Kooperationsprinzip und Implikatur


Hausarbeit, 2003
11 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

0. Einleitung

1.Das Kooperationsprinzip
1.1 Allgemeines zum Kooperationsprinzip
1.2 Die Konversationsmaximen
1.3 Beispiele für die Maximen
1.3.1 Die Maxime der Qualität
1.3.2 Die Maxime der Quantität
1.3.3 Die Maxime der Relation
1.3.4 Die Maxime der Art und Weise (Modalität)

2 Die Implikaturtheorie
2.1 Konversationelle Implikaturen
2.2 Generelle Implikaturen

3 Zusammenfassung

4 Bibliographie

0.Einleitung

Wenn man bedenkt, wie viele unterschiedliche Faktoren (beispielsweise die Herkunft, das unterschiedliche Weltwissen, der soziale Hintergrund etc.) in eine Unterhaltung hineinspielen, ist es eigentlich verwunderlich, dass Kommunikation doch so einfach zustande kommt. Scheinbar muss es ein universelles Prinzip geben, das Kommunika- tion ermöglicht.

Aus sprachwissenschaftlicher Sicht ist es sicherlich Herbert Paul Grices Modell, für das sich eine nähere Untersuchung hinsichtlich dieses Gedankens lohnt.

Im Folgenden will ich mich also mit seinem Kooperationsprinzip und seiner Implika-

turtheorie beschäftigen, um demonstrieren zu können, nach welch grundsätzlich an-

wendbaren, aber dennoch simplen Prinzipien Kommunikation aus seiner Sicht funk- tioniert.

1.Das Kooperationsprinzip

1.1 Allgemeines zum Kooperationsprinzip

Grice geht davon aus, dass zwischen allen Gesprächsteilnehmern quasi eine stillbare Vereinbarung zur Teilnahme an einem Gespräch bestehe. Schließlich verfolge man dasselbe Ziel - das Ziel einer gemeinsamen Unterhaltung. Dies bedeutet nicht, dass man auch inhaltlich übereinstimmen muss. Beispielsweise während eines Streits sind beide Streitparteien gegeneinander destruktiv, verfolgen aber insoweit dasselbe, als sie beide streiten „wollen“.

Außerdem bestehe zwischen ihnen eine gegenseitige Abhängigkeit. Damit ein Gespräch weitergehen kann und nicht zu einem Ende kommt, müssen beide Seiten ihren Teil dazu beitragen, damit die Fortsetzung gewährleistet ist.

Und auch eine gemeinsame Basis müsse bestehen. Denn wenn Person A an einem Gespräch über Schmetterlinge, Person B aber an einer Fußballdiskussion interessiert ist, kann kein Gespräch erfolgreich zustande kommen.

Also sollte man davon ausgehen können, dass derjenige, der sozusagen in ein Ge-

spräch ,,einwilligt“, sich kooperativ verhält, andernfalls würde er nur eine Konversa-

tion, an der er ja selbst Interesse hat, gefährden.

1.2 Die Konversationsmaximen

Wie Grice analysiert hat, gibt es eigentlich nur einige wenige Faktoren, die beachtet werden müssen, um kooperativ zu handeln.

Dies fasst er in seinen Konversationsmaximen[1] zusammen:

Sein erstes Postulat ist die Maxime der Quantität:

(1) Mache deinen (Gesprächs-) Beitrag so informativ wie ( für den gegenwärtigen Zweck des

Wortwechsels) erforderlich

(2) Mache deinen (Gesprächs-) Beitrag nicht informativer als erforderlich

[Anmerkung: Die Missachtung von (2) erscheint auf den ersten Blick nicht unbedingt ein unkooperatives Verhalten mit sich zu bringen, ist man aber zu informativ, bedeutet das, dass man seinen Gesprächspartner entweder völlig verwirrt oder eben langweilt.]

Sein nächstes Prinzip, die Maxime der Qualität

(3) Sage nichts, von dem du annimmst, dass es falsch ist.

(4) Sage nichts, für das dir angemessene Beweise fehlen.

kann man als ,,Supermaxime“:

Versuche deinen (Gesprächs-) Beitrag wahr zu gestalten.

zusammenfassen.

In der dritten Maxime, der Maxime der Relation geht es ihm um die Relevanz:

(5) Sei relevant.

Und schließlich, in seiner vierten Maxime, die er mit

Sei klar.

umreißt, geht es ihm um die Art und Weise ( Modalität):

(6) Vermeide Unklarheit im Ausdruck.

(7) Vermeide Mehrdeutigkeit.

(8) Fasse dich kurz (vermeide unnötige Weitschweifigkeit).

(9) Gehe methodisch vor.

[...]


[1] Der Wortlaut ist aus GRICE 1989: 26/27 übernommen und von mir selbst ins Deutsche übersetzt

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Kooperationsprinzip und Implikatur
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Romanisches Seminar)
Note
1,3
Autor
Jahr
2003
Seiten
11
Katalognummer
V18580
ISBN (eBook)
9783638228985
Dateigröße
448 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kooperationsprinzip, Implikatur
Arbeit zitieren
Christina König (Autor), 2003, Kooperationsprinzip und Implikatur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18580

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