Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Tibetproblem, zeichnet ganz allgemein die Geschichte Tibets ab 1950 nach und geht besonders auf die Person des Dalai Lama mit seiner Politik und seinen Forderungen gegenüber China ein.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Der Dalai Lama
1.2 Das politische Tibet
2. Tibetische Gebiete
2.1 Die Autonome Region Tibet
2.2 Das ethnographische Tibet
3. Das Tibet-Problem
3.1 Die drei Ebnen des Tibet-Problems
4. Geschichte Tibets von 1949 bis 1999
4.1 Die fünfziger Jahre
4.1.1 Besetzung Tibets, Widerstand der Khampa
4.1.2 Vorbereitendes Komitee für die Autonome Region Tibet, Volksaufstand
4.2 Die sechziger Jahre
4.2.1 Organisation und Demokratisierung im Exil
4.2.2 Kulturrevolution
4.3 Die achtziger Jahre
4.3.1 Liberalisierung, die vier Delegationen des Dalai Lama
4.3.2 Gewalttätige Unruhen, Fünf-Punkte-Plan
4.4 Die neunziger Jahre
4.4.1 Bestimmung des 11. Panchen Lama
4.4.2 Diplomatie des Dalai Lama
5. Forderungen des Dalai Lama
5.1 Groß Tibet Politik
5.2 Fünf-Punkte-Plan
5.3 Konzept für die Zukunft
6. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Tibet-Problem im Zeitraum von 1950 bis 1999. Im Fokus steht dabei die historische Entwicklung unter chinesischer Herrschaft sowie die Rolle, die Politik und die Forderungen des 14. Dalai Lama, mit dem Ziel, die Hintergründe der heutigen Situation und mögliche Lösungswege zu beleuchten.
- Historischer Überblick der chinesischen Besetzung und deren Folgen seit 1950.
- Die politische und religiöse Rolle des Dalai Lama im Exil.
- Analyse der chinesischen Minderheitenpolitik und des Autonomiestatus.
- Vorstellung und Bewertung der Verhandlungsvorschläge des Dalai Lama (u.a. Fünf-Punkte-Plan).
- Diskussion über das Spannungsfeld zwischen nationaler Souveränität und Menschenrechten.
Auszug aus dem Buch
1.1 Der Dalai Lama
Die Bezeichnung Dalai Lama ist mongolisch und bedeutet etwa „Meer des Wissens“. Der Dalai Lama wird als Inkarnation des Avalokiteshvara, dem Bodhisattva der Barmherzigkeit, angesehen. Verliehen wurde der Titel von den Mongolen und der 3. Dalai Lama trug ihn erstmals zu Lebzeiten. Seine vorherigen Inkarnationen erhielten den Titel erst posthum.
Der Dalai Lama ist gleichzeitig religiöses und politisches Oberhaupt der Tibeter. Auf Grund dessen kommt es kaum zu einer Trennung von Religion und Politik, auf die der Buddhismus großen Einfluß hat.
Der jetzige 14. Dalai Lama wurde 1935 in Amdo geboren und mit zwei Jahren als Reinkarnation erkannt. Als Kind kam er 1939 nach Lhasa und wurde ein Jahr später inthronisiert. Bereits 1950, drei Jahre vor seiner Volljährigkeit, erhielt der Dalai Lama angesichts des chinesischen Angriffs die Vollmacht über seine weltlichen Ämter. 1989 bekam er den Friedensnobelpreis für seinen gewaltlosen Widerstand gegen die chinesische Herrschaft verliehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die historische Problematik zwischen Tibet und China und begründet die Konzentration auf die Rolle des Dalai Lama sowie die Geschichte ab 1950.
2. Tibetische Gebiete: Dieses Kapitel differenziert zwischen der offiziellen Autonomen Region Tibet und dem kulturell definierten ethnographischen Tibet.
3. Das Tibet-Problem: Hier werden die drei Kernaspekte des Konflikts definiert: kulturelle, staatsrechtliche und die Frage des Selbstbestimmungsrechts.
4. Geschichte Tibets von 1949 bis 1999: Ein chronologischer Überblick über die Jahrzehnte, angefangen von der militärischen Besetzung über die Exilregierung bis hin zu diplomatischen Bemühungen und internen Konflikten.
5. Forderungen des Dalai Lama: Darstellung der politischen Strategien des Dalai Lama, einschließlich des "Groß Tibet"-Konzepts und des Fünf-Punkte-Plans.
6. Zusammenfassung: Ein Fazit, das die Stagnation in den Verhandlungen und die prekäre Lage Tibets sowie die Herausforderungen für die Zukunft bewertet.
Schlüsselwörter
Tibet, Dalai Lama, China, Autonome Region Tibet, Fünf-Punkte-Plan, Selbstbestimmungsrecht, Menschenrechte, Exilregierung, Kulturrevolution, Souveränität, Ethnographisches Tibet, Khampa, Panchen Lama, Gewaltlosigkeit, Mittel-Weg
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die politische Situation Tibets im Zeitraum von 1950 bis 1999 unter besonderer Berücksichtigung der Rolle des Dalai Lama.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die Geschichte der tibetisch-chinesischen Beziehungen, der Status der Autonomie, die internationale Diplomatie des Dalai Lama und die Menschenrechtslage.
Welches Ziel verfolgt der Autor mit dieser Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, ein Verständnis für das "Tibet-Problem" zu entwickeln und aufzuzeigen, warum eine friedliche Lösung trotz jahrzehntelanger Bemühungen bisher nicht erreicht wurde.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive historische Analyse und Literaturarbeit, die auf Dokumenten, Rechtsgutachten und politischen Stellungnahmen basiert.
Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Der Hauptteil gliedert die Geschichte in Jahrzehnte (fünfziger bis neunziger Jahre) und analysiert spezifische Ereignisse wie den Volksaufstand, die Gründung der Exilregierung und die verschiedenen Delegationsreisen.
Welche Schlagworte charakterisieren den Inhalt am besten?
Tibet, Dalai Lama, China-Tibet-Konflikt, Autonomie, Selbstbestimmung und Gewaltlosigkeit sind die zentralen Begriffe der Arbeit.
Wie definiert der Dalai Lama sein Konzept für die Zukunft Tibets?
Er strebt ein säkulares, demokratisches System mit Gewaltenteilung und eine "mixed economy" an, wobei er selbst auf Regierungsautorität verzichten möchte.
Warum betrachtet der Dalai Lama seinen "Mittleren Weg" als Lösung?
Durch den Verzicht auf die Forderung nach staatlicher Unabhängigkeit bei gleichzeitigem Eintreten für echte Autonomie hofft er, China zu Verhandlungen zu bewegen und die tibetische Kultur und Identität zu bewahren.
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- Christina Quast (Author), 2001, Politik Tibets 1950 - 1999, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186286