Im Rahmen dieser Arbeit soll die Verbindung zwischen einer kapitalmarktorientierten Unternehmensanalyse und den daraus resultierenden Informationsbedürfnissen untersucht werden. Da die Kapitalmarktakteure vor allem an Informationen interessiert sind,
die das Management zur internen Steuerung heranzieht, werden bei der Durchführung der Analyse auch Methoden berücksichtigt, welche der internen Analyse oder der strategischen Unternehmensführung zuzuordnen sind. Grundsätzlich wird ein fundamentaler Bewertungsansatz verfolgt, da dieser den inneren Wert eines Unternehmens widerspiegelt. Dabei wird generell die Sicht eines externen Analysten eingenommen, welcher ausschließlich auf Informationen zurückgreifen kann, die im Rahmen derexternen Unternehmensberichterstattung veröffentlicht werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Informationsbedürfnisse der Adressaten
2.1 Finanzielle Berichterstattung
2.2 Berichterstattung nicht-finanzieller Informationen
2.2.1 Operative Daten und Performancemaße
2.2.2 Management und Eigentümer
2.2.3 Hintergrundinformationen zum Unternehmen
2.2.4 Immaterielle Vermögensgegenstände
2.3 Managementanalyse publizierter Daten
2.4 Zukunftsbezogene Informationen
2.5 Segmentinformationen
2.6 Zeitnahe Berichterstattung
2.7 Kosten-Nutzen-Vergleich der Informationsbereitstellung
2.7.1 Kapitalallokation und Kapitalkosten
2.7.2 Wettbewerbsnachteile, Verbreitungs- und Prozesskosten
3. Umfeld- und Unternehmensanalyse
3.1 Unternehmensbewertung
3.1.1 Multiplikatorverfahren
3.1.1.1 Equity-Multiplikatoren
3.1.1.2 Entity-Multiplikatoren
3.1.2 Discounted Cashflow-Verfahren
3.1.2.1 WACC-Ansatz
3.1.2.2 Adjusted Present Value-Ansatz
3.1.2.3 Equity-Ansatz
3.1.3 Wertorientierte Rentabilitäten und Residualgewinnkonzepte
3.1.3.1 Shareholder Value Added
3.1.3.2 Economic Value Added
3.1.3.3 Cashflow Return on Investment
3.1.3.4 Segmentspezifische Kapitalkostenbestimmung
3.1.3.4.1 Kapitalmarkttheoretische Verfahren
3.1.3.4.2 Pragmatische Verfahren
3.1.4 Substanzwert
3.2 Globalanalyse
3.3 Kennzahlen
3.3.1 Finanzwirtschaftliche Bilanzanalyse
3.3.2 Erfolgswirtschaftliche Bilanzanalyse
3.3.3 Spezielle risikoangepasste Kennzahlen
3.4 Konzernanalyse
3.4.1 Konzernstrategieanalyse
3.4.1.1 Marktanteils-Marktwachstums-Portfolio
3.4.1.2 Marktattraktivitäts-Wettbewerbsstärken-Portfolio
3.4.1.3 Wertbeitragsportfolio
3.4.2 Beurteilung des Konzernmanagements
3.4.3 Prognose der Konzern Cashflows und Gewinne
3.4.3.1 Sensitivitätsanalyse
3.4.3.2 Szenarioanalyse
3.5 Branchenanalyse
3.6 Segmentanalyse
3.6.1 Strategieanalyse auf Segmentebene
3.6.2 Operative Analyse
3.6.3 Managementanalyse auf Segmentebene
3.6.4 SWOT-Analyse
3.6.5 Prognose der zukünftigen Segment-Cashflows
4. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Verbindung zwischen einer kapitalmarktorientierten Unternehmensanalyse und den daraus resultierenden Informationsbedürfnissen von Investoren. Ziel ist es, Methoden der Unternehmensführung und Analyse zu identifizieren, die externen Analysten helfen, den inneren Wert eines Unternehmens auf Basis verfügbarer und transparenter Daten präziser zu bewerten.
- Analyse der Informationsbedürfnisse von Kapitalmarktakteuren
- Einsatz von Unternehmensbewertungsverfahren wie Multiplikatoren und DCF-Modellen
- Untersuchung von Kennzahlensystemen zur Risiko- und Performancebewertung
- Strategische Analysen auf Konzern- und Segmentebene
- Berücksichtigung internationaler Rechnungslegungsvorschriften
Auszug aus dem Buch
3.1.1.1 Equity-Multiplikatoren
Multiplikatoren der Equity-Ebene setzen den Kurs eines Unternehmens ins Verhältnis zu einer unternehmensspezifischen Kennzahl. Somit bedarf es bei Anwendung von direkten Multiplikatoren eines starken Vertrauens in die Funktionsfähigkeit des Marktes. Wie in Abb. 6 bereits dargestellt, sind die wichtigsten direkten Multiplikatoren das Kurs-Gewinn-Verhältnis (P/E oder KGV), das Kurs-Cashflow-Verhältnis (P/CF oder KCV) und das Kurs-Buchwert-Verhältnis (P/BV).
Das KGV ist der am häufigsten verwendete Multiplikator. Dabei wird der Kurs der Aktie zu einem geschätzten Gewinn pro Aktie eines zukünftigen Jahres ins Verhältnis gesetzt.
KGV = Kurs / Ergebnis je Aktie
Die zugrundeliegende Kennzahl „Ergebnis je Aktie“ dient vor allem zur Beurteilung der Finanzkraft und des Ausschüttungspotenzials. Das verwendete Ergebnis je Aktie wird dabei in Deutschland häufig um außergewöhnliche Aspekte bereinigt. Die Vorschriften der US-GAAP konzentrieren sich hingegen, bei der nach SFAS 128 vorgeschriebenen Publikation des Ergebnisses je Aktie, auf die zugrundliegende Aktienanzahl und schreiben sowohl die Veröffentlichung eines verwässerten, wie auch unverwässerten Ergebnisses je Aktie vor.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die steigende Bedeutung des Shareholder-Value-Gedankens und die Notwendigkeit einer verbesserten kapitalmarktorientierten Unternehmensberichterstattung.
2. Informationsbedürfnisse der Adressaten: Erläutert die spezifischen Anforderungen von Investoren an finanzielle und nicht-finanzielle Informationen sowie die Kosten und Nutzen einer erweiterten Publizität.
3. Umfeld- und Unternehmensanalyse: Detaillierte Darstellung von Bewertungsverfahren (Multiplikatoren, DCF), Kennzahlenanalysen sowie strategischer Instrumente (Portfolio-Analyse, SWOT) für die Unternehmensbewertung.
4. Zusammenfassung und Ausblick: Resümiert die Ergebnisse und gibt einen Ausblick auf künftige Entwicklungen wie XBRL und verbesserte Reporting-Standards.
Schlüsselwörter
Kapitalmarktorientierte Unternehmensanalyse, Shareholder Value, Unternehmensbewertung, Business Reporting, Discounted Cashflow-Verfahren, Multiplikatorverfahren, Kennzahlenanalyse, Risikomanagement, Value at Risk, Segmentberichterstattung, Strategieanalyse, US-GAAP, Portfoliomanagement, Wertorientierte Unternehmensführung, Investorensicht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie Unternehmen ihre Berichterstattung gestalten müssen, um den spezifischen Informationsbedürfnissen von Investoren und Kapitalmarktakteuren gerecht zu werden und eine fundierte Unternehmensbewertung zu ermöglichen.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Analyse ab?
Zu den Kernbereichen gehören die finanzielle und nicht-finanzielle Berichterstattung, Unternehmensbewertungsmethoden, die Analyse von Konzern- und Branchenstrukturen sowie die Anwendung wertorientierter Kennzahlensysteme.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Ableitung eines umfassenden Informationsbedarfs aus Investorensicht, um den inneren Wert eines Unternehmens präziser zu bestimmen und die Transparenz zwischen Management und Kapitalmarkt zu erhöhen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt eine fundierte Literaturanalyse, kombiniert mit der Darstellung gängiger Bewertungsverfahren (z.B. DCF, Multiplikatoren) und strategischer Managementinstrumente (z.B. Balanced Scorecard, Portfolio-Matrizen).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bedarfsanalyse der Adressaten (Kapitel 2) und eine tiefgehende Umfeld- und Unternehmensanalyse (Kapitel 3), inklusive detaillierter Beschreibungen zu Bilanzanalyse, Konzernstrategie und Segmentsegmentierung.
Welche Schlüsselwörter beschreiben diese Arbeit am besten?
Die zentralen Schlagworte sind Unternehmensbewertung, Shareholder Value, Business Reporting, Risikomanagement und wertorientierte Performance-Messung.
Wie spielt das KonTraG eine Rolle bei der Risikoberichterstattung?
Durch die Einführung des KonTraG wurden Unternehmen gesetzlich verpflichtet, Risiko-Management-Systeme zu etablieren, was in der Arbeit als Basis für die Anwendung moderner Risikokennzahlen wie Value at Risk (VaR) herangezogen wird.
Warum sind Segmentinformationen für Analysten so wichtig?
Da diversifizierte Konzerne oft sehr unterschiedliche Risiko-Rendite-Profile in ihren Sparten aufweisen, ermöglichen Segmentinformationen eine präzisere Prognose zukünftiger Cashflows als aggregierte Konzerndaten.
- Arbeit zitieren
- Michael Scheriau (Autor:in), 2002, Kapitalmarktorientierte Unternehmensanalyse - Informationsbedürfnisse aus Investorsicht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185761