Contreras (1985) diskutiert die Syntax von subordinierten nominalen VN-Komposita des Typs „tocadiscos“, „paraguas“ und „sacamuelas“ im kastilischen Spanisch. Dabei analysiert die Autorin die erste Konstituente derartiger Komposita als Verben. Endozentrische
NN-Komposita und NA-Komposita des Typs „casaquinta“ und „buque
escuela“ im Spanischen stellen Projektionen jener Konstituenten dar, welche innerhalb derartiger Komposita als Kopfkonstituenten fungieren. Somit besitzen endozentrische Komposita dieselbe grammatischen und kategorialen Merkmale und dasselbe Niveau
von phrasaler Expansion wie deren Kopfkonstituenten. Demgegenüber stellen subordinierte nominale VN-Komposita des Typs „tocadiscos“, „paraguas“ und „sacamuelas“ im Spanischen keine Projektion irgendeiner ihrer Konstituenten dar. Syntaktisch ähneln derartige Komposita einer VP, scheinen allerdings wie ein Nomen zu fungieren
und sind somit nach Contreras (1985) als exozentrische Komposita zu analysieren. Die Autorin nimmt an, daß endozentrische NN-Komposita und NA-Komposita des Typs „casaquinta“ und „buque escuela“ im Spanischen und exozentrische VN-Komposita des Typs „tocadiscos“, „paraguas“ und „sacamuelas“ im Spanischen durch verschiedene
Wortbildungsprozesse generiert werden. Hierzu diskutiert Contreras (1985) zuerst die Generierung von endozentrischen NN-Komposita und NA-Komposita des Typs „casaquinta“ und „buque escuela“ im Spanischen innerhalb des theoretischen Rahmens der Wortsyntax. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Generierung von endozentrischen NN-Komposita und NA-Komposita im Spanischen innerhalb des theoretischen Rahmens der Wortsyntax
3. Evidenz gegen die Endozentrizität von subordinierten nominalen VN-Komposita im Spanischen
4. Eine alternative Generierung von subordinierten nominalen VN-Komposita im Spanischen
5. Die Analyse von VN-Komposita als eine „Reduced Relative“-Struktur
6. Die diachronische Reanalyse von syntaktischen VN-Komposita als lexikalische VN-Komposita im Spanischen
7. Der formale Plural von subordinierten nominalen VN-Komposita im Spanischen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die syntaktische und morphologische Struktur von exozentrischen, subordinierten nominalen VN-Komposita (Verb-Nomen-Verbindungen) im kastilischen Spanisch und vergleicht diese mit endozentrischen Komposita sowie mit entsprechenden Strukturen im Englischen.
- Strukturelle Analyse von VN-Komposita im Spanischen
- Vergleich mit endozentrischen NN- und NA-Komposita
- Rolle der „Head Direction“-Parameter und Kopfperipherität
- Analyse als „Reduced Relative“-Struktur und Bedeutung leerer Kategorien
- Diachronische Reanalyse von syntaktischen zu lexikalischen Komposita
- Morphologische Flexion und formaler Plural in Komposita
Auszug aus dem Buch
Die diachronische Reanalyse von syntaktischen VN-Komposita als lexikalische VN-Komposita im Spanischen
Contreras (1985) schlägt folgende Strukturen für subordinierte nominale VN-Komposita im Spanischen vor:
Dabei entspricht die Struktur in 15) a) der Analyse von VN-Komposita im Spanischen als syntaktische VN-Komposita und die Struktur in 15) b) der Analyse von VN-Komposita im Spanischen als lexikalisierte VN-Komposita, wobei beide Strukturen nicht durch einen synchronischen Prozeß miteinander verbunden sind. Da die Struktur des syntaktischen VN-Kompositums in 15) a) nicht die funktionale Kategorie IP und somit keine Flexion beinhält, impliziert sie auch keine verbale Kongruenzmorphologie. Das Verb ist unveränderlich für die 3. Person Singular Indikativ Präsens morphologisch markiert und die ungrammatischen Strukturen in 14) sind ausgeschlossen. Obwohl Contreras (1985) gegen die Annahme argumentiert, daß subordinierte nominale VN-Komposita im Spanischen auf der Basis von kopflosen Relativsätzen generiert werden, geht die Autoren dennoch davon aus, daß sowohl syntaktische VN-Komposita als auch kopflose Relativsätze im Spanischen ein- und dieselbe Struktur aufweisen, d.h. die Struktur von kopflosen Relativsätzen. Contreras (1985) diskutiert die Frage, welche Wortbildungsregeln die Struktur von syntaktischen subordinierten VN-Komposita im Spanischen generieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Diskussion um subordinierte nominale VN-Komposita im Spanischen und Abgrenzung zu endozentrischen Komposita.
2. Die Generierung von endozentrischen NN-Komposita und NA-Komposita im Spanischen innerhalb des theoretischen Rahmens der Wortsyntax: Diskussion der Ansätze von Lieber und Fabb zur Wortbildung bei endozentrischen Komposita und die Rolle parametrischer Unterschiede.
3. Evidenz gegen die Endozentrizität von subordinierten nominalen VN-Komposita im Spanischen: Argumentation, warum VN-Komposita nicht als endozentrisch analysiert werden können und welche strukturellen Probleme dabei entstehen.
4. Eine alternative Generierung von subordinierten nominalen VN-Komposita im Spanischen: Hinweis auf alternative Ansätze zur strukturellen Ableitung dieser Komposita.
5. Die Analyse von VN-Komposita als eine „Reduced Relative“-Struktur: Untersuchung der Hypothese, dass VN-Komposita aus kopflosen Relativsätzen abgeleitet werden können.
6. Die diachronische Reanalyse von syntaktischen VN-Komposita als lexikalische VN-Komposita im Spanischen: Vorschlag einer dualen Struktur für VN-Komposita und Erläuterung der diachronischen Entwicklung.
7. Der formale Plural von subordinierten nominalen VN-Komposita im Spanischen: Erklärung der Pluralflexion bei VN-Komposita und der Funktion des formalen Plurals im Kontext von Artikelkongruenz.
Schlüsselwörter
Spanisch, VN-Komposita, Wortsyntax, Exozentrik, Endozentrik, Wortbildung, Kopfkonstituente, Reduced Relative, Syntaktische Analyse, Lexikalisierung, Kongruenz, Pluralmorphologie, Head Direction Parameter, leere Kategorien, Determinierersystem
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der syntaktischen und morphologischen Einordnung von exozentrischen, subordinierten nominalen VN-Komposita (wie "tocadiscos") im kastilischen Spanisch.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die theoretische Wortsyntax, der Vergleich zwischen endozentrischen und exozentrischen Komposita sowie die parametrische Variation zwischen dem Spanischen und dem Englischen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, eine konsistente theoretische Erklärung für das Auftreten und die strukturelle Beschaffenheit von VN-Komposita im Spanischen innerhalb moderner syntaktischer Rahmenbedingungen zu finden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch-linguistische Analyse, die auf den Modellen von Contreras, Lieber, Fabb und Chomsky basiert und linguistische Argumentationen mittels Strukturanalysen (Bäume) führt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Unzulänglichkeit bestehender Wortbildungsregeln für VN-Komposita, die Hypothese der „Reduced Relative“-Struktur sowie die diachronische Reanalyse als lexikalische Einheiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind VN-Komposita, Exozentrik, Kopfkonstituente, syntaktische vs. lexikalische Analyse und das Determinierersystem.
Warum können VN-Komposita im Spanischen nicht als endozentrisch analysiert werden?
Weil sie syntaktisch keine Projektion einer ihrer Konstituenten darstellen und bei einer endozentrischen Analyse fehlerhafte Kategorisierungen bezüglich der Merkmalsvererbung (wie Verb vs. Nomen) resultieren würden.
Was besagt die Hypothese zum formalen Plural in diesen Komposita?
Die Arbeit argumentiert, dass die sichtbare Pluralmorphologie an der zweiten Konstituente als "formaler Plural" fungiert, der morphologisch wie ein Singular wirkt, was durch Artikelkongruenz belegt wird.
- Arbeit zitieren
- Magister Markus Mross (Autor:in), 2003, Exozentrische VN-Komposita im kastilischen Spanisch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185939