Im Grundlagenteil der Arbeit wird der Begriff "Finanzausgleich" differenziert und erläutert, der föderale Staatsaufbau erklärt und das Subsidiaritätsprinzip vorgestellt. Daraufhin werden die fiskaltheoretischen Hintergründe des Finanzausgleichs in der Eu dargestellt.Im Hauptteil schließlich wird die heutige Praxis des Finanzausgleichs in der EU aus Sicht der Theorie des Fiskalföderalismus analysiert und beurteilt. Weiterhin werden ökonomische Perspektiven für den Fuinanzausgleich der Zukunft aufgezeigt
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsdefinition und Aufgabe des Finanzausgleichs
2.1 Differenzierungen innerhalb des Begriffs „Finanzausgleich“
2.2 Der föderale Staatsaufbau und das Subsidiaritätsprinzip
3 Der EU-Finanzausgleich vor fiskaltheoretischen Hintergründen
3.1 Die Theorie des Fiskalföderalismus
3.1.1 Die Allokationsaufgabe
3.1.2 Die Restdistributionsaufgabe
3.1.3 Die Stabilisierungsaufgabe
4 Der Finanzausgleich der EU heute aus Sicht der Theorie des Fiskalföderalismus
4.1 Darstellung, Analyse und Bewertung der Einnahmenseite
4.2 Darstellung, Analyse und Bewertung der Ausgabenseite
4.3 Effekte der Währungsunion
4.4 Effekte einer Erweiterung der EU
5 Ökonomische Perspektiven für den Finanzausgleich in der EU
5.1 Einführung einer von der EU erhobenen Steuer
5.2 Einführung einer Verschuldungskompetenz für die EU
5.3 Beurteilung der aufgezeigten Möglichkeiten
6 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, ob das derzeitige europäische Finanzsystem den theoretischen Anforderungen eines föderalen Finanzausgleichs entspricht und welche Perspektiven sich angesichts zukünftiger Herausforderungen wie der EU-Osterweiterung ergeben.
- Analyse der fiskaltheoretischen Grundlagen des Föderalismus
- Untersuchung des EU-Budgets auf die Erfüllung der Allokations-, Redistributions- und Stabilisierungsaufgabe
- Bewertung der Einnahme- und Ausgabenseite der Europäischen Union
- Diskussion der Auswirkungen der Währungsunion und der EU-Osterweiterung
- Kritische Würdigung der Einführung einer eigenen EU-Steuer oder Verschuldungskompetenz
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Die Allokationsaufgabe
Die einzelnen Gebietskörperschaften im föderalen Staatswesen haben die Aufgabe, den Staatsbürgern öffentliche Güter anzubieten. Es gilt nun zu klären, „welcher staatlichen Ebene welche Allokationsfunktion zuzuordnen ist“ (Brümmerhoff 2001, S. 624). Dabei wird angenommen, dass die jeweiligen Aufgaben von der Privatwirtschaft nicht effizient übernommen werden können und gemäß dem Subsidiaritätsprinzip bei der kleinstmöglichen Ebene die Zuständigkeit vermutet wird. Die Aufgabe, rein öffentliche Güter wie beispielsweise der Verteidigungspolitik bereitzustellen, kommt einer zentralen Ebene zu (vgl. Brümmerhoff 2001, S. 624). Es findet nun eine Differenzierung statt, indem davon ausgegangen wird, daß ein öffentliches Gut nicht mehr allen Einwohner zur Verfügung gestellt werden muß, um als solches anerkannt zu werden, sondern die Existenz eines öffentlichen Gutes mit lokalem Wirkungskreis zugelassen wird (vgl. Heinemann 2001, S. 219).
Das Dezentralisierungstheorem von Oates besagt nun, daß für ein solches lokales öffentliches Gut optimalerweise eine untergeordnete föderale Einheit zuständig sein sollte, da nur eine solche dezentrale Bereitstellung es ermöglicht, lokale Präferenzunterschiede zu berücksichtigen und Wohlfahrtsverluste zu vermeiden (vgl. Oates 1972, S. 54ff). Die Allokationsaufgabe wird auch als Begründung für einen föderalen Staatsaufbau herangezogen. Es gilt die Annahme, dass in einem mehrstufigen System öffentliche Güter besser an die unterschiedlichen Bedürfnisse der Bürger, die auf sozioökonomischen, geographischen und historischen Hintergründen beruhen, angepaßt werden können (vgl. Kraff 1997, S. 147ff). Nach Kraff liegen weitere allokative Vorteile des föderativen Staatsaufbaus in möglichen Wohlfahrtsgewinnen durch die Mobilität der Wirtschaftssubjekte sowie des Wettbewerbs der verschiedenen öffentlichen Träger untereinander (vgl. Kraff, S. 149ff).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der EU-Integration und Zielsetzung der Untersuchung hinsichtlich der theoretischen Fundierung des EU-Finanzsystems.
2 Begriffsdefinition und Aufgabe des Finanzausgleichs: Klärung der fachsprachlichen Begrifflichkeiten und des Subsidiaritätsprinzips als ordnungspolitischer Rahmen.
3 Der EU-Finanzausgleich vor fiskaltheoretischen Hintergründen: Darstellung der fiskalföderalistischen Theorie mit Fokus auf Allokations-, Distributions- und Stabilisierungsaufgaben.
4 Der Finanzausgleich der EU heute aus Sicht der Theorie des Fiskalföderalismus: Kritische Analyse der Ist-Situation von Einnahmen, Ausgaben und den Auswirkungen von Währungsunion und Erweiterung.
5 Ökonomische Perspektiven für den Finanzausgleich in der EU: Diskussion möglicher Reformen wie eigener EU-Steuern oder Verschuldungskompetenzen.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Fazit zur Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis sowie Einschätzung zukünftiger Entwicklungen.
Schlüsselwörter
Finanzausgleich, Europäische Union, Fiskalföderalismus, Subsidiaritätsprinzip, Allokationsaufgabe, Redistributionsaufgabe, Stabilisierungsaufgabe, EU-Budget, Eigenmittel, Osterweiterung, Währungsunion, öffentliche Güter, fiskalische Äquivalenz, Strukturpolitik, Gemeinsame Agrarpolitik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das europäische Finanzsystem auf seine ökonomische Rechtfertigbarkeit hin, basierend auf den Prinzipien des fiskalischen Föderalismus.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder sind die Struktur der EU-Einnahmen und -Ausgaben, die fiskalische Theorie des Föderalismus sowie die Auswirkungen der europäischen Währungsunion und der EU-Osterweiterung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, ob die derzeitigen EU-Finanzinstrumente den theoretischen Anforderungen eines föderalen Systems genügen oder ob sie lediglich ein Umverteilungssystem darstellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?
Es wird eine theoretisch-analytische Methode verwendet, die auf der ökonomischen Föderalismustheorie und Modellen wie denen von Musgrave und Oates basiert.
Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Einnahmen- und Ausgabenseite der EU, diskutiert die Relevanz der Allokations-, Distributions- und Stabilisierungsaufgabe und bewertet mögliche Reformoptionen wie EU-Steuern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind insbesondere Finanzausgleich, Fiskalföderalismus, Eigenmittel, Strukturpolitik und die ökonomische Theorie der europäischen Finanzverfassung.
Inwiefern beeinflusst die Osterweiterung den Finanzausgleich?
Die Osterweiterung bringt wirtschaftlich schwächere Staaten in die Union, was das bisherige System der Regionalförderung und Agrarpolitik finanziell überfordern könnte.
Warum wird die Einführung einer eigenen EU-Steuer kritisch gesehen?
Die Kritiker verweisen auf fehlende demokratische Akzeptanz sowie Zweifel daran, ob eine eigene Steuerkompetenz die Effizienz oder Transparenz tatsächlich steigern würde.
Was besagt das Popitzsche Gesetz im Kontext der EU?
Das Gesetz beschreibt die Tendenz von Zentralstaaten, Aufgaben und Ressourcen an sich zu ziehen, was laut Autor auch bei den EU-Institutionen zu beobachten ist.
- Citar trabajo
- Christian Kleikamp (Autor), 2003, Finanzausgleich in der Europäischen Union, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186071