In Zeiten eines sich verschärfenden Wettbewerbs steht die Ablauforganisation einer Unternehmung für den entscheidenden unternehmerischen Erfolg von Handelsunternehmen. Durch die Logistik müssen Handelsfilialen schnell und zuverlässig beliefert werden. Ein grundlegendes Merkmal der Logistik ist ihr beständiger Wandel. Zur effizienten Erfüllung logistischer Aufgaben muss sich die Logistik ständig Neuorientierungen unterziehen. In den letzten 30 Jahren hat sich die Logistik zu einem ganzheitlichen prozessorientierten Managementkonzept und somit zu einem strategischen Führungsinstrument entwickelt.1
Um eine schnelle und zuverlässige Distribution der Waren zu gewährleisten entscheiden sich immer mehr Handelsunternehmen für am Markt zentral positionierte Warenverteilzentren. Die vorliegende Diplomarbeit stellt die Neuplanung eines solchen Warenverteilzentrums unter besonderer Berücksichtigung der Kommissionierung dar. Inhaltlich spiegelt die Diplomarbeit einen Planungsstand, welcher sich im Rahmen der Gesamtplanung, im Anfangsstadium befindet. Dies begründet sich mit der Verhältnismäßigkeit der Bearbeitungszeit des Diploms.
Der Aufbau der Diplomarbeit gestaltet sich wie folgt. Nach einer kurzen Vorstellung der Unternehmen LOGISTC CONSULT GmbH und THOMAS PHILIPPS GmbH, in der die Unternehmensprofile sowie die Beziehung zwischen den zwei Unternehmen dargestellt wird, erfolgt eine Darstellung der IST-Situation der Logistik sowie eine Schwachstellenanalyse des derzeitigen Warenverteilzentrums West von PHILIPPS.
Nachdem im anschließenden Abschnitt 4 die Aufgabenstellung und Zielsetzung formuliert wird, folgen in den nächsten zwei Abschnitten grundlegende Beschreibungen zu den Aufgaben und den Gestaltungsmöglichkeiten in den einzelnen Funktionsbereichen des Warenverteilzentrums. Die umrissenen Gestaltungsmöglichkeiten geben dabei einen Ausblick auf die Vielfältigkeit der Planungsmöglichkeiten. Die relevanten Grundsätze zur Planung der Ablauforganisation sind methodisch nach Begriffe beschrieben.
Der darauf folgende Abschnitt 7 liefert die formale Begründung für die Errichtung eines zentralen Warenverteilzentrums. Es wird verdeutlicht, welche Vorteile der hohe Zentralisierungsgrad beinhaltet.
Nachdem Abschnitt 8 die Systemplanung vorstellt, erfolgt die Darstellung der Prozesse im neuen Warenverteilzentrum.
[...]
1 vgl. Baumgarten, H. und Walter, S., Trend und Strategien in der Logistik+, 2001, S.2
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Unternehmen Logistic Consult und Thomas Philipps
2.1 Unternehmensprofil Logistic Consult
2.2 Unternehmensprofil Thomas Philipps Sonderposten
2.3 Beziehung zwischen den Unternehmen
3 Die Ist-Situation der Logistik bei Thomas Philipps
3.1 Belieferungskonzept
3.2 Warenverteilzentrum Niemegk
3.3 Warenverteilzentrum Riemsloh
3.4 Zentrale Bissendorf
3.5 Aufgaben der Logistik
3.6 Schwächenanalyse Warenverteilzentrum Riemsloh
4 Aufgabenstellung und Zielsetzung
5 Das Warenverteilzentrum
5.1 Begriffsabgrenzung
5.2 Merkmale eines Warenverteilzentrums
5.3 Das Informationssystem im Warenverteilzentrum
5.4 Funktionale Bereiche im Warenverteilzentrum
5.4.1 Überblick Funktionsbereiche
5.4.2 Wareneingang
5.4.2.1 Aufgaben im Wareneingang
5.4.2.2 Gestaltung des Wareneingangs
5.4.3 Lager
5.4.3.1 Lageraufgaben
5.4.3.2 Lagerarten
5.4.3.3 Lagersysteme
5.4.4 Kommissionierung
5.4.4.1 Kommissionieraufgaben
5.4.4.2 Kommissioniersysteme
5.4.4.2.1 Informationssystem
5.4.4.2.2 Materialflusssystem
5.4.4.2.3 Organisationssystem
5.4.5 Cross-Docking
5.4.5.1 Aufgaben im Cross-Docking
5.4.5.2 Gestaltung des Cross-Docking
5.4.6 Warenausgang
5.4.6.1 Aufgaben des Warenausgangs
5.4.6.2 Gestaltung des Warenausgangs
6 Die Ablauforganisation im Warenverteilzentrum
6.1 Die Unternehmensorganisation
6.2 Begriffabgrenzung
6.3 Die Aufbauorganisation
6.3.1 Strukturen der Aufbauorganisation
6.3.2 Die Aufbauorganisation bei PHILIPPS
6.4 Gegenstand der Ablauforganisation
6.5 Begriffe der Ablauforganisation
6.5.1 Aufgaben
6.5.2 Objekte
6.5.3 Verrichtungen
6.5.4 Arbeitsanalyse
7 Begründung für ein zentrales Warenverteilzentrum
8 Systementwicklung des neuen Warenverteilzentrums
9 Prozesse im neuen Warenverteilzentrum
9.1 Überblick
9.2 Wareneingang und Kontrolle
9.3 Einlagerung
9.4 Nachschub und Reorganisationslauf
9.5 Transporte
9.6 Kommissionierung
9.7 Warenausgang
10 Die Planung der Kommissionierung
10.1 Kommissionierung als zentrales Thema
10.2 Systemplanung der Kommissionierung
10.2.1 Analyse
10.2.1.1 Mengen- und Strukturdaten als Planungsinstrument
10.2.1.2 Mengen- und Strukturdaten bei PHILIPPS
10.2.2 Systemfindung
10.2.3 Ergebnis der Systemplanung
10.2.3.1 Standardkommissionierung
10.2.3.1.1 Paletten-Fach-Kommissionierung
10.2.3.1.2 Teilentnahme
10.2.3.1.3 Schnelldreher
10.2.3.2 Maxi-Platten-Kommissionierung
10.2.3.2.1 Freilager
10.2.3.2.2 Kaltlager
10.2.3.3 Cross-Docking
10.3 Feinplanung für Standardkommissionierung
10.3.1 Prozesskostenrechnung
10.3.1.1 Gegenstand der Prozesskostenrechnung
10.3.1.2 Begriffe der Prozesskostenrechnung
10.3.1.3 Verfahren
10.3.1.4 Prozesskostenrechnung für die Standardkommissionierung
10.3.1.4.1 Aufgabenstellung
10.3.1.4.2 Darstellung der Kommissionierverfahren
10.3.2 Zusammenfassung und Ergebnis
11 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Neuplanung eines Warenverteilzentrums für das Unternehmen Thomas Philipps, mit besonderem Fokus auf die Optimierung der Ablauforganisation und die effiziente Gestaltung der Kommissionierung.
- Analyse der Ist-Situation und Schwachstellen der aktuellen Logistik
- Grundlegende Beschreibung funktionaler Bereiche im Warenverteilzentrum
- Begründung der Entscheidung für eine zentrale Lagerhaltung
- Systementwicklung der neuen Logistikprozesse
- Feinplanung der Kommissionierung mittels Prozesskostenrechnung
Auszug aus dem Buch
10.2.3.1.2 Teilentnahme
Die Kommissionierung für Artikel die eine geringe Zugriffhäufigkeit pro Zeiteinheit (Tag) aufweisen, erfolgt im Bereich TE in zwei Stufen. In der 1. Stufe wird der Artikel automatisch mittels Fördertechnik zur artikelorientierten Kommissionierung bereitgestellt. Die Bereitstelleinheit verbleibt während des Kommissioniervorgangs auf der Fördertechnik. Die Entnahmeeinheiten werden auf einem Bereitstellplatz für die 2. Kommissionierstufe bereitgestellt, welche die Artikel auftragsorientiert kommissioniert.
Die TE ist begründet durch die sehr starke Sortimentsentwicklung bei PHILIPPS, welche eine permanente Zunahme von Artikeln mit einer geringen Zugriffshäufigkeit pro Zeiteinheit beinhaltet.
Zudem erfolgen im Bereich der TE Verrichtungen an den Artikeln (Set-Bildung, etc.), Kommissionierungen für Filial-Erstausstattungen und Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD )- Überprüfungen. Die Durchführung dieser Verfahren erfolgen in den Leerlaufzeiten der TE.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Logistik für Handelsunternehmen ein und stellt das Ziel der Diplomarbeit vor: Die Neuplanung eines zentralen Warenverteilzentrums unter besonderer Berücksichtigung der Kommissionierung.
2 Die Unternehmen Logistic Consult und Thomas Philipps: Das Kapitel stellt die beteiligten Firmen vor und beschreibt die beauftragte Rolle von Logistic Consult als Generalplaner für das Logistikzentrum Melle.
3 Die Ist-Situation der Logistik bei Thomas Philipps: Hier wird der Status quo des Belieferungskonzepts und der bestehenden Standorte analysiert, wobei signifikante Schwachstellen im dezentralen Logistiksystem aufgezeigt werden.
4 Aufgabenstellung und Zielsetzung: Dieses Kapitel definiert die Anforderungen an das neue Warenverteilzentrum in Melle, wie etwa die Beibehaltung der Organisationsstruktur und die Zukunftsfähigkeit des Konzepts.
5 Das Warenverteilzentrum: Es erfolgt eine theoretische Begriffsbestimmung sowie die detaillierte Darstellung funktionaler Bereiche, wie Wareneingang, Lagerung, Kommissionierung und Cross-Docking.
6 Die Ablauforganisation im Warenverteilzentrum: Der Fokus liegt auf der zeitlichen und räumlichen Strukturierung von Arbeitsvorgängen, inklusive der Darstellung der Aufbauorganisation und der methodischen Grundlagen der Arbeitsanalyse.
7 Begründung für ein zentrales Warenverteilzentrum: Basierend auf Faktoren wie Kapitalbindung und Kostenstrukturen wird die betriebswirtschaftliche Vorteilhaftigkeit eines zentralen Logistikstandorts gegenüber einem dezentralen System argumentiert.
8 Systementwicklung des neuen Warenverteilzentrums: Dieses Kapitel erläutert die konzeptionelle Entwicklung der Lagermodule und die Ableitung der Warenflüsse für den Standort Melle.
9 Prozesse im neuen Warenverteilzentrum: Die logistischen Funktionen und die daraus resultierenden Teilprozesse von der Anlieferung bis zum Warenausgang werden detailliert beschrieben.
10 Die Planung der Kommissionierung: Das Kernstück der Arbeit befasst sich mit der Systemplanung und Feinplanung der Kommissionierung, wobei verschiedene Verfahren mittels Prozesskostenrechnung bewertet werden.
11 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Relevanz einer einheitlichen Begriffsbasis und der sorgfältigen Planung der verschiedenen Gestaltungsalternativen für den dauerhaften Erfolg des neuen Logistiksystems zusammen.
Schlüsselwörter
Ablauforganisation, Warenverteilzentrum, Kommissionierung, Logistikplanung, Prozesskostenrechnung, Zentralisierung, Lagersysteme, Materialfluss, Auftragsabwicklung, Supply Chain Management, Standardkommissionierung, Schnelldreher, Cross-Docking, Paletten-Fach-Kommissionierung, Wirtschaftlichkeitsanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit im Kern?
Die Arbeit behandelt die strategische Neuplanung eines zentralen Warenverteilzentrums für das Handelsunternehmen Thomas Philipps, um bestehende logistische Schwachstellen zu beheben und Prozesse effizienter zu gestalten.
Welche Themenfelder stehen dabei im Vordergrund?
Zentrale Themen sind die Ablauforganisation, die Gestaltung der Lagerlogistik, die Optimierung der Kommissionierverfahren sowie die Anwendung der Prozesskostenrechnung zur betriebswirtschaftlichen Bewertung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, ein maßgeschneidertes, leistungsfähiges Logistikkonzept für den neuen Standort Melle zu entwickeln, das künftige Marktanforderungen über einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren abdeckt.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Es werden IST-Daten analysiert, eine Schwachstellenanalyse durchgeführt und mittels einer Prozesskostenrechnung verschiedene Kommissionierverfahren auf ihre Wirtschaftlichkeit und Eignung geprüft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil erstreckt sich von der Ist-Analyse über die funktionale Systementwicklung und Prozessbeschreibung bis hin zur detaillierten Feinplanung der verschiedenen Kommissionierbereiche.
Durch welche Begriffe wird die Arbeit charakterisiert?
Wichtige Begriffe sind Kommissionierart, Paletten-Fach-Kommissionierung, Prozesskostenrechnung, Zentralisierung des Warenflusses und logistische Effizienzsteigerung.
Warum hat sich das Unternehmen Thomas Philipps für eine zentrale Lagerhaltung entschieden?
Die zentrale Lagerhaltung reduziert die Anzahl der Transporte, verringert den Koordinationsaufwand und ermöglicht erhebliche Einsparungen bei Personal- und Betriebskosten, während gleichzeitig die Transparenz und Steuerung des Warenflusses verbessert werden.
Welchen Stellenwert nimmt die Kommissionierung in diesem Konzept ein?
Aufgrund der hohen Sortimentsdynamik und der Notwendigkeit schneller Lieferungen an die Filialen wird die Kommissionierung als integraler und entscheidender Bestandteil der Leistungserstellung gewertet und steht somit im Zentrum der Planung.
- Citar trabajo
- Dipl.-Betriebswirt Horst Planitzer (Autor), 2003, Ablauforganisation im Warenverteilzentrum, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186110