Verschiedene Richtungen der Generativen Morphologie

Lexeme-Morpheme-Base-Morphology, Distributed Morphology, Word Syntax


Studienarbeit, 2002

12 Seiten, Note: 0


Leseprobe

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von Lexemen, freie grammatische Morpheme (wie Hilfsverben, Pronomina etc.) und gebundene grammatische Morpheme (d.h. sowohl Derivations- als auch Flexionsaffixe) realisieren/markieren zwar phonologisch die derivierten semantischen Bedeutungen und grammatischen Funktionen von Lexemen (d.h. deren Merkmalsveränderung durch die Derivation von lexikalischen und flexionalen morphologischen Kategoriemerkmalen), werden allerdings unabhängig von der Derivation dieser morphologischen Kategoriemerkmale durch eine autonome „Morphological Spelling“-(MS-)Komponente phonologisch deriviert, strikte Trennung der Derivation semantischer Bedeutung/grammatischer Funktion von Lexemen und der Realisierung von phonologischer Markierung dieser derivierten morphologischen Kategoriemerkmale durch die phonologische Realisierung von grammatischen Morphemen, diese Trennung der grammatischen Operation von lexikalischer und flexionaler Derivation von der grammatischen Operation von Affigierung hält Beard (1995) in der „Separation Hypothesis“ fest, demnach besitzen grammatische Morpheme überhaupt keinen eigenen semantischen oder grammatischen Inhalt und modifizieren den semantischen oder grammatischen Inhalt eines Lexems nicht durch Affigierung, diese Tatsache hält Beard (1995) im „Empty Morpheme Entailment“ fest, wonach keine semantische Bedeutung oder grammatische Funktion mit einem grammatischen Morphem assoziiert werden kann, gebundene grammatische Morpheme (Affixe) stellen somit lediglich die unabhängige phonologische Modifikation der phonologischen Repräsentation von Lexemen dar, welche die Tatsache phonologisch markiert, daß ein Lexem

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L-Derivation (lexikalischer Derivation) oder I-Derivation (flexionaler Derivation) unterzogen wurde, „Spelling“ ist die rein phonologische Realisierung der morphologischen Kategorien eines Lexems, welches Derivation unterzogen worden ist, die Funktion von „Spelling“ ist die Unterscheidung von Lexemen, welche Derivation unterzogen wurden von jenen Lexemen, welche keiner Derivation unterzogen wurden, im Gegensatz zu gebundenen grammatischen Morphemen müssen freie grammatische Morpheme eine syntaktische Position besetzen, da sie syntaktischer Bewegung unterliegen, somit werden gebundene und freie grammatische Morpheme durch die MS-Komponente erst nach der Anwendung von syntaktischen Regeln phonologisch realisiert

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2) infolge der in der „Separation Hypothesis“ beinhalteten strikten Trennung zwischen der Derivation von semantischer Bedeutung und grammatischer Funktion von Lexemen und der Realisierung von phonologischer Markierung weist die LMBM insbesondere in den Bereichen der „Zero Morphology“, der „Empty Morphology“ und der „Morphological Asymmetry“ eine überlegenere Erklärungskraft auf als die LHM/Wortsyntax; Nullmorpheme repräsentieren Affigierung ohne Derivation von grammatischer Funktion, leere Morpheme repräsentieren Derivation von grammatischer Funktion ohne Affigierung, polyfunktionale Affixe müssen nicht als zufällige homonyme Affixe erklärt werden sondern repräsentieren Affixe, welche mehrere grammatische Funktionen markieren 3) die LMBM beruht auf der Annahme der „Split Morphology Hypothesis“, dies impliziert insofern eine strikte Trennung von Morphologie und Syntax, als daß Derivation (L-Derivation) und Flexion (I-Derivation) nicht zu einer einzigen integrierten Morphologie miteinander kombiniert werden, deren Operationsbereich sich ausschließlich auf die grammatischen Komponente des Lexikons beschränkt („Integrated Morphology Hypothesis“), unter der Annahme der LMBM existieren somit zwei Morphologien, die Derivationsmorphologie (L-Derivation) und die Flexionsmorphologie (I-Derivation), der Operationsbereich der L-Derivation ist das Lexikon, wo sie auf abstrakten lexikalischen (lexeminhärenten) Kategoriemerkmalen operiert, der Operationsbereich der I-Derivation ist die Syntax, wo sie auf abstrakten flexionalen/syntaktischen Kategoriemerkmalen operiert

4) wie die LMH/Wortsyntax so beruht die LMBM ebenfalls insofern auf einer Kombination von Morphologie und Syntax, als daß dieselben Government and Binding-Prinzipien, welche in der Syntax die Bildung von Satzstrukturen determinieren, auf die Derivation von Wortstrukturen in der Morphologie übertragen werden

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Lexeme-Morpheme Base Morphology. A General Theory of Inflection and Word Formation, Albany, NY: SUNY Press, S. 1 - 18.

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- Beard, R. (1995). The Aristotelean Hypothesis, in: Beard, R. (Ed.) (1995), Lexeme-Morpheme Base Morphology. A General Theory of Inflection and Word Formation, Albany, NY: SUNY Press, S. 19 - 42.

- Beard, R. (1995). An Outline of Lexeme-Morpheme Base Morphology, in: Beard, R. (Ed.) (1995), Lexeme-Morpheme Base Morphology. A General Theory of Inflection and Word Formation, Albany, NY: SUNY Press, S. 43 - 72.

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Details

Titel
Verschiedene Richtungen der Generativen Morphologie
Untertitel
Lexeme-Morpheme-Base-Morphology, Distributed Morphology, Word Syntax
Hochschule
Universität Hamburg
Note
0
Autor
Jahr
2002
Seiten
12
Katalognummer
V185949
ISBN (eBook)
9783867469821
ISBN (Buch)
9783656991892
Dateigröße
581 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
verschiedene, richtungen, generativen, morphologie, lexeme-morpheme-base-morphology, distributed, morphology, word, syntax
Arbeit zitieren
Magister Markus Mross (Autor), 2002, Verschiedene Richtungen der Generativen Morphologie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185949

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