"Versicherungsbetrug" - ein Kavaliersdelikt, Volkssport Versicherungsbetrug usw.
In dieser Arbeit wird das Delikt Versicherungsbetrug in all seinen Facetten bearbeitet. Ziel dieses Werkes soll sein, das Ausmaß dieses sozialschädlichen Verhaltens zu beleuchten, d.h. wie viel Schaden im volkswirtschaftlichen Sinne wird durch Versicherungsbetrug verursacht. Hierbei werden sowohl die bekannte Zahl der Delikte, als auch Schätzungen das Dunkelfeld betreffend analysiert. Es geht auf spezifische Besonderheiten dieses Deliktsfeldes ein und beleuchtet die Hintergründe, wie z.B. Täterprofil, bisherige Entwicklung und zukünftige Erwartungen.
Auch wurden sowohl von Seiten der Polizei als auch der Versicherungswirtschaft bereits Lösungsansätze entwickelt dieses Deliktsfeld einzugrenzen. Diese Ansätze werden hierbei analysiert und mögliche Verbesserungen aufgezeigt. Die rechtlichen Grenzen, insbesondere beim Datenschutz werden thematisiert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definition Versicherungsbetrug
3 Phänomenologie
4 Der entstehende volkswirtschaftliche Schaden in Deutschland
4.1 Die polizeiliche Kriminalstatistik – PKS
4.2 Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft - GDV
4.3 Schadensumme im internationalen Vergleich
5 Besonderheiten des Delikts Versicherungsbetrug
5.1 Betrugsanteil der einzelnen Versicherungssparten
5.2 Täterprofil beim Delikt Versicherungsbetrug
5.3 „WIE“ wird betrogen
5.4 Schadensummen je Delikt
5.5 Erklärungsansätze für kriminelles Verhalten
5.6 Tendenzen – künftige Entwicklung
6 Bekämpfung des Delikts Versicherungsbetrug
6.1 Grundsätze
6.2 Maßnahmen der Versicherungswirtschaft zur Bekämpfung des Versicherungsbetrugs
6.2.1 Verstärkter Einsatz von Sachverständigen
6.2.2 Automatische Betrugserkennungssysteme: UNIWAGNIS
6.2.3 Mehr Schadentransparenz durch Geokodierung
6.2.4 Neuordnung der Betrugsprävention
6.2.5 Zentrale Schadendatenbank
6.3 Maßnahmen der Polizei zur Bekämpfung des Versicherungsbetrugs
6.3.1 Zielgerichtete Aus- und Fortbildung
6.3.2 Bessere technische Möglichkeiten - Geokodierung
6.3.3 Prävention
6.4 So könnte die polizeiliche Deliktsbekämpfung in Zukunft aussehen
6.4.1 Zentrale Schadensdatei
6.4.2 Meldepflicht für Verdachtsfälle
6.4.3 Miteinbeziehung des Delikts in die kommunale Kriminalprävention
6.4.4 Engere Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft
6.4.5 Bundesweite GLADIS-Datei
7 Datenschutzrechtliche Bestimmungen
8 Abschließende Betrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Diplomarbeit untersucht das Ausmaß des Versicherungsbetrugs als sozialschädliches Phänomen und analysiert den daraus resultierenden volkswirtschaftlichen Schaden in Deutschland. Im Zentrum steht dabei die polizeiliche Relevanz des Delikts, die Analyse bestehender Lösungsansätze sowie die Ausarbeitung potenzieller Verbesserungen in der Zusammenarbeit zwischen Polizei und Versicherungswirtschaft.
- Phänomenologie und Erscheinungsformen des Versicherungsbetrugs
- Analyse des volkswirtschaftlichen Schadens und des Dunkelfelds
- Täterprofile und Beweggründe für kriminelles Handeln
- Präventionsmaßnahmen und Methoden zur Betrugsbekämpfung
- Optimierungsmöglichkeiten in der polizeilichen Ermittlungsarbeit
Auszug aus dem Buch
5.3 „WIE“ wird betrogen
Es gibt zahlreiche Varianten wie man eine Versicherung zu einer eigentlich ungerechtfertigten Zahlung veranlassen kann. Als gängigste Varianten kommen z.B. in Betracht: Schadenübertreibung, Schadenumdefinierung Nicht vorhandenen Schaden erfinden. Mehrfachregulierungen, bei verschiedenen Versicherungen Absichtliche Schadenherbeiführung Versicherungsvertreter als Mittäter … Die folgende Grafik soll die verschiedenen Arten des Versicherungsbetrugs verdeutlichen:
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Wahrnehmung von Versicherungsbetrug als vermeintliches Kavaliersdelikt und definiert das Ziel der Arbeit, das Ausmaß dieses Massendelikts sowie Lösungsansätze zu analysieren.
2 Definition Versicherungsbetrug: Dieses Kapitel liefert eine Konkretisierung des Begriffs durch juristische Definitionen und die Erläuterung der Strafbarkeit gemäß StGB.
3 Phänomenologie: Hier wird das Delikt als Massenphänomen beschrieben, das sich durch alle Bevölkerungsschichten zieht, wobei auch extreme Beispiele und Motivlagen aufgezeigt werden.
4 Der entstehende volkswirtschaftliche Schaden in Deutschland: Das Kapitel analysiert die Schwierigkeiten der Datenerfassung, insbesondere die Trennung zwischen Hell- und Dunkelfeld sowie die Bedeutung der PKS und GDV-Schätzungen.
5 Besonderheiten des Delikts Versicherungsbetrug: Es werden die verschiedenen Versicherungssparten nach Betrugsanteilen, Täterprofile sowie die gängigen Begehungsweisen und künftige Tendenzen untersucht.
6 Bekämpfung des Delikts Versicherungsbetrug: Dieses Kernkapitel analysiert umfangreiche Präventions- und Bekämpfungsmaßnahmen, sowohl aus Sicht der Versicherungswirtschaft (z.B. UNIWAGNIS) als auch der Polizei (z.B. GLADIS), sowie zukünftige Optimierungspotenziale.
7 Datenschutzrechtliche Bestimmungen: Hier werden die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Grenzen der Datenübermittlung zwischen Versicherern und Strafverfolgungsbehörden erörtert.
8 Abschließende Betrachtung: Eine Zusammenführung der Ergebnisse, die betont, dass die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Versicherungen für die Sachverhaltsaufklärung unerlässlich ist.
Schlüsselwörter
Versicherungsbetrug, Volkswirtschaftlicher Schaden, Kriminalprävention, PKS, GDV, Betrugsabwehr, Schadensumme, Dunkelfeld, Geokodierung, GLADIS, Täterprofil, Versicherungsrecht, Betrugsindikatoren, Strafverfolgung, UNIWAGNIS
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit dem Delikt Versicherungsbetrug, dessen Auswirkungen auf die Volkswirtschaft und den Möglichkeiten, diesen effektiv durch Polizei und Versicherungswirtschaft zu bekämpfen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition des Delikts, der Analyse von Täterprofilen und Betrugsarten, der Problematik der Schadenserfassung sowie modernen technischen und organisatorischen Bekämpfungsmaßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, das Ausmaß des Schadens durch Versicherungsbetrug zu beleuchten, aktuelle Lösungsansätze zu analysieren und mögliche Verbesserungen für die polizeiliche Ermittlungsarbeit aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden empirische Befunde, statistische Auswertungen, Fachliteratur sowie Expertenerkenntnisse und Informationen aus der polizeilichen Praxis (E-Mail-Korrespondenz) herangezogen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Deliktsbesonderheiten (Sparten, Täter, Methoden) sowie eine tiefgehende Analyse der Bekämpfungsmaßnahmen von Versicherungen und Polizei.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen gehören Versicherungsbetrug, Prävention, Dunkelfeld, Geokodierung, Schadensdatenbank und die Kooperation zwischen Versicherungsbranche und Polizei.
Was besagt die Arbeit zum "Autobumsen"?
Das "Autobumsen" wird als hochprofessionelle Form des Versicherungsbetrugs beschrieben, bei der Verkehrsunfälle fingiert werden, was in einigen Städten die Einrichtung spezieller Fachkommissariate erforderlich machte.
Warum gibt es laut Autor keine zentrale Schadendatenbank in Deutschland?
Der Autor führt dies auf datenschutzrechtliche Bedenken zurück, merkt jedoch an, dass eine solche Datenbank die Mehrfachabrechnung bei verschiedenen Versicherungsgesellschaften effektiv verhindern könnte.
Wie bewertet der Autor die Rolle der Polizei bei manipulierten Unfällen?
Die Polizei fungiert laut Autor bei unentdeckten manipulierten Unfällen oft unbewusst als Erfüllungsgehilfe der Täter, da sie durch die offizielle Aufnahme des Unfalls die betrügerische Schadensersatzforderung faktisch legitimiert.
Welche Bedeutung kommt der Geokodierung zu?
Die Geokodierung ist ein technisches Hilfsmittel (z.B. GLADIS), das Straftaten räumlich verknüpft und so Muster oder Tatort-Häufungen erkennbar macht, was für die präventive Deliktsbekämpfung von hohem Wert ist.
- Citation du texte
- Tobias Honold (Auteur), 2006, Versicherungsbetrug und der daraus resultierende volkswirtschaftliche Schaden für Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186323