Schwerpunkt dieser Seminararbeit sind die nach internen Unternehmensstrukturen gebildeten Reporting Units, die Verteilung von Vermögenswerten, Schulden sowie des Goodwill auf diese Einheiten und die dadurch entstehende Konsequenzen.
Mit der Verabschiedung von SFAS 141 und SFAS 142 tritt für die nach US-GAAP bilanzierenden Unternehmen eine bedeutende Veränderung besonders hinsichtlich der Abschreibung des Goodwill?s ein. Die Abschreibung erfolgt nicht mehr planmäßig sondern gegebenenfalls nach Durchführung von Impairmenttests auf Ebene von Reporting Units. Diese werden nach der internen Berichtsstruktur des Unternehmens gebildet. Durch die zu veröffentlichenden Informationen wird der Informationsadressat der finanziellen Berichterstattung in die Lage versetzt, das Unternehmen ?durch die Augen des Management? zu sehen. Die Entscheidungen des Management werden somit nachvollziehbarer und damit kontrollierbarer .
Gleichzeitig kann der Manager aufgrund der Flexibilität der internen Berichtsstrukturen die für Zwecke des Impairmenttests zu bildende Reporting Unit so gestalten, daß er die Goodwill-Abschreibungen beeinflussen kann.
Dies gilt besonders dann, wenn die Reporting Units umfangreich definert sind.
Die erstmalige Zuordnung des Goodwill sowie der Vermögenswerte und Schulden auf die Reporting Units können erhebliche Schwierigkeiten bereiten. Dies gilt insbesondere für die Zuordnung von Corporate Items und Schulden .
Die für den geforderten Impairmenttest erforderliche Bewertungen von Reporting Units führen zu einem erheblichen Aufwand sowie zu Bilanzierungsspielraum in den nachfolgenden Geschäftsjahren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Bilanzierung von Hedge Accounting
2.1 Überblick
2.2 Anforderungen an die Grundgeschäfte
2.3 Anforderungen an Sicherungsinstrumente
2.4 Voraussetzungen an die Dokumentation von Hedge Accounting
2.5 Bilanzierung bei verschiedenen Arten des Hedge Accounting
2.5.1 Fair Value Hedge Accounting
2.5.2 Cash Flow Hedge Accounting
2.5.2 Foreign Currency Hedge Accounting
3. Berichterstattung über das Hedge Accounting
3.1 Publizitätspflicht nach IAS 39 und Berichterstattung ausgewählter deutscher Unternehmen:
3.2 Publizitätspflicht nach SFAS 133 und Berichterstattung ausgewählter deutscher Unternehmen:
4. Zusammenfassung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Analyse der Berichterstattung über Hedge Accounting in den Geschäftsberichten ausgewählter deutscher Unternehmen unter Berücksichtigung der internationalen Standards IAS 39 und SFAS 133. Dabei wird untersucht, inwieweit die Unternehmen den umfangreichen Offenlegungspflichten nachkommen und welche Qualität die bereitgestellten Informationen für die Abschlussadressaten aufweisen.
- Grundlagen der bilanziellen Behandlung von Sicherungszusammenhängen
- Anforderungen an Grundgeschäfte und Sicherungsinstrumente
- Publizitätspflichten nach IAS 39 für ausgewählte DAX-Unternehmen
- Publizitätspflichten nach SFAS 133 für ausgewählte DAX-Unternehmen
- Bewertung der Transparenz und Vollständigkeit der Unternehmensberichterstattung
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Der verantwortungsvolle Umgang mit globalen Unsicherheiten muß Gegenstand des Risikomanagement-Systems jedes Unternehmens sein. Ziel solcher Systeme ist eine Marktwertsteigerung des Unternehmens auf Basis einer aktiven und bewußten Steuerung aller Risiken. „Nur Risiken, die man nicht steuern kann, sind wirklich riskant“.
Neben anderen Risiken sind Unternehmen dem Marktrisiko durch Veränderung von Wechselkursen, Zinssätzen und Güterpreisen ausgesetzt. Diese können durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente gesteuert werden. Der unkontrollierte Einsatz von Finanzderivaten führte aber in der Vergangenheit zu zahlreichen Finanzskandalen. Dadurch ergibt sich eine erhöhte Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Notwendigkeit von Risikosteuerungs- und Kontrollsystemen.
Vor diesem Hintergrund erwarten die Adressaten des Jahresabschlusses mehr Transparenz und eine bessere Darstellung der Derivate durch detaillierte Informationen den Einsatz derivativer Finanzinstrumente und zugehöriger Absicherungsgeschäfte. Der US-amerikanische Standard SFAS 133 sowie der nach internationalen Regeln gebildete Standard IAS 39 sehen für den Fall, daß Derivate zu Absicherungszwecken eingesetzt werden, die Möglichkeit eines speziellen Hedge Accounting vor. Die Notwendigkeit einer gesonderten bilanziellen Behandlung der Sicherungsbeziehungen wird aus den Ansatz- und Bewertungsunterschieden der einzelnen Grund- und Sicherungsgeschäfte abgeleitet. Diese Unterschiede würden ohne die Möglichkeit eines Hedge Accounting dazu führen, daß die Erfolgswirkungen der Grund- und Sicherungsgeschäfte in unterschiedlichen Perioden erfaßt würden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die wachsende Bedeutung des Risikomanagements und die Notwendigkeit des Hedge Accounting zur transparenten Darstellung finanzieller Sicherungsgeschäfte in Jahresabschlüssen.
2. Bilanzierung von Hedge Accounting: Dieses Kapitel beschreibt die theoretischen Grundlagen, Arten und Voraussetzungen für Hedge Accounting nach IAS 39 und SFAS 133, einschließlich der spezifischen Anforderungen an Grundgeschäfte und Instrumente.
3. Berichterstattung über das Hedge Accounting: Das Hauptkapitel analysiert empirisch die Offenlegungspraktiken verschiedener deutscher Großunternehmen in Bezug auf die Vorgaben der Standards IAS 39 und SFAS 133.
4. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel resümiert, dass die untersuchten Unternehmen die Anforderungen nur teilweise erfüllen und weist auf die Notwendigkeit präziserer Regularien hin.
Schlüsselwörter
Hedge Accounting, IAS 39, SFAS 133, Risikomanagement, derivative Finanzinstrumente, Fair Value Hedge, Cash Flow Hedge, Geschäftsberichte, Publizitätspflicht, Transparenz, Sicherungsgeschäfte, Marktrisiko, Bewertungsrücklage, Hedge-Ineffektivität, deutsche Unternehmen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es grundsätzlich in dieser Seminararbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Qualität und dem Umfang der Berichterstattung über Hedge Accounting in den Geschäftsberichten großer deutscher Unternehmen im Kontext internationaler Rechnungslegungsstandards.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf den bilanziellen Anforderungen für Sicherungsgeschäfte (Hedge Accounting) und der praktischen Umsetzung der Offenlegungsvorschriften nach IAS 39 und SFAS 133.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Prüfung, ob deutsche Unternehmen die komplexen Veröffentlichungspflichten für Sicherungsbeziehungen vollständig erfüllen und welche Defizite in der Transparenz bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse der Standards sowie einer empirischen Untersuchung bzw. Analyse der Geschäftsberichte ausgewählter Unternehmen anhand der regulatorischen Vorgaben.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erläuterung der Bilanzierungsarten und eine detaillierte Analyse der Berichterstattung von Unternehmen wie BMW, Volkswagen, Allianz und anderen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Hedge Accounting, IAS 39, SFAS 133, Risikomanagement, Derivate und Transparenz sind die zentralen Begriffe der Arbeit.
Warum berichten Unternehmen oft unvollständig über „Forecasted Transactions“?
Die Analyse zeigt, dass Unternehmen bei den geforderten Angaben zu erwarteten zukünftigen Transaktionen, etwa deren zeitlicher Eintritt oder Erfolgswirkung, häufig Lücken aufweisen, vermutlich aufgrund der Komplexität oder Vertraulichkeit der Daten.
Welche Rolle spielt die Hedge-Ineffektivität in der Berichterstattung?
Die Ineffektivität muss nach den Standards ausgewiesen werden, um den Erfolg aus Sicherungsgeschäften korrekt darzustellen; die Analyse verdeutlicht, dass die Art und Weise dieses Ausweises stark zwischen den Unternehmen variiert.
- Citation du texte
- Dipl.-Kauffrau Lidia Patru (Auteur), 2002, Die Bildung von Reporting Units nach SFAS 142, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186268