Dieser Aufsatz diskutiert unterschiedliche wissenschaftliche Positionen zum Thema vom Erwerb von Finitheit und Subjekt-Verb-Konguenz im Deutschen und Französischen während des kindlichen Erstspracherwerbes.
Inhaltsverzeichnis
1. A. Ferdinand (1994): On the Acquisition of Subject-Verb Agreement in French
2. H. Clahsen (1990/91): Constraints on Parameter Setting: A Grammatical Analysis of Some Acquisition Stages of German Child Language
3. J. Weissenborn (1990): Functional Categories and Verb Movement: The Acquisition of German Sytax Reconsidered
4. N. Müller (1994): Parameters cannot be reset; Evidence from the development of COMP
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht wissenschaftliche Positionen zum Erwerb von Finitheit und Subjekt-Verb-Kongruenz im Deutschen und Französischen während des kindlichen Erstspracherwerbs, wobei der Fokus auf der Entwicklung funktionaler Kategorien und der Verbbewegung liegt.
- Entwicklung morphosyntaktischer Merkmale und Kongruenzsysteme
- Rolle funktionaler Kategorien (IP, CP, COMP) beim Spracherwerb
- Mechanismen der Verbbewegung und deren Abhängigkeit von grammatischen Parametern
- Analyse von Übergeneralisierungsprozessen und der "Elsewhere Condition"
- Debatte um Parameter-Setting vs. lexikalisches Lernen
Auszug aus dem Buch
Ferdinand, A. (1994): On the Acquisition of Subject-Verb Agreement in French
1) Verb forms in child French
- Annahme, daß grammatische Merkmale Variation in der lexikalischen Form und in der Position des Verbes unterliegen, Frage, ob die lexikalische Form von Verben in der kindlichen Sprache syntaktische Merkmale widerspiegelt oder nicht und ob Positionen diese Merkmale widerspiegeln, Versuch, zu bestimmen, in wieweit die lexikalische Form von Verben die Anwesenheit von syntaktischen Merkmalen offenbart
- Lexical Thematic Hypothesis: Radford (1986/1992), keine funktionalen Kategorien in der kindlichen Grammatik, Full Clause Hypothesis: Hyams (1994), funktionale Kategorien von Anfang an in der kindlichen Grammatik vorhanden
- die Daten von französischer Kindersprache enthalten Hinweise, daß gewisse funktionale Projektionen von einem frühen Moment der Entwicklung an vorhanden sind, obwohl anfangs funktionale Elemente noch nicht obligatorisch lexikalisiert werden
- in kindlicher Sprache eine frühe Beziehung zwischen Form und Positionen des Verbes, im kindlichen Französisch frühe positionale Unterscheidung von finiten vs. nonfiniten Verbformen, das finite Verb steht vor und das nonfinite Verb hinter dem negativen Element „pas“, somit Beziehung zwischen der formalen und positionalen Unterscheidung zwischen finiten und nonfiniten Verben bereits auf der Stufe, auf welcher noch keine finite Tempus- oder Kongruenzmarkierung vorhanden ist, trotz des Fehlens von Paradigma für funktionale Markierungen an finiten Verben jedoch bereits Idee von Finitheit, welche diese Verben bewegt
Zusammenfassung der Kapitel
1. A. Ferdinand (1994): On the Acquisition of Subject-Verb Agreement in French: Dieses Kapitel analysiert den Erwerb von Verbformen im Französischen und zeigt auf, wie Kinder frühzeitig zwischen finiten und nonfiniten Formen unterscheiden, noch bevor eine explizite Kongruenzmarkierung vorliegt.
2. H. Clahsen (1990/91): Constraints on Parameter Setting: A Grammatical Analysis of Some Acquisition Stages of German Child Language: Hier werden theoretische Beschränkungen des Spracherwerbs diskutiert, insbesondere die Frage, ob Kinder Parameter in einer fixen Reihenfolge setzen und welche Rolle das Lexikon dabei spielt.
3. J. Weissenborn (1990): Functional Categories and Verb Movement: The Acquisition of German Sytax Reconsidered: Dieses Kapitel kritisiert bestehende Ansätze zum Erwerb der deutschen Syntax und argumentiert für eine frühe Existenz funktionaler Kategorien und die Unabhängigkeit der Verbbewegung vom Subjekt-Verb-Agreement.
4. N. Müller (1994): Parameters cannot be reset; Evidence from the development of COMP: Der Autor untersucht die Unumkehrbarkeit von Parameter-Einstellungen am Beispiel von bilingualen Kindern und analysiert die Integration der Kategorie COMP in die kindliche Grammatik.
Schlüsselwörter
Erstspracherwerb, Finitheit, Subjekt-Verb-Kongruenz, Verbbewegung, Funktionale Kategorien, Parameter-Setting, Lexikon, Französisch, Deutsch, Syntax, Nullsubjekte, COMP, Übergeneralisierung, Spracherwerbstheorie, Morphosyntax.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den theoretischen Grundlagen und empirischen Beobachtungen zum Spracherwerb von Kindern im Deutschen und Französischen, speziell im Hinblick auf grammatische Strukturen wie Finitheit und Kongruenz.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die Entwicklung von Verbbewegungen, der Erwerb funktionaler Kategorien wie CP und IP, sowie die Rolle von Parametern und lexikalischem Wissen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, zu verstehen, wie Kinder die zugrunde liegenden grammatischen Prinzipien ihrer Zielsprache identifizieren und wie sich syntaktische Kompetenzen über die Zeit hinweg entfalten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden linguistische Datenanalysen von kindlichen Äußerungen herangezogen, um theoretische Hypothesen (wie die Full Clause Hypothesis oder die Parameter-Setting-Modelle) zu überprüfen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Erwerbsphasen, von frühen, meist "Elsewhere"-basierten Strukturen bis hin zur Etablierung komplexer V2-Muster und der Integration von Complementizern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Spracherwerb, Verbbewegung, funktionale Kategorien, Kongruenz und Parameter-Setting charakterisiert.
Wie erklärt die Arbeit das Phänomen der "Elsewhere-Formen"?
Die Arbeit führt "Elsewhere-Formen" als Default-Strategie ein, die das Kind nutzt, bevor es die vollständigen, spezifizierten Paradigmen des Erwachsenen erworben hat, um dennoch morphosyntaktische Funktionen zu erfüllen.
Welche Rolle spielt die Negation im Erwerbsprozess?
Die Position des Verbes im Verhältnis zur Negation dient dem Kind als wichtiger Hinweis, um zu bestimmen, ob eine Verbbewegung stattgefunden hat, was für das Setzen syntaktischer Parameter essenziell ist.
- Citation du texte
- Magister Markus Mross (Auteur), 2001, Wissenschaftliche Positionen zum Thema vom Erwerb von Finitheit und Subjekt-Verb-Kongruenz im Deutschen und Französischen während des kindlichen Erstspracherwerbes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185946