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Die Funktion und die Entwicklung der Vaterrolle Sir William Sampsons in G.E. Lessings "Miß Sara Sampson"

Título: Die Funktion und die Entwicklung der Vaterrolle Sir William Sampsons in G.E. Lessings "Miß Sara Sampson"

Trabajo Escrito , 2003 , 25 Páginas , Calificación: 1

Autor:in: Sirinya Pakditawan (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Untersuchung der Vaterrolle im bürgerlichen Trauerspiel am Beispiel von Lessings Drama "Miß Sara Sampson"

Extracto


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. „Zärtlicher Vater“ und „zärtliche Tochter“ (III, 3): Sir Williams Beziehung zu seiner Tochter Sara und die Entwicklung seines Verständnisses von der Vaterrolle in G.E. Lessings „Miß Sara Sampson“

1.1. Der strenge, empfindsame Vater: Sir Williams Vaterrolle zwischen aufrichtiger Zuneigung zu seiner Tochter und Eigennützigkeit

1.2. Der vergebende, großmütige Vater: Sir Williams Zurücknahme des Eigennutzes zur Wiederherstellung der emotionalen Beziehung zur Tochter sowie die Läuterung seines Gefühls gegenüber der Tochter

2. „Ist das von einem Vater zu verlangen?“ (III, 3): Sir Williams Vaterrolle und die Verhaltenserwartungen an ihn vonseiten seiner Tochter Sara und der Umwelt in G.E. Lessings „Miß Sara Sampson“

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Funktion und die Entwicklung der Vaterfigur Sir William Sampson in Gotthold Ephraim Lessings bürgerlichem Trauerspiel „Miß Sara Sampson“. Ziel ist es aufzuzeigen, wie der Vater im Spannungsfeld zwischen patriarchalischem Machtanspruch, Strenge und empfindsamer Milde agiert, einen Erkenntnisprozess durchläuft und wie seine ambivalente Rolle sowie die verinnerlichten Erwartungen der anderen Charaktere die tragische Handlung maßgeblich motivieren.

  • Die Rolle der Vater-Tochter-Beziehung im bürgerlichen Trauerspiel des 18. Jahrhunderts.
  • Die patriarchalische Dualität von strafender Strenge und verzeihender Liebe.
  • Die Entwicklung von Sir William Sampson vom eigennützigen zum altruistischen Vater.
  • Die Analyse der Rollenerwartungen der übrigen Figuren (Sara, Mellefont, Marwood) an die Vaterfigur.
  • Der Zusammenhang zwischen verinnerlichten Normvorstellungen und der tragischen Eskalation.

Auszug aus dem Buch

Der strenge, empfindsame Vater: Sir Williams Vaterrolle zwischen aufrichtiger Zuneigung zu seiner Tochter und Eigennützigkeit

Der Beginn des bürgerlichen Trauerspiels „Miß Sara Sampson“ verdeutlicht unmittelbar, dass der zentrale Konflikt seinen Ursprung in einer von der Tochter verursachten Störung der familiären Gemeinschaft hat. Die Familie präsentiert sich dabei als ein organisch strukturiertes Gebilde, in dem sich die einzelnen Elemente gegenseitig bedingen. Die nur aus Vater und Tochter bestehende Familie Sampson befindet sich nämlich in einem Zustand der Unordnung und der Auflösung, nachdem Sara mit ihrer nicht legitimierten Liebesbeziehung zu Mellefont aus dem vom Vater determinierten Lebenskreis ausbricht. Sir William, der allein die Verantwortung für die Erziehung seiner Tochter trägt, erscheint zunächst als zärtlicher, emotionaler Vater.

Auf den ersten Blick scheint er deshalb selbst die tradierte patriarchalische Ordnung zu sprengen. Während der Diener Waitwell Sir Williams Tränen mitleidig beklagt: „ - Ach, Sie weinen schon wieder, schon wieder, Sir! - Sir!“ (I, 1; S. 5), bestätigt Sir William die angedeutete empfindsame Haltung: „Laß mich weinen, alter ehrlicher Diener. Oder verdient sie [Sara] etwa meine Tränen nicht?“ (Ibid). Es scheint, dass sich der strafende Vater als Garant der traditionellen Ordnung zu einem empfindsamen Vater gewandelt hat, für den das Gefühl vorrangig ist.

Vor Saras Verführung hat Sir William mit seiner einzigen Tochter in ländlicher Abgeschiedenheit, als „zärtliche(r) Vater“ und „zärtliche Tochter“ (III, 3; S. 42), zusammengelebt. Saras Mutter ist bei der Geburt der Tochter gestorben, der Vater hat Sara aber mit ihren eigenen Worten „(…) noch nie nach einer Mutter seufzen lassen“ (IV, 1; S. 58). Einen Einbruch erlebt diese innige Beziehung erst, als sich Sara in Mellefont verliebt, dem Sir William aufgrund einer Verbindlichkeit „einen allzu freien Zutritt“ (III, 1; S. 38) zu seinem Haus gestattet. Als Sir William bemerkt, dass sich eine Liebesbeziehung zwischen seiner Tochter und Mellefont anbahnt, verbietet er ihr den Umgang mit Mellefont. Dabei macht Sir William von seiner autoritären Gewalt Gebrauch und weist den „verfluchten Verführer“ (I, 1; S. 6) aus dem Haus. Daraufhin sind die Liebenden geflohen. Da Sir William vor allem Mellefonts „ehemalige Ausschweifungen“ (I, 7; S. 17) zuwider sind, versucht er, die Beziehung zu unterdrücken.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Dieses Kapitel verortet das Drama gattungstypologisch als erstes deutsches bürgerliches Trauerspiel und führt in die zentrale Bedeutung der Vater-Tochter-Beziehung sowie das patriarchalische Wertsystem der Zeit ein.

1. „Zärtlicher Vater“ und „zärtliche Tochter“ (III, 3): Sir Williams Beziehung zu seiner Tochter Sara und die Entwicklung seines Verständnisses von der Vaterrolle in G.E. Lessings „Miß Sara Sampson“: Das Kapitel analysiert die Dynamik der Vater-Tochter-Bindung und die Veränderung von Sir Williams Selbstverständnis über den Verlauf des Stückes.

1.1. Der strenge, empfindsame Vater: Sir Williams Vaterrolle zwischen aufrichtiger Zuneigung zu seiner Tochter und Eigennützigkeit: Hier wird der Vater als eine Figur beschrieben, die zwischen emotionaler Nähe und autoritärer Kontrolle schwankt, wobei seine anfängliche Strenge durch eigennützige Motive geprägt ist.

1.2. Der vergebende, großmütige Vater: Sir Williams Zurücknahme des Eigennutzes zur Wiederherstellung der emotionalen Beziehung zur Tochter sowie die Läuterung seines Gefühls gegenüber der Tochter: Dieses Kapitel zeigt den Erkenntnisprozess des Vaters auf, der durch die Läuterung seiner Gefühle zu einer bedingungslosen, altruistischen Vergebungsbereitschaft gelangt.

2. „Ist das von einem Vater zu verlangen?“ (III, 3): Sir Williams Vaterrolle und die Verhaltenserwartungen an ihn vonseiten seiner Tochter Sara und der Umwelt in G.E. Lessings „Miß Sara Sampson“: Untersucht wird, wie die fixierten Erwartungen der anderen Charaktere an ein rein strafendes Vaterbild die Kommunikation mit Sir William behindern und zur Eskalation des tragischen Konflikts beitragen.

Schlüsselwörter

G.E. Lessing, Miß Sara Sampson, bürgerliches Trauerspiel, Vaterrolle, Patriarchalismus, Vater-Tochter-Beziehung, Empfindsamkeit, Rollenerwartungen, Machtausübung, Vergebung, familiäre Ordnung, Erkenntnisprozess, Aufklärung, Moral, Tragik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Figur des Sir William Sampson in Lessings Trauerspiel „Miß Sara Sampson“ und beleuchtet seine Rolle als Vater im Kontext des patriarchalen Familienmodells des 18. Jahrhunderts.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen das Spannungsverhältnis zwischen väterlicher Autorität und empfindsamer Liebe, die moralischen Erwartungen der Zeit sowie der Prozess der Vergebung und dessen psychologische Auswirkungen auf die handelnden Figuren.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach der Funktion der Vaterrolle Sir Williams, wie er mit seinem patriarchalischen Herrschaftsanspruch umgeht und wie sich sein Verständnis von Vaterschaft im Laufe der Handlung vom eigennützigen Strenge-Ideal zum verzeihenden Altruismus wandelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, die das Drama auf Basis zeitgenössischer patriarchalisch-familialer Wertvorstellungen und dramentheoretischer Sekundärliteratur interpretiert.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der internen Entwicklung Sir Williams und die Untersuchung der Rollenerwartungen, die andere Figuren wie Sara oder Marwood an ihn stellen und die maßgeblich zum tragischen Ausgang beitragen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Patriarchalismus, Vater-Tochter-Konstellation, bürgerliches Trauerspiel, Vergebungsbereitschaft, Rollenerwartungen und die Dualität von Güte und Strafe.

Warum verweigert Sara zunächst den Brief ihres Vaters?

Sara ist so stark auf ein autoritäres, strafendes Vaterbild fixiert und von ihren eigenen Schuldgefühlen belastet, dass sie die tatsächliche vergebende Haltung ihres Vaters nicht wahrhaben kann bzw. fürchtet.

Welche Rolle spielt die Adoption der Arabella am Ende des Stücks?

Die Adoption symbolisiert die Überwindung der rein biologischen, autoritätsbasierten Vaterrolle; Sir William transformiert seine Vaterpflichten in eine allgemein-menschliche Liebe und restituiert so die familiäre Gemeinschaft.

Final del extracto de 25 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Funktion und die Entwicklung der Vaterrolle Sir William Sampsons in G.E. Lessings "Miß Sara Sampson"
Universidad
University of Hamburg
Calificación
1
Autor
Sirinya Pakditawan (Autor)
Año de publicación
2003
Páginas
25
No. de catálogo
V186077
ISBN (Ebook)
9783869439358
ISBN (Libro)
9783656992066
Idioma
Alemán
Etiqueta
funktion entwicklung vaterrolle william sampsons lessings sara sampson
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Sirinya Pakditawan (Autor), 2003, Die Funktion und die Entwicklung der Vaterrolle Sir William Sampsons in G.E. Lessings "Miß Sara Sampson", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186077
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