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Selektiver Mutismus bei Kindern

Ursachen und Therapiemöglichkeiten

Título: Selektiver Mutismus bei Kindern

Trabajo Universitario , 2007 , 28 Páginas , Calificación: 1.4

Autor:in: Sebastian Scholze (Autor)

Economía de las empresas - Historia económica y social
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„Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“ 1 - jeder kennt dieses Sprichwort, aber meist wird es nur dann verwendet, wenn das Schweigen eines Menschen in bestimmten Situationen als wertvoller und angemessener als Reden angesehen wird. Wie fühlen sich aber Eltern, Erzieher 2 oder Lehrer, wenn ein Kind plötzlich aus für die Erwachsenen nicht erkennbaren Gründen schweigt; Tage, Wochen oder sogar Monate mit bestimmten Personen kontinuierlich nicht redet, obwohl es eigentlich sprechen kann und dies im familiären Umfeld und mit ihm nahe stehenden und lang bekannten Freunden auch tut? Wie empfindet dieses Kind und was bewegt es dazu, nicht mehr zu sprechen? Sind es Angst, Wut oder negative Erfahrungen aus der Vergangenheit? Diese Fragen sind besonders schwer zu beantworten, da das Kind nicht redet und seine Empfindungen nicht mitteilt, obwohl seine Sprechorgane physiologisch intakt sind, sondern schweigt. Es schließt damit alle Probleme in sich ein und grenzt sich selbst aus dem sozialen Gefüge aus. Hinzu kommt, dass dieses spezielle Störungsbild, das in der Fachsprache als selektiver Mutismus bezeichnet wird, bei Eltern und häufig selbst bei pädagogischen Fachkräften unzureichend oder gar nicht bekannt ist und somit oft Fehldiagnosen der Verhaltensursachen auftreten. Durch derartige Fehlinterpretationen des Schweigens wird das Kind zunächst als sehr schüchtern und zurückhaltend oder einfach nur trotzig empfunden. Bei länger andauerndem Ausgrenzen durch Nicht - Sprechen werden oftmals andere Störungen diagnostiziert, wie beispielsweise Autismus, was zu Therapieansätzen und Behandlungen führt, die dem Kind zur Überwindung seiner Störung wenig nützen, ja diese manchmal sogar verstärken. Die betroffenen Kinder werden dann häufig von Therapie zu Therapie weitergereicht, ohne jegliche Erfolge verzeichnen zu können. Daher ist es sehr wichtig, den selektiven Mutismus so früh wie möglich zu erkennen, um reale „Chancen für Rehabilitation und Therapieerfolg, die als Prävention vor der Pubertät von großer Bedeutung sind“ 3 , zu erlangen. Die Komplexität und Vielschichtigkeit des konkreten Störungsbildes des selektiven Mutismus bedürfen Behandlungsformen, die das Kind in seinem gesamten sozialem Umfeld mit all seinen Kontakten und Einflussfaktoren betrachtet und diese in eine mögliche Therapie einbezieht. [...]

Extracto


Inhaltsübersicht

1. Einleitung

2. Ursachen und Erscheinungsbilder des selektiven Mutismus

2.1 Definition und Äußerungsformen von selektivem Mutismus

2.2 Entstehung des selektiven Mutismus im Kindesalter

2.2.1 Einteilung des Mutismus nach HAYDEN

2.2.2 Lerntheoretische und psychoanalytische Erklärungsmodelle

2.2.3 Migrationshintergrund als Ursache für selektiven Mutismus

2.3 Diagnostik – wie ein Fall von Mutismus erfasst

2.4 Zusammenfassung des Krankheitsbildes

3. Therapiemöglichkeiten

3.1 Die allgemeinen Handlungsprinzipien im Umgang mit selektiv mutistischen Kindern

3.1.1 Anforderungen an Erzieher und Lehrer

3.1.2 Grundlagen therapeutischen Handelns

3.2 Mögliche Therapieformen

3.2.1 Aufbau einer vertrauten Situation

3.2.2 Kommunizieren ohne zu sprechen

3.2.3 Aufbau der verbalen Kommunikation und Verallgemeinern des Sprechens

3.3 Zusammenfassung der Therapiemöglichkeiten

4. Resümee und Auswertung der Ergebnisse

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein tieferes Verständnis für das komplexe Störungsbild des selektiven Mutismus bei Kindern zu entwickeln, die Ursachen dieses Schweigens zu beleuchten und effektive sowie ganzheitliche Therapiemöglichkeiten aufzuzeigen, um betroffenen Kindern eine erfolgreiche soziale Integration und Teilhabe zu ermöglichen.

  • Ursachen und Entstehungsbedingungen des selektiven Mutismus
  • Die Rolle von Angststörungen und psychologischen Erklärungsmodellen
  • Diagnostische Verfahren zur Erfassung mutistischen Verhaltens
  • Allgemeine Handlungsprinzipien für Eltern, Erzieher und Lehrer
  • Therapeutische Ansätze zur schrittweisen Förderung der verbalen Kommunikation

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Einteilung des Mutismus nach HAYDEN

Wie oben bereits erwähnt, erläutert BAHR den selektiven Mutismus nach einer Unterteilung in vier verschiedene Kategorien nach HAYDEN. Der reaktive Mutismus beschreibt hierbei Schweigen als eine Reaktion auf einzelne oder mehrere traumatische Ereignisse, wie zum Beispiel sexueller Missbrauch, Todesfälle nahe stehender Menschen oder Verletzungen im Mund und Rachenraum während des Erlernens der Sprache. Diese Kinder verweigern oft jede Art von Mimik und Gestik, scheinen, als trügen sie eine Maske und sind stark in sich zurückgezogen. Sie zeigen verstärkt Anzeichen von Depressionen und neigen in späteren Jahren zu Suizid und Drogenabhängigkeit. „Entsprechend der Zurückgezogenheit ist das Sozialverhalten einschließlich des sozialen Spiels dieser Kinder verarmt.“

Eine aktive Angst davor, seine eigene Stimme zu hören, kennzeichnet hingegen den so genannten Sprechangst-Mutismus. Diese Art von Mutisten entwickelt gegenüber fremden Menschen eine Scham, die es ihnen verbietet, zu sprechen. Der Klang ihrer Stimme erscheint ihnen peinlich und sie befürchten negative Reaktionen ihres Gegenübers, wie zum Beispiel Auslachen oder Hänseln. Auch kritische Bemerkungen der Eltern oder Schläge im Kleinkindalter als Reaktion auf Schreien können Auslöser für den Sprechangst-Mutismus sein.

Die am häufigsten auftretende Form ist die des symbiotischen Mutismus, die eindeutig im familiären Umfeld zu analysieren ist. Hierbei hat eine Bezugsperson des Kindes, meist die Mutter, eine zu dominante Rolle in der Beziehung zu ihrem Kind, nimmt ihm in vielen Situationen das Sprechen ab, vertritt es gewissermaßen, und legt oft eifersüchtige Gefühle und Handlungsformen an den Tag, sobald sich das Kind außerhalb ihres Einflussbereiches befindet. Der Partner, also meist der Vater, wird dazu oftmals von der Mutter unterdrückt, nimmt dadurch eine passive Rolle ein und hat somit keine intensive Beziehung zu seinem Kind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Störungsbild des selektiven Mutismus ein, verdeutlicht die damit verbundenen sozialen Herausforderungen und unterstreicht die Notwendigkeit einer frühzeitigen Erkennung und angemessenen Behandlung.

2. Ursachen und Erscheinungsbilder des selektiven Mutismus: Dieses Kapitel analysiert verschiedene Ursachen und Klassifikationen des selektiven Mutismus, beleuchtet psychologische Erklärungsmodelle sowie den Einfluss eines Migrationshintergrundes auf die Entstehung der Störung.

3. Therapiemöglichkeiten: Das Kapitel erläutert grundlegende Handlungsprinzipien für den Umgang mit betroffenen Kindern und stellt systematische, interdisziplinäre Therapieformen vom Aufbau einer Vertrauensbasis bis hin zur Verallgemeinerung der verbalen Kommunikation vor.

4. Resümee und Auswertung der Ergebnisse: Das Fazit fasst die Relevanz einer ganzheitlichen Herangehensweise zusammen und betont, dass der selektive Mutismus aufgrund mangelnder gesellschaftlicher Aufklärung häufig zu Fehldiagnosen führt und eine spezialisierte Förderung erfordert.

Schlüsselwörter

Selektiver Mutismus, Angststörung, Kommunikationsstörung, Sprachverweigerung, Kindheit, Diagnostik, Therapie, pädagogische Förderung, familiäres Umfeld, soziale Interaktion, Traumata, Sprechangst, symbiotischer Mutismus, interdisziplinäre Behandlung, psychische Begleiterscheinungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem selektiven Mutismus bei Kindern, einer Kommunikationsstörung, bei der Kinder in bestimmten Situationen oder gegenüber bestimmten Personen schweigen, obwohl sie grundsätzlich sprechen können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Ursachen (wie familiäre Einflüsse, Angst und Traumata), der diagnostischen Erfassung sowie der Darstellung konkreter pädagogischer und therapeutischer Handlungsmöglichkeiten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für das Störungsbild zu schaffen, um Fehldiagnosen zu vermeiden und Wege aufzuzeigen, wie betroffene Kinder durch ein ganzheitliches Umfeld in ihrer Kommunikation gestärkt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Auswertung von Fallbeispielen und theoretischen Modellen (wie z.B. dem lerntheoretischen oder psychoanalytischen Ansatz), um die Komplexität des Störungsbildes darzustellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Ursachen und Erscheinungsbildern sowie die ausführliche Darstellung von Therapiemöglichkeiten, beginnend bei der Beziehungsarbeit bis hin zur schrittweisen Förderung des Sprechens.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind selektiver Mutismus, Angststörung, Kommunikationsförderung, interdisziplinäre Therapie und die Bedeutung des sozialen Kontextes für die kindliche Entwicklung.

Wie unterscheidet sich der selektive Mutismus von anderen Störungen wie Autismus?

Im Gegensatz zu autistischen Störungen verfügen selektiv mutistische Kinder über eine abgeschlossene Sprachentwicklung und kommunizieren in vertrauten Umgebungen, wie etwa in der Familie, meist völlig ungestört.

Warum ist der Begriff „selektiv“ entscheidend für das Verständnis?

Er verdeutlicht, dass das Schweigen kein generelles Unvermögen zu sprechen ist, sondern eine selektive Reaktion auf bestimmte Orte oder Personengruppen, oft als eine Form der Angstbewältigung.

Welche Rolle spielt die Familie bei der Therapie?

Die Familie ist ein zentraler Bestandteil, da Ursachen oft in familiären Interaktionsmustern liegen; eine erfolgreiche Therapie erfordert daher die Kooperation und den Informationsaustausch mit Eltern und Bezugspersonen.

Final del extracto de 28 páginas  - subir

Detalles

Título
Selektiver Mutismus bei Kindern
Subtítulo
Ursachen und Therapiemöglichkeiten
Universidad
University of Cooperative Education Villingen-Schwenningen
Calificación
1.4
Autor
Sebastian Scholze (Autor)
Año de publicación
2007
Páginas
28
No. de catálogo
V186342
ISBN (Ebook)
9783869437651
ISBN (Libro)
9783656993445
Idioma
Alemán
Etiqueta
selektiver mutismus kindern ursachen therapiemöglichkeiten
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Sebastian Scholze (Autor), 2007, Selektiver Mutismus bei Kindern, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186342
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