Daten und Informationen bilden wichtige Bausteine für die Wissensgenerierung und die Entscheidungsunterstützung in einer unternehmensweiten Wissensinfrastruktur. Fast 80 % der Unternehmensdaten besitzen jedoch einen Raumbezug und beeinflussen damit wirtschaftliche Entscheidungen maßgebend. So bieten raumbezogene Unternehmensdaten wie die Adressdaten eines Kunden, Standortdaten und Logistikdaten verknüpft mit Koordinaten, Satellitenbildern oder komplexen Karten ein großes Auswertungspotential, u.a. für Umsatzanalysen, optimale Standortplanung, Tour- und Routenplanung, Positionsermittlung und mobile ortsbezogene Dienste. Der Umgang mit Geodaten und -informationen sowie die Entwicklung und der Einsatz von Geo-Technologien, sind somit von herausragender Bedeutung. Vor diesem Hintergrund ist es sinnvoll, geographische Daten in die organisationale Wissensinfrastruktur zu integrieren. Diese Arbeit schlägt ein Konzept für die Integration geographischer Daten vor. Dazu werden die Geodaten in verschiedene Datenarten kategorisiert und in die organisationale Datenbasis eingeordnet. Aufbauend auf einem Grundverständnis der Funktionen eines geographischen Informationssystems und einer unternehmensweiten Wissensinfrastruktur, werden die einzelnen Schichten dieser Wissensinfrastruktur in Bezug auf die Integrationsmöglichkeiten analysiert. Anhand dieser Erkenntnisse erfolgen empirische Untersuchungen von einigen verbreiteten Softwarelösungen für Wissensinfrastrukturen, die dann in ein Integrationskonzept einfließen. Ein Szenario zeigt beispielhaft die Umsetzung und Nutzung von Geodaten in der Wissensinfrastruktur auf.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
1.1 Historische Entwicklung
1.2 Gegenwärtige Entwicklung
1.3 Motivation
1.4 Zielstellung
1.5 Vorgehen und Struktur der Arbeit
2 Geographische Daten
2.1 Begriffsbestimmung geographische Daten
2.2 Raumbezogene Daten
2.2.1 Geometriedaten
2.2.2 Topologische Daten
2.2.3 Graphikdaten
2.3 Thematische Daten
2.3.1 Attributdaten
2.3.2 Multimediale Daten
2.3.3 Metadaten
2.4 Einordnung von Geodaten
2.5 Geodatenmarkt
2.5.1 Anbieter von Geodaten
2.5.2 Verwender von Geodaten
2.5.3 Datenwert und Datenqualität
3 Grundlagen geographischer Informationssysteme und unternehmensweiter Wissensinfrastrukturen
3.1 Definition von geographischen Informationssystemen
3.2 Funktionalität eines geographischen Informationssystems
3.2.1 Datenbeschaffung
3.2.2 Datenverwaltung
3.2.3 Datenmodellierung und Datenanalyse
3.2.4 Datenpräsentation und Dateninteraktion
3.3 Bedeutung der unternehmensweiten Wissensinfrastruktur
3.4 Schichten der unternehmensweiten Wissensinfrastruktur
3.4.1 Infrastrukturschicht
3.4.2 Integrationsschicht
3.4.3 Wissensschicht
3.4.4 Zugriffsschicht
3.5 Fazit
4 Konzept für die Integration geographischer Daten in die unternehmensweite Wissensinfrastruktur
4.1 EKI-Anbieter
4.1.1 Vorstellung ausgewählter EKI-Anbieter
4.1.2 Auswahl geeigneter Bewertungskriterien
4.2 Infrastrukturschicht
4.2.1 Netzwerktechnologien
4.2.2 Infrastrukturdienste
4.2.3 Anwendungsinfrastruktur
4.2.4 Ergebnisse der Evaluation
4.3 Integrationsschicht
4.3.1 Definition Integration
4.3.2 Datenintegration
4.3.3 Semantische Integration
4.3.4 Nutzerintegration
4.3.5 Funktions- und Prozessintegration
4.3.6 Ergebnisse der Evaluation
4.4 Wissensschicht
4.4.1 Suchdienste
4.4.2 Kollaboration
4.4.3 Ergebnisse der Evaluation
4.5 Zugriffsschicht
4.5.1 Servertechnologien
4.5.2 Clienttechnologien
4.5.3 Mobiler Zugriff
4.5.4 Ergebnisse der Evaluation
4.6 Fazit und Konzeptvorschlag
5 Anwendungsszenario: Geographische Daten für das Wissensretrieval
6 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das primäre Ziel, ein fundiertes Konzept für die Integration geographischer Daten (Geodaten) in die unternehmensweite Wissensinfrastruktur (EKI) zu entwickeln. Dabei wird erforscht, wie Geodaten, die bisher oft isoliert in GIS verwaltet werden, sinnvoll in bestehende Wissensmanagementprozesse und IKT-Architekturen eingebunden werden können, um die Entscheidungsfindung und Effizienz in Unternehmen zu steigern.
- Kategorisierung und Klassifizierung geographischer Datenarten
- Analyse der Funktionalität von Geographischen Informationssystemen (GIS)
- Bewertung von EKI-Anbietern und deren GIS-Integrationsmöglichkeiten
- Konzeptionelle Architektur für eine integrierte Wissensinfrastruktur
- Einsatz von Geo-Web-Services und Standards zur Dateninteroperabilität
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Geometriedaten
Geometriedaten ermöglichen die geometrische Definition eines räumlichen Objektes, auch Geoobjekt genannt. Dazu beschreiben sie Lage und Form der Daten unter Bezugnahme auf ein Referenzsystem. Dabei können bis zu vier Dimensionen spezifiziert werden. 0-dimensionale Geometriedaten stellen einen Punkt, 1-dimensionale eine Linie, 2-dimensionale eine Fläche und 3-dimensionale einen Körper dar. Die vierte Dimension ermöglicht darüber hinaus die Angabe einer Zeit, z.B. Kalenderangabe oder Normzeit. Mittels Koordinatenangaben können dann die beschriebenen Objekte direkt referenziert werden. Ein Referenzsystem bestimmt die Koordinatenangaben durch das Festlegen eines geodätischen Datums und eines Koordinatensystems. Geodätische Daten legen zunächst den Koordinatenursprung, die Anordnung und Ausrichtung der Koordinatenachsen und die Maßstäbe der Achsen fest.
Dabei spielt die zugrunde gelegte Gestalt der Erde eine Rolle. Diese kann als Ebene, Kugel bzw. Ellipsoid oder Geoid definiert werden. Ein wichtiges geodätisches Datum ist das World Geodetic System 1984. Die Definition eines Koordinatensystems erfolgt geodätisch oder kartesisch. Kartesische Koordinatensysteme bestimmen Lage und Höhe, basierend auf dem geodätischen Datum, als x,y,z - Koordinaten. Geodätische Koordinatensysteme geben Längen- und Breitengrade sowie Höhenmeter an. Beispiele für geodätische Koordinatensysteme sind Gauss-Krüger und Universal Transverse Mercator. Aufgrund unterschiedlicher geodätischer Daten und Koordinatensysteme, kann eine Position auf der Erde somit verschiedene Koordinaten haben.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Dieses Kapitel erläutert die historische Entwicklung geographischer Daten sowie die Motivation und Zielstellung der Arbeit zur Integration von Geodaten in Wissensinfrastrukturen.
2 Geographische Daten: Hier werden grundlegende Datenbegriffe geklärt, Geodaten in Raumbezogene und thematische Daten kategorisiert sowie der aktuelle Geodatenmarkt analysiert.
3 Grundlagen geographischer Informationssysteme und unternehmensweiter Wissensinfrastrukturen: Das Kapitel definiert GIS, beschreibt deren Kernfunktionen und stellt die Schichten der unternehmensweiten Wissensinfrastruktur als architektonischen Rahmen vor.
4 Konzept für die Integration geographischer Daten in die unternehmensweite Wissensinfrastruktur: Dieser Hauptteil analysiert EKI-Anbieter hinsichtlich ihrer GIS-Integration und entwickelt ein detailliertes Konzept für die Einbindung von Geodaten in die verschiedenen Schichten der Wissensinfrastruktur.
5 Anwendungsszenario: Geographische Daten für das Wissensretrieval: Es wird ein praxisnahes Szenario einer Wasserbehörde vorgestellt, um die Vorteile der kartenbasierten Suche und Datenintegration zu illustrieren.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Abschließend werden die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst und zukünftige Entwicklungen im Bereich Geodaten und Wissensmanagement aufgezeigt.
Schlüsselwörter
Geographische Daten, Geodaten, Wissensinfrastruktur, EKI, GIS, Wissensmanagement, Datenintegration, Interoperabilität, Geo-Web-Services, Metadaten, Ontologie, Location Based Services, Geodatenmarkt, IT-Architektur, Raumbezug.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie geographische Daten (Geodaten) und Geographische Informationssysteme (GIS) in eine unternehmensweite Wissensinfrastruktur integriert werden können, um diese für das Wissensmanagement nutzbar zu machen.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Felder sind die Klassifizierung von Geodaten, die Architektur von Wissensinfrastrukturen, Daten- und Funktionsintegration durch Standards wie OGC-Web-Services sowie die Verbesserung der Wissenssuche mittels räumlicher Visualisierung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist die Entwicklung eines Konzepts, das Unternehmen ermöglicht, raumbezogene Daten effizient in ihre bestehenden IT-gestützten Wissensmanagementprozesse einzubinden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Fundierung (Begriffsbestimmungen, Schichtmodelle der Wissensinfrastruktur) in Kombination mit einer empirischen Untersuchung ausgewählter EKI-Anbieter, um den Stand der Praxis zu analysieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil (Kapitel 4) werden die einzelnen Schichten der Wissensinfrastruktur – Infrastruktur, Integration, Wissen und Zugriff – detailliert auf ihre Eignung zur GIS-Integration hin analysiert und bewertet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Geodatenintegration, Wissensinfrastruktur (EKI), Interoperabilität, GIS, Geo-Web-Services und Wissensretrieval.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle von GPS für Unternehmen?
GPS wird als kritischer Standard für ortsbezogene Dienste (Location Based Services) hervorgehoben, der besonders für mobile Wissensarbeiter und die Echtzeit-Navigation im Katastrophenschutz oder Logistikmanagement essenziell ist.
Welche Bedeutung haben Metadatenstandards in diesem Kontext?
Metadatenstandards wie ISO 19115 sind für die semantische Integration von entscheidender Bedeutung, da sie die Auffindbarkeit, Interpretation und Austauschbarkeit heterogener Geodaten in verteilten Systemen erst ermöglichen.
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- Diplom-Wirtschaftsinformatikerin Nadine Amende (Author), 2006, Integration geographischer Daten in unternehmensweite Wissensinfrastrukturen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186405