Diese Arbeit setzt sich mit der Auswirkung von Web Service-Technologien auf die Gestaltung von Geschäftsprozessen auseinander. Ziel ist es aufzuzeigen, wie Web Services als Umsetzung einer Service-orientierten Architektur die einzelnen Phasen des Geschäftsprozessmanagements beeinflussen und welche Herausforderungen es dabei zu bewältigen gibt. Als Beispiel dient der Online-Verkauf von Büchern im wissenschaftlichen Verlag.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Ziele
1.3 Der Inhalt im Überblick
2. Geschäftsprozessmanagement
2.1 Grundlagen des Geschäftsprozessmanagements
2.1.1 Von der Funktions- zur Prozessorientierung
2.1.1.1 Funktionsorientierung
2.1.1.2 Prozessorientierung
2.1.2 Der Prozessbegriff
2.1.3 Geschäftsprozessmanagement
2.2 Herausforderungen für das Geschäftsprozessmanagement
2.2.1 Integration der Anwendungssysteme
2.2.1.1 Enterprise Application Integration (EAI)
2.2.1.2 Business-to-Business-Integration (B2B-Integration)
2.2.2 Annäherung zwischen IT- und Fachabteilungen
2.3 Zusammenfassung
3. Die Service-orientierte Architektur (SOA)
3.1 Grundlagen einer SOA
3.1.1 Service-Orientierung
3.1.2 Der Begriff SOA
3.2 Das Konzept einer SOA
3.2.1 Merkmale einer SOA
3.2.1.1 Lose Kopplung
3.2.1.2 Verwendung von Standards
3.2.1.3 Wiederverwendbarkeit
3.2.1.4 Komponierbarkeit
3.2.1.5 Quality-of-Service
3.2.2 Die Rollen in einer SOA
3.3 Zusammenfassung
4. Web Service-Technologien
4.1 Grundlagen
4.1.1 Der Web Service-Begriff
4.1.2 Der Web Service-Stapel
4.2 Web Service-Technologien
4.2.1 Basistechnologien
4.2.1.1 Kommunikation mit SOAP
4.2.1.2 Service-Beschreibung mit WSDL
4.2.1.3 Verzeichnisdienst UDDI
4.2.2 WS-*-Technologien
4.3 WS-BPEL
4.3.1 Service-Komposition mit BPEL
4.3.2 BPEL-Konzepte
4.3.2.1 Orchestrierung vs. Choreographie
4.3.2.2 Synchrones vs. Asynchrones Modell
4.3.2.3 Korrelation
4.3.2.4 BPEL-Aktivitäten
4.3.2.5 Partner Links
4.3.2.6 Variablen
4.3.2.7 Gültigkeitsbereich (Scope)
4.3.2.8 Fehlerbehandlung und Kompensation
4.3.3 Ablauf eines BPEL-Prozesses
4.3.4 BPEL User Interaction
4.4 Semantic Web Services
4.4.1 Semantic Web
4.4.2 Semantic Web Services
4.5 Zusammenfassung
5. Auswirkungen von Web Service-Technologien auf die Gestaltung von Geschäftsprozessen am Beispiel des Buchhandels
5.1. Geschäftsprozesse im Buchhandel
5.1.1 Der Buchhandel
5.1.2 Das Buchprodukt
5.1.3 Die Wertschöpfungskette des Buches im wissenschaftlichen Verlag
5.2 Besondere Merkmale von Geschäftsprozessen im wissenschaftlichen Verlag
5.2.1 Rolle der Informationssysteme für Geschäftsprozesse im wissenschaftlichen Verlag
5.2.2 Veränderungen der Geschäftstätigkeit im wissenschaftlichen Verlag
5.2.2.1 Veränderungen des Produktspektrums
5.2.2.2 Veränderungen der Wertschöpfung
5.2.2.3 Veränderungen des Umfeldes
5.2.2.4 Konsequenzen
5.3 Web Service-Technologien in Verlagsprozessen
5.3.1 Geschäftsprozessmodellierung mit ARIS
5.3.1.1 Das ARIS-Konzept
5.3.1.2 Die ARIS-Software
5.3.2 Web Services in den Phasen des Geschäftsprozessmanagements
5.3.2.1 Prozess-Strategie
5.3.2.2 Prozess-Design
5.3.2.3 Prozess-Implementierung
5.3.2.4 Prozess-Controlling
5.3.3 Zusammenfassung der Auswirkungen
5.4 Zusammenfassung
6. Schlussfolgerungen und Ausblick
6.1 Schlussfolgerungen
6.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen von Web Service-Technologien auf die Gestaltung von Geschäftsprozessen in Unternehmen, insbesondere im Verlagsbuchhandel. Dabei wird analysiert, wie diese Technologien als Basis für eine Service-orientierte Architektur (SOA) dienen können, um eine flexible, agile und prozessorientierte Unternehmensführung zu realisieren.
- Grundlagen des Geschäftsprozessmanagements und die Notwendigkeit von Prozessorientierung
- Konzeption und Prinzipien einer Service-orientierten Architektur (SOA)
- Technische Standards und Implementierung von Web Services (u.a. SOAP, WSDL, UDDI, WS-BPEL)
- Analyse von Geschäftsprozessen im wissenschaftlichen Verlagsbuchhandel
- Anwendung von Web Service-Technologien im Prozess-Design und der Prozess-Implementierung
Auszug aus dem Buch
2.1.1.1 Funktionsorientierung
Traditionelle funktionale Organisationen nehmen eine Spezialisierung nach Verrichtun gen vor. Ihr Kennzeichen ist eine stark hierarchische vertikale Ausrichtung, bei der Weisungen streng von oben nach unten erteilt werden. Das damit verbundene Prinzip der Arbeitsteilung bzw. Spezialisierung, welches sich an den Taylorismus anlehnt und auf den effizienten Einsatz von Ressourcen abzielt, kann sich jedoch nur positiv auf die Produktivität eines Unternehmens auswirken, solange sich dessen Prozesse wenig bzw. gar nicht ändern.
Die heutigen radikalen Veränderungen des Unternehmensumfeldes wie andauernde Deregulierungen, die Globalisierung des Marktes, steigende Kundenansprüche, kürzere Produktlebenszyklen und die Homogenisierung der Produkte führen zu einem steigen den Wettbewerb und machen deutlich, dass die klassische funktionale Organisation den Anforderungen an ein Unternehmen von heute nicht mehr gerecht wird. Der Wandel fordert von Unternehmen unmittelbares Reagieren. Mittlerweile kann den immer schneller eintretenden Änderungen auf strategischer Planungsebene kaum noch begegnet werden, was zur Folge hat, dass sich Entscheidungen zunehmend auf das operative Geschäft verlagern. Merkmale einer klassischen funktionalen Organisation wie die starke Integration von Fachwissen und Verantwortlichkeiten in Abteilungen und lange Informations- und Entscheidungswege, wirken in diesem Zusammenhang eher hemmend. Folgen sind lange Durchlaufzeiten, hohe Produktionskosten und minimale Flexibilität. Durch die fehlende Gesamtprozesssicht kann es darüber hinaus zu Doppel arbeiten oder Bearbeitungsfehlern kommen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Geschäftsprozesse ein, erläutert die Motivation für effizientere IT-Architekturen und definiert die Ziele der Arbeit im Kontext des Verlagsbuchhandels.
2. Geschäftsprozessmanagement: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen des Prozessmanagements, den Übergang von Funktions- zu Prozessorientierung und die Herausforderungen der Systemintegration in Unternehmen.
3. Die Service-orientierte Architektur (SOA): Hier werden die Grundlagen und Konzepte einer SOA beschrieben, wobei der Fokus auf loser Kopplung, Wiederverwendbarkeit und der Rolle von Services als technologische Basis liegt.
4. Web Service-Technologien: Dieses Kapitel widmet sich den technischen Standards für Web Services, insbesondere SOAP, WSDL, UDDI und der Prozesssteuerungssprache BPEL, die für die Automatisierung von Prozessen entscheidend ist.
5. Auswirkungen von Web Service-Technologien auf die Gestaltung von Geschäftsprozessen am Beispiel des Buchhandels: Hier wird die Anwendung von Web Services und SOA-Konzepten auf konkrete Geschäftsprozesse in einem wissenschaftlichen Verlag übertragen, unter Berücksichtigung von Prozessmodellierung und Implementierung.
6. Schlussfolgerungen und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, bewertet das Potenzial von SOA für die Unternehmensagilität und gibt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen wie das Semantic Web.
Schlüsselwörter
Geschäftsprozessmanagement, Service-orientierte Architektur, SOA, Web Services, BPEL, Prozessorientierung, Systemintegration, Geschäftsprozessmodellierung, ARIS, B2B-Integration, IT-Management, Verlagswesen, Prozessautomatisierung, Middleware, Interoperabilität
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema dieser Arbeit?
Die Diplomarbeit behandelt die Auswirkungen von Web Service-Technologien auf die Gestaltung betrieblicher Geschäftsprozesse am Beispiel der Verlagsbranche.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit fokussiert sich auf das Geschäftsprozessmanagement (GPM), die Service-orientierte Architektur (SOA), die Implementierung von Web Services sowie deren praktische Anwendung zur Optimierung von Verlagsprozessen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es aufzuzeigen, wie Web Services als technologische Basis für eine SOA dienen, um Geschäftsprozesse flexibler, effizienter und anpassungsfähiger an Marktveränderungen zu gestalten.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?
Die Arbeit nutzt eine fundierte Literaturanalyse zur Theoriebildung sowie empirische Einblicke durch Experteninterviews, um die Prozessgestaltung in einem wissenschaftlichen Verlag zu modellieren und zu analysieren.
Was steht im inhaltlichen Mittelpunkt des Hauptteils?
Im Hauptteil wird der Prozess der Transformation von fachlichen Prozessmodellen (z.B. in ARIS) in technische, ausführbare Web Service-Modelle mittels BPEL detailliert beschrieben.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Geschäftsprozessmanagement, Service-orientierte Architektur, Web Services, BPEL, Prozessautomatisierung und Systemintegration.
Wie trägt eine SOA konkret zur Flexibilisierung von Geschäftsprozessen bei?
Durch die lose Kopplung von Services in einer SOA können einzelne Prozessschritte unabhängig modifiziert oder ausgetauscht werden, ohne dass das gesamte monolithische Anwendungssystem angepasst werden muss.
Welche Rolle spielt BPEL bei der Prozessgestaltung?
BPEL dient als standardisierte Sprache zur Komposition von Web Services, wodurch eine automatisierte Orchestrierung von Geschäftsprozessen ermöglicht wird.
Warum ist das Semantic Web für die Zukunft von Web Services relevant?
Das Semantic Web bietet das Potenzial, Web Services nicht nur auf syntaktischer, sondern auch auf semantischer Ebene für Maschinen verständlich zu machen, was eine automatisierte Auffindung und Verknüpfung von Diensten ermöglicht.
Wie unterscheidet sich die prozessorientierte Sichtweise von der funktionsorientierten Organisation?
Die Prozessorientierung stellt den horizontalen, wertschöpfenden Ablauf in den Mittelpunkt, während die Funktionsorientierung stark hierarchisch und auf isolierte Abteilungen spezialisiert ist, was oft zu Schnittstellenproblemen führt.
- Citar trabajo
- Konstanze Mann (Autor), 2007, Die Auswirkungen von Web Service-Technologien auf die Gestaltung von Geschäftsprozessen am Beispiel des Buchhandels, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186398