Untersuchung der Besonderheiten der Unternehmensbesteuerung in Österreich


Projektarbeit, 2006

38 Seiten, Note: 2.7


Leseprobe

Patrick Köstner
Projektbericht
an der staatlich anerkannten Fachhochschule Stuttgart
der AKAD.
Die Privathochschulen.
Untersuchung der Besonderheiten der
Unternehmensbesteuerung in Österreich
Abgabedatum:
Patrick Köstner

Inhaltsverzeichnis
Tabellenverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis IV
Literaturverzeichnis
V
Tabellenanhang
VI
Seite
1.
Einleitung
1.1
Bedeutung der Themenstellung
2
1.2
Aufbau der Arbeit
2
1.3 Zielsetzung
dieser
Arbeit
2
2.
Darstellung der Rechtsformen und des
österreichischen Steuersystems
2.1
Rechtsformen in Österreich
3
2.2
Steuersystem in Österreich
5
3.
Unternehmensrelevante Steuern in Österreich
3.1
Einkommensteuer
6
3.2 Körperschaftsteuer
7
3.3 Gruppenbesteuerung
8
3.4 Umsatzsteuer
9
3.5
sonstige Steuerarten
10
3.5.1 Kommunalsteuer
10
3.5.2 Gesellschaftssteuer
10
3.5.3 Kapitalertragsteuer
11
4. Unternehmensbesteuerung
national
tätiger
Unternehmen in Österreich
4.1 Gewinnermittlungsarten
12
4.2
Besteuerung von Gewinnen bei
Kapitalgesellschaften
13
4.2.1 Besteuerung
beim
Unternehmen 13
4.2.2 Besteuerung
beim
Anteilseigner 14
4.3
Besteuerung von Gewinnen bei
Personengesellschaften
15
4.3.1 Thesaurierter
Gewinn
16
4.3.2 Gewinnausschüttung
16
4.3.3 Verluste
16
4.4
Besteuerung von Gewinnen bei
Einzelunternehmen
17
4.5 Rechtsformwahl
18

Inhaltsverzeichnis
5. Besonderheiten
der
Unternehmensbesteuerung
in Österreich im Vergleich zu Deutschland
5.1 gesellschaftsformunabhängige
Unternehmenssteuern
19
5.1.1 Umsatzsteuer
19
5.1.2 Grunderwerbssteuer,
Kommunalsteuer
und
Dienstgeberbeitrag
19
5.1.3 Forschungsfreibetrag
19
5.2
Kapitalgesellschaften
20
5.3 Personengesellschaften
22
5.4 Tax
Driver
23
5.4.1 Firmenwert
23
5.4.2 Vorräte
23
5.4.3 Investitionsbegünstigungen
23
5.4.4 Investitionsfreibetrag
23
5.4.5 Abschreibungsmöglichkeiten
24
5.4.5.1 Betriebsgebäude
24
5.4.6 Zuschreibungsmöglichkeiten
25
5.4.7 Rückstellungen
25
5.5 Messung
der
Steuerbelastung 25
6. Resümee
27

Inhaltsübersicht
Seite
1.
Einleitung
1.1
Bedeutung der Themenstellung
2
1.2
Aufbau der Arbeit
2
1.3 Zielsetzung
dieser
Arbeit
2
2.
Darstellung der Rechtsformen und des
österreichischen Steuersystems
2.1 Rechtsformen
in
Österreich
3
2.2
Steuersystem in Österreich
5
3.
Unternehmensrelevante Steuern in Österreich
3.1
Einkommensteuer
6
3.2 Körperschaftsteuer
7
3.3 Gruppenbesteuerung
8
3.4 Umsatzsteuer
9
3.5
sonstige Steuerarten
10
4.
Unternehmensbesteuerung national tätiger
Unternehmen in Österreich
4.1 Gewinnermittlungsarten
12
4.2
Besteuerung von Gewinnen bei Kapitalgesellschaften
13
4.3
Besteuerung von Gewinnen bei Personengesellschaften
15
4.4
Besteuerung von Gewinnen bei Einzelunternehmen
17
4.5 Rechtsformwahl
18
5.
Besonderheiten der Unternehmensbesteuerung in
Österreich im Vergleich zu Deutschland
5.1 gesellschaftsformunabhängige
Unternehmenssteuern
19
5.2
Kapitalgesellschaften
20
5.3 Personengesellschaften
22
5.4 Tax
Driver
23
5.5
Messung der Steuerbelastung
25
6.
Resümee
27

1
1. Einleitung
1.1 Bedeutung der Themenstellung
Die Unternehmensbesteuerung erfasst die steuerlichen Tatbestände der Unternehmen
jeder Rechtsform, ihr gegenüber steht die Haushaltsbesteuerung.
1)
Durch die
Globalisierung der Weltwirtschaft, die technologische Innovation und die Mobilität
der Finanz- und Sachmittel, ist es für Unternehmen leichter geworden, Investitionen
im Ausland zu tätigen.
2)
Die Unternehmensbesteuerung kann bei diesen
ausländischen Direktinvestitionen neben der Standortwahl eines Unternehmens ein
Entscheidungskriterium sein. Dadurch kann eine Änderung der Steuergesetzte ein
günstigeres Investitionsklima erzeugen. Angesichts der größten Steuerreform in der
Zweiten Republik, die zum 1.1.2005 vollständig umgesetzt wurde, haben sich die
Rahmenbedingungen für die Unternehmensbesteuerung in Österreich wesentlich
verändert.
1.2 Aufbau dieser Arbeit
Es erfolgt zuerst eine Einführung in das österreichische Steuersystem. Die zu
untersuchenden Steuern werden dargestellt und ihre Wirkung auf die
Unternehmensbesteuerung untersucht. Beim Vergleich mit Deutschland werden die
Besonderheiten der Besteuerung auf ihren positiven Einfluss für das
Investitionsklima bewertet.
1.3 Zielsetzung dieser Arbeit
Es soll herausgearbeitet werden, ob die Besonderheiten der
Unternehmensbesteuerung in Österreich im Vergleich zu Deutschland ein
günstigeres Investitionsklima schaffen können. Dazu werden zum einen die
Besonderheiten der Unternehmensbesteuerung dargestellt, anschliessend werden
diese bewertet. Im Rahmen dieser Arbeit wird nur die Besteuerung national tätiger
Unternehmen untersucht, die eine im Inland gelegene Betriebsstätte besitzen.
1 Vgl. Gabler (1997), Wirtschaftslexikon in 10 Bänden, 14. Auflage, Wiesbaden, Band 9, S.
3916.
2 Vgl. Christoph Spengel, Internationale Unternehmensbesteuerung in der Europäischen
Union, IDW Verlag, S. 4.

2
2. Darstellung der Rechtsformen und des österreichischen Steuersystems
2.1 Rechtsformen in Österreich
Zu den wichtigsten Rechtsformen für Unternehmen gehören: GmbH, AG, OHG, KG,
GmbH&CoKG und Niederlassungen. Die Rechtsformen gliedern sich wie in
Deutschland in Personen- und Kapitalgesellschaften, in ihren Ausprägungen
unterscheiden sich die verschiedenen Rechtsformen in den Regelungen über
Haftung, Leitungsbefugnis, Steuerbelastung, Rechnungslegung und
Gewinnbeteiligung.
3)
Die Gesellschafter einer Personengesellschaft sind
Mitunternehmer, sie erfüllen steuerlich die Merkmale der Mitunternehmerschaft und
werden daher wie Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb veranlagt (§23 Z 2 EStG). Zu
den Personengesellschaften gehören die Einzelunternehmen, die
Kommanditgesellschaft, die offene Handelsgesellschaft (OHG) und die sogenannten
Mitunternehmerschaften, die es in Formen der Offenen Erwerbsgemeinschaft (OEG),
Kommanditerwerbsgemeinschaft (KEG), Gesellschaft des bürgerlichen Rechts und
der stillen Gesellschaft gibt. Bei der Einzelunternehmung haftet der Unternehmer
allein und unbeschränkt, dafür hat er die ungeteilte Leitungsbefugnis. Das
Einkommen der Personenunternehmen unterliegt der Einkommenssteuer. Die OHG
(Offene Handelsgesellschaft) bietet den Gesellschaftern keine
Haftungsbeschränkung. Jeder der Gesellschafter haftet unbeschränkt und solidarisch.
Die Leitungsbefugnis sowie die Gewinnverwendung kann im Gesellschaftsvertrag
relativ frei vereinbart werden. Die Besteuerung des Gewinnes einer OHG erfolgt
über die Kapitalkonten der einzelnen Gesellschafter der OHG, die dann bei der
Einkommensteuer veranlagt werden. Die Kommanditgesellschaft ist ein
Zusammenschluss mehrerer Gesellschafter, wobei der Kommanditist nur mit seinem
Gesellschaftsvermögen haftet. Die Geschäftsführung kann im Gesellschaftervertrag
frei geregelt werden. Die Kapitalgesellschaften gliedern sich in
Unternehmensformen, wie die Aktiengesellschaft, die GmbH und Körperschaften,
die als Genossenschaften, Stiftungen, Körperschaften öffentlichen Rechts, etc.
firmieren. Die GmbH muss mit einen Stammkapital von 35.000 ausgestattet sein,
wobei die Gesellschafter ihre Stammeinlage nicht zurückfordern können.
3 Vgl. Alfred Wagenhofer, Bilanzierung und Bilanzanalyse, 4. Auflage, Linde Verlag, S.211.

3
Die Stammeinlage eines jeden Gesellschafters, deren Anzahl nicht begrenzt ist, muss
zumindest zur Hälfte bar erbracht worden sein. Die Mindesteinlage eines
Gesellschafters beträgt 70 .
Eine österreichische Aktiengesellschaft (AG) muss mit 70.000, - Grundkapital
ausgestattet sein. Eine deutsche Aktiengesellschaft benötigt nur 50.000, -.
Kapitalgesellschaften können sich steuerlich zu einer Unternehmensgruppe
zusammenschliessen. Zu den Mischformen zählt wie in Deutschland die
GmbH&CoKG. Eine Rechtsform für die Freien Berufe und Kleinunternehmen ist
EEG (eingetragene Erwerbsgesellschaft). Diese wiederum kann unterschieden
werden in einer Offenen Erwerbgesellschaft (OEG) und einer
Kommanditerwerbsgesellschaft (KEG). Hiermit sind nur die wichtigsten
Unternehmensformen genannt. Nach wie vor ist die Einzelfirma die beliebteste
Rechtsform bei Unternehmensneugründungen. Die GmbH besteht aus mindestens
zwei natürlichen Personen. Die Gesellschafter bilden kein eigenes Rechtsubjekt und
die Besteuerungen erfolgen über die persönliche Einkommenssteuer. Jeder der
Gesellschafter sowie die Gesellschaft selbst erhält eine eigene Steuernummer. Die
Gesellschafter haften solidarisch und persönlich für alle Verbindlichkeiten.
Rechtsform
Jahr
2000 2001 2002 2003 2004
Einzelfirma
18.295 2.0197 19.939 2.2601 2.3898
GmbH
3.028 3.312 3.285 3.089 3.294
KEG, GmbH&Co, KEG
1.149 1.239 1.313 1.305 1.322
OEG
861 830 875 820 768
Tabelle 1: Unternehmensneugründungen nach Rechtsformen
4)
Eine besondere Form stellt die internationale Schachtelbeteiligung dar. Der
Empfänger ist eine unbeschränkt steuerpflichtige Kapitalgesellschaft, einer EU-
Kapitalgesellschaft. Die Mindestbeteiligung ist 10 % und die Mindesthaltedauer
beläuft sich auf 1 Jahr. Die Dividenden sind steuerfrei und die Steuerneutralität der
Beteiligung ist gewährleistet, allerdings mit der Option auf eine Steuerwirksamkeit.
4 Vgl. Wirtschaftskammern Österreichs, Statistisches Jahrbuch 2005 Seite 95.

4
2.2 Steuersystem in Österreich
Das Steuersystem umfasst die Gesamtheit, der in einem Land erhobenen Steuern.
5)
Österreichs Steuersystem ist im Laufe der Zeit gewachsen und es umfasst die
verschiedensten Steuern, daher kann man es als historisches Steuersystem
bezeichnen. Es ist ein pluralistisches Steuersystem, da es mehrere Steuerformen
erhebt. Bei der Unternehmensbesteuerung besitzt Österreich ebenfalls ein
pluralistisches Steuersystemen. Kapitalgesellschaften unterliegen der
Körperschaftssteuer, während für Einzel- und Personengesellschaften ohne eigene
Rechtspersönlichkeit die Einkommensteuergesetze für die Unternehmensbesteuerung
gelten. Die Besteuerung einer GmbH wird in die Substanz- und Ertragsbesteuerung
unterschieden. Bei Ertragsbesteuerung ist u.a. der steuerpflichtige Gewinn die
Ausgangsbasis für die Steuerberechnung. Die Substanzbesteuerung wird in der
steuerlichen Betriebswirtschaftslehre als Steuer in Abhängigkeit von Bestandsgrößen
gesehen, die z. B. als Grund-, Erbschafts- oder Schenkungssteuer deklariert werden.
6)
In der Finanzwissenschaft wird die Substanzbesteuerung als Soll- oder
Sollertragssteuer bezeichnet, die bei fehlenden Erträgen zur Aufzehrung von Kapital
und Vermögen führt.
7)
Die Theorie der Unternehmensbesteuerung gliedert sich in den
integrationstheoretischen und den separationstheoretischen Ansatz. Laut
integrationstheoretischen Ansatz gilt, dass alle Erträge durch Entnahmen oder
Ausschüttung letztendlich auf die Anteilseigner übertragen werden.
Die Separationstheorie besagt, dass Körperschaften einer eigenen Steuern bedürfen
und eigene Wirtschaftseinheit sind. Österreich verfügt über ein eigenes
Körperschaftssteuersystem und folgt in dieser Hinsicht dem separationstheoretischen
Ansatz bei der Unternehmensbesteuerung. Somit gilt für Österreich der separations-
theoretische Ansatz in der Unternehmensbesteuerung, die besagt, dass
Körperschaften eigene Wirtschaftssubjekte sind. Eine Besonderheit stellt die
Gruppenbesteuerung dar in der sich Kapitalgesellschaften steuerlich zu einer
Unternehmensgruppe zusammenschließen. Die Gewinne und Verluste dieser
Unternehmen werden saldiert und beim Gruppenträger versteuert.
5 Vgl. Gabler (1997), Wirtschaftslexikon in 10 Bänden, 14. Auflage, Wiesbaden, Band 9, S. 3608.
6 Vgl. Gabler (1997), Wirtschaftslexikon in 10 Bänden, 14. Auflage, Wiesbaden, Band 9, S. 3679.
7 Vgl. Gabler (1997), Wirtschaftslexikon in 10 Bänden, 14. Auflage, Wiesbaden, Band 9, S. 3429.
Ende der Leseprobe aus 38 Seiten

Details

Titel
Untersuchung der Besonderheiten der Unternehmensbesteuerung in Österreich
Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Note
2.7
Autor
Jahr
2006
Seiten
38
Katalognummer
V186251
ISBN (eBook)
9783869438214
ISBN (Buch)
9783869433011
Dateigröße
697 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
untersuchung, besonderheiten, unternehmensbesteuerung, österreich
Arbeit zitieren
Dipl. Betriebswirt (FH) Patrick W. W. Köstner (Autor), 2006, Untersuchung der Besonderheiten der Unternehmensbesteuerung in Österreich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186251

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