Welche Form von PPP unter dem Dach des BMZ hat das Potenzial einen hohen strukturbildenden
Beitrag zur entwicklungspolitischen Zielsetzung zu leisten und gleichzeitig hohe Attraktivität für
die Wirtschaft aufzuweisen? Zur entwicklungspolitischen Zielsetzung gehört neben den programmatischen Inhalten auch das Ziel, den Anteil der Entwicklungshilfe am BIP auf 0,7% bis 2015 anzuheben. Daran schließt sich die Frage an, ob PPP unter dem Dach des BMZ einen nennenswerten Beitrag zur Zielerreichung leisten kann. Von staatlicher Seite wird dem Beitrag der Wirtschaft eine wichtige Rolle zugeschrieben. Dabei wird deutlich gemacht, dass Entwicklung mehr braucht als finanzielle, technische und personelle Hilfe aus staatlicher Hand....Neben diesen Aspekten sollen begleitend die Problematiken in der Entwicklungszusammenarbeit und das Engagement von Unternehmen im Ausland aufgegriffen werden, um aufzuzeigen, auf welchen Motiven und Hintergründen die Zusammenarbeit der öffentlichen und privatwirtschaftlichen Seite basiert.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Public Private Partnership (PPP): Theoretische Grundlage
1.1 Hintergründe zur Einführung von PPP
1.2 Begriff PPP
1.3 Organisationsform von PPP
1.4 Kategorien von PPP
1.5 Risiken und Probleme
2. Internationale Bedeutung der Entwicklungszusammenarbeit (EZ)
Exkurs: Fall China
3. Ausgangspositionen für die PPP-Partner
3.1 Ausgangsposition der deutschen EZ
3.1.1 Zielsetzung der deutschen Entwicklungspolitik
3.1.2 Umsetzung der deutschen Entwicklungspolitik
3.1.3 Grenzen der EZ bei rein staatlichem Engagement
Exkurs: Geschichte der deutschen Entwicklungspolitik
3.2 Ausgangsposition der deutschen Privatwirtschaft
3.2.1 Gründe und Formen des Engagements im Ausland
3.2.2 Herausforderungen für das Engagement in Entwicklungsländern
4. PPP als neues Instrument der deutschen EZ
4.1 Definition des BMZ
4.2 Erwartungen an PPP
4.3 PPP-Kriterien
4.4 PPP im Rahmen der Fazilität
4.5 PPP im Rahmen der bilateralen staatlichen EZ
4.6 Quantitative Betrachtung
Exkurs: Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH
5. Fallbeispiel: Common Code for the Coffee Community
5.1 Ausgangslage
5.2 PPP-Maßnahme
5.3 Analyse
5.4 Auswertung
Zusammenfassung, Schlussfolgerung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial von Public Private Partnerships (PPP) unter dem Dach des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), um einen strukturbildenden Beitrag zur Erreichung entwicklungspolitischer Ziele zu leisten und gleichzeitig für die Privatwirtschaft attraktiv zu bleiben. Die zentrale Forschungsfrage ist, welche Form von PPP diesen strukturbildenden Anspruch am besten erfüllt und wie diese Partnerschaften effektiv in die deutsche Entwicklungszusammenarbeit integriert werden können.
- Analyse theoretischer Grundlagen und Organisationsformen von Public Private Partnerships
- Untersuchung der Ausgangssituationen von staatlichen Akteuren und der deutschen Privatwirtschaft
- Bewertung von PPP als neues Instrument der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (EZ)
- Vergleichende Betrachtung der PPP-Fazilität und bilateraler staatlicher EZ
- Fallbeispielanalyse: "Common Code for the Coffee Community"
Auszug aus dem Buch
1.2 Begriff PPP
Um PPP in seiner Begrifflichkeit zu definieren, muss es als Teilmenge der Kooperationsmöglichkeiten zwischen öffentlicher und privater Seite gesehen werden (Budäus, 2004, S.313). Erster Ansatzpunkt für eine Definition ist die Annahme, dass eine Kooperation nach ihrem Grad der Formalisierung und Institutionalisierung eingestuft werden kann. Formel oder informell bedeutet, ob beide Seiten vertragliche Verpflichtungen eingegangen sind oder nicht. Kouwenhoven, zitiert bei Budäus, bezeichnet formelle PPPs als „PPP im engeren Sinn“ und informelle PPPs als „PPP im weiteren Sinn“. Charakterisierend für PPP ist die Komplexität ihrer individuellen Inhalte. Sie führt dazu das PPP-Verträge im Allgemeinen hoch formalisiert sind, in denen die Vertragspartner versuchen jegliche Risiken und Unsicherheiten auszuschließen (Manning, 2004, S.5). Eine vollständige Klärung aller vertraglichen Rechte und Pflichten in einer PPP ist jedoch nicht möglich.
Die Komplexität kann durch die Dynamik oder schlechte Vorhersagbarkeit von Umwelt- bzw. anderen Rahmenbedingungen verursacht werden, die einen Teil der Partnerschaft ausmachen. Grundsätzlich ergibt sich die schlechte Prognostizierbarkeit bei PPP aus der Langfristigkeit der Vorhaben, die teilweise auf eine Länge von 30 Jahren bzw. dauerhaft angelegt worden ist. Ein weiteres Merkmal von PPP ist die Entstehung von Synergieeffekten, die bei der gemeinsamen Zusammenarbeit erwartet werden (Edelenbos, /Teisman, 2005, S.4), da ohne sie eine staatliche Beteiligung einer Subvention gleich käme bzw. in einer kartellartigen Kooperation münden würde. Formen eines solchen Bündnisses würden kaum öffentliche Akzeptanz erlangen (Gleich/Holthus, 2002, S.18 f).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Public Private Partnership (PPP): Theoretische Grundlage: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Konzepte von PPP, die Hintergründe ihrer Einführung und die verschiedenen Organisationsformen und Kategorien.
2. Internationale Bedeutung der Entwicklungszusammenarbeit (EZ): Es werden die internationalen Trends der Entwicklungszusammenarbeit analysiert und anhand von ODA- und FDI-Daten im globalen Kontext verortet.
3. Ausgangspositionen für die PPP-Partner: Das Kapitel beleuchtet die entwicklungspolitischen Ziele des Staates sowie die Motive und Herausforderungen für ein Engagement der deutschen Privatwirtschaft im Ausland.
4. PPP als neues Instrument der deutschen EZ: Hier wird untersucht, wie PPP durch das BMZ definiert und in die EZ integriert wird, unter besonderer Betrachtung der Kriterien, der Fazilität und der bilateralen EZ.
5. Fallbeispiel: Common Code for the Coffee Community: Anhand dieses konkreten Projekts erfolgt eine qualitative Analyse der Wirksamkeit von PPP-Maßnahmen im Hinblick auf entwicklungspolitische Standards.
Zusammenfassung, Schlussfolgerung und Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und bewertet das Potenzial von PPP als Instrument der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.
Schlüsselwörter
Public Private Partnership, PPP, Entwicklungszusammenarbeit, BMZ, Globalisierung, Entwicklungspolitik, Privatwirtschaft, ODA, FDI, Nachhaltigkeit, Strukturbildung, Common Code for the Coffee Community, Projektförderung, Auslandsinvestitionen, Armutsbekämpfung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Rolle von Public Private Partnerships als Instrument der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zur Förderung von strukturbildenden Projekten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Kooperation zwischen Staat und Privatwirtschaft, die Erfüllung der Millennium Development Goals und die Finanzierung von Entwicklungsprojekten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Es soll untersucht werden, welche Form von PPP unter dem BMZ das größte Potenzial für strukturbildende Beiträge und gleichzeitig hohe Attraktivität für die Wirtschaft bietet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Neben einer theoretischen Fundierung und einer quantitativen Analyse von Projektstatistiken nutzt die Arbeit eine qualitative Fallbeispielanalyse anhand spezifischer Kriterien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Analyse internationaler EZ-Kontexte, die Untersuchung der Partnerpositionen sowie die Evaluation der PPP-Instrumente des BMZ.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Public Private Partnership, Entwicklungszusammenarbeit, Nachhaltigkeit, Foreign Direct Investment (FDI) und strukturbildende Maßnahmen.
Was unterscheidet die PPP-Fazilität von der bilateralen staatlichen EZ?
Die Fazilität ist ein kleinerer, flexiblerer Sonderfonds für eher kleinteilige Projekte, während die bilaterale EZ stärker in langfristige Regierungsverhandlungen und Länderstrategien eingebettet ist.
Welches Fazit zieht der Autor für strategische Allianzen?
Strategische Allianzen werden als besonders vielversprechend bewertet, da sie durch Ausnahmeregelungen zeitliche und finanzielle Beschränkungen überwinden und so großvolumige Projekte mit breiter Wirkung ermöglichen.
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- Klaus Dellmann (Author), 2006, Public Private Partnership im Bereich der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186231