E-Learning in Unternehmen - Formen und Verbreitung im Überblick


Hausarbeit, 2005

21 Seiten, Note: 1


Leseprobe

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1 Einleitung

2 Entstehungsbedingungen für E-Learning

„Viele haben noch nicht verstanden, dass in der Informationsgesellschaft ohnehin der Gegensatz von Arbeiten und Lernen verschwinden wird.“ (Hans-Lorenz Reiff-Schoenfeld) 1

Das „lebenslange Lernen“ als Grundsatz und der Nutzen „lernender Organisationen“ sind unbe- Lern- und Arbeitswelt wachsen immer mehr zusammen. Viele Lehraufgaben, die Unternehmen in der Vergangenheit vollständig an externe Veranstalter weitergaben, werden heute in den Betrieben selbst wahrgenommen. Lernprozesse konzentrieren sich wieder mehr auf den Arbeitsplatz. Dadurch nimmt die Bedeutung des selbstgesteuerten Lernens zu, bei dem die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen selbst die Inhalte des Lernens wählen, um dadurch in einer immer komplexeren Arbeitswelt Beschäftigungsfähig zu bleiben. 2

2.1 Grund-Ausbildung

Der einmal erlernte Beruf hat auf die weitere berufliche Karriere immer kleinere Auswirkungen. Die „klassische“ Biographie - Schule, berufliche Ausbildung, Übernahme im Ausbildungsbetrieb, langfristige Beschäftigung, Ruhestand -wird immer seltener. Der neue Begriff „Patchworkbiografie“ beschreibt diese Form, die Unterbrechungen im Lebenslauf, Zweitausbildung oder Ausbildungsabbrüche, Umschulungen und sogar zeitweise Arbeitslosigkeit aufweist. Dies trifft auf immer mehr Lebensläufe zu. 3

Bereits im Berufsbildungsbericht 2001 wurde mehr Flexibilität und Durchlässigkeit des Berufsbildungs- (mittels modularer Ansätze), Qualifizierungsmöglichkeiten sowie die möglichen Zertifizierung von Ausbildungsteilen bzw. Teilen von berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen gefordert. 4

Für neue Berufe müssen die erforderlichen fachlichen und überfachlichen Kompetenzen erworben werden. Schließlich bringt eine Veränderung des beruflichen Umfeldes meistens eine erheblichen Informations- und Weiterbildungsbedarf mit sich. Langfristige Kurse wie bisher sind hier fehl am Platz. E-Learning bietet sich hier zur Lösung dieses Problems geradezu an. 5

In großen Unternehmen (wie z. B. der Deutschen Bahn AG) wird E-Learning bereits heute im Rahmen der Erstausbildung erfolgreich angewandt. Teile des Ausbildungsrahmenplans, meist einfach aufgebaut, werden den Auszubildenden dazu zur persönlichen Nutzung im Intra- oder Internet zur Verfügung gestellt. Für auf die Zwischen- oder Abschlussprüfungsvorbereitung können Auszubildende sich ebenfalls des „Lernortes Internet“ bedienen.

Seit Neuestem wird der „virtuellen Lernortes“ auch in die schulische Berufsausbildung mitintegriert. Es gibt bereits erfolgreiche Beispiele. So sieht z. B. ein von „Siemens Professional Education“ und „Myeducation“ konzipiertes Projekt vor, dass IT-Auszubildende sich das theoretische Hintergrundwissen

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morgens per direkter Online-Schulung am Arbeitsplatz aneignen, anstatt in der Berufsschule. Zitat eines Personalchefs dazu: „Damit verbringen die Lehrlinge rund 33 Wochen an ihrem Ausbildungsplatz“ 6

2.2 Weiterbildung

Die Beteiligung an traditioneller beruflicher Weiterbildung stagniert zum ersten Mal in der Geschichte Deutschlands, in den neuen Bundesländern nimmt sie sogar ab. Dies ist einerseits durch momentane wirtschaftliche Situation bedingt, andererseits gibt es viele Anzeichen dafür, dass die Gründe tiefer reichen. Es zeigt sich, dass die traditionelle Weiterbildung (mit festem Lehrplan usw.) zunehmend nicht mehr den wachsenden Anforderungen der Unternehmen wie der Teilnehmer an eine flexible und effiziente Qualifizierung zu entsprechen vermag. Der Bedarf nach kürzeren Kursen, die innerhalb von modularen Lernkonzepten angeboten werden, nimmt zu, während Langzeitkurse nur noch mäßig ausgelastet sind. Ebenso nimmt das informelle Lernen zu. Dabei nehmen die Arbeitnehmer nicht mehr die offiziellen Lernangebote war (z.B. Seminare an Akademien oder auch interne Schulungen), sondern erkundigen sich bei ihren Kollegen, bedienen sich der Datenbanken des Unternehmens oder bemühen das Internet. Gleichzeitig wird das Lernen am Arbeitsplatz in engem Bezug zu den derzeitigen Arbeitsaufgaben immer häufiger. Dies wird unter dem Stichwort „Lernen im Prozess der Ar beit“ zusammengefasst. 7

Die Notwendigkeit, sich ständig neben der beruflichen Arbeit weiterzubilden, begann mit Beginn der industriellen Entwicklung und verstärkte sich durch das Aufkommen des Informationszeitalters Ende des 20. Jahrhunderts. Durch die rasante technologische Weiterentwicklung müssen Kenntnisse und Fähigkeiten ständig aktualisiert und ergänzt werden. Dies gilt für Unternehmen und Angestellte zugleich. Lebenslanges Lernen wird unabdingbar. In diesem Zusammenhang findet ein Wandel der Ausbildungsformen und der damit verbundenen Medien und Kommunikationsformen statt. Durch den Einsatz von E-Learning kann dieses Lernen billiger, flexibler und eben arbeitsplatznäher strukturiert werden. 8

Weiterbildung war bisher für die Unternehmen nicht unbedingt erforderlich. Wenn sie vorkam, dann häufig aufgrund von Eigeninitiativen einzelner Mitarbeiter und die Genehmigung hing sehr vom Wohlwollen des Vorgesetzten bzw. des Firmenchefs ab. „Formen gezielter gesteuerter beruflicher Weiterbildung etwa als integrale Bestandteile von Personalentwicklungsstrategien war - zumindest in den kleineren und mittleren Unternehmen - in der Regel kaum zu finden. Konnte man früher davon ausgehen, dass es ein aus Erfahrungswerten aufgebautes, fest definierbares Wissen gab, das, einmal vermittelt die Grundlage eines 30jährigen Berufslebens garantierte, so weiß man heute, dass wir definitiv nicht wissen können, welche Anforderungen schon in den nächsten 5 Jahren Berufsprofile massiv verändern werden.“ 9 Die berufliche Erstausbildung wird so zu einer reinen Einstiegsqualifikation. 10

Auch die Notwendigkeit der Kostensenkung in der betrieblichen Weiterbildung hat dazu geführt, dass mehr interne Schulungen durchgeführt werden. 11 Während bei Großunternehmen die notwendigen Strukturen für eine qualitativ hochwertige interne Weiterbildung meist vorhanden sind, ist dies bei den kleinen und mittleren Unternehmen (hier besonders die Gruppe derer, die weniger als 50 Mitarbeiter hat

- also das Mehrheit der deutschen Wirtschaft) oft nicht der Fall. Mit E-Learning kann man hier erreichen, dass die kompetenten Mitarbeiter mit einfachen Mitteln ihr Wissen weitergeben können. 12

„Das APO-IT-Konzept einer arbeitsplatzorientierten und personenzertifizierten Weiterbildung ist als Lernform hochinnovativ, da mit diesem neuen Verfahren erstmals ungeregeltes Lernen zu einem geregelten Abschluss geführt wird.“ 13 Es scheint so, also ob dieses erfolgreiche Modell auch von anderen Branchen aufgegriffen werden wird. Dieses Modell will nicht zuletzt eine stärkere Durchlässigkeit von beruflicher und akademischer Ausbildung fördern.

Allerdings sind im Lernort Betrieb, der durch dieses Konzept stark aufgewertet wird, nicht für jeden Auszubildenden genügend Möglichkeiten zur Ausbildung der nötigen Fähigkeiten vorhanden. In der

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Regel wird eine Unterstützung durch externe Bildungseinrichtungen unvermeidbar sein. Durch den angepassten Einsatz von E-Learning könnte gerade in kleinen und mittleren Unternehmen der Erfolg dieses Konzeptes gefördert werden. 14

2.3 Lernende Unternehmen

Außerdem muss betriebliches E-Learning gut in das Wissensmanagement der Unternehmen integriert werden. E-Learning sollte ein wichtiger Bestandteil der Wissensvermittelung in einem „Lernendem Unternehmen“ sein. „Das setzt zugleich einen neuen, entgrenzten Begriff des Lernens voraus, der die Informationssuche ebenso beinhaltet wie die Kommunikation mit Fachkollegen.“ 15

„Die Mitarbeiter sind das eigentliche Kapital eines Unternehmens, und eine zentrale Aufgabe besteht daher darin, deren Wissen und Potential zu wecken und zu identifizieren, es auszubauen und zu fördern und es schließlich in das Unternehmen zu transferieren. Doch dazu müssen in der Regel vor allem in den kleinen und mittleren Unternehmen neue bzw. veränderte Weiterbildungsstrategien entwickelt und Weiterbildungsstrukturen aufgebaut oder gezielt implementiert werden.“ 16

2.4 Vermischung von akademischen und betrieblichen Bildungsbereichen

E-Learning im Unternehmen stellt einen neuen, interessanten Markt dar. In diesem entstehen neue Bildungsmodelle und elektronische Bildungsmärkte. Dadurch verwischt zunehmend die Trennung zwischen akademischer und betrieblicher Bildung. „In Zukunft werden private Bildungsanbieter und virtuelle Corporate Universities das staatliche Angebot im globalen Online-Bildungsmarkt beträchtlich erweitern. Sie stellen einerseits Konkurrenten für Universitäten dar, andererseits ergeben sich viele Möglichkeiten einer Zusammenarbeit.“ 17

2.5 E-Learning statt Rente

Für das Jahr 2030 prognostizierte das Bundesamt für Statistik einen Altenquotient (das Verhältnis von Rentenempfängern zu Erwerbstätigen) von 71, d.h. 71 Rentner auf 100 Erwerbstätige. Diese Zahl soll durch die Anhebung des Rentenalters auf 67 Jahre auf 39 gesenkt werden. 18

Dadurch wird einerseits das Durchschnittsalter der Mitarbeiter steigen und andererseits werden ältere Mitarbeiter länger in Führungspositionen verbleiben. Diese brauchen - bei sich immer schneller änderndem Fachwissen - mehr Weiterbildung als bisher. Für die Gruppe der über 50jährigen bedarf es dafür aber einer eigenen Didaktik. Gleichzeitig trifft es eine Gruppe, die am Arbeitsplatz nicht so leicht abkömmlich ist und durch familiäre Verpflichtungen auch nicht so mobil ist wie jüngere Mitarbeiter in niedrigeren Positionen. Dadurch bietet sich hier E-Learning als Lernform an. 19

Es existieren bereits Pilot-Projekte, die sich mit dieser Zielgruppe befassen. (z.B. AQUA - alternsgerechte Qualifizierung der bfz-Bildungsforschung in Nürnberg. 20

3 Begriff und Formen des E-Learning

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3.1 Begriff „E-Learning“

„E-Learning findet dann statt, wenn Lernprozesse in Szenarien ablaufen, in denen gezielt multimediale und (tele-)kommunikative Technologien integriert sind.“ 23

Lernprozesse: Der Schwerpunkt liegt auf dem Lernen, nicht auf dem Lehren. 24

Szenarien: Die Rolle des Lehrers besteht jetzt hauptsächlich darin, den Lernstoff aufzubereiten.Dadurch sollte der Lernende maximal gefördert werden. „Dies beginnt bei der Festlegung der Lernziele und bei der Festlegung der notwendigen Lernvoraussetzungen, geht über das geschickte Beeinflussen des Lernprozesses selbst und mündet schließlich in der Lernerfolgskontrolle.“ 25

Multimediale und (tele -)kommunikative Techniken: Auch Offline-Techniken werden dazu gezählt. Der Pädagoge muss sich auf Basis traditoneller Didaktik fragen: „Wie kann ich Medien sinnvoll einsetzen, um meine angestrebten Lehrziele effektiv und effizient zu vermitteln?“ 26

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
E-Learning in Unternehmen - Formen und Verbreitung im Überblick
Hochschule
Hochschule Emden/Leer
Note
1
Autor
Jahr
2005
Seiten
21
Katalognummer
V185998
ISBN (eBook)
9783656980445
ISBN (Buch)
9783656980544
Dateigröße
1263 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
e-learning, unternehmen, formen, verbreitung, überblick
Arbeit zitieren
Sven Schätzl (Autor), 2005, E-Learning in Unternehmen - Formen und Verbreitung im Überblick, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/185998

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