden der Stabilität des Bankensektors
und der Restrukturierung des Sektors. Ausgangspunkt für die verschiedenen
methodischen Ansätze sind die destabilisierenden Faktoren auf den verschiede-
nen Betrachtungsebenen. Da der Economic and Incentive Approach im empiri-
schen Teil der Arbeit herangezogen wird, ist diesem Ansatz auch im theoreti-
schen Teil eine ausführliche Darstellung gewidmet. Die vier weiteren Teile des
Kapitels befassen sich mit der Restrukturierung des Bankensektors unter beson-
derer Berücksichtigung des Portfolioproblems der Banken. Nach einer Beschrei-
bung der Ziele, Restriktionen und Kernelemente der Bankenrestrukturierung wer-
den die Ursachen und Auswirkungen des Portfolioproblems auf verschiedene
Wirtschaftsbereiche diskutiert. Um den tschechischen Lösungsweg zur Restruk-
turierung und Privatisierung der Banken zu verstehen, werden die alternativen
Lösungsmöglichkeiten zur Bereinigung der Bankenportfolios besprochen.
Im Anschluss an diese theoretischen Betrachtungen soll im Kapitel 5 die Re-
form des tschechischen Bankensektors erläutert werden. Die Wiederherstellung
von Privateigentum und somit die Privatisierung der Wirtschaft bilden die
Grundvoraussetzung für ein marktwirtschaftliches System. Auf Grund der her-
ausragenden Rolle, welche die Privatisierungsfonds in Tschechien spielten, ist
ihnen ein eigenes Unterkapitel gewidmet. Basierend auf der Ausgangslage ­
dem tschechischen Bankensystem vor 1990 ­ beginnt der Reformprozess mit
der Aufspaltung der Monobank und der anschließenden Vergabe von Bankli-
zenzen. Das Portfolioproblem der Banken stellt dabei von Beginn an eine
schwere Belastung für die neu gegründeten Geschäftsbanken dar. Vor dem
Hintergrund des planwirtschaftlichen Erbes wird die Problematik der Sanierung
und des Privatisierungsprozesses der ehemaligen Staatsbanken untersucht. Im
Mittelpunkt des Reformprozesses standen verschiedene Konsolidierungs-, Sta-
bilisierungs- und Revitalisierungsprogramme. Zum besseren Verständnis dieser
Programme werden in einem Unterpunkt einleitend die staatlichen Transforma-
tionsinstitutionen vorgestellt. Entsprechend den in Kapitel 4 herausgearbeiteten

16
Lösungsansätzen für das Portfolioproblem werden die in Tschechien im Laufe
der verschiedenen Programme zum Einsatz gekommenen Ansätze zusammen-
gefasst. Am Ende des Restrukturierungsprozesses der ehemaligen Staatsban-
ken steht die Privatisierung derselben. Dass dies nicht immer gänzlich gelingt,
zeigt der Fall der Investicni Banka (IPB). Schließlich soll der Economic and In-
centive Approach herangezogen werden, um ein gutes, qualitativ orientiertes
Gesamtbild des tschechischen Bankensektors zu geben.
Im abschließenden Kapitel 6 erfolgt eine prinzipielle Änderung der angewand-
ten Methodik. Kernstück dieses Kapitels ist die quantitative Analyse der Infor-
mationseffizienz des Interbankenmarktes. In einer ökonometrischen Untersu-
chung wird die Informationseffizienz des Interbankenzinssatzes (PRIBOR) an-
hand des Zusammenhanges zwischen Inflation und Zinssatz überprüft. Die bei-
den im Modell enthaltenen Konzepte, das Fisher Theorem und das Konzept der
Effizienz von Kapitalmärkten, stehen am Beginn des Kapitels. In der empiri-
schen Untersuchung werden vier verschiedene Modellvarianten gerechnet.
Dies erlaubt einen Vergleich, ob die gewählte Rechenmethode (Regressions-
analyse oder Cointegration) Einfluss auf das Vorliegen von Informationseffi-
zienz auf den betrachteten Markt nimmt. Weiters unterscheiden sich die Re-
chenmodelle darin, ob eine Zeitverzögerung im Modell eingebaut ist oder nicht.
Damit kann untersucht werden, ob der Interbankenmarkt zeitverzögert auf für
die Höhe der Zinssätze relevante Informationen reagiert. Als Zinssatz wird der
1-, 3- und 6-Monats-PRIBOR verwendet. Auf diese Weise kann getestet wer-
den, ob das Modell eher für den kurzfristigen oder langfristigen Zinsbereich
zutrifft. Abschließend werden die Ergebnisse inhaltlich interpretiert und es wird
eine Aussage über die Eignung der in dieser Arbeit angewandten wissenschaft-
lichen Methoden getroffen.
1.4 Monobankensystem und Kapitalallokation in der
Planwirtschaft
1.4.1 Der zentrale Plan als Lenkungsinstrument
Charakteristisch für die Zentralplanwirtschaft als Idealtyp eines Wirtschaftssys-
tems sind die zentrale Koordination des Wirtschaftsprozesses und das staatliche
Eigentum an den Produktionsmitteln. Umfang und Struktur der Produktion sowie
Faktorangebot und Konsum werden dabei zentral von einer Planungsbehörde

17
festgelegt. Die geplante Produktionsmenge an Konsum- und Investitionsgütern
ist Ausgangspunkt für die Ermittlung der erforderlichen Mengen an Roh-, Hilfs-
und Betriebsstoffen, Vorleistungen und Arbeitskräften über sämtliche Produkti-
onsstufen hinweg. Die Leistungsverflechtung zwischen den Unternehmen inner-
halb einer Volkswirtschaft lässt sich als lineares Gleichungssystem (Input-Out-
put-Tabelle) darstellen. Theoretisch können im Rahmen einer Input-Output-
Analyse, bei Kenntnis sämtlicher Produktionskoeffizienten, die für eine be-
stimmte Produktionsmenge erforderlichen Faktoreinsatzmengen über die Lö-
sung des linearen Gleichungssystems ermittelt werden. In der Zentralplanwirt-
schaft sind Produktionsstruktur, Faktorallokation und Einkommensverteilung
durch den zentralen Plan determiniert.
5
Da in der Praxis die Planungsbehörde
jedoch nicht über vollständige Informationen verfügen kann und die Motivations-
und Anreizstrukturen in diesem System äußerst unzureichend sind, ist die Zent-
ralplanwirtschaft von Effizienzmängeln geprägt. Voraussetzung für eine effi-
ziente zentrale Planung der Wirtschaftsprozesse wäre es, dass der Planungsbe-
hörde sämtliche Produktionsmöglichkeiten (Faktorallokation) sowie die Präfe-
renzen der Wirtschaftssubjekte (Produktionsstruktur) bekannt wären.
6
Die folgende Abbildung 2 zeigt beispielhaft die typische Verwebung von politi-
schem und wirtschaftlichem System in der Planwirtschaft. Die große Anzahl der
beteiligten Instanzen macht klar, dass es sich bei der Planung um einen sehr
bürokratischen Prozess handelt.
7
5
vgl. Thieme (1980), S 28 f
6
vgl. Cezanne (1993), S 38
7
Ausführliche Darstellungen zum Planungsprozess in: Thieme (1996), S 29 ff

18
Abbildung 2: Hierarchien im Planungsprozess
Politbüro
Zentral-
komitee
Staatliche
Planungskommission
Ministerrat
Volks-
kammer
Staatsrat
M1
M2
M3
Ministerien
K2
K3
BVO2
BVO1
K1
Kombinate
Bezirks-
verwaltungs
-
organe
B2
B3
B4
B5
B6
B7
B8
Betriebe
B1
Quelle 2: JÖRG (1999), S 9
Abbildung 2 zeigt, dass die obersten Planungsentscheidungen vom Politbüro
des Zentralkomitees getroffen werden. Die Grundsatzentscheidungen des Po-
litbüros werden durch einen top-down-Ansatz über die verschiedenen Hierar-
chiestufen konkretisiert. Die staatliche Planungskommission, die dem Minister-
rat zugeordnet ist, leitet als oberste wirtschaftliche Planungsinstanz die Ausar-
beitung der Einzelpläne. Der Planungskommission sind die Wirtschaftsministe-
rien unterstellt, diesen wiederum unterstehen die Kombinate bzw. Bezirksver-
waltungsorgane. Auf unterster Ebene des Planungsprozesses befinden sich die
Betriebe. Diese erarbeiten auf der Grundlage der von ihren Vorinstanzen vor-
gegebenen Plankennziffern die detaillierten Pläne. In einem bottom-up-Ansatz
erfolgt über die genannten Stufen hinauf eine Aggregation und eventuelle Revi-
sion der Pläne.

19
1.4.2 Das Monobankensystem als ausführendes Organ der
Planungsbehörde
Die Existenz von Geld und kreditgewährenden Banken ist integraler Bestandteil
der Planwirtschaft. Die Banken haben in diesem System jedoch keine aktive
Funktion bei der Kapitalvermittlung. Sie erfüllen lediglich eine passive Funktion
im Sinne der Unterstützung, Sicherung und Kontrolle des zentralen Planes. Die
zentralen Mengenpläne und das administrative Preissystem bilden die Grund-
lage für den geldwirtschaftlichen Plan.
8
Die Banken haben die natural geplanten
Mengenpläne monetär zu alimentieren und über die Zahlungsströme der Be-
triebe die Planerfüllung zu überwachen. Eine effektive, plankonsistente Ver-
wendung der finanziellen Mittel durch die Betriebe wird darüber hinaus mittels
Zinsen und Tilgungspläne gewährleistet. Im Auftrag des Staates werden sämtli-
che Banktransaktionen von einer Staatsbank wahrgenommen. Im Unterschied
zu marktwirtschaftlichen Banksystemen werden die Notenbankfunktion und das
Kreditgeschäft gegenüber dem Nicht-Bankensektor alleine durch die Staats-
bank ausgeübt. Man bezeichnet deshalb die in Osteuropa ehemals vorherr-
schenden Bankensysteme als Monobankensysteme.
Um die plankonsistente Verwendung der finanziellen Mittel zu gewährleisten,
existieren, wie aus Abbildung 3 ersichtlich, zwei weitgehend getrennte Geld-
kreisläufe.
Abbildung 3: Die getrennten Geldkreisläufe im Monobankensystem
Buchgeldkreislauf
Zahlung der Güter und
Dienstleistungen,
Steuern
Bargeldkreislauf
Bargeld
Ein-
lagen
Gehalts-
fonds
Kredite
Einlagen
Einlagen
Monobankensystem
(einschließlich der
Spezialbanken)
Einzelhandel
Staatliche Unternehmen
Staatliche Unternehmen
Haushalte
Staatssparkassen
Kredite
Quelle 3: KANTARDJIEVA
(1999), S 77
8
vgl. Hartwig (1991), S 597

20
Über den Buchgeldkreislauf werden die Zahlungen zwischen den staatlichen
Betrieben abgewickelt. Die Banken kontrollieren gewissermaßen als Erfül-
lungsgehilfen der zentralen Planung, ob die Zahlungsströme den zu erfüllen-
den Mengenplänen entsprechen. Im zweiten Kreislauf, dem Bargeldkreislauf,
werden die Einkommenszahlungen an die privaten Haushalte und deren Kon-
sumausgaben und Ersparnisbildung vermittelt.
9
Obwohl die Funktion eines plangesteuerten Bankensystems jenen in einer
Marktwirtschaft ähnlich erscheinen ­ ausreichende Geldversorgung, Vermitt-
lung zwischen Kreditangebot und -nachfrage, Kontrolle des Wirtschaftsgeba-
rens und Überbrückung von Einnahme- und Ausgabesalden ­, besteht der fun-
damentale Systemunterschied darin, dass die Banken im Monobankensystem
über keine eigenen Entscheidungsfreiheiten und -kompetenzen verfügen.
10
Sie
sind lediglich Erfüllungsgehilfen des staatlichen Planungssystems. Der Mecha-
nismus der Planwirtschaft ersetzt komplett die Allokationsfunktion des Marktes
durch die Entscheidungskompetenz der zentralen Planungsbehörde. Die Ent-
scheidungsverantwortung über die Steuerung und Lenkung von Kapitalmitteln
konzentriert sich in den Händen des Staates, indem er einerseits als Nachfrager
von Kapital für die Finanzierung der Budgetausgaben auftritt und andererseits
die Betriebe durch Kredite mit Liquidität versorgt. Auch die Bestimmung der
Investitionsprioritäten und die Erreichung langfristiger Wachstumsziele sind
Gegenstand der staatlichen Wirtschaftspolitik. Die Rolle der Banken beschränkt
sich lediglich darauf, das zentrale Planungsamt zu unterstützen und die von
diesen bereits getroffenen Entscheidungen finanztechnisch abzuwickeln und zu
überwachen.
11
1.4.3 Die Unabhängigkeit der Geldwertstabilität von der Geldmenge
Da die Preise von der Planungsbehörde festgesetzt werden, ist eine Mitwirkung
der Banken an der Steuerung der Geldmenge (Geldpolitik) überflüssig, da die
Geldwertstabilität unabhängig von der Geldmenge ist. Eine Refinanzierung der
Geschäftsbanken bei der Notenbank in Form von Diskont-, Lombard- oder Of-
fenmarktpolitik gibt es nicht. Diese Instrumente werden vollständig durch die
Allokation des zentralen Planes ersetzt. Politische Kalküle des staatlichen Ver-
9
vgl. Keilinghaus (1997), S 18
10
vgl. Schröder/Pieper (1996), S 14 f
11
vgl. Kantardjieva (1999), S 74

21
waltungsapparates ersetzen die marktwirtschaftlichen, geldpolitischen Kon-
junktursteuerungsmechansimen zur Gänze. Der Zinssatz hat weder eine allo-
kative noch eine preisbildende Funktion, ebenso gibt es keine Mindestreserve-
vorschriften für Banken.
Im Unternehmenssektor herrschen weder das Kalkül der Gewinnmaximierung
noch das der Kostenminimierung vor, da sie für das Überleben der Betriebe
nicht entscheidend sind. Die Betriebe sind auf die Produktionstätigkeit be-
schränkt. Die Zusammensetzung von Eigen- und Fremdkapital der einzelnen
Unternehmen kann nicht von diesen autonom bestimmt werden. Die Finanzie-
rung von Umlauf- und Anlagevermögen ist staatlich determiniert. Mittels Kredit-
anträge der Betriebe wird das faktische Volumen der planmäßigen Kredite be-
stimmt. Diese Anträge haben in den Planvorgaben für Produktion und Investi-
tion ihre wirtschaftliche Grundlage.
12
Der überwiegende Teil dieser Kredite hat
eine kurzfristige Laufzeit.
13
Die Realität wich letztendlich doch recht häufig von
diesen rigiden, vertikalen Finanzierungsregeln ab. Um das oberste Ziel, die
güterwirtschaftliche Planerfüllung, dennoch zu erreichen, wurden sogenannte
,,außerplanmäßige Kredite" zugewiesen. Fremdkapital ist somit im Gegensatz
zu marktwirtschaftlichen Systemen keine echte Engpassressource für die Be-
triebe.
14
Solche Kredite an Unternehmen haben den Charakter von ,,Quasi-Sub-
ventionen". Es besteht deshalb auch kein Zusammenhang zwischen der Ver-
schuldung von Unternehmen und Banken mit ihrer Rentabilität. Die gleiche Wir-
kung hat die Konkursunfähigkeit planwirtschaftlicher Unternehmen. Sie führt
ebenfalls zu einer quasi unbeschränkten Versorgung der Betriebe mit Fremd-
kapital. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von ,,soft budget con-
straints".
15
HABUDA/JENNWEIN
16
charakterisieren das betriebliche Verhalten
bei weichen und harten Budgetrestriktionen wie folgt:
12
vgl. Hartwig (1987), S 77 f
13
vgl. Nuti (1992), S 48
14
vgl. Jörg (1999), S 10
15
vgl. Kornai (1980), S 306 ff
16
vgl. Habuda/Jennwein (1996), S 132

22
Tabelle 2:
Betriebliches Verhalten bei weichen und harten
Budgetrestriktionen
Betriebliches
Verhalten
Weiche Budgetrestriktionen
Harte Budgetrestriktionen
Überleben
Kostendeckung ist keine Existenz-
voraussetzung. Verluste werden
z. B. durch Subventionen, Steuer-
begünstigungen und Kredite auf-
gefangen.
Die Existenz ist von Gewinn und
Verlust abhängig. Als vorüberge-
hende Lösung können die Geld-
reserven in Anspruch genommen
werden.
Wachstum
Das Wachstum wird nicht durch
Eigenfinanzierung gefördert, son-
dern durch Subventionen und Kre-
dite vom Staat.
Das Wachstum ist nur von der fi-
nanziellen Lage des Unternehmens
abhängig.
Anpassung an
Preise
Die Preise werden von den Unter-
nehmen mitbestimmt. Eine An-
passung an Preise ist nicht not-
wendig, da Überleben und Wachs-
tum davon nicht betroffen sind.
Das unternehmerische Risiko wird
alleine getragen.
Unsicherheit
Die Unsicherheit auf dem Markt
wird auf den Staat abgewälzt.
Das unternehmerische Risiko wird
alleine getragen.
Nachfrage
Die Input-Nachfrage der Unterneh-
men ist theoretisch unbegrenzt.
Die Input-Nachfrage ist begrenzt.
Quelle 4: HABUDA/JENNWEIN (1996), S 132
Diese weichen Budgetrestriktionen der Planwirtschaft sind hingegen in anderer
Hinsicht eingeschränkt. So sind Kreditbeziehungen zwischen Unternehmen
und privaten Haushalten sowie Kredite zwischen Unternehmen als Teil einer
bankunabhängigen Fremdfinanzierung nicht zulässig.
17
Bei den Kreditanträgen
spielen Bonitätskriterien für die Kapitallenkung des Kreditsektors keine Rolle.
Die Höhe des Kreditzinses orientiert sich nicht am finanziellen Zustand des
Kreditnehmers. Zuschläge bei den Kreditzinsen stellen Strafzinsen für man-
gelnde Plankonformität dar und keine Risikozuschläge.
18
Die Höhe des Zins-
satzes ist Ausdruck der staatlichen Planung und nicht des Wettbewerbes. Ein
Wettbewerb zwischen den Kreditinstituten besteht definitionsgemäß in einem
Monobankensystem, in welchem die Notenbank und die ,,Geschäftsbanken"
quasi eine Einheit bilden, nicht.
17
vgl. Hartwig (1992), S 598 und Kazimin (1991), S 776
18
vgl. Saunders (1992), S 102

23
1.5 Wesen und Elemente des Transformationsprozesses
Die unterschiedlichen Ausgangssituationen in den verschiedenen Ländern Ost-
europas bedingen bis zu einem gewissen Grad unterschiedliche Transformati-
onsstrategien.
19
Trotz der Unterschiede zwischen den reformwilligen Ländern
sind die Problemfelder, mit denen diese Volkswirtschaften zu kämpfen haben,
annähernd gleich.
20
Am Beginn der Systemtransformation waren alle mittel- und
osteuropäischen Länder mit einer Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Ent-
wicklung und dem Sinken des Lebensstandards der Bevölkerung konfrontiert.
Die Ursachen für die am Beginn des Prozesses aufgetretenen Verschlechte-
rungen lassen sich auf drei Gründe zurückführen:
21
,,Altlasten" der zentralen
Planwirtschaft, neue Problembereiche, die durch inkonsistente Teilreformen
entstanden sind, externe Schocks.
Zum ersten Punkt, den sogenannten ,,vererbten Altlasten", gehören:
22
die Orientierung des Handels auf die nicht kompetitiven Märkte des RGW-
Raumes;
eine hohe Auslandsverschuldung, die in einigen Ländern vom kommunisti-
schen Regime in Kauf genommen wurde, um die sich verschlechternde wirt-
schaftliche Lage zu stabilisieren;
die Schwerindustrie, die den dominierenden Sektor darstellte: Energie- und
Materialintensität waren überdurchschnittlich hoch, Güter- und Faktorpreise
waren verzerrt und Fachkenntnisse nicht an die Bedürfnisse einer modernen,
wettbewerbsfähigen Wirtschaft angepasst;
uneinbringliche Kredite in den Portefeuilles der Banken: sie verringerten die
Fähigkeit, andere vielversprechendere Wirtschaftsbereiche zu unterstützen,
die Infrastruktur, die im materiellen Bereich vernachlässigt wurde;
die Umweltverschmutzung, die in diesen Regionen bei weitem stärker ausge-
prägt war und ist als in Westeuropa.
Der Übergang zur Marktwirtschaft erfordert Änderungen auf der politischen
Ebene, die Privatinitiative und individuelle Vielfältigkeit zulassen und fördern
und zu einer sozialen und politischen Konsensfähigkeit führen. Darüber hinaus
bedarf es einer grundlegenden Änderung der Rolle und Organisation der Re-
19
vgl. Trillenberg (1992), S 61 ff
20
vgl. Zecchini (1991), S 28
21
vgl. Grand (1995), S 6 f
22
vgl. ebenda, S 6 f

24
gierung genauso wie der Wirtschaftsstruktur. Die erforderlichen Maßnahmen
lassen sich zumeist in drei Gruppen gliedern. Es sind dies:
Stabilisierung auf der makroökonomischen Ebene,
Liberalisierung bzw. Reformen auf mikroökonomischer Ebene und
Reformen der institutionellen Rahmenbedingungen.
Erwähnt sei hier auch die Bekämpfung von Korruption und Betrug, welche in
der praktischen Umsetzung des Reformprozesses in zahlreichen Transformati-
onsländern eine wesentliche Rolle spielt.
Abbildung 4 veranschaulicht die drei Gruppen:
23
Abbildung 4: Makroökonomische Stabilisierung, mikroökonomische Reformen
und institutionelle Rahmenbedingungen
Quelle 5: In Anlehnung an: GRAND (1995), S 5
In der wirtschaftspolitischen Diskussion herrscht Uneinigkeit darüber, in welcher
Reihenfolge und Zeitspanne einzelne Transformationsschritte zur Anwendung
kommen sollen. So beschritten bzw. beschreiten auch die einzelnen Länder
23
vgl. ebenda, S 8
M a k r o ö k o n o m is c h e
S ta b ilis ie r u n g
M o n e tä r e
S ta b ilis ie r u n g
S o z ia ls y s te m
A r b e its m a r k t
M ik r o ö k o n o m is c h e
R e f o r m e n
R e d u z ie r u n g d e s
S ta a ts e in f lu s s e s
P r e is f r e ig a b e u n d
f r e ie r H a n d e l
P r iv a tis ie r u n g
In s titu tio n e lle
R a h m e n b e d in g u n g e n
R e f o r m d e s
R e c h ts s y s te m s
E n tw ic k lu n g d e s
S t e u e r s y s te m s
B a n k e n s y s t e m

25
Osteuropas unterschiedliche Wege. Hierbei ist eine bestmögliche Koordinierung
der Teilreformen aufgrund der Interdependenz der verschiedenen Bereiche
vermutlich genauso wichtig wie die Qualität der Einzelmaßnahmen.
1.5.1 Makroökonomische Stabilisierung
Der erste Hauptbereich des ökonomischen Transformationsprozesses betrifft die
makroökonomische Stabilisierung. Da der monetäre Bereich der osteuropäi-
schen Länder auf den Geldtheorien von MARX, ENGELS und deren Nachfol-
gern aufbaute, hatte Geld eine vollkommen andere Funktion als in den markt-
wirtschaftlich-orientierten Ländern. Geld war in der kommunistischen Wirtschaft
weder Tauschmedium noch Recheneinheit noch Wertaufbewahrungsmittel. Ein
vollständiger Plan, der die Produktion und Distribution sämtlicher Güter um-
fasste, erfüllte die Funktion der Allokation der Ressourcen. Geld hatte nicht die
uns vertraute Allokationsfunktion. Die Allokation der Ressourcen erfolgte über
die Pläne der Behörden. Deshalb stand man am Beginn des Transformations-
prozesses in den Ländern Osteuropas vor dem Problem eines ,,Geldüberhan-
ges" ­ dies bedeutet, dass eine große Geldmenge einem unzureichenden Gü-
terangebot gegenüberstand. Auch wenn die Bürger ausreichend Geld zur Verfü-
gung hatten, war noch nicht gewährleistet, dass sie dafür auch die von ihnen
gewünschten Güter und Dienstleistungen erwerben konnten. WEIZÄCKER
24
meint deshalb, dass ein wichtiges Ziel der Transformation in der Monetarisierung
der Wirtschaft besteht. Geld wird für die Wirtschaftsakteure ein interessantes
Asset, wenn sein Besitz die uneingeschränkte Möglichkeit zum Gütererwerb
bedeutet und sich damit im Gelde sämtliche Güterknappheit quasi bündelt. Erst
dann kann Geld seine effizienzsteigernde Wirkung durch Förderung der Ar-
beitsteilung entfalten. Je besser es gelingt, den Wert des Geldes stabil zu hal-
ten, desto attraktiver wird sein Besitz. Die Geldwertstabilität wird auch als eine
wichtige Voraussetzung für die Etablierung von Finanzmärkten gesehen. Die
Anleger sind nur im Vertrauen auf einigermaßen verlässliche Realzinsen bereit,
ihr Geld in Finanzaktiva anzulegen. Empirische Untersuchungen belegen die
Bedeutung positiver Realzinssätze für die Entwicklung des finanziellen Sek-
tors.
25
Diese Untersuchungen gehen davon aus, dass das Wachstum monetärer
Aggregate positiv mit dem Sozialprodukt korreliert. Dieser Zusammenhang wird
damit begründet, dass die Unternehmen für ihre Investitionsvorhaben nicht mehr
24
vgl. Weizäcker (1995), S 17
25
vgl. Pieper (1995), S 51

26
auf ihre selbst erwirtschafteten Gewinne oder auf private Geldgeber angewiesen
sind, sondern über Banken bzw. Kapitalmärkte die benötigte Liquidität billiger
erhalten, da diese Risiken streuen und Investitionsvorhaben aufgrund ihrer Spe-
zialisierungsvorteile zu geringeren Transaktionskosten beurteilen können.
Die monetäre Stabilisierung umfasst die Inflationsbekämpfung, die Reduzierung
von Budgetdefiziten und eine Währungsreform. Sie gilt als Vorbedingung für die
Einführung des Preismechanismus als effizientes Allokationsinstrument. Ein in-
stabiles makroökonomisches Umfeld verzerrt nicht nur Preissignale, welche die
Grundlage einer freien Marktwirtschaft bilden, sondern kann auch zu wiederkeh-
renden Wirtschaftskrisen führen, die für den gesamten Reformprozess schädlich
wären. Es bedarf einer Koordinierung der Geldpolitik mit der Arbeitsmarkt- und
Lohnpolitik sowie der Freigabe von bisher staatlichen Preisregelungen. Dies des-
halb, da sich Lohnsteigerungen in den Absatzpreisen für Güter und Dienstleis-
tungen fortpflanzen. Sind Absatzpreise fixiert und die Unternehmen können die
gestiegenen Lohnkosten nicht weitergeben, so häufen sich Konkurse. Anderer-
seits bedeuten durch Preisfreigaben ausgelöste Preissteigerungen in Verbindung
mit fixierten Löhnen, dass die Einkommen der Arbeitnehmer an Kaufkraft verlie-
ren. Da es, wie bereits erwähnt, in der Geschichte keine Erfahrungswerte für die
Abfolge der Reformschritte gibt, sind soziale Missstände, insbesondere Arbeits-
losigkeit und Armut, so gut wie vorprogrammiert. Reformen, die so tiefgreifend
sind und deren zeitliche Wirkung so schwierig vorherzusagen ist, müssen, damit
sie den Wohlstand der Bevölkerung tatsächlich anheben, von einem adäquaten
Sozialsystem begleitet werden.
1.5.2 Mikroökonomische Reformen: Liberalisierung
und Privatisierung
Auf mikroökonomischer Ebene ist ein größeres Ausmaß an Liberalisierung und
Privatisierung erforderlich. Marktwirtschaftliche Strukturen setzen eine binnen-
wirtschaftliche Deregulierung und eine außenwirtschaftliche Öffnung sowie den
Abbau tarifärer und nichttarifärer Handelshemmnisse voraus. Durch die Preis-
freigabe und die Rücknahme des staatlichen Einflusses in Form der Überfüh-
rung der Staatsbetriebe an private Eigentümer soll, wie bereits erwähnt, eine
effiziente Ressourcenallokation gewährleistet werden. Die Frage der Privatisie-
rung der Staatsbetriebe wird in der Literatur häufig unter dem Konzept der Cor-
porate Governance (CG) bzw. Corporate Control (CC) diskutiert. Im engeren

27
Sinne beziehen sich diese Begriffe auf die Kontrolle des Managements von
großen Aktiengesellschaften durch die Aktionäre bzw. Aufsichtsräte. Die weiter
gefasste Definition berücksichtigt ebenso die Einfluss- und Kontrollstrukturen
kleinerer und geschlossener Unternehmen und bezieht auch eine größere Viel-
falt an Interessensgruppen neben den Aktionären mit ein.
26
Abbildung 5 ver-
deutlicht die Akteure im Umfeld eines Unternehmens.
Abbildung 5: Das Unternehmen und sein Umfeld
KAPITALMARKT:
Aktionäre, Gläubiger
UNTERNEHMEN:
Management
Mitarbeiter
ABSATZMARKT:
Kunden
GESELLSCHAFT:
Öffentlichkeit, Staat
ARBEITSMARKT:
Arbeitgeberverbände,
Gewerkschaften
ZULIEFERER
Quelle 6: Eigene Darstellung
In der Planwirtschaft war die Kontrolle und Führung der Unternehmen zentral
geplant und gelenkt. Die Herausforderung im Transformationsprozess ist nun
darin zu sehen, Anreizstrukturen und Institutionen zu schaffen, die in der Lage
sind, die Restrukturierung der Industrie zu fördern und den Übergang von in
Kapitel 1.4.3 besprochenen weichen zu harten Budgetrestriktionen zu bewerk-
stelligen. 1999 veröffentlichte die OECD in Zusammenarbeit mit nationalen Re-
gierungen, internationalen Organisationen wie dem IWF und der Weltbank und
Vertretern aus der Wirtschaft Standards und Leitlinien für Corporate Governance
(CG), die als ein wichtiges Element angesehen wird, um die ökonomische Effi-
zienz zu steigern. Die Unternehmenskontrolle ist hierbei im Lichte der vielfältigen
Beziehungen zwischen dem Management, dem Aufsichtsrat, seinen Sharehol-
dern (Aktionären) und anderen Stakeholdern (neben den Arbeitnehmern werden
26
vgl. Früh (1999), S 12

28
unter diesem Begriff sämtliche Interessen wie Beiträge zum Umweltschutz, So-
zialstaat etc. subsumiert) zu sehen.
27
Adäquate Anreizstrukturen und Institutio-
nen sollten einen bestmöglichen Interessensausgleich zwischen Management,
Aktionären, Arbeitnehmern und allen Interessen der nicht direkt an der Gesell-
schaft Beteiligten ermöglichen.
1.5.3 Institutionelle
Reformen
Zu den institutionellen Reformen zählt ­ neben der Errichtung eines Rechts-
staates westlicher Ordnung und eines Steuersystems ­ auch der Aufbau eines
funktionsfähigen Bankensystems. Im Zuge der Errichtung eines Rechtsstaates
westlicher Ordnung spielt die Übernahme des gemeinsamen Rechtsbestandes
der Europäischen Union (des sogenannten Acquis communautaire) eine große
Rolle, da der gewünschte Beitritt zur Gemeinschaft an die Übernahme dieses
sogenannten Acquis communautaire geknüpft ist. Ein funktionsfähiger Rechts-
staat erfordert neben dem Vorhandensein von Gesetzen auch Organe, die die-
se exekutieren. Insbesondere Gerichte und ein Verwaltungsapparat müssen
etabliert und das juristische Personal muss entsprechend geschult werden. Da
dem Staat im Transformationsprozess durch die Privatisierung der Staatsbe-
triebe seine Einnahmen verloren gehen, bedarf es des Aufbaues eines Fiskal-
systems westlicher Prägung. Die Besteuerung der Privaten und der Unterneh-
men ist notwendig, um die Einnahmen des Staates zu gewährleisten, damit
dieser seinen Aufgaben nachkommen kann.
Dem Aufbau eines funktionsfähigen Bankensektors als ein Grundelement der
institutionellen Voraussetzungen für eine marktwirtschaftliche Wirtschaftsord-
nung wird in sämtlichen Transformationsländern höchste Priorität eingeräumt.
Im nächsten Kapitel sollen die Rolle und der Beitrag dieses Sektors für das Ge-
samtsystem näher beleuchtet werden.
1.6 Die Rolle des Bankensektors im Transformationsprozess
SCHRÖDER und PIEPER
28
sehen die herausragende Rolle des Bankensektors in
der Beschleunigung des Reformprozesses,
der Veränderung der Produktionsstrukturen,
27
vgl. IWF (1999), S 11
28
vgl. Schröder/Pieper (1996), S 9

29
der Finanzierung ,,moderaten" Wachstums,
der Umsetzung einer neuen Finanzdisziplin auf Unternehmensebene.
KEILINGHAUS
29
geht in seiner Arbeit über die Rolle des Bankensystems von
den Vorstellungen der Ordnungstheorie aus. Die von EUCKEN
30
und der neoli-
beralen FREIBURGER SCHULE festgelegten sieben systemkonstituierenden
Merkmale einer Marktwirtschaft sind hierbei das Ziel des Transformations-
prozesses. Nach den Vorstellungen der Ordnungstheorie bilden die in der fol-
genden Graphik abgebildeten Grundelemente (Teilordnungen bzw. systemkon-
stituierende Merkmale) den Kern eines marktwirtschaftlichen Wirtschaftssys-
tems.
Die ordnungstheoretische Hypothese geht hierbei davon aus, dass die Teilord-
nungen untereinander kompatibel sein müssen, da zwischen ihnen interde-
pendente Beziehungen bestehen. Der Transformationsprozess gestaltet sich
aus diesem Grund als komplexer Rückkoppelungsprozess, der auch das politi-
sche Reagieren auf eigendynamische Prozesse im Zuge einzelner Reformen
umschließt.
Abbildung 6: Grundelemente eines marktwirtschaftlichen Wirtschaftssystems
Quelle 7: In Anlehnung an: KEILINGHAUS (1998), S 21
29
vgl. Keilinghaus (1998), S 21
30
vgl. Eucken (1940) und (1952)
Elemente einer
Wettbewerbsordnung
Vertrags-
Freiheit
Konkurrenz
Konstanz d.
Wipol.
Flexible
Preise
Haftungs-
verpflichtung
Stabiles
Geld
Privates
Eigentum

30
KEILINGHAUS verdichtet die von EUCKEN genannten systemkonstituierenden
Elemente einer marktwirtschaftlichen Wirtschaftsordnung auf drei Basisinstitu-
tionen, die beim Übergang zur Marktwirtschaft geschaffen werden müssen:
31
Privates Eigentum,
Wettbewerb und
stabiles Geld.
Die Bedeutung des Bankensystems im Transformationsprozess erklärt er im
Beitrag, den der Bankensektor zur Schaffung dieser drei Basiselemente lie-
fert.
32
Diese drei Basiselemente werden im Folgenden näher diskutiert.
1.6.1 Privates Eigentum
Bei der Schaffung privaten Eigentums gibt es grundsätzlich zwei Wege. Die ,,Pri-
vatisierung von unten" meint das Wachstum bestehender und die Gründung
neuer privater Unternehmen. Die ,,Privatisierung im engeren Sinne" bezieht sich
auf die Überführung ehemals staatlicher Betriebe in privates Eigentum. Das
Wachstum bestehender und die Gründung neuer privater Unternehmen ist mit
einem Kapitalbedarf verbunden, der zumeist das Selbstfinanzierungspotential
der Betriebe übersteigt. Bankkredite eröffnen für Unternehmen zumeist den ein-
zigen Zugang zu externen Finanzierungsquellen. Banken sollten darüber hinaus
das Unternehmensmanagement bei der Investitions- und finanzwirtschaftlichen
Planung unterstützen. Da in den Transformationsökonomien die inländischen
Kapitalmärkte nur rudimentär entwickelt sind, spielen die Banken zumindest
mittelfristig bei der Privatisierung ,,im engeren Sinne" eine entscheidende Rolle.
Werden die staatlichen Unternehmen durch direkten Verkauf an Inländer privati-
siert, sind die Banken bei der Finanzierung maßgeblich involviert. Werden staat-
liche Unternehmen in Form von Kupon-Programmen privatisiert, ist ebenfalls die
Unterstützung des Bankensektors notwendig. Die unentgeltliche Abgabe von
Unternehmensanteilen an die Bevölkerung im Zuge einer Kuponprivatisierung
33
ist zwar nicht mit einem unmittelbaren Kapitalzufluss für das Unternehmen ver-
bunden, man verspricht sich jedoch von den neuen Eigentümern eine bessere
Kontrolle des Unternehmensmanagements. Angesichts der hohen Streuung der
Unternehmensanteile wird eine effektive Unternehmenskontrolle behindert. Vor
diesem Hintergrund ist der Erfolg der Kuponprivatisierung mit der Kapitalmarkt-
31
vgl. Keilinghaus (1997), S 22
32
vgl. ebenda, S 22 ff
33
Als Synonym für ,Kuponprivatisierung' gilt der Begriff ,Voucherprivatisierung'.

31
entwicklung und der Existenz institutioneller Anleger eng verknüpft. Die Tätigkeit
der Banken resultiert bei dieser Form der Privatisierung aus ihrer Tätigkeit als
institutionelle Anleger sowie aus dem Beitrag des Bankensektors zur Funkti-
onsfähigkeit organisierter Wertpapiermärkte. Universalbanken tragen entschei-
dend zum Erfolg derartiger Massenprivatisierungsprogramme im Rahmen ihres
Beitrages zum Aufbau eines Systems der Unternehmenskontrolle bei. Gleich-
gültig welcher Weg oder welche Kombination der möglichen Wege von einem
Transformationsland zum Aufbau eines privatwirtschaftlichen, wettbewerbsfähi-
gen Unternehmenssektors eingeschlagen werden, sie sind mit einem enormen
Kapitalbedarf verbunden. Der Aufbau eines Bankensektors, der die Ersparnisse
der inländischen Bevölkerung in Kredite transformiert, ist unabdingbar. Unter
dem Aspekt der Kapitalmobilisierung und -allokation kommt der Entwicklung
inländischer Finanzsysteme auch bei der Absorption ausländischer Kapitalim-
porte eine außerordentliche Bedeutung zu. Vor allem am Beginn des Transfor-
mationsprozesses muss die ungenügende inländische Kapitalbildung durch Ka-
pitalimporte unterstützt werden. Über eine Refinanzierung der Banken auf inter-
nationalen Kapitalmärkten oder in Kooperation mit westlichen Großbanken kann
den Unternehmen der MOEL der Zugang zu ausländischem Kapital erschlossen
werden. Da die Gründung und das Wachstum von Unternehmen in den MOEL
durch ein hohes Maß an Unsicherheit und Risiko gekennzeichnet ist, schafft der
Aufbau eines inländischen Bankensektors die nötige Finanz- und Informations-
infrastruktur, welche ausländische Investoren fordern, um Risikokapital für In-
vestitionen zur Verfügung zu stellen.
1.6.2 Wettbewerb
Das zweite Element, welches gemäß KEILINGHAUS
34
Unterstützung durch den
Bankensektor erfährt, ist der Wettbewerb. Der Wettbewerb ist Ausdruck des
Konkurrenzprinzips und wird von der freien Preisbildung, dem freien Marktzu-
gang und der Vertragsfreiheit getragen. Die Theorie postuliert, dass das eigen-
nützige, auf Profit- und Nutzenmaximierung ausgerichtete Verhalten des Ein-
zelnen durch die Konkurrenz in Bahnen gelenkt wird, die letztlich der Wohlfahrt
aller dienen und eine effiziente Verwendung knapper Güter sicherstellen. Ver-
änderungen der Preise auf den Märkten sind der Ausdruck für knappe Güter. In
entwickelten Marktwirtschaften werden Güter nicht nur lokal, sondern über den
34
vgl. Keilinghaus (1997), S 24

32
Kapitalmarkt auch intertemporal getauscht. Der Verzicht auf den Konsum von
Gütern heute bedeutet hierbei einen größeren Konsum von Gütern morgen. Der
Bankensektor bildet die Basis für einen solchen intertemporalen Tausch. In der
Theorie ist ein gestörter Wettbewerb unweigerlich mit der Verschwendung von
Ressourcen und mit Wohlfahrtsverlusten verbunden, da nicht kostendeckend
produzierende Unternehmen weiter am Markt bestehen können. Bestand die
Aufgabe der Banken in der Planwirtschaft in der passiven Unterstützung und
Kontrolle der Planerfüllung, sollen sie in der Marktwirtschaft die effiziente inter-
temporale Allokation sicherstellen. Durch Banken als Kreditgeber aufgestellte,
harte Budgetbeschränkungen sollen eine finanzwirtschaftliche Disziplin und
somit den Wettbewerb sicherstellen.
1.6.3 Stabilität des Geldes
Das dritte von KEILINGHAUS
35
genannte Element ­ die Stabilität des Geldes ­
ist, wie bereits erwähnt, schon deshalb unabdingbar, da alle Anstrengungen zur
Verwirklichung einer Wettbewerbsordnung vergeblich sind, solange nicht eine
gewisse Stabilität des Geldes gewährleistet ist. Damit die Notenbank als wäh-
rungspolitische Institution den Geldumlauf regulieren kann, bedarf es eines
entwickelten Geschäftsbankensektors, damit der Transmissionsmechanismus
auch seine tatsächlichen monetären Impulse entfalten kann. Die Schwierigkeit
für die Transformationsländer besteht darin, dass die Stabilisierung des Geld-
wertes im Rahmen der Währungspolitik nicht unabhängig von der Entwicklung
des Bankensektors ist. In einem zweistufigen Bankensystem sind bei einer indi-
rekten Steuerung des Geldangebotes über den Geschäftsbankensektor der
Transmissionsprozess des Geldes und somit die von der Notenbank gesetzten
monetären Impulse nicht unabhängig von der Entwicklung und Struktur des
Geschäftsbankensektors. So stellen der Transformationsprozess des Banken-
sektors und die währungspolitische Transformation, welche die Stabilität des
Geldes inkludiert, zwei Seiten einer Medaille dar.
35
vgl. ebenda, S 25 ff

33
2 DIE ROLLE DES BANKENSEKTORS IN
VOLKSWIRTSCHAFTLICHEN THEORIEN
Die Rolle und die Funktionen des Bankensystems in den verschiedenen Wirt-
schaftssystemen unterscheiden sich gravierend. Wie im vorangegangenen Ka-
pitel erläutert, waren die Banken in planwirtschaftlichen Systemen keine eigen-
verantwortlichen Entscheidungsträger. In diesem Kapitel soll nun die zentrale
Rolle des Bankensystems in einer marktwirtschaftlichen Volkswirtschaft erklärt
werden. Banken bestehen unter anderem, um auf Märkten als Intermediäre zu
agieren und dabei verschiedene Risiken besser zu bewältigen, als dies dem Ein-
zelnen möglich ist.
Banken unterliegen, so wie jedes andere Unternehmen, dem Wettbewerbs- und
Konkurrenzprinzip. Die volkswirtschaftliche Theorie nennt jedoch verschiedene
Gründe, warum der reine Marktmechanismus alleine am Bankensektor zahlrei-
che unerwünschte Begleiterscheinungen mit sich bringt. Die Identifikation der
Ursachen ist notwendig, um Maßnahmen zu setzen, welche die Stabilität des
Bankensektors fördern.
2.1 Tätigkeitsbereiche der Banken
In der Literatur findet man zahlreiche Definitionen des Tätigkeitsbereiches des
Geschäftsbankensektors. So definiert bspw. das österreichische Bankwesen-
gesetz die folgenden Tätigkeiten als Bankgeschäfte:
36
1. Die Entgegennahme fremder Gelder zur Verwaltung oder als Einlage (Einla-
gengeschäft);
2. die Durchführung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs und des Abrech-
nungsverkehrs in laufender Rechnung für andere (Girogeschäft);
3. der Abschluss von Geldkreditverträgen und die Gewährung von Gelddarle-
hen (Kreditgeschäft);
4. der Kauf von Schecks und Wechseln, insbesondere die Diskontierung von
Wechseln (Diskontgeschäft);
5. die Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren für andere (Depotge-
schäft);
36
Österreichisches Bankwesengesetz, Art. I, § 1,Abs.1

34
6. die Ausgabe und Verwaltung von Zahlungsmitteln wie Kreditkarten und Rei-
seschecks;
7. der Handel auf eigene Rechnung oder fremde Rechnung mit
a)
Geldmarktinstrumenten;
b)
ausländischen Zahlungsmitteln (Devisen- und Valutengeschäft);
c)
Optionen und Finanzterminkontrakten (Termin- und Optionsgeschäft);
d)
Wechselkurs- und Zinssatzinstrumenten;
e)
Wertpapieren (Effektengeschäft);
f)
von lit. a bis e abgeleiteten Instrumenten.
8. die Übernahme von Bürgschaften, Garantien und sonstigen Haftungen für
andere, sofern die übernommene Verpflichtung auf Geldleistungen lautet
(Garantiegeschäft);
9. die Ausgabe von Pfandbriefen, Kommunalschuldverschreibungen und fun-
dierten Bankschuldverschreibungen und die Veranlagung des Erlöses nach
den hiefür geltenden besonderen Rechtsvorschriften (Wertpapieremissions-
geschäft);
10. die Ausgabe anderer festverzinslicher Wertpapiere zur Veranlagung des
Erlöses in anderen Bankgeschäften (sonstiges Wertpapieremissionsge-
schäft);
11. die Teilnahme an der Wertpapieremission Dritter und die diesbezüglichen
Dienstleistungen (Loroemissionsgeschäft);
12. die Entgegennahme von Bauspareinlagen und die Vergabe von Bauspar-
darlehen nach dem Bausparkassengesetz (Bauspargeschäft);
13. die Verwaltung von Kapitalanlagefonds nach dem Investmentfondsgesetz
(Investmentgeschäft);
14. die Errichtung oder Verwaltung von Beteiligungsfonds nach dem Beteili-
gungsfondsgesetz (Beteiligungsfondsgeschäft);
15. das Finanzierungsgeschäft durch Erwerb von Anteilsrechten und deren Wei-
terveräußerung (Kapitalfinanzierungsgeschäft);
16. der Ankauf von Forderungen aus Warenlieferungen oder Dienstleistungen,
die Übernahme des Risikos der Einbringlichkeit solcher Forderungen ­ aus-
genommen die Kreditversicherung ­ und im Zusammenhang damit der Ein-
zug solcher Forderungen (Factoringgeschäft);
17. der Betrieb von Geldmaklergeschäften im Interbankenmarkt;
18. die Vermittlung von Geschäften nach
a)
Z 1, ausgenommen durch Unternehmen der Vertragsversicherung

35
b)
Z 3, ausgenommen die im Rahmen des Gewerbes der Immobilienmakler
einschließlich der Personalkreditvermittler vorgenommene Vermittlung
von Hypothekardarlehen und Personalkrediten;
c)
Z 7 lit. b, soweit diese das Devisengeschäft betrifft;
d)
Z 8.
Diese Tätigkeitsbereiche lassen sich unter den Schlagwörtern ,,Intermediation"
und ,,Risikobewältigung" zusammenfassen. Diese beiden Bereiche werden im
Folgenden einer näheren Betrachtung unterzogen.
2.2 Die Intermediationsfunktion
Das Ideal der marktwirtschaftlichen Ordnung geht davon aus, dass knappe Güter
über den Mechanismus einer freien Preisbildung dorthin gelenkt werden, wo sie
den höchsten Nutzen stiften. Die wirtschaftswissenschaftliche Theorie besagt,
dass der vollkommene Kapitalmarkt in dem Sinne effizient ist, als er die optimale
Allokation der anlagesuchenden Finanzmittel unter Rendite- und Risikoaspekten
auf die Kapital benötigenden Unternehmen und Individuen sichert.
37
Dabei geht die Theorie des vollkommenen Kapitalmarktes von folgenden Prä-
missen aus:
38
Es ist vollständige Markttransparenz und somit ein gleicher Informations-
stand rational handelnder, dem Risiko prinzipiell abgeneigter Anleger gege-
ben, die sich ,,augenblicklich" gleiche Erwartungen über die Rendite-/Risiko-
entwicklung der Anlagen bilden und diese entsprechend umsetzen.
Da
keine Marktzutrittsbeschränkungen bestehen, sind die am Markt dispo-
nierenden Anleger zahlreich. Ihre Portefeuilles sind einerseits groß genug,
um sie in die Lage zu versetzen, das Portefeuille-Risiko zu diversifizieren
und damit zu reduzieren; andererseits sind sie nicht so groß, dass die Anle-
ger die Rendite der Anlagen ­ so wie ein Monopolist ­ entscheidend beein-
flussen könnten.
Es
gibt
keine Steuern (z. B. Börsenumsatzsteuer) und Abgaben, sowie keine
Transaktionskosten.
39
37
mehr dazu in: Loistl (1986), S 7 ff
38
vgl. Süchting (1988), S 147 f
39
Unter Transaktionskosten sind neben Bankprovisionen und diversen Gebühren auch Infor-
mationsbeschaffungskosten zu verstehen.

36
Die Anleger können nicht nur in risikobehaftete Anlagen investieren, son-
dern auch am ,,Restkapitalmarkt" zum einheitlichen Marktzins risikolos Geld
anlegen oder leihen. Da in diesem Falle gilt, dass der Sollzins gleich dem
Habenzins ist, ist die Existenz von Banken, die als Finanzintermediäre eine
Marge verdienen wollen, ausgeschlossen. Auf diese Weise herrscht, ent-
sprechend der Kapitalmarkttheorie, ein Gleichgewicht ohne jede institutio-
nelle Gegebenheit.
In der Realität stimmen die Vorstellungen der Kapitalanleger und Kapitalnach-
frager über Fristigkeit, Risiko und Volumen der Geldanlage bzw. der Geldauf-
nahme nicht überein. So wollen private Anleger oftmals nur relativ kleine Be-
träge kurzfristig und mit möglichst geringem Risiko investieren, während Unter-
nehmen große Summen langfristig zur Finanzierung ihrer risikoreichen Investi-
tionen benötigen.
Bei Vorhandensein eines vollkommenen und vollständigen
40
Marktes könnte ein
Ausgleich der asymmetrischen Präferenzen für Zeit, Losgrößen und Risiken in
einer entsprechenden Preisbildung am Markt bestehen.
Der Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage versagt jedoch bei asymmetri-
scher Informationsverteilung zwischen den Marktteilnehmern, bei unbekannten
zukünftigen Liquiditätsbedürfnissen und bei Konflikten zwischen den Vertrags-
partnern über das richtige Verhalten.
41
Um dennoch einen Ausgleich herbeizu-
führen und um die Transaktionskosten zu reduzieren, können Banken als Kon-
traktpartner zwischen beide Seiten treten und Finanztitel kreieren und anbieten,
die im Hinblick auf Fristigkeit, Risiko, Losgröße und räumliche Verfügbarkeit
den Vorstellungen beider Marktseiten besser entsprechen.
Diese Tätigkeit der Banken bezeichnet man als Kredittransformation. Jede In-
stitution, welche diese Funktion erfüllt, wird als Finanzintermediär bezeichnet.
Gelegentlich nehmen Banken aber auch eine bloße Vermittlerrolle ein, indem
sie quasi als Makler Wirtschaftssubjekte mit Geldüberschüssen und solche mit
Bedarf an finanziellen Mitteln zusammenbringen und der Überschusseinheit
ermöglichen, ihr Geld direkt in Finanztitel des Wirtschaftssubjekts mit Bedarf an
40
Ein Wertpapiermarkt ist vollständig, wenn für jeden denkbaren zukünftigen Umweltzustand
ein Wertpapier existiert (oder aus anderen Wertpapieren replizierbar ist), das die Auszahlung
einer Geldeinheit nur in diesem einen Umweltzustand verspricht.
41
vgl. Burghof/Rudolph (1996), S 4

37
finanziellen Mitteln anzulegen. Abbildung 7 gibt einen graphischen Überblick
über die weiter unten beschriebenen Zusammenhänge.
Abbildung 7: Die Transformationsfunktion der Banken
B a n k
G l ä u b i g e r
G l ä u b i g e r
G l ä u b i g e r
G l ä u b i g e r
G l ä u b i g e r
S c h u l d n e r
S c h u l d n e r
S c h u l d n e r
S c h u l d n e r
S c h u l d n e r
A k t iv s e it e
d e r B a n k
P a s s iv s e it e
d e r B a n k
T r a n s f o r m a t i o n s f u n k t io n e n :
F r i s t e n
R i s i k o
L o s g r ö ß e n
L i q u i d i t ä t
Quelle 8: Eigene Darstellung
Die Transformationsfunktion der Banken konkretisiert sich im Wesentlichen in
vier Aspekten:
42
1. Fristentransformation: Banken vergeben im Allgemeinen sehr viel mehr
langfristige Kredite als sie langfristige Einlagen gewinnen oder langfristige
Wertpapiere emittieren. Die positive Differenz, die mit kurzfristigeren Gel-
dern finanziert wird, erbringt in der Regel bei normalem, steigendem Verlauf
der Zinsstrukturkurve einen Ertragsvorteil. Mit der Fristentransformation sind
Geldanschluss- und Ertragsrisiken (Zinsänderungsrisiken) verbunden, wenn
die Zinsstrukturkurve unerwartet zu einem inversen Verlauf tendiert.
2. Risikotransformation: Banken vergeben gewollt oder ungewollt risikobehaf-
tete Kredite und kalkulieren zum Ausgleich des Risikos Prämien in ihre Zins-
forderungen ein. Die Bank verhindert durch Überwachung und Kontrolle ih-
res Kreditbestandes, durch Diversifikation, durch Einwirkungsmöglichkeiten
auf das wirtschaftliche Verhalten der Kreditnehmer und durch das ihr zur
Verfügung stehende Eigenkapital, dass die im Einzelgeschäft übernomme-
nen Kreditausfallsrisiken auf die Einleger durchschlagen.
3. Losgrößentransformation und räumliche Transformation: Banken fungieren
als Sammelstelle vieler kleiner Einlagen. Durch das Zusammenfassen vieler
42
vgl. Büsselmann (1993), S 11 f

38
Einlagen ist es ihnen möglich, größere Kredite zu vergeben. Sie schaffen
auch einen Ausgleich zwischen geographisch auseinander liegenden Fi-
nanzmittelangebots- und -nachfragestrukturen und bringen so indirekt
Marktteilnehmer aus verschiedenen Regionen, in zunehmendem Maße so-
gar weltweit, zusammen. Mit der räumlichen Transformation und der Los-
größentransformation geht ein wesentlicher Abbau der Informationsasym-
metrien einher.
4. Liquiditätstransformation: Die Einleger orientieren sich bei ihren Transaktio-
nen ausschließlich an den eigenen Liquiditätsbedürfnissen, nicht aber an
der Liquiditätssituation der Bank. Die von der Bank gewährten Kredite sind
für sie in dem Sinne illiquide, als es für sie nicht möglich ist, sich kurzfristig
aus dem Kreditengagement zurückzuziehen. Auf der Einlagenseite müssen
sich jedoch Banken bereithalten, auch vorfristigen Zahlungsanforderungen
der Einleger (gelegentlich unter Abzug einer Prämie) nachzukommen. Liqui-
ditätstransformation betreiben Banken auch im Rahmen ihrer Fristentrans-
formation mit dem Bodensatz formal fälliger Einlagen. Da die Bank davon
ausgehen kann, dass nicht alle Einlagen gleichzeitig behoben werden, bildet
sich in jeder Einlagenkategorie ein Bodensatz, dem faktisch eine längere
Fristigkeit als die vertraglich vereinbarte zugebilligt werden kann. Der ver-
traglich vereinbarte Liquiditätsgrad entspricht demnach nicht dem von der
Bank wahrgenommenen. Liquiditätstransformation bedeutet demnach die
Finanzierung illiquider Anlagen (z. B. Kredite) mit hoch liquiden Einlagen.
Durch Risiko-, Fristen-, Liquiditäts- und Losgrößentransformation sorgen die
Finanzintermediäre für eine verbesserte Allokation des Kapitals.
Banken existieren, da sie die mit den Transformationsfunktionen verbundenen
Leistungen effizienter und/oder billiger erbringen können als die Finanzmärkte
oder andere Anbieter von Finanzdienstleistungen.
43
Die Existenz von Banken,
die als Intermediäre eine Marge verdienen, scheint ein Indikator dafür zu sein,
dass die Prämissen des vollkommenen Kapitalmarktes in der realen Welt nur
äußerst vage gegeben sind.
Der Bankensektor besitzt demnach eine ausgeprägte Fähigkeit, Transformati-
onsfunktionen mit besonderen Produktivitätsvorteilen, mit hinreichenden Diver-
sifikationsmöglichkeiten und zu niedrigen Transaktionskosten auszuüben. Diese
43
vgl. Burghof/Rudolph (1996), S 6

39
zentrale Stellung der Banken als Finanzintermediäre kann jedoch in Ländern
mit besonders gut ausgebauten Kapitalmärkten an Bedeutung verlieren, wenn
eine Koordination über die nicht intermedierten Märkte (z. B. Aktienmärkte) zu
vergleichbar guten oder sogar besseren Ergebnissen führen kann.
2.3 Das Bankenrisiko
Die Banken übernehmen in ihrer Funktion als Finanzintermediäre mehr als an-
dere Wirtschaftsunternehmungen zahlreiche Risiken. SCHIERENBECK
44
unter-
teilt die Risiken des Bankenbetriebes in Risiken des Wertbereiches und Risiken
des Betriebsbereiches.
Abbildung 8: Das Bankenrisiko
Bankrisiken
Ausfallrisiken
Preisrisiken
Zinsänderungsrisiko
Aktienkursrisiko
Währungsrisiko
Refinanzierungsrisiko
Terminrisiko
Abrufrisiko
Erfolgsrisiken
Betriebsbereich
Wertbereich
Liquiditätsrisiken
Quelle 9: SCHIERENBECK (1991), S 293
Im Betriebsbereich treten Risiken in Form von Personalrisiko, Beraubungsrisiko
oder technischem Risiko im Zusammenhang mit der elektronischen Abwicklung
von Bankgeschäften in Erscheinung.
45
Die Risiken des Wertbereiches werden
auch als Bankrisiken im eigentlichen Sinn bezeichnet. Zu ihnen gehören, wie in
Abbildung 8 ersichtlich, das Erfolgsrisiko und das Liquiditätsrisiko. Die banktypi-
schen Risiken, welche die Ertragslage einer Bank negativ beeinflussen und letzt-
44
vgl. Schierenbeck (1991), S 293
45
Vom Basler Ausschuss für Bankenaufsicht werden die Risiken im Betriebsbereich als ,opera-
tionelle Risiken' bezeichnet.

40
lich zu einem Verlust und im Extremfall zu einer Überschuldung führen können,
werden zu den Erfolgsrisiken zusammengefasst. Unter dem Ausfallsrisiko ver-
steht SCHIERENBECK die Gefahr des vollständigen oder teilweisen Verlustes
eines hingegebenen Betrages, einschließlich der Zinsen bzw. Dividenden (Forde-
rungsausfall, Bonitätsrisiko, Anteilseignerrisiko).
46
Das Preis- bzw. Marktrisiko tritt
als Zinsänderungs-, Währungs- und Aktienkursrisiko in Erscheinung. Die letzte
Risikokategorie bezieht sich auf die Fähigkeit der Bank, jederzeit allen Zahlungs-
verpflichtungen uneingeschränkt und fristengerecht nachzukommen. Die Auf-
rechterhaltung der Liquidität gehört offensichtlich zu den vordringlichsten Zielen,
da das Vertrauen der Kunden in hohem Maße von der jederzeitigen und unbe-
dingten Zahlungsfähigkeit der Bank abhängig ist. Das Refinanzierungsrisiko er-
gibt sich als Folge der Fristentransformation und besteht in der Gefahr, dass die
Anschlussfinanzierung nicht sichergestellt ist. Die Gefahr einer unplanmäßigen
Verlängerung der Kapitalbindungsdauer von Aktivgeschäften (d. h. Kapitalzu-
flüsse gehen später als vereinbart ein) wird als Terminrisiko bezeichnet. Das Ab-
rufrisiko beinhaltet die Gefahr einer unerwarteten Inanspruchnahme von Kre-
ditzusagen bzw. einer unerwarteten Abrufung von Einlagen.
Eine andere Einteilung der Risiken, welche sich aus dem Tätigkeitsbereich ei-
ner Bank ergeben, nimmt der Internationale Währungsfonds (IWF) vor. In einer
IWF-Studie
47
werden die folgenden vier Risikoklassen identifiziert:
1. Das Kreditrisiko ergibt sich durch den Zahlungsverzug von Kreditnehmern,
die Minderung der Qualität von Krediten und Kreditausfällen. Das Ausmaß
des Kreditrisikos wird von zahlreichen Faktoren determiniert, zum Beispiel
vom allgemeinen makroökonomischen Umfeld, den rechtlichen Möglichkei-
ten, sich für Kreditausfälle schadlos zu halten, dem Vorhandensein von Kre-
ditsicherheiten etc.
2. Das Liquiditätsrisiko tritt auf, wenn die Bank unerwartete Barzahlungen täti-
gen muss (wenn beispielsweise große Summen von Sichteinlagen plötzlich
behoben werden). Das Ausmaß des Liquiditätsrisikos ist vom Zugang der
Bank zu Interbank- und Sekundärmärkten sowie der Möglichkeit, kurzfristig
Liquidität von der Notenbank zu erhalten, abhängig.
46
vgl. Schierenbeck (1991), S 237
47
vgl. IWF (2000), S 15 f

41
3. Durch Veränderungen des Marktpreises von Bankaktiva und -passiva ergibt
sich das Marktrisiko. Beispiele für das Marktrisiko sind das Wechselkurs-,
Zins-, Rohstoff-, Aktienkurs- und Optionspreisrisiko.
4. Das Betriebsrisiko ergibt sich aus der Unsicherheit von Einnahmen und Aus-
gaben, welche von Tätigkeiten außerhalb des Bankportfolios wie z. B. tech-
nischen Neuerungen, Wartung und Datenverarbeitung herrühren. Es ist ab-
hängig von allgemeinen Branchenfaktoren (z. B. neue Mitbewerber) und un-
ternehmensspezifischen Faktoren (z. B. internen Kontrollmechanismen, Be-
ziehungen zu Auslandsniederlassungen) sowie externen Faktoren (z. B.
technologischen Vorteilen und aufsichtsrechtlichen Veränderungen).
2.4 Ursachen für Instabilitäten im Bankensektor
Der Markt für Bankprodukte ist, so wie Finanzmärkte im Allgemeinen, ein Markt,
auf dem zukünftige, mit Risiko behaftete Zahlungen gehandelt werden. Die Bank
berechnet ihren Kunden für die oben dargestellten Risiken Risikoprämien. Es
stellt sich nun die Frage, weshalb der Bankensektor einer besonderen Regulie-
rung und Beaufsichtigung bedarf. Aus welchen Gründen kann man den Handel
mit Risiken nicht ­ wie etwa den Markt für Obst oder Gemüse ­ den Marktkräften
überlassen? Was unterscheidet den Markt für finanzielle Risiken von diversen
Gütermärkten?
Banken werden, so wie alle Unternehmen, durch den Markt beobachtet und
beurteilt. Marktteilnehmer beobachten das Risikoverhalten der Bank und ziehen
daraus geeignete Schlüsse. Die darauf beruhende Risikoeinschätzung durch
den Markt schlägt sich im Finanzierungsspielraum und in den Finanzierungs-
kosten der Bank nieder und beeinflusst auf diesem Weg wiederum ihr Risiko-
verhalten. Die Marktkontrolle gewährleistet auch den Marktaustritt von Banken,
wenn diese die vom Markt geforderte, risikoadjustierte Verzinsung des ihnen
überlassenen Kapitals nicht erwirtschaften.
48
Dass diese Selbstregulierung bereits eine ausreichende Kontrolle und Sicher-
heit des Bankensektors gewährleisten könnte, bezeichnet man als ,,free bank-
ing"-Position. Die Hypothese von der Effizienz des free banking ist empirisch
nicht zu überprüfen, da es keine Staaten ohne Bankenaufsicht (mehr) gibt.
48
vgl. Burghof/Rudolph (1996), S 37

42
Die neoklassische Theorie geht davon aus, dass funktionierende, dem Wettbe-
werb unterliegende Märkte dem öffentlichen Interesse am besten dienen. Re-
gulierungen, d. h. staatliche Eingriffe, in die individuelle Vertragsfreiheit sind
prinzipiell unerwünscht. Nur wenn Marktversagen vorliegt, sind staatliche Ein-
griffe berechtigt. Die Regulierung zielt dann auf eine Korrektur von uner-
wünschten Marktergebnissen ab.
49
Den Ausgangspunkt für die ökonomische
Begründung von regulativen Eingriffen des Staates in den Wirtschaftsprozess
bildet zumeist die normative Theorie der Regulierung.
50
Diese Theorie basiert
auf der paretianischen Wohlfahrtsökonomik und liefert ein allgemeines Refe-
renz- bzw. Bezugssystem dafür, wann regulierende Eingriffe in den Markt er-
wünscht sind. Das vollkommene Konkurrenzgleichgewicht, welches dafür sorgt,
dass der marktliche Koordinationsmechanismus zu einem Allokations- bzw.
Wohlfahrtsoptimum führt, ist das Fundament der paretianischen Wohlfahrtsöko-
nomik. Ein Zustand ist pareto-optimal, wenn staatliche Eingriffe nicht mehr dazu
führen, dass mindestens ein Individuum besser gestellt wird, ohne dass ein
anderes eine Nutzeneinbuße erleiden würde.
51
Führt der marktliche Koordinati-
onsmechanismus dagegen nicht zu einem Wohlfahrtsoptimum im beschriebe-
nen Sinne, liegt partielles oder vollständiges Marktversagen vor, welches durch
korrigierende staatliche Eingriffe behoben werden kann. Eine Vielzahl von Ar-
beiten beschäftigt sich mit der Frage des Vorliegens einzelner oder mehrerer
Marktversagenstatbestände in der Kreditwirtschaft.
52
In der Literatur finden sich hauptsächlich drei Gründe für das Vorliegen von
Marktversagen am Bankensektor.
53
Es sind dies: asymmetrische Informationen,
Externalitäten und das natürliche Monopol. Alle drei genannten Gründe sollen
im Folgenden näher diskutiert werden.
2.4.1 Asymmetrische Informationen und ihre Konsequenzen
Die Ökonomie der Institutionen und immer mehr auch die Finanzierungstheorie
beschäftigen sich mit dem Vorliegen von asymmetrischen Informationen. Eine
ungleiche Informationslage ergibt sich aus dem Umstand, dass es für den Anle-
ger mit großen Schwierigkeiten und/oder Kosten verbunden ist, sich ein Bild
49
vgl. Rothschild (1992), S 66
50
mehr dazu in: Krakowski (1988), Müller/Vogelsang (1979)
51
mehr dazu in: Reiter (1989), Eickhof (1986)
52
vgl. Büsselmann (1993), S 38
53
vgl. Blattner (1992), S 331 ff
Ende der Leseprobe aus 268 Seiten

Details

Titel
Der Transformationsprozess des tschechischen Bankensektors
Hochschule
Wirtschaftsuniversität Wien
Note
1
Autor
Jahr
2001
Seiten
268
Katalognummer
V185673
ISBN (eBook)
9783656981756
ISBN (Buch)
9783867464253
Dateigröße
1682 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
transformationsprozess, tschechischen, bankensektors
Arbeit zitieren
Dr. Gertrude Preslmair (Autor), 2001, Der Transformationsprozess des tschechischen Bankensektors, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185673

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