Auseinandersetzung mit dem Autoritarismus-Begriff als eine wichtige Dimension rechtsextremistischen Verhaltens
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der autoritäre Charakter (nach der Berkeley-Gruppe)
3. weitere Aspekte
3.1. Narzißmustheoretische Aspekte
3.2. Bindungstheoretische Aspekte
4. Zusammenfassung
4.1 Ursachenfaktoren von Rechtsextremismus
4.2. Merkmale von Rechtsextremismus
5. Fallbeispiele
5.1. In einem Vorort der Stadt N. …
5.2. Torsten
6. Sozialpädagogische Handlungsmöglichkeiten
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht den Autoritarismus als eine Form abweichenden Verhaltens und analysiert dessen Bedeutung im Kontext rechtsextremistischer Einstellungen bei Jugendlichen. Ziel ist es, die psychologischen Ursachen, familiären Sozialisationsbedingungen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu beleuchten, die zu einer Hinwendung junger Menschen zu rechtsextremen Gruppierungen und Gewaltakten führen können.
- Historische und psychologische Grundlagen des Autoritarismus-Begriffs.
- Narzißmustheoretische und bindungstheoretische Erklärungsansätze für rechtsextreme Orientierungen.
- Die Rolle familiärer Sozialisation und individueller Identitätsentwicklung.
- Analyse konkreter Fallbeispiele zur Veranschaulichung der theoretischen Konzepte.
- Diskussion sozialpädagogischer Interventions- und Handlungsmöglichkeiten.
Auszug aus dem Buch
3.1.Narzißmustheoretische Aspekte
Aus psychoanalytischer Perspektive steht das Subjekt mit seinen unbewußten Motiven, die das Handeln wesentlich mitbestimmen, im Vordergrund. Es sind innere Konflikte, die Anteil daran haben, warum äußere, gesellschaftliche Bedingungen in je spezifischer Art Bedeutung gewinnen.
Ausländerfeindlichkeit kann man aus diesem Blickwinkel heraus wie folgt erklären: Ein neugeborener Säugling befindet sich zunächst in einer „paranoid-schizoiden Position“. Er unterscheidet nur zwischen einer befriedigenden und einer versagenden Mutterbrust, es besteht also eine scharfe Trennung in Liebe und Haß. Damit verbunden sind natürlich übermächtige, bedrohliche Ängste. Normalerweise folgt darauf eine „depressive Position“, in welcher diese widersprechenden Gefühle aneinandergebracht werden und nebeneinander, miteinander verbunden, existieren können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit definiert Autoritarismus und Rechtsextremismus als Syndrome gesellschaftlicher und individueller Verhaltensmuster und gibt einen historischen Abriss der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit diesen Themen.
2. Der autoritäre Charakter (nach der Berkeley-Gruppe): Dieses Kapitel erläutert die wesentlichen Merkmale autoritärer Persönlichkeiten, wie etwa Konventionalismus, autoritäre Untertänigkeit und aggressive Autoritätssucht.
3. weitere Aspekte: Hier werden tiefenpsychologische Ansätze, konkret narzißmustheoretische und bindungstheoretische Aspekte, in Bezug auf die Entstehung rechtsextremer Orientierungen untersucht.
4. Zusammenfassung: Dieses Kapitel fasst die gesellschaftlichen und individuellen Ursachenfaktoren zusammen und listet zentrale Merkmale des Rechtsextremismus auf.
5. Fallbeispiele: Anhand zweier Beispiele – einem Angriff in einem Vorort und der Lebensgeschichte eines Jugendlichen namens Torsten – werden die theoretischen Erkenntnisse illustriert.
6. Sozialpädagogische Handlungsmöglichkeiten: Abschließend werden die Herausforderungen und Chancen der sozialen Arbeit bei der Prävention und Intervention im Bereich rechtsextrem orientierter Jugendlicher diskutiert.
Schlüsselwörter
Autoritarismus, Rechtsextremismus, Soziale Arbeit, Sozialisation, Narzissmus, Bindungstheorie, Identitätsentwicklung, Gewaltprävention, Psychologie, Jugendgewalt, Radikalisierung, Familie, Gesellschaftliche Bedingungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert den Zusammenhang zwischen Autoritarismus und rechtsextremistischem Verhalten sowie die Ursachen für die Entstehung solcher Orientierungen bei Jugendlichen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die psychologischen Grundlagen (Autoritarismus, Narzissmus, Bindung), die familiäre Sozialisation und die gesellschaftlichen Bedingungen rechtsextremer Gewalt.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist ein besseres Verständnis dafür zu schaffen, warum Jugendliche rechtsextreme Ideologien entwickeln und welche sozialpädagogischen Ansätze hierbei möglich oder begrenzt sind.
Welche wissenschaftlichen Perspektiven werden genutzt?
Die Arbeit stützt sich primär auf sozialpsychologische, psychoanalytische und bindungstheoretische Ansätze, ergänzt durch soziologische Erkenntnisse zum Rechtsextremismus.
Was wird im Hauptteil analysiert?
Im Hauptteil werden neben theoretischen Konzepten zwei Fallbeispiele detailliert betrachtet, um das Zusammenspiel von individueller Lebensgeschichte und politischer Radikalisierung aufzuzeigen.
Was charakterisiert die Arbeit inhaltlich?
Sie ist charakterisiert durch eine kritische Auseinandersetzung mit der Rolle der Familie und der politischen Kultur bei der Entstehung von Gewalt und Ausgrenzung.
Wie bewertet die Autorin die Rolle der Polizei im Fallbeispiel?
Die Autorin äußert Skepsis gegenüber dem "laschen" Vorgehen der Polizei, da dieses Verhalten die Täter in ihrer Einstellung bestärken könnte.
Was unterscheidet Torstens Biographie von anderen Fällen?
Torsten zeigt als Einzelgänger eine individuelle Entwicklung, bei der sein familiäres Umfeld – insbesondere die Erziehung durch den rechtsorientierten Vater und das Erleben von Gewalt – eine maßgebliche Rolle bei seiner Radikalisierung spielte.
- Citation du texte
- Jasmin Becker (Auteur), 2004, Autoritarismus als eine Form abweichenden Verhaltens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186305