Partikulogische Persönlichkeitsdiagnostik
Persönlichkeitsdiagnostik steht im Dienst der psychologischen / klin. psychologischen Beratung, psychologischen / klin. psychologischen Behandlung, sowie der Personalvorauswahl und -auswahl, der Berufseigungsüberprüfung, der Berufslaufbahnberatung, und gewiß noch einigen weiteren Fachbereichen.
Was wird diagnostiziert?
Einige Persönlichkeits-relevante Phänomene des Menschseins: Interessen, Emotionen, Lieblingsbeschäftigungen (=Hobbies), Arten von Ängsten, Neigung und Umgang bzgl. Streß(=Überbelastung), Extraversion/Introversion, und vieles ähnliche mehr.
Alle "Dienstgeber", für die eine persönlichkeitsdiagnostische Untersuchung gemacht wird, erwarten Aufklärung über die besonders ausgeprägten Eigenschaften eines Menschen, die schlechten sowie die guten. Die guten Eigenschaften interessieren immer, die schlechten nur deshalb, weil sie anstelle bestimmter guter Eigenschaften in demjenigen Menschen vorkommen.
Was ist eine gute Eigenschaft?
Im Berufsleben, betreffs Arbeitspotential, bei der Berufssuche, aber auch in der privaten Hilfebedürftigkeit, im Krankheitsfall, oder in Situationen mit besonderen Anforderungen, in Krisensituationen und ähnlichem interessieren die für all diese Belange erstrebenswerten und hilfreichen Eigenschaften zur Bewältigung der betreffenden Aufgaben. Sind diese oder manche von diesen Eigenschaften nicht gegeben, so gibt es gesetzliche, ethische, oder ungeschriebene, gesellschaftlich aber verlangte Vorgaben, wie mit dem betrefffenden Menschen umzugehen ist. Man weist hin, man bestraft, man maßregelt, man verbietet. Jeder moderne Staat hat ein Rechtssystem, in dem verschiedene Menschen mit diesen Regelungen im Bezug auf andere Menschen, denen bestimmte gute Eigenschaften fehlen, betraut sind: Polizisten, Rechtsanwälte, Detektive, Ärzte, Therapeuten, Lehrer, und so weiter.
Dieses Rechtssystem ist in verschiedenen Staaten auf verschiedene Weise weiterentwickelt, die Gesetzgebung reicht in verschiedenen Staaten unterschiedliche weit ins Verkehrstechnische, in die Medikamentenabrechnung, zum Drogenverbot und Gewaltverzicht, unterschiedlich weit also in die Infrastruktur des Berufs- und Privatlebens.
Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung: Bedarf eines Tests für soziale Repräsentationen
2. Theorie: Auf dem kognitiven Stil der Persönlichkeit von Personen einer Gruppe aufbauend können sich für diese Gruppe bezeichnende soziale Repräsentationen entwickeln, die zusammengefasst eine Denkschule begründen.
3. Hypothese: Jemand kann aufgrund seines kognitiven Stiles der Persönlichkeit (Denkstil von einem Einzelnen) eine überzufällige Neigung zu bestimmten sozialen Repräsentationen haben.
4. Erklärungen zu den zentralen Begriffen im Modell
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem kognitiven Stil der Persönlichkeit und der Entwicklung spezifischer sozialer Repräsentationen innerhalb von Denkschulen, wobei ein neues Instrument zur Persönlichkeitsmessung vorgestellt und theoretisch sowie methodisch hergeleitet wird.
- Analyse der Entstehung und Funktion sozialer Repräsentationen
- Zusammenhang von kognitiven Stilen und Denkschul-Bildung
- Kritische Auseinandersetzung mit klassischen Konzepttheorien und psychologischen Messmethoden
- Konstruktion der Skalen zur Messung der Persönlichkeit (Glaube, Liebe, Hoffnung)
- Reflexion wissenschaftstheoretischer Ansätze nach Popper und deren Relevanz für die Partikulogie
Auszug aus dem Buch
2. Theorie: Auf dem kognitiven Stil der Persönlichkeit von Personen einer Gruppe aufbauend können sich für diese Gruppe bezeichnende soziale Repräsentationen entwickeln, die zusammengefasst eine Denkschule begründen.
In dieser Theorie werden eine Einflußnahme des kognitiven Stils auf die sozialen Repräsentationen und eine Einflussnahme der sozialen Repräsentationen auf eine Denkschule postuliert. Ausgehend von einem in dieser Arbeit zu untersuchenden Zusammenhang zwischen dem kognitiven Stil der Persönlichkeit und bestimmten sozialen Repräsentationen kann ein kausaler Zusammenhang vermutet werden. Auszuschließen ist ein Zusammenhang dahingehend, daß das Vorhandensein von sozialen Repräsentationen den Kognitiven Stil der Persönlichkeit beeinflußt.
Wenn somit ein Zusammenhang festgestellt wird, ist es möglich, daß der kognitive Stil der Persönlichkeit bestimmte soziale Repräsentationen verursacht. Hier ist es aber nicht angebracht, eine Verursachung in diese Richtung durch statistische Methoden (Z.B. Pfadanalysen) zu versuchen, weil eine Ursachenzuschreibung nicht aufgrund einer Stichprobenuntersuchung feststellbar ist. Das induktive Prinzip kann hier nicht weiterhelfen. Das Vorgehen einer solchen Untersuchung kann mit Ursula Interholzingers (1995) Worten, die sie in einem Kommentar zu Zeilen des amerikanischen Intelligenz- und Kreativitätsforschers Gardner so formuliert hat:
„Die Wissenschaft kann nicht ausschließlich induktiv vorgehen, und es stellt sich für Gardner nicht unbedingt die Frage, wie sicher Wissen ist, sondern wie Wissen überhaupt erlangt wird. Es ist für Gardner unumgänglich, von einer Hypothese oder Theorie auszugehen und sie dann zu prüfen. Erst wenn die Stärken und Unzulänglichkeiten einer Theorie offenkundig werden, stellt sich heraus, ob diese plausibel ist.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problemstellung: Bedarf eines Tests für soziale Repräsentationen: Dieses Kapitel definiert soziale Repräsentationen als neuronale Informationskonfigurationen und begründet die Notwendigkeit ihrer Erforschung abseits rein symbolischer Kognitionsmodelle.
2. Theorie: Auf dem kognitiven Stil der Persönlichkeit von Personen einer Gruppe aufbauend können sich für diese Gruppe bezeichnende soziale Repräsentationen entwickeln, die zusammengefasst eine Denkschule begründen.: Es wird die Hypothese aufgestellt, dass kognitive Stile von Individuen die Neigung zu bestimmten sozialen Repräsentationen beeinflussen und somit zur Entstehung von Denkschulen beitragen.
3. Hypothese: Jemand kann aufgrund seines kognitiven Stiles der Persönlichkeit (Denkstil von einem Einzelnen) eine überzufällige Neigung zu bestimmten sozialen Repräsentationen haben.: Dieses Kapitel erweitert die theoretische Annahme auf die empirische Ebene und stellt die Absicht zur Überprüfung der Neigung zu Repräsentationen im Kontext des neuen Persönlichkeitstests dar.
4. Erklärungen zu den zentralen Begriffen im Modell: Dieser umfangreiche Teil beleuchtet das wissenschaftstheoretische Fundament der Partikulogie, die Abgrenzung zur klassischen Psychologie sowie die Konstruktion der Persönlichkeitsskalen anhand der Dimensionen Glaube, Liebe und Hoffnung.
Schlüsselwörter
Partikulogie, Soziale Repräsentationen, Kognitiver Stil, Persönlichkeitstest, Denkschule, Wissenschaftstheorie, Karl Popper, Psychologie, Glaube, Liebe, Hoffnung, Determinismus, Kognitive Prozesse, Identität, Wertesystem
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung eines neuen Persönlichkeitstests („Skalen der Persönlichkeit“), der dazu dienen soll, die Neigung von Individuen zu bestimmten sozialen Repräsentationen zu erfassen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Herleitung sozialer Repräsentationen, der Zusammenhang zwischen kognitiven Denkweisen und der Zugehörigkeit zu Denkschulen sowie die kritische Reflexion moderner psychologischer Messmethodik.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, eine neue Forschungsperspektive, die sogenannte „Partikulogie“, zu etablieren, die sich vom klassischen statistischen Psychologie-Verständnis abhebt und das „wirkliche Leben“ in den Mittelpunkt stellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Ableitung und eine deduktive Modellbildung, wobei klassische, statistisch-induktive Methoden der Psychologie kritisch hinterfragt und durch eine qualitative, ethisch fundierte Dimensionalisierung ergänzt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der wissenschaftstheoretischen Einbettung (unter Einbezug von Popper und Rohracher), der Konstruktion der Skalen für Glaube, Liebe und Hoffnung sowie der inhaltlichen Definition der Persönlichkeitsaspekte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Partikulogie, soziale Repräsentationen, kognitiver Stil und die ethischen Dimensionen Glaube, Liebe und Hoffnung definiert.
Wie definiert der Autor das „wirkliche Leben“ als Forschungsgegenstand?
Der Autor orientiert sich an Rohracher und postuliert, dass Forschung nicht auf aus Mittelwerten konstruierten Phantomen basieren darf, sondern die Einzigartigkeit des Individuums und seine spezifische psychische Konstitution erfassen muss.
Warum verwendet das Modell gerade die drei biblischen Tugenden Glaube, Liebe und Hoffnung?
Diese Begriffe werden gewählt, um die naturwissenschaftliche Unerklärbarkeit bestimmter menschlicher Geisteszustände abzubilden und eine Brücke zwischen traditioneller Tradition und moderner, ethisch orientierter Persönlichkeitsmessung zu schlagen.
- Arbeit zitieren
- David Leitha (Autor:in), 2006, Die Skalen der Persönlichkeit. Ein Test zur Bestimmung sozialer Repräsentationen am Beispiel der Denkschule des Irak-Kriegs unter Georg W. Bush, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186336