Supply Chain Steuerung und Services - Die Erfolgsstrategie des Fourth Party Logistics Providers


Seminararbeit, 2002
26 Seiten, Note: 3

Leseprobe

Philipps ­ Universität Marburg
Fachbereich Wirtschaftswissenschaften
Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Logistik
Seminar / Planspiel
,,Virtuelle Spedition"
im Wintersemester 2002 / 2003
Thema 6:
Supply Chain Steuerung und Services -
Die Erfolgsstrategie des Fourth Party Logistics Providers
Eingereicht von:
Benjamin Krischer

II
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis...III
Abkürzungsverzeichnis ... IV
1
Einleitung...1
2
Logistik im Wandel...2
2.1
First & Second Party Logistics ...2
2.2
Third Party Logistics Provider ...3
2.3
Fourth Party Logistics Provider ...4
3
Supply Chain Management ...5
3.1
Phasen des Supply Chain Managements ...5
3.2
Gründe für den Einsatz von Supply Chain Management ...6
3.3
Hemmschwellen des Supply Chain Managements ...7
4
Tätigkeitsbereiche der 4PL...8
4.1
Supply Chain Services & Steuerung ...8
4.1.1
Netzwerkmanagement...8
4.1.2
IT-Services ...10
4.1.3
Weitere Leistungen des 4PL ...12
4.1.4
Supply Chain Controlling ...12
4.2
Grenzen und Potentiale der Tätigkeiten des 4PL ...15
5
Schlussbemerkung ...17
Literaturverzeichnis ...V

III
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Vom Transporteur zum 4PL. ... 2
Abb. 2: Supply Chain vs. Supply Network. ... 5
Abb. 3: Instabilität der Logistikkette ohne SCM... 7
Abb. 4: Management von Logistiknetzwerken. ... 9
Abb. 5: Balanced Scorecard für das Supply Chain Controlling ... 13
Abb. 6: Ziele und Erfolg des Outsourcing. ... 16
Abb. 7: Komponenten logistischer Leistung. ... 17

IV
Abkürzungsverzeichnis
1PL
­
First Party Logistics
2PL
­
Second Party Logistics
3PL
­
Third Party Logistics Provider
4PL
­
Fourth Party Logistics Provider
Abb.
­
Abbildung
bspw ­
beispielsweise
bzw.
­
beziehungsweise
d.h.
­
das heißt
Hrsg. ­
Herausgeber
i.d.R. ­
in der Regel
IT
­
Informationstechnologie
KMU ­
Kleine und mittlere Unternehmen
LDL
­
Logistikdienstleistungen
o.g.
­
oben genannt(en)
o.V.
-
ohne Verfasser
s.a.
­
siehe auch
SCM ­
Supply Chain Management
u.a.
­
unter anderem
vgl.
­
vergleiche
z.B.
­
zum Beispiel
z.T.
­
zum Teil

1
1
Einleitung
Bis in die 90er Jahre vertrauten Unternehmen vor allem einem: Sich selbst. Von der
Beschaffung über die Produktion bis hin zum Absatz der eigenen Produkte hielten sie alle
Leistungen fest in einer Hand. Von dieser Autonomie begannen Unternehmen sich aber zu
lösen.
Heutzutage
werden Unternehmen
mit
der
zunehmenden
Konzentration auf
Kernkompetenzen immer schlanker.
1
Ein einzelnes Unternehmen kann aus diesem Grund
oftmals
nicht
mehr alle
notwendigen Ressourcen wie
Arbeitsmittel,
Finanzmittel,
Technologien und Know-How zur Verfügung stellen, um komplexe Produkte zu entwickeln
und zu vertreiben. In einem Netzwerk können solche Unternehmen jedoch als schlagkräftige
Einheit auftreten.
2
Die Trends, alle Logistikdienstleistungen (LDL) aus einer Hand zu beziehen und eine
Reorientierung von nationalen zu internationalen Netzwerken stellen neue Anforderungen an
die Logistik, die, bedingt durch die ihr zugrunde liegende integrative, ganzheitliche
Prozesssichtweise, für die Steuerung und das Management globaler Unternehmensnetzwerke
prädestiniert ist. Die Logistik ist dabei das verbindende Glied von Prozessketten und
ermöglicht
im
Rahmen
des
Netzwerkmanagements
erhebliche
Einfluss-
und
Verbesserungspotentiale.
3
Permanente Veränderungen der Unternehmensumwelt erfordern die regelmäßige und
systematische
Anpassung
sowie
Optimierung
inner-
und
zwischenbetrieblicher
Logistiksysteme auf Basis der gesamten Wertschöpfungskette. Eine alleinige Differenzierung
über innovative Produkte ist häufig nicht mehr ausreichend. Die Modernisierung logistischer
Systeme wird somit zum Erfolgsfaktor.
4
Die nichttriviale Koordination dieser Prozesse über System- und Sublieferanten, Endhersteller
und Dienstleister soll künftig an so genannte Fourth Party Logistics Provider (4PL) vergeben
werden, deren Aufgabe die Steuerung und das Management von Logistiknetzwerken durch
das Zusammenführen des eigenen Know-Hows und eigener Ressourcen mit denen anderer
Logistikdienstleister ist.
5
Kapitel 2 dieser Arbeit setzt sich zunächst mit den bisherigen Entwicklungen der
Logistikbranche auseinander. Dabei wird der Wandel von der reinen Inhouse Logistik über
die ersten Outsourcing Bemühungen hin zu den heute aktuellen Third Party Logistics
Providern (3PL) aufgezeigt. Abschließend wird der Vollständigkeit halber vorab kurz auf den
1
Vgl. Schmalen / E-Logistik / 2001 / S. 2.
2
Vgl. Baumgarten; Darkow / Logistiknetzwerke / 1999 / S. 146.
3
Vgl. Baumgarten; Zadek; Keller / M & A / 2001 / S. 15ff.
4
Vgl. Zadek; Priemer / Implementierungswerkzeuge / 2000 / S. 202.
5
Vgl. Baumgarten; Zadek; Keller / M & A / 2001 / S. 15f. und Baumgarten; Zadek / E-SCM / 2001 / S. 76ff.

2
4PL eingegangen. Der dritte Abschnitt befasst sich mit dem Begriff des Supply Chain
Managements (SCM), wobei anfangs die Beweggründe für SCM und dessen Phasen
dargestellt werden. Darauf aufbauend werden Hemmschwellen des SCM analysiert. Im
4. Kapitel werden die 4PL genauer beleuchtet. Hierbei wird auf deren Kernaufgaben - Supply
Chain Steuerung und Services - eingegangen. Das Ende dieses Teils der Arbeit zeigt Grenzen
und Potentiale des Aufgabenbereichs der 4PL auf. Ein kurzes Fazit bildet schließlich den
Abschluss.
2
Logistik im Wandel
Das folgende Kapitel gibt einen kurzen Überblick über die Entwicklung der Logistik in den
letzten 30 Jahren, bezogen auf den Grad der Einbeziehung der Kunden und die Leistungstiefe
der Logistikdienstleister. Die nebenstehende Abbildung verdeutlicht diesen Sachverhalt.
Je höher die Leistungen in der Grafik angesiedelt
sind, desto höher ist auch das für diese Bereiche
prognostizierte Marktwachstum: Während bei
den 2PL lediglich mit 2-5% Wachstum zu
rechnen ist, wird bei der Kontraktlogistik (3PL)
ein
Wachstum
von
10-15%
erwartet.
Das
potentielle Wachstum der 4PL wird nochmals um
5% höher eingeschätzt.
6
Bevor die Elemente der
Grafik genauer analysiert werden, soll der Begriff
Logistik definiert werden. Schönsleben definiert
Logistik dabei folgendermaßen: ,,Logistik in und
zwischen Unternehmen ist die Organisation, Planung und Realisierung des gesamten Güter-,
Daten- und Steuerungsflusses entlang des Lebenszyklus von Produkten".
7
2.1 First & Second Party Logistics
Dem bis Ende der siebziger Jahre weit verbreiteten Modell des 1PL entsprechen die in der
Einleitung genannten Unternehmen, die die gesamte Abwicklung der Logistikprozesse selbst
übernehmen, d.h. die meisten Unternehmen besaßen einen eigenen Fuhrpark und eigene
Lagerhäuser. Externe Dienstleister wie Speditionen kamen lediglich bei Funktionen wie der
- eher seltenen - globalen Versendung zum Einsatz. Vorherrschend war der Verkäufermarkt,
so dass Kundenanforderungen und -probleme kaum eine Rolle spielten. Das produzierende
Unternehmen entspricht somit der First Party.
6
Vgl. o.V. / Logistikbranche / 2002 / S. 1 und Baumgarten; Zadek / Netzwerksteuerung / 2002 / S. 14.
7
Vgl. Schönsleben / Logistikmanagement / 1998 / S. 7.
Abb. 1: Vom Transporteur zum 4PL.
In Anlehnung an: Kuhn /
Beschaffungskooperationen / 2002 / S. 23.

3
Eine Weiterentwicklung dieses Modells stellen die Second Party Logistics dar. Hierbei
kommt neben dem produzierenden Unternehmen der Kunde als zweite Partei zum Einsatz. Es
gab also einen Wandel vom Verkäufer- zum Käufermarkt. Innerhalb dieser Phase wurden
zudem Basislogistikleistungen wie Lagerung und Transport an externe Logistikanbieter
übertragen.
8
2.2 Third Party Logistics Provider
Auch wenn Kooperationen im Bereich Logistik sich vorwiegend auf die Bereiche Versorgung
und Distribution beschränken, nimmt in den Bereichen Entwicklung und Produktion in letzter
Zeit die Bereitschaft zur Kooperation zu. Diesen Trend machen sich die 3PL zu eigen.
Ein 3PL ist ein Outsourcing Partner, der Aufgaben wie Transport, Lager, Umschlag und
Mehrwertdienste (z.B. Konfektionierung oder Montage) für den Auftraggeber übernimmt.
Diese Aufgaben zeigen, dass ein 3PL die Planung und Realisierung komplexer
Leistungspakete übernimmt. Dabei müssen die Leistungen nicht immer direkt durch den 3PL
erbracht werden, sondern können auch unter Einbindung von Subdienstleistern erledigt
werden, woraus ein gesteigerter Bedarf von Koordinationsleistungen resultiert.
3PL, die auch als Systemdienstleister bezeichnet werden, besitzen i.d.R. umfassendes
Logistik Know-How und bieten zunehmend eigenverantwortlich Systemlösungen an, die die
gesamte Auftragsabwicklung für den Kunden und Value Added Services, wie die
Kundenbetreuung sowie Informations- und Finanzdienstleistungen, umfassen.
9
Das 3PL Modell ist gekennzeichnet durch die Zwischenschaltung eines Logistikdienstleisters
in den Wertschöpfungsprozess (der Dienstleister entspricht somit der Third Party) und basiert
auf der engen Kooperation zwischen Kunde und Logistikunternehmen, wodurch sich der
Auftraggeber des 3PL vollständig auf sein Kerngeschäft konzentrieren kann.
10
Hauptgrund für
den Einsatz eines 3PL ist die Annahme, dass dieser die ihm übertragenen Aufgaben besser
und billiger als bei Eigenleistung übernehmen kann. Dabei bleiben 3PL i.d.R. aber Bestandteil
eines vom Auftraggeber gesteuerten Gesamtsystems. Da die Tätigkeit der 3PL nicht die
gesamte Supply Chain sondern nur einen Teilbereich abdeckt, sind an den Schnittstellen zu
anderen
Teilen
des
Logistiknetzwerks
11
Systembrüche
festzustellen,
weshalb
eine
kollaborative Steuerung der gesamten Prozesskette nicht möglich ist.
12
8
Vgl. Kuhn / Beschaffungskooperationen / 2002 / S. 23 und o.V. / Sektorstudie Logistik / 2001 / S. 19.
9
Vgl. Baumgarten; Zadek / E-SCM / 2001 / S. 79 und Baumgarten; Zadek / Netzwerksteuerung / 2002 / S. 14.
10
Vgl. Kuhn / Logistikkonzepte / 2002 / S. 3 und als auch Giesa; Kopfer / Kontraktlogistik / 2000 / S. 48.
11
,,Ein Logistiknetzwerk ist die Zusammenfassung der Logistiken mehrerer Mithersteller." Vgl. Schönsleben /
Logistikmanagement / 1998 / S. 10.
12
Vgl. Baumgarten; Zadek / Netzwerksteuerung / 2002 / S. 14f und Armbruster / 4PL / 2002 / S. 1.
Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Supply Chain Steuerung und Services - Die Erfolgsstrategie des Fourth Party Logistics Providers
Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Note
3
Autor
Jahr
2002
Seiten
26
Katalognummer
V185853
ISBN (eBook)
9783656990635
ISBN (Buch)
9783656991380
Dateigröße
1876 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
supply, chain, steuerung, services, erfolgsstrategie, fourth, party, logistics, providers
Arbeit zitieren
Benjamin Krischer (Autor), 2002, Supply Chain Steuerung und Services - Die Erfolgsstrategie des Fourth Party Logistics Providers , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185853

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