In dieser Arbeit soll zunächst die wirtschaftliche und politische Lage im Nachkriegsdeutsch-land dargestellt werden. Darauf aufbauend erfolgt eine Beurteilung der Geschehnisse und Konzepte, die zur Entstehung des deutschen Bankwesens und daraus resultiere
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Lage im Nachkriegsdeutschland und die Politik der Alliierten
2.1 Die politische Lage in der frühen Nachkriegszeit
2.2 Der Wandel in der amerikanischen Deutschlandpolitik
3 Die Entstehung des deutschen Bankwesens
3.1 Ziele der Alliierten
3.2 Entflechtung der Großbanken
3.3 Gründung der Landeszentralbanken
3.4 Errichtung der Bank deutscher Länder
3.5 Die Umwandlung in die Bundesbank
4 Die Währungsreform von 1948
4.1 Definition & Typologien
4.2 Pläne zur Reform
4.3 Gesetze und Verordnungen
4.4 Folgen
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entstehung der westdeutschen Geldordnung nach dem Zweiten Weltkrieg, wobei der Schwerpunkt auf den ordnungspolitischen Maßnahmen der Alliierten sowie den Konzepten zum Aufbau eines neuen Bankwesens und der Währungsreform von 1948 liegt. Ziel der Arbeit ist es, die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen, die maßgeblichen Akteure sowie die resultierenden institutionellen Weichenstellungen zu analysieren, die den Grundstein für den späteren wirtschaftlichen Wiederaufbau legten.
- Politische Rahmenbedingungen im Nachkriegsdeutschland
- Entwicklung und Dezentralisierung des Bankwesens
- Methodik und Durchführung der Währungsreform von 1948
- Ordnungspolitische Bedeutung der D-Mark
Auszug aus dem Buch
3.2 Entflechtung der Großbanken
Am 05.06.1945 wurde im sowjetisch besetzten Berlin die Neuordnung des Bankwesens verfügt. Im Zuge dessen wurden auch die Hauptverwaltungen der deutschen Großbanken geschlossen. Daraufhin versuchten diese ihre zentrale Lenkung durch die Wiedereröffnung von Hauptverwaltungen in Hamburg wiederherzustellen.
Die Amerikaner waren allerdings der Meinung, dass das zentralisierte deutsche Bankenwesen die Vorbereitung und Finanzierung des 2. Weltkriegs erheblich erleichtert hatte, wie dies bei einem dezentralisierten Bankenapparat nicht möglich gewesen wäre. Daher wurde am 05.10.1945 mit dem 1. Dodge Plan eine Dezentralisierung des Bankwesens empfohlen. Um den übermäßigen Einfluss der Banken auf die Industrie zu beseitigen war geplant dass es, wie in den USA, Banken nur noch erlaubt ist, in einem Land Filialen zu errichten. Dazu sollten die Großbanken liquidiert und auf Landesebene neu organisiert werden. Die Börsennotierung und der Besitz von Aktien sollte Banken verboten werden.
Im November 1945 wurde dieser Plan in den Alliierten Kontrollrat eingebracht, aber vor allem die Briten stellten sich dagegen, da sie keine Veranlassung sahen, das Bankensystem zu reformieren. Daher wurde von den Briten die Arbeit der Hauptverwaltungen der Kreditinstitute in Hamburg auch weiterhin gestattet. Hintergrund dessen war, dass die Briten befürchteten, eine Dezentralisierung würde die alliierte Kontrolle erschweren und lokale Monopole fördern.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung definiert den Begriff der Geldordnung und erläutert die Notwendigkeit einer Währungsreform als Grundvoraussetzung für den Wiederaufbau im Nachkriegsdeutschland.
2 Die Lage im Nachkriegsdeutschland und die Politik der Alliierten: Dieses Kapitel analysiert die schwierige wirtschaftliche Ausgangslage sowie die divergierenden politischen Ziele der Besatzungsmächte.
3 Die Entstehung des deutschen Bankwesens: Das Kapitel beschreibt die Bemühungen der Alliierten, das deutsche Bankensystem zu dezentralisieren und eine funktionierende Zentralbankstruktur aufzubauen.
4 Die Währungsreform von 1948: Hier werden die theoretischen Konzepte, die konkreten Reformpläne sowie die gesetzliche Umsetzung der Währungsreform und deren wirtschaftliche Folgen dargelegt.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit bewertet die Bedeutung der alliierten Geldordnung für den Erfolg der D-Mark und ihre Rolle als Basis für spätere europäische Währungsstrukturen.
Schlüsselwörter
Geldordnung, Währungsreform, D-Mark, Alliierten, Bank deutscher Länder, Landeszentralbanken, Nachkriegsdeutschland, Wirtschaftsordnung, Dezentralisierung, Marshall Plan, Inflationsbekämpfung, Besatzungspolitik, Wiederaufbau, Bankwesen, Ordo-Liberalismus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Entstehung der westdeutschen Geldordnung in der unmittelbaren Nachkriegszeit zwischen 1945 und 1949.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die alliierte Besatzungspolitik, der Neuaufbau des Bankwesens sowie die Durchführung der Währungsreform 1948.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Analyse der ordnungspolitischen Konzepte und institutionellen Strukturen, die zur Stabilisierung des deutschen Geldwesens führten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine historische und wirtschaftswissenschaftliche Analyse auf Basis von Fachliteratur und offiziellen Plänen jener Zeit.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der politischen Ausgangslage, die Entflechtung des Bankwesens und die Details der Währungsumstellung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Geldordnung, Währungsreform, D-Mark, Bank deutscher Länder und ordnungspolitische Transformation.
Welche Rolle spielten die Alliierten bei der Reform?
Die Alliierten waren die treibende Kraft und maßgeblichen Architekten der neuen Geldordnung, während der deutsche Einfluss begrenzt blieb.
Warum war die Dezentralisierung des Bankwesens so umstritten?
Die USA strebten eine Dezentralisierung an, um Machtkonzentrationen zu vermeiden, während andere Mächte wie die Briten lokale Strukturen zur administrativen Erleichterung beibehalten wollten.
- Quote paper
- Benjamin Krischer (Author), 2001, Die Entstehung der deutschen Geldordnung nach dem II. Weltkrieg: Ordnende Kräfte, Konzepte und Ergebnisse , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185854