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Eine Untersuchung zu philosophischen Grundfragen bei Ludwig Wittgenstein und Martin Heidegger - Sprache und Existenz

Title: Eine Untersuchung zu philosophischen Grundfragen bei Ludwig Wittgenstein und Martin Heidegger - Sprache und Existenz

Thesis (M.A.) , 2006 , 97 Pages

Autor:in: Magister Peter Faulstich (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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In dieser Arbeit über die wohl beiden prägendsten Figuren der Philosophie des 20. Jahrhunderts, Ludwig Wittgenstein und Martin Heidegger, wird der Versuch unternommen, Gemeinsamkeiten der unvereinbar wirkenden Philosophen heraus zu arbeiten. Dabei gibt es überraschende methodische als auch thematische Parallelen bei aller Differenz. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf den Gemeinsamkeiten. Diese werden anhand von Lösungsansätzen Wittgensteins und Heideggers zu Problemen in der Erkenntnistheorie und der Philosophie des Geistes konkret entwickelt. Neben Thomas Rentsch's Dissertation die einzige umfassende wissenschaftliche Arbeit, die systematische Parallelen zwischen Heidegger und Wittgenstein aufzeigt. Eingearbeitet sind auch neuere Beiträge zu Wittgensteins Philosophie der Psychologie.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Methode beider Denker und deren Grundverständnis von Philosophie

1.1 Heidegger und die phänomenologische Methode

1.1.1 Hermeneutik und Destruktion

1.1.2 Phänomenologie

1.2 Wittgenstein und die Sprachkritik

1.2.1 Philosophie als Therapie

1.2.2 „Phänomenologie ist Grammatik“

1.3 Heidegger und Wittgenstein im methodischen Dialog

2. Fundamente des Erkennens: In-der-Welt-sein vs. In-Sprachspielen-sein

2.1 Heideggers „In-der-Welt-sein“

2.1.1 „In-Sein“ als Ausgangspunkt

2.1.2 Die Frage nach der Existenz der Außenwelt

2.2 Wittgensteins In-Sprachspielen-sein

2.2.1 Einer Regel folgen

2.2.2 „Gewißheit“ als Lebensform

2.3 Heidegger und Wittgenstein im erkenntnistheoretischen Dialog

3. Destruktion einer verdinglichten Bewusstseinsphilosophie

3.1 Heideggers Kritik der Vorhandenheitsontologie

3.1.1 „Dasein, Mitsein, Selbstsein“

3.1.2 Das Problem des Fremdpsychischen

3.2 Wittgensteins Kritik der Vorhandenheitssemantik

3.2.1 Innen- und Außenmetaphorik

3.2.2 „Einstellung zur Seele“

3.3 Heidegger und Wittgenstein im bewusstseinsphilosophischen Dialog

4. Existentiale Grammatik

4.1 Formen der Grundsituation

4.1.1 Grammatischer Aufweis des „Mitseins“ Heideggers

4.1.2 Existentialer Aufweis des Einstellungsansatzes Wittgensteins

4.2 Gleichursprünglichkeit existentialer und grammatischer Formen

4.3 Sinnkritische Wende der Philosophie

5. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, einen Vergleich zwischen Martin Heideggers Daseinsanalyse aus der Frühphase von "Sein und Zeit" und Ludwig Wittgensteins Spätphilosophie zu ziehen. Dabei steht die Untersuchung der Bedingungen der Möglichkeit des Erkennens in situativen Zusammenhängen der Lebenspraxis im Vordergrund, um die traditionelle Subjekt-Objekt-Spaltung in der Erkenntnistheorie zu überwinden.

  • Methodische Grundlagen und Grundverständnis von Philosophie bei Heidegger und Wittgenstein.
  • Die Analyse des "In-der-Welt-seins" versus "In-Sprachspielen-sein" als Fundament des Erkennens.
  • Destruktion der verdinglichten Bewusstseinsphilosophie und des Subjekt-Objekt-Dualismus.
  • Entwicklung einer "Existentialen Grammatik" als Verbindung von Existenz- und Sprachanalyse.
  • Sinnkritische Betrachtung philosophischer Fragestellungen und deren therapeutische Auflösung.

Auszug aus dem Buch

1.2.1 Philosophie als Therapie

Die Bezeichnung „Therapie“ für die philosophische Tätigkeit ist nicht im Sinne einer medizinischen Psychotherapie gemeint. Vielmehr gilt es den Philosophen von unnötig quälenden Fragen zu erlösen. „Der Philosoph behandelt eine Frage; wie eine Krankheit.“ (PU 255). Dabei holt er sich „Beulen, die sich der Verstand beim Anrennen an die Grenze der Sprache“ einfängt (PU 119). Ein Beispiel dazu ist die Auffassung, dass Sprache stets nach einem starren Modell oder Muster funktioniert. Dabei kann es zu Fehlschlüssen kommen, wenn z.B. von „physischen“ und „psychischen“ Dingen gesprochen wird. So in dem Fall, dass ein „Auto“ nach demselben sprachlichen Muster „Wort-Gegenstand“ konzipiert wird, als „Schmerzen haben“. Diese unhinterfragten Voraussetzungen der kontextuellen Funktionsweisen der Sprache finden bei philosophischen Fragestellungen oftmals keine Beachtung. Die perspektivische Bahn, die man durch die Sprache nimmt, wird unbemerkt hingenommen. Ist man schon bei der Fragestellung auf das falsche Gleis geraten, dann bereitet auch die Antwort nur Probleme. Wenn Wittgenstein in den „Philosophischen Untersuchungen“ sagt, es gebe „nicht eine Methode der Philosophie, wohl aber gibt es Methoden, gleichsam verschiedene Therapien“ (PU 133), dann kennzeichnet das die vielfältigen „Methoden“, nach denen die Sprache funktioniert. Da es viele Funktionsweisen gibt, müssen entsprechend auch viele Methoden zur Anwendung kommen, wenn man philosophische Fragestellungen auf ihren sprachlichen Sinn untersuchen und eventuell auflösen will. Nur eine Methode zu verfolgen, würde nach Wittgenstein bedeuten, eine starre einfältige Auffassung über die Bedeutungsweise der Sprache zu haben, wie z.B. das Wort-Gegenstand Bezeichnungsmodell, das in der Korrespondenztheorie der

Zusammenfassung der Kapitel

1. Methode beider Denker und deren Grundverständnis von Philosophie: Dieses Kapitel legt die methodischen Grundlagen für den Vergleich und erörtert, wie Heideggers Phänomenologie und Wittgensteins Sprachkritik gemeinsam das Ziel verfolgen, traditionelle philosophische Fragestellungen durch eine Rückführung auf die Alltagspraxis zu durchleuchten.

2. Fundamente des Erkennens: In-der-Welt-sein vs. In-Sprachspielen-sein: Hier wird untersucht, wie Heideggers "In-der-Welt-sein" und Wittgensteins "In-Sprachspielen-sein" das traditionelle, auf ein isoliertes Subjekt ausgerichtete erkenntnistheoretische Paradigma unterlaufen.

3. Destruktion einer verdinglichten Bewusstseinsphilosophie: Dieses Kapitel destruiert das traditionelle Innen-Außen-Bild der Philosophie, indem es aufzeigt, wie psychische Zustände nicht als isolierte Gegenstände in einer privaten Innenwelt zu verstehen sind, sondern als Teile sozialer und sprachlicher Praktiken.

4. Existentiale Grammatik: Hier erfolgt eine Synthese, bei der Heideggers existentiale Analytik und Wittgensteins grammatische Untersuchungen als komplementäre Ansätze zur Freilegung apriorischer Strukturen der menschlichen Lebenswelt zusammengeführt werden.

5. Ausblick: Der Ausblick resümiert die Komplementarität der beiden Ansätze und deutet auf zukünftige Anwendungsmöglichkeiten der philosophischen Therapie bei aktuellen Themen wie dem Problem der Willensfreiheit hin.

Schlüsselwörter

Martin Heidegger, Ludwig Wittgenstein, Phänomenologie, Sprachkritik, In-der-Welt-sein, Sprachspiel, Lebensform, Destruktion, Bewusstseinsphilosophie, Existentiale Grammatik, Fremdpsychisches, Sinnkritik, Therapie, Alltagspraxis, Subjekt-Objekt-Dualismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit unternimmt einen systematischen Vergleich zwischen der Philosophie von Martin Heidegger und Ludwig Wittgenstein, wobei der Fokus auf strukturellen Parallelen in ihrem Verständnis von Sprache, Erkenntnis und Existenz liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Überwindung des cartesianischen Subjekt-Objekt-Dualismus, die Destruktion einer verdinglichten Bewusstseinsphilosophie sowie die Bedeutung der alltäglichen Lebenspraxis für das philosophische Denken.

Welches primäre Ziel wird mit dieser Arbeit verfolgt?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Heideggers Daseinsanalyse und Wittgensteins Sprachphilosophie beide eine sinnkritische Wende vollziehen, die philosophische Probleme nicht durch Beweise löst, sondern durch die Analyse ihrer sprachlichen und lebensweltlichen Voraussetzungen "wegtherapiert".

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative und phänomenologisch-sprachanalytische Methode, um die methodische Kompatibilität beider Ansätze aufzuzeigen und eine "Existentiale Grammatik" zu entwerfen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der erkenntnistheoretischen Fundamente (In-der-Welt-sein vs. In-Sprachspielen-sein) und die Destruktion der verdinglichten Bewusstseinsphilosophie anhand der Thematisierung des Fremdpsychischen und der Innen-Außen-Metaphorik.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselbegriffe sind das "In-der-Welt-sein", die "Lebensform", das "Sprachspiel", die "Destruktion" (bzw. therapeutische Sinnkritik) und die "Urphänomene".

Wie wird das Problem des Fremdpsychischen gelöst?

Das Problem wird nicht durch Analogieargumente gelöst, sondern als Scheinproblem entlarvt, da der Andere bereits in der Grundstruktur des "Mitseins" und der gemeinsamen "Einstellung zur Seele" verankert ist.

Was bedeutet der Begriff "Existentiale Grammatik"?

Der Begriff beschreibt die Verbindung von Existenz- und Sprachanalyse, mit der die apriorischen Strukturen unserer Lebenswelt sichtbar gemacht werden sollen, indem existenzielle Gegebenheiten als grammatische Bedingungen des Sprachgebrauchs verstanden werden.

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Details

Title
Eine Untersuchung zu philosophischen Grundfragen bei Ludwig Wittgenstein und Martin Heidegger - Sprache und Existenz
College
University of Freiburg
Author
Magister Peter Faulstich (Author)
Publication Year
2006
Pages
97
Catalog Number
V186407
ISBN (eBook)
9783869437231
ISBN (Book)
9783869431659
Language
German
Tags
wittgenstein heidegger sprache existenz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Peter Faulstich (Author), 2006, Eine Untersuchung zu philosophischen Grundfragen bei Ludwig Wittgenstein und Martin Heidegger - Sprache und Existenz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/186407
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