Während der Endbenutzer bei seinem Einzelarbeitsplatz die Lizenzsituation noch im Kopf haben kann, wird es heutzutage für den IT-Verantwortlichen eines großen Betriebes, eines Rechenzentrums oder einer Hochschule immer schwieriger den Überblick darüber zu behalten.
Während die Hardware kontinuierlich inventarisiert wird, so wie es bilanzpolitisch vorgeschrieben ist, wissen die Verantwortlichen auch nicht genau, wie die derzeitige Lizenzsituation in der eigenen Firma aussieht. Der Abgleich zwischen installierten Programmen und gekauften Lizenzen wird immer schwieriger. Dies kann dazu führen, dass die Bestände an Software überwuchern. Ein Teil des Problems liegt wohl in der Natur der Software: man kann sie nicht anfassen.
Gleichzeitig werden die Prozesse in Unternehmen und Organisationen immer öfter softwaregestützt umgesetzt. Hierfür müssen sie immer häufiger neue Softwareprogramme oder neue Softwareupdates und –versionen einsetzen. Und nicht jeder kommt mit oft schwierigen und unüberschaubaren Lizenzpolitik der Softwarehersteller zurecht. Dies macht eine exakte Planung, Organisation und Kontrolle des Softwareeinsatzes sowie eine effiziente Verwaltung der Softwarelizenzen sehr wichtig. Denn unkontrollierter Einsatz von Software kann für das Unternehmen erhebliche Risiken verbergen, wie Unter- oder Überlizenzierung, die zu Kosten führen, oder auch rechtlichen Probleme hervorrufen können. Der Einsatz eines effektiven Lizenzmanagements hilft diese Probleme zu umgehen.
Inhaltsverzeichnis
1 Herausforderung oder warum Softwarelizenz-Management?
2 Definition Softwarelizenz-Management
3 Perspektiven des Softwarelizenz-Managements
4 Rechtliche Einführung
4.1 Was sind Softwarelizenzen?
4.2 Lizenzverträge
4.3 Urheberrecht
4.4 Beitrag der Lizenzierung zum Urheberrecht
4.5 Das Problem des Softwarepiraterie und rechtliche Konsequenzen
5 Nutzen von Software
5.1 Modelle von Softwarelizenzen
5.2 Lizenzmodelle
5.3 Lizenzmodelle von Microsoft
6 Wie führt man ein effektives Software-Lizenzmanagement ein?
6.1 KPMG: Vier Säulen des Lizenz-Managements
7 Asset -Management-Software: per Program oder per pedes?
7.1 Funktionsweise eines Asset Centers (Lizenzmanagement Verwalters)
7.2 Softwarelizenzierung im Netz am Beispiel der Desktop- Management Tools
8 Softwarelizenz- Management Controlling
9 Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Notwendigkeit und Implementierung eines effektiven Softwarelizenz-Managements in Unternehmen, um rechtliche Risiken wie Urheberrechtsverletzungen zu minimieren, Kosten durch Unter- oder Überlizenzierung zu vermeiden und den Softwareeinsatz technisch sowie wirtschaftlich optimal zu steuern.
- Rechtliche Grundlagen und Urheberrecht bei Software
- Differenzierung verschiedener Lizenzmodelle
- Die vier Säulen eines wirksamen Lizenzmanagements (nach KPMG)
- Einsatz von Asset-Management-Software und Audit-Tools
- Controlling zur Kostenreduktion und Prozessoptimierung
Auszug aus dem Buch
4.5 Das Problem des Softwarepiraterie und rechtliche Konsequenzen
Trotz aller Bemühungen die Rechte der Programmierer zu schützen, ist die Software-Piraterie momentan das größte Problem überhaupt, das spätestens seit dem Einzug von Software in den Massenmarkt entstanden ist.
Unter einer Raubkopie versteht man jede Art der illegalen Vervielfältigung urheberrechtlich geschützter Software. Hierbei kann es sich um die Identfälschungen handeln, bei denen Handbücher, Datenträger, Anschriften, Lizenzverträge und Sogar Echtheitszertifikate gefälscht werden. Aber auch die bloße Vervielfältigung von Datenträgern (CD oder Diskette) oder sonstigen geschützten Bestandteilen eines Originalpaketes ist denkbar – und illegal.
Es gibt zahlreiche Wege, auf denen illegal kopierte Software auf den Computer bei privaten Nutzern und in Unternehmen gelangen kann. Die Ursachen sind vielschichtig: Anwendungen, Bildschirmschoner oder Spiele werden von Mitarbeitern mitgebracht und an Kollegen weitergeben. Ein neuer Mitarbeiter kommt, für den ein neuer PC im Netzwerk installiert wird. Besitzt das Unternehmen keine Lizenzen dafür, ist das Softwarepiraterie und verstößt gegen das Urhebergesetz.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Herausforderung oder warum Softwarelizenz-Management?: Dieses Kapitel beleuchtet die Schwierigkeiten bei der Bestandsverwaltung virtueller Softwareprodukte und die damit verbundenen betrieblichen Risiken.
2 Definition Softwarelizenz-Management: Hier wird der Begriff definiert als intelligente Methode zur wirtschaftlich optimalen Verwaltung aller Softwarelizenzen und Abgrenzung zum Software-Asset-Management.
3 Perspektiven des Softwarelizenz-Managements: Das Kapitel erläutert die rechtliche, kaufmännische und technische Komponente, die ein ganzheitliches Lizenzmanagement ausmachen.
4 Rechtliche Einführung: Dieser Abschnitt behandelt die Grundlagen von Lizenzen, Lizenzverträgen und das Urheberrecht bei Software sowie die Problematik der Softwarepiraterie.
5 Nutzen von Software: Hier werden unterschiedliche Softwarelizenz-Modelle sowie spezifische Modelle der Firma Microsoft im Detail vorgestellt.
6 Wie führt man ein effektives Software-Lizenzmanagement ein?: Dieses Kapitel beschreibt den Einführungsprozess und stellt die vier Säulen des Lizenzmanagements nach KPMG vor.
7 Asset -Management-Software: per Program oder per pedes?: Hier liegt der Fokus auf der Auswahl und Funktionsweise von speziellen Tools zur technischen und kaufmännischen Bestandsverwaltung.
8 Softwarelizenz- Management Controlling: Das Kapitel thematisiert Kostenstrukturen und das Einsparpotenzial durch standardisierte Prozesse und Gegenmaßnahmen.
9 Schlusswort: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Bedeutung des Lizenzmanagements zur Risikominimierung und Kosteneffizienz.
Schlüsselwörter
Softwarelizenz-Management, Urheberrecht, Lizenzmodelle, Asset-Management, Softwarepiraterie, Compliance, Lizenzverträge, Inventarisierung, IT-Controlling, Software-Asset-Management, Raubkopien, Microsoft-Lizenzen, Kostenreduktion, Audit-Tools, Softwarebeschaffung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit befasst sich mit dem Management von Softwarelizenzen in Unternehmen, um die rechtliche Konformität sicherzustellen und den Softwareeinsatz effizient zu gestalten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder sind die rechtlichen Rahmenbedingungen (Urheberrecht), die Einordnung verschiedener Lizenzmodelle, der Aufbau eines Lizenzmanagementsystems und die Nutzung technischer Hilfsmittel für das Controlling.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Hauptziel ist es, einen Überblick darüber zu geben, wie Unternehmen durch systematisches Lizenzmanagement Risiken vermeiden und Kosten senken können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, die durch branchenspezifische Untersuchungen (u.a. KPMG) und praktische Erkenntnisse ergänzt wurde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in rechtliche Grundlagen, einen Marktüberblick über Lizenzmodelle, eine methodische Anleitung zur Einführung eines Lizenzmanagements (die "Vier Säulen") und Analysen zu Controlling-Maßnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Softwarelizenz-Management, Urheberrecht, Asset-Management, Software-Compliance und Kostenoptimierung.
Warum ist der Einsatz von Asset-Management-Software in größeren Netzwerken so wichtig?
Manuelle Kontrollen sind in großen, vernetzten Umgebungen nicht mehr praktikabel. Asset-Management-Software automatisiert die Inventur und den Abgleich zwischen installierter Software und vorhandenen Lizenzen, was Fehlerquellen minimiert.
Welche Konsequenzen drohen Unternehmen bei Urheberrechtsverstößen?
Bei illegaler Softwarenutzung drohen hohe Schadenersatzforderungen, rechtliche Konsequenzen für das Management (Organhaftung) sowie zivile Durchsuchungen in den Geschäftsräumen durch die Softwarehersteller.
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- Diplom-Kauffrau (FH) Tanja Salmen-Fuchs (Author), 2003, Management von Softwarelizenzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18575