In der Arbeit wird der Frage nachgegangen, wie eine auf Daten aus dem Rechnungswesen basierende Bemessungsgrundlage eines Management-Anreizsystems konzipiert werden sollte. Dabei wird insbesondere darauf eingegangen, ob eher periodisierte Gewinn- oder zahlungsorientierte Cash Flow-Größen als Ausgangsbasis zweckdienlich sind. Dabei soll die Steigerung des Unternehmenswertes bzw. Shareholder Value als oberstes Ziel angesehen werden (unternehmenswertorientiertes Anreizsystem).
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung und Aufbau der Arbeit
1.1 Darstellung der Thematik und der Ziele
1.2 Aufbau und Abgrenzung der Arbeit
2 Grundlegende Betrachtungen
2.1 Wertorientierte Unternehmensführung und Shareholder Value
2.2 Theoretische Modelle als Grundlage von Anreizsystemen
2.2.1 Principal-Agent-Theorie
2.2.2 Motivations- und Verhaltenstheorien
2.3 Funktionen und Ziele von Anreizsystemen
2.4 Anforderungen an Anreizsysteme
3 Gewinne oder Cash Flows als Basis von Anreizsystemen
3.1 Ermittlung und Zusammensetzung
3.1.1 Gewinn
3.1.2 Cash Flow
3.1.3 Finanzierungstätigkeit und außerordentliche Ergebnisse
3.2 Informationsgehalt und Aussagen
3.3 Kritikpunkte an „traditionellen“ Kennzahlen
3.3.1 Einfluss von Rechnungslegungsnormen
3.3.2 Keine Berücksichtigung von Eigenkapitalkosten und Risiken
3.3.3 Verzerrung von Kennzahlen durch Abschreibungen
3.3.4 Vergangenheitsorientierung und mangelnde Zukunftsbetrachtung
3.3.5 Hemmung von betriebsnotwendigen langfristigen Investitionen
3.3.6 Manipulationsmöglichkeiten des Managements
3.3.7 Höhere Volatilität von Cash Flows im Vergleich zu Gewinnen
3.3.8 Mangelnde Berücksichtigung der Finanzierungsstruktur
3.3.9 Verzerrungen durch Steuereinflüsse
3.3.10 Keine Berücksichtigung des Kapitalbedarfs bei Wachstum
3.3.11 Abhängigkeit der Ergebnisse von Umwelteinflüssen
3.3.12 Verzerrung von Kennzahlen durch Leasing und Miete
3.3.13 Keine Berücksichtigung der Inflation
3.3.14 Verzerrung von Kennzahlen durch Goodwill-Ausweis
3.3.15 Einfluss der Dividendenpolitik
3.3.16 Ungenügende Korrelation mit dem Kapitalmarkt
3.3.17 Zusammenfassung
3.4 Entwicklung einer Bemessungsgrundlage für ein Anreizsystem
3.5 Abschließende Beurteilung der entwickelten Bemessungsgrundlage
4 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, eine rechnungswesenbasierte Bemessungsgrundlage für Management-Anreizsysteme zu konzipieren, die eine wertorientierte Unternehmensführung unterstützt. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob Gewinn- oder Cash Flow-Größen als leistungsabhängige Anreizbasis besser geeignet sind, um Manager zu unternehmenswertsteigerndem Handeln zu motivieren.
- Analyse und Vergleich von Gewinnen und Cash Flows zur Erfolgsmessung.
- Kritische Untersuchung traditioneller Kennzahlen auf ihre Eignung in Anreizsystemen.
- Entwicklung eines Modells zur Bemessungsgrundlage unter Berücksichtigung von Kapitalkosten und Risiken.
- Integration langfristiger Anreizkomponenten mittels Bonusbank-Modellen.
- Relativierung von Ergebnissen durch Benchmarking zur Eliminierung externer Umwelteinflüsse.
Auszug aus dem Buch
3.3.6 Manipulationsmöglichkeiten des Managements
Wie bei den Anforderungen an Anreizsysteme in Kapitel 2.4. festgestellt wurde, muss die BMG eines Anreizsystems möglichst frei von Manipulationsmöglichkeiten durch die Manager sein, damit diese nicht willkürlich Einfluss auf ihre Erfolgsbeteiligung ausüben können.
Durch konkrete Sachverhaltsgestaltung (substanzielle Bilanzpolitik) ist es dem Management möglich, den Periodenerfolg zu beeinflussen. So können z.B. Investitionen verzögert oder ganz unterlassen, Ausgaben für Marketing, F&E, Fort- und Weiterbildung gesenkt, der Verschuldungsgrad verringert und Vermögensgegenstände veräußert werden, um das Periodenergebnis zu beschönigen. Unter der Annahme, dass die Aufwendungen auch in der jeweiligen Periode zu Auszahlungen führen, besteht diesbezüglich kein Unterschied zwischen Gewinnen und CF, da Ein- und Auszahlungen ebenfalls relativ leicht beeinflusst werden können. Allerdings wird dabei der Tatsache Rechnung getragen, das tatsächlich der Aufwand geringer ist und damit das Ergebnis verbessert wurde. Dass hierdurch möglicherweise negative Folgen für zukünftige Perioden entstehen, ist ein anderer Punkt.
Anders ist allerdings die Sachlage bei der Ausnutzung von Ansatz- und Bewertungswahlrechten (formelle Bilanzpolitik), die insbesondere das deutsche Bilanzierungsrecht eröffnet. Hierdurch kann das Management erheblichen Einfluss auf die Höhe des Gewinns nehmen, ohne dass sich die ökonomischen Gegebenheiten geändert haben. Die Ausübung von Wahlrechten gleicht sich zwar meist zu einem späteren Zeitpunkt wieder aus, führt aber bei der Bewertung der jeweiligen Periode zu unerwünschten Verzerrungen. Durch die Auflösung stiller Reserven kann z.B. eine schlechte Ertragslage verschleiert werden. Oder Abschreibungen kann der Manager auf spätere Perioden verschieben, um einen finanziellen Vorteil bei einer Beteiligung am Gewinn zu erzielen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung und Aufbau der Arbeit: Einleitung in die Thematik der Managementvergütung und Darlegung der Zielsetzung, den Unternehmenswert mittels geeigneter Anreizsysteme zu steigern.
2 Grundlegende Betrachtungen: Erläuterung der Shareholder-Value-Orientierung sowie theoretischer Grundlagen wie der Principal-Agent-Theorie zur Begründung monetärer Anreizsysteme.
3 Gewinne oder Cash Flows als Basis von Anreizsystemen: Hauptteil, der die Ermittlung, den Informationsgehalt und die Kritikpunkte an traditionellen Kennzahlen analysiert, um daraus eine Bemessungsgrundlage zu entwickeln.
4 Zusammenfassung und Ausblick: Resümee der Arbeit, das die Notwendigkeit bereinigter, wertorientierter Kennzahlen unterstreicht und zukünftigen Handlungsbedarf in der Unternehmenspraxis aufzeigt.
Schlüsselwörter
Anreizsysteme, Managementvergütung, Shareholder Value, Unternehmenswertsteigerung, Principal-Agent-Theorie, Gewinn, Cash Flow, Residualgewinn, Kapitalkosten, Bilanzpolitik, Benchmarking, Investitionsrechnung, Bonusbank, Wertbeitrag, Performance-Messung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht, welche finanziellen Kennzahlen – Gewinne oder Cash Flows – sich am besten als Basis für die variable Vergütung von angestellten Führungskräften eignen, um eine wertorientierte Unternehmensführung zu fördern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Principal-Agent-Theorie, den Anforderungen an Anreizsysteme, der Analyse von Rechnungslegungsnormen und der Identifikation von Manipulationsmöglichkeiten bei traditionellen Kennzahlen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Konzeption einer anreizkompatiblen Bemessungsgrundlage, die das Handeln der Manager langfristig am Unternehmenswert ausrichtet und dabei gleichzeitig auf objektiven Rechnungswesendaten basiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und dem Vergleich theoretischer Konzepte mit den regulatorischen Anforderungen der Rechnungslegung (HGB, IFRS, US-GAAP).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert Kritikpunkte an traditionellen Erfolgsmaßen, etwa durch Steuereinflüsse, Abschreibungen oder mangelnde Zukunftsbetrachtung, und leitet daraus ein Berechnungsmodell für den Wertbeitrag ab.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind unter anderem Anreizsysteme, Managementvergütung, Shareholder Value, Residualgewinn, Bilanzpolitik und Benchmarking.
Warum wird der Cash Flow kritisch hinterfragt?
Obwohl Cash Flow-Größen objektiver sind als Gewinne, führt ihre Verwendung bei Investitionen oft zu Negativanreizen, weshalb sie für eine langfristige Erfolgsmessung modifiziert werden müssen.
Wie trägt das vorgeschlagene Bonusbank-Modell zur Lösung bei?
Das Bonusbank-Modell glättet die variable Vergütung über mehrere Perioden und verringert so das kurzfristige operative Denken der Manager, da diese auch an den langfristigen Folgen ihrer Entscheidungen beteiligt werden.
- Arbeit zitieren
- Andreas Meyer (Autor:in), 2004, Gewinne oder Cash Flows als Basis von monetären Management-Anreizsystemen als Bestandteil wertorientierter Unternehmensführung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185964