Ermittlung der Anforderungen von Unternehmen an Prozessmanagement-Tools
Das Ausgangsproblem
Der Markt an Prozessmanagement-Tools ist heutzutage äußerst unübersichtlich und heterogen. Über 100 Anbieter buhlen mit höchst unterschiedlichen Produkten um die Gunst der Unternehmen. Geschäftsprozessmanagement ist in Mode und Softwareanbieter haben erkannt, dass der aktuelle Stand der Technik die Gestaltung und Verbesserung von Geschäftsabläufen unterstützen kann sowie die automatisierte Bearbeitung betrieblicher Aufgaben ermöglicht. Das Ziel der Anbieter lautet, die Anforderungen der Unternehmen bestmöglich zu erfüllen um somit die Position am stark umworbenen IT-Markt zu stärken.
Die vorliegende Diplomarbeit befasst sich mit der eben skizzierten Ausgangssituation und widmet sich folgender Frage: ?Welche Anforderungen haben Unternehmen an Prozessmanagement-Tools??
Das Projektziel
Das Ziel dieser Arbeit ist, einerseits die Unterstützung von Prozessmanagement-Tools im Umfeld des Geschäftsprozessmanagements zu erforschen. Dazu werden Grundlagen des Geschäftsprozessmanagements aufgearbeitet und der Markt an Prozessmanagement-Tools analysiert. Andererseits soll vorliegende Diplomarbeit eine Antwort auf die Frage geben, inwieweit das derzeitige Angebot an Prozessmanagement-Tools den Anforderungen seitens der Unternehmen entspricht. Dazu ist der Arbeit eine empirische Erhebung angeschlossen.
Das Ergebnis
Aus dem Abgleich der Ergebnisse der Analyse zu den am Markt angebotenen Prozessmanagement-Tools mit den Auswertungen der empirischen Erhebung geht hervor, dass die drei Kriterien Funktionalität, Methode und Kosten die wesentlichen Anforderungen von Unternehmen an Prozessmanagement-Tools sind.
Die vorliegende Diplomarbeit zeigt, dass der Einsatz von Prozessmanagement-Tools Aufgaben im Umfeld des Geschäftsprozessmanagements in unterschiedlichem Umfang unterstützen. Am IT-Markt werden heute Werkzeuge geboten, die eine umfassende softwaretechnische Unterstützung des gesamten Geschäftsprozessmanagement-Kreislaufs versprechen. Diese Werkzeuge erfüllen weitgehend die funktionsspezifischen Anforderungen der Unternehmen.
Lösungen anderer Hersteller wurden hingegen für spezielle Einsatzfelder entwickelt und sind somit nur für Teilbereiche nutzbringend verwendbar. Solche Tools erfüllen nur eingeschränkt die Anforderungsliste der Unternehmen.
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Ausgangssituation und Zielsetzung
1.2. Aufbau der Diplomarbeit
2. Geschäftsprozessmanagement
2.1. Einleitung
2.2. Der Prozessbegriff
2.3. Zum Begriff des Geschäftsprozesses
2.4. Klassifizierung von Prozessen
2.5. Geschäftsprozessmanagement
3. Der Geschäftsprozessmanagement-Kreislauf
3.1. Unternehmensstrategieentwicklung
3.1.1. Der Geschäftsprozess als Wettbewerbsvorteil
3.1.2. Ebenen und Aufgaben der Unternehmensgestaltung
3.2. Ist-Erhebung
3.2.1. Dokumentation der Ist-Prozesse
3.2.2. Nutzen und Defizite einer Ist-Erhebung
3.3. Analyse bestehender Informationssysteme
3.4. Prozess-Modellierung
3.5. Prozess-Analyse/Review
3.5.1. Kriterien zur Prozessanalyse
3.5.2. Methoden zur Bewertung von Prozessen
3.6. Prozess-Design (Reengineering)
3.7. Anpassung der Aufbaustruktur
3.8. Anforderungen an neue Informationssysteme
3.9. Schulung der Mitarbeiter
3.10. Prozess-Implementierung
3.11. Prozess-Evaluation
3.12. Kontinuierliche Prozessverbesserung
3.13. Zwischenresümee
4. Prozess-Modellierung
4.1. Zum Begriff des Modells
4.2. Grundsätze ordnungsgemäßer Modellierung
4.2.1. Grundsatz der Richtigkeit
4.2.2. Grundsatz der Relevanz
4.2.3. Grundsatz der Wirtschaftlichkeit
4.2.4. Grundsatz der Klarheit
4.2.5. Grundsatz der Vergleichbarkeit
4.2.6. Grundsatz des systematischen Aufbaus
4.3. Konzept der Sichtentrennung
4.4. Konzept der schrittweisen Verfeinerung
4.5. Modellarten
4.5.1. Organisationsmodelle
4.5.2. Datenmodelle
4.5.3. Objektorientierte Modelle
4.5.4. Funktionsmodelle
4.5.5. Prozessmodelle
4.5.6. Ressourcenmodelle
4.5.7. Metamodelle
4.6. Modellierungsmethoden
4.6.1. Petri-Netze
4.6.2. Ereignisgesteuerte Prozessketten
4.6.3. Erweiterte Ereignisgesteuerte Prozessketten
4.6.4. Business Process Modeling Notation
4.6.5. Unified Modeling Language
4.7. Nutzen der modellbasierten Geschäftsprozessmodellierung
4.8. Kritik der modellbasierten Geschäftsprozessmodellierung
4.9. Zwischenresümee
5. Prozessmanagement-Tools
5.1. Der Markt an Prozessmanagement-Tools
5.2. Kategorisierung von Prozessmanagement-Tools
5.2.1. Graphikorientierte Modellierungswerkzeuge
5.2.2. Allgemeine Geschäftsprozessmodellierungswerkzeuge für eine Vielzahl von Einsatzbereichen
5.2.3. Zweckgebundene Modellierungswerkzeuge
5.3. Vorstellung ausgewählter Prozessmanagement-Tools
5.3.1. ARIS Process Platform 7.0 von IDS Scheer AG
5.3.2. NAUTILUS 4.5 von Gedilan Consulting GmbH
5.3.3. ADONIS 3.81 von BOC Information Technology Consulting GmbH
5.3.4. iGRAFX Process 2005 von Corel (iGrafx)
5.3.5. ViFlow 2003 von ViCon GmbH
5.3.6. VISIO Professional 2003 von Microsoft
5.4. Unterstützung von Prozessmanagement-Tools im Geschäftsprozessmanagement-Kreislauf
5.5. Grenzen rechnergestützter Modellierung
6. Empirische Erhebung
6.1. Gegenstand und Teilnehmer der Umfrage
6.2. Zielsetzung und Aufbau der Umfrage
6.3. Ergebnisse der Umfrage
6.4. Abgleich der Ergebnisse
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Diplomarbeit besteht darin, die Anforderungen von Unternehmen an Prozessmanagement-Tools zu untersuchen und zu analysieren, inwieweit das aktuelle Marktangebot diesen Anforderungen gerecht wird, um so eine wissenschaftlich fundierte Einordnung dieser Werkzeuge im Geschäftsprozessmanagement zu ermöglichen.
- Analyse der Grundlagen des Geschäftsprozessmanagements und des dazugehörigen Kreislaufs.
- Marktanalyse und Kategorisierung verschiedener Prozessmanagement-Tools.
- Empirische Untersuchung zur Praxis der Prozessmodellierung und Werkzeugnutzung in Unternehmen.
- Gegenüberstellung von Anforderungen und Leistungsfähigkeit ausgewählter Softwarelösungen.
Auszug aus dem Buch
3.1.1. Der Geschäftsprozess als Wettbewerbsvorteil
Die Geschäftsstrategie bestimmt die globalen Rahmenbedingungen für die Gestaltung eines Unternehmens und seine Beziehungen zur Umwelt. Im Fokus steht das Gesamtunternehmen, wobei der strategische Planungshorizont mittel- und langfristige Maßnahmen umfasst.
Um den Unternehmenserfolg zu sichern, sind ein Bündel von Fragen zu klären. Zunächst stehen dabei Fragen zur strategischen Positionierung des Unternehmens im Blickpunkt. Die Geschäftsstrategie legt etwa fest, welche Produkte und Dienstleistungen angeboten werden sollen, welche Unternehmensstruktur hierfür notwendig ist und auf welchen Geschäftsfeldern das Unternehmen Wettbewerbsvorteile gegenüber dem Mitbewerb generieren kann. Zur Umsetzung der definierten Strategie spielen die Geschäftsprozesse eine wesentliche Rolle. Um Produkte und Dienstleistungen erstellen zu können, müssen entsprechende Abläufe geschaffen werden. Das Ergebnis des Geschäftsprozesses ist das verkaufte Produkt oder die erstellte Dienstleistung und die Effektivität und Effizienz des Geschäftsprozesssystems wird durch den Gewinn ausgedrückt.
Unternehmen stehen somit durch ihre Geschäftsprozesse in Konkurrenz. Die gezielte Ausrichtung und Gestaltung der Geschäftsprozesse ist ein Hebel zur Erzielung von Wettbewerbsvorteilen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Ausgangssituation des heterogenen Marktes für Prozessmanagement-Tools ein und definiert die zentrale Forschungsfrage sowie den Aufbau der Arbeit.
2. Geschäftsprozessmanagement: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung des Prozessmanagements für Unternehmen, definiert zentrale Begriffe wie Prozess und Geschäftsprozess und klassifiziert verschiedene Prozessarten.
3. Der Geschäftsprozessmanagement-Kreislauf: Hier werden die wesentlichen Phasen des Prozessmanagements als zyklisches Modell vorgestellt, das von der Strategieentwicklung über die Ist-Erhebung und Modellierung bis hin zur Implementierung und kontinuierlichen Verbesserung reicht.
4. Prozess-Modellierung: Dieses Kapitel widmet sich detailliert der Prozess-Modellierung, den Grundsätzen ordnungsgemäßer Modellierung sowie verschiedenen Modellierungsmethoden und -arten.
5. Prozessmanagement-Tools: Hier erfolgt eine Marktübersicht, Kategorisierung und detaillierte Vorstellung spezifischer Tools sowie eine Analyse ihrer Unterstützung im Geschäftsprozessmanagement-Kreislauf.
6. Empirische Erhebung: Dieses Kapitel stellt die Ergebnisse einer Umfrage unter 33 Unternehmen dar, die Anforderungen und Herangehensweisen in der Praxis untersuchten.
7. Fazit: Das Fazit fasst die wichtigsten Erkenntnisse aus der Marktanalyse und der empirischen Untersuchung zusammen und beantwortet die Forschungsfrage.
Schlüsselwörter
Geschäftsprozessmanagement, Prozessmodellierung, Prozessmanagement-Tools, Ist-Erhebung, Unternehmensstrategie, Prozessoptimierung, Referenzmodelle, EPK, BPMN, Prozess-Evaluation, Change Management, Wettbewerbsvorteil, Rechnergestützte Modellierung, Prozesskostenrechnung, Unternehmensgestaltung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Untersuchung des Marktes für Prozessmanagement-Tools und der Ermittlung, welche Anforderungen Unternehmen an solche Softwarelösungen stellen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit behandelt schwerpunktmäßig die Grundlagen des Geschäftsprozessmanagements, die Modellierung von Geschäftsprozessen, die Kategorisierung und Analyse von Management-Tools sowie eine empirische Erhebung zur Praxis in österreichischen Unternehmen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, einerseits die theoretische Unterstützung von Prozessmanagement-Tools zu erforschen und andererseits zu klären, inwieweit das derzeitige Angebot den Anforderungen der Unternehmen entspricht.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Neben einer umfassenden theoretischen Aufarbeitung und Literaturanalyse wurde eine empirische Untersuchung in Form eines standardisierten Fragebogens bei 33 Unternehmen durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden der Geschäftsprozessmanagement-Kreislauf, die Phasen der Modellierung, ein detaillierter Marktvergleich verschiedener Tools und die Ergebnisse der empirischen Studie ausführlich dargelegt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Diplomarbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Geschäftsprozessmanagement, Prozessmodellierung, Tool-Kategorisierung, empirische Erhebung und prozessorientierte Unternehmensgestaltung.
Warum spielt die Ist-Erhebung laut der Arbeit eine so große Rolle?
Die Ist-Erhebung wird als notwendig angesehen, um vorhandene Schwachstellen zu identifizieren, Transparenz über aktuelle Abläufe zu schaffen und somit eine fundierte Basis für Soll-Modelle zu bilden.
Wie bewerten die Unternehmen den Nutzen von Prozessmanagement-Tools?
Die Umfrage ergab, dass die Mehrheit der Unternehmen insbesondere die Funktionen zur Ist-Erfassung, Visualisierung und Dokumentation schätzt, während weiterführende Funktionen wie Prozesskostenrechnung aktuell seltener eingesetzt werden.
- Arbeit zitieren
- Mag. Stefan Lettner (Autor:in), 2006, Ermittlung der Anforderungen von Unternehmen an Prozessmanagement-Tools, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186220